35. SSW – Gibt man die Kontrolle an der Krankenhaustüre ab?

Blog Foto SSW35 Bauch Flieegggggggggggggggg….okay so langsam bin ich wirklich in Richtung Landebahn unterwegs. Es ist einerseits ein schönes Gefühl und andererseits bin ich etwas wehmütig. Klar, der Rücken macht mir wirklich zu schaffen, aber schwanger sein ist in vielerlei Hinsicht wirklich magisch (magisch ist eine gute Umschreibung dafür). Heute möchte ich mit euch meine Gedanken zur Geburt teilen und bitte verzeiht mir es; aber es wird ein langer Post! Wen also nur meine Schwangerschaftsübersicht interessiert, bitte mal scrollen 😉

Mit dem Voranschreiten der Tage kreisen meine Gedanken natürlich immer mehr in Richtung Geburt. Was will ich eigentlich? Was ist für mich persönlich die schönste Lösung? Was wäre für mich Worst-Case und was wäre Best-Case? Meine persönliche Idealvorstellung (oder auch Traumvorstellung) „Hausgeburt“ schließe ich mittlerweile kategorisch aus. Nicht, weil ich es nicht wollen würde – ganz im Gegenteil, sondern vielmehr weil 1. Mietwohnung mit Nachbarn inkl. Vermieter, 2. ich die Einzige bin, die von der Idee angetan ist (in Kombination mit der Situation – Mietwohnung, Sohn, Verwandte, die weit weg wohnen, Nachbarn) und 3. hier irgendwie alle Hebammen an Kliniken gekoppelt sind und so natürlich nicht private Entbindungen betreuen.
Kurzum: Die Wahl fällt also wieder auf das Krankenhaus, welches sich 1 Autominute weg befindet – Das mag zunächst jetzt ganz schlimm klingen, aber ich kann damit leben, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen!
Ihr fragt euch bestimmt, was diese Voraussetzungen sein könnten? Sie sind so simpel und menschlich, dass sie eigentlich selbstverständlich sein müssten und es in der heutigen Zeit doch nicht mehr sind. Ich empfehle an dieser Stelle, bevor ich weitere darauf eingehe mal diesen Bericht: ‚klick‚!
Mir ist es wichtig, dass ICH entbinde und nicht ENTBUNDEN WERDE – das ist ein nicht unwesentlicher Unterschied. Meine Geburt beim Großen war kein Trauma, ganz im Gegenteil – ich habe auf mein Innerstes gehört und doch weiß ich, dass ich einfach Glück mit der Hebamme hatte, wofür ich heute noch dankbar bin. Trotz einer „voraussichtlich“ stagnierenden Geburt hat man vom Wehentropf abgesehen und mir Zeit gegeben Kraft zu tanken – und das hat aus heutiger Sicht meine ganze Geburt positiv „angehaucht“, auch wenn es dann mal länger dauert. Im Normalfall hätte man wahrscheinlich den Wehentropf rangeknallt und festgestellt, dass sich vlt. der Muttermund, wie in meinem Fall nicht mehr weiter öffnet und ja, vlt. hätte man laut Klinikvorschriften dann sogar noch härtere Maßnahmen ergreifen können, doch meine Hebamme hat mit viel Ruhe und Einfühlungsvermögen einfach der Natur den Lauf der Dinge gelassen und nicht „auf die Uhr geschaut“ und es war für uns alle angenehm.

 

Dinge, die ich heute anders machen würde bzw. werde

Dennoch gibt es Sachen, die ich im Nachhinein einfach anders machen würde, wie z.B darauf bestehen, dass mir die Flexüle entfernt wird – ich hasse die Dinger im Arm, musste aber Antibiotika alle 3 h verabreicht bekommen und hatte dieses Teil dann die ganze Zeit im Handgelenk. Es tut nicht weh – aber es stört mich eben. Würde es nun wieder dazu kommen, würde ich darauf bestehen, dass sie mich jedes Mal spritzen und nicht diese Langzeit-Quälinstrument setzen. Auch habe ich mich allgemein sehr verunsichern lassen und bin aus heutiger Sicht der Meinung, dass ich zu Hause locker noch ein paar Stunden verbringen hätte können – doch diese Option zog ich nicht einmal in Betracht, warum frag ich mich? Mir ist es noch wichtiger als bei der ersten Entbindung, dass ich selbstbestimmt entbinden kann – ohne „Klinikleitfaden nach Schema F“. Der Bericht oben zeigt, dass es geht, aber komischerweise werden viele Frauen gar nicht darüber aufgeklärt, dass sie Wahlmöglichkeiten haben oder Entscheidungen treffen können, sondern es wird eben einfach gemacht. Eine Bekannte von mir hat z. B. einen Dammschnitt bekommen und war mit der Situation restlos überfordert – auch noch nach Monaten – Sie überlegt oft, warum sie nicht nein geschrien hat. Ja warum nicht? Dann wäre sie eben gerissen – aber es hätte keiner an ihr rumgeschnitten. Beim 1. Kind macht man leider so oft den Fehler und lässt sich von Anderen (vor allem denen im weißen Kittel) etwas sagen und dabei wird das eigene Bauchgefühl vollkommen ausgeblendet. Das will ich nicht – ich will „entspannt“ (ich weiß, das Wort klingt im Zusammenhang mit Geburt unlogisch) entbinden. Natürlich lässt sich nichts planen und natürlich kann man auch nicht vorhersehen, wie alles laufen wird – aber mir ist wichtig, dass man NUR dann eingreift, wenn äußerste medizinische Notwendigkeit besteht – also dann, wenn es einem (mir oder dem Baby) eindeutig nicht mehr gut geht. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine – ich finde durchaus, dass Krankenhäuser eine Berechtigung haben – aber man sollte den Schwangeren eben diesen „ich-hab-das-alleine-geschafft-Moment“ nicht nehmen, wenn es medizinisch nicht notwendig ist und wie oft hört man Horrorentbindungsgeschichten, weil Frau sich wie ein Gegenstand vorkam, über den einfach entschieden wurde. Übrigens werde ich mir auch alle Optionen offen halten, bis zum Schluss: Ich bin nicht der Typ Mensch, der kategorisch die PDA ausschließt, oder bspw. unbedingt im Wasser entbinden will – es kommt einfach wie es kommt und ich denke, wenn man vorab sich schon zu sehr feststeckt, kann das im schlimmsten Falle dann im entscheidenden Moment beklemmend sein.

 

Wann ist der richtige Moment?

Ich habe diese Woche in der Klinik angerufen und möchte mich nächste Woche dort einerseits „anmelden“ und andererseits nochmal auf meine „Wünsche“ eingehen. Ich bin froh, dass das Krankenhaus bzw. die gynäkologische Abteilung ohnehin äußersten Wert auf eine natürliche Geburt legt und zudem alternative Behandlungsmethoden in Betracht zieht, bevor man zur harten Schulmedizin greift. Das Problem des Schichtwechsels und dass man eben die Hebamme eventuell nicht „für sich alleine hat“ muss man natürlich in Kauf nehmen. Zudem interessiert mich auch, wann ich losfahren muss – ich hatte ein sehr interessantes Gespräch die Tage mit einer Mama, die nun das 4. Kind bekommen hat und wir haben darüber gerätselt. Ich will natürlich nicht zu früh losfahren und dann wieder stunden in einer ungewohnten Umgebung liegen, tja… aber wer sagt mir wann „der Moment“ ist. Beim Großen wusste ich erst, dass es ernst wird, als der Pressdrang eingesetzt hat und da wäre ich wirklich nirgendwo mehr hingegangen, nicht einmal mehr aufgestanden. Ich dachte mir, dass ich ja losfahren könnte, wenn die Wehen alle 3 Minuten kommen, doch meine Hebamme meinte, das wäre zu knapp – irgendwie denke ich da aber anders 😉 Ich werde es einfach erleben und mal wieder auf mein Gefühl vertrauen – jede Geburt ist eben anders und ich weiß jetzt schon, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so wird, wie die Erste.

Wie seht ihr das? Was ist für euch bei der Entbindung wichtig? Gibt es Dinge auf die ihr besonderen Wert legt bzw. gelegt habt?
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Teaser

Natürlich war ich auch nicht faul diese Woche!

Ich habe für den Flohmarkt genäht….

Nähen für den Flohmarkt SSW35

… ich habe angefangen zu dekorieren – bald ist Weihnachten und dann ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Geburt 😉

Weihnachtsdeko SSW35

… ich habe natürlich in der Küche weitergemacht – mehr dazu nächste Woche!

Küchenfoto SSW35

…mit meinem mann ein Auto für Groß P. gebastelt

Auto im Karton SSW35

…ich habe einen Kranz gebastelt – Anleitung gab es diese Woche hier auf dem Blog!

Adventskranz DIY Weinachtsspecial9

…und dann habe ich noch ein paar Sachen gehäkelt – das zeig ich euch später!

Kurzüberblick

Blog Foto SSW35 Bauch1
 

Wie weit bin ich: 34 3 lt. Berechnung

Bauchumfang: 102 cm stehend – oh er wächst also doch noch! Gewicht liegt bei circa. 66 Kilo und damit deutlich unter dem beim Großen (da wog ich 72).
Der beste Moment diese Woche: der kommt noch – dieses Wochenende sind wir mal hund- und kindfrei (auch wenn ich meine Beiden vermisse, bin ich mir sicher, dass es mir hilft, etwas aufzutanken)
Ich vermisse: Tiefschlaf und auf dem Bauch schlafen – ich habe es noch bis zur 30. SSW geschafft, aber nun ist es einfach unbequem.
Heißhunger auf: Tzatziki
Wehwehchen:  Fragt nicht – ich war ganz dolle krank mit Übergeben und Erkältung usw. – ist aber überstanden. Nun plagen mich nur noch diese immer schlimmer werdenden Rückenschmerzen und kein Osteopath oder Physiotherapeut hat Termine frei und die Hebammen wollen nicht direkt akupunktieren, weil man dazu wohl an die Wirbelsäule ran müsste. 
Ich freue mich: dass ich jetzt soweit bin, dass das Kind auf jeden Fall überlebensfähig auf die Welt kommt und in der Lage wäre alleine zu atmen. Ich freue mich zudem über unser neues Blogdesign.
Gekauft/Bestellt: weiß nicht – bei Lieblingsreh hab ich gestöbert und Aufkleber gefunden für meine Gläser 😉
 
Gesehen habe ich die Idee bei Punkelmunkel. Die Grundidee stammt von der Svenja. Weitere Babybäuche gibt es derzeit bei MalimadeAnne und SabineWonni sowie Themama!




 

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ommetar 0.000000e+0

  1. Shiva 6. Dezember 2013 at 22:18

    Ich sehe das ähnlich wie Du!
    Meine erste SS war weniger schön. Die letzten 3 Monate komplett im KH. Geplanter Kaiserschnitt wegen Beckenentlage, Diabetes und Pfropfpräeklampsie. Dann wurde der Kaiserschnitt aber noch ein paar Tage vorgezogen weil ich mich über meine stinkende stark rauchende Zimmernachbarin aufgeregt habe und an dem Tag gerade nichts los war und der OP frei.
    Man hat mir meinen Bauch aufgeschnitten sich drauf gestürzt und das Baby rausgedrückt (sehr unangenehm) und ihn dann einfach weggetragen. Beim zunähen habe ich dann erst auf Nachfrage erfahren das er schon 15 Min. auf der Welt ist und im Nachbarzimmer. Dann 4h Aufwachraum. 10 Min. Baby sehen, dann erst wieder am nächsten Tag. Die ersten drei Tage hab ich ihn kaum zu Gesicht bekommen, er lag auf der Neo.
    Eigentlich war er aber kein Notfall, nur zur Überwachung. Dort hat er sich dann leider ne Infektion geholt und musste 3 Wochen bleiben.
    Mein Traum wäre diesmal eine Hausgeburt. Kann ich wegen Diabetes und vorheriger Sectio aber knicken, das wäre wohl doch zu gefährlich. Die Mietwohnung und die Nachbarn sind mir allerdings ziemlich egal. Was haben die denn damit zu tun?
    Ich werde in die Klinik gehen und die Geburt alleine durchstehen. Meinen Mann möchte ich nicht dabei haben. Der ist traumatisiert von seiner ersten Geburt (dabei ist seine Tochter fast gestorben) und ich habe berechtigte Bedenken das er dabei getriggert wird.
    Ich möchte so wenige Interventionen wie möglich, keine Einleitung (Auch hier kann man mit Diabetes nein sagen!), keinen Schnitt, Pausen wenn mein Körper sie für nötig hält.
    Ich weiß aber wenn man nicht unbedingt das macht was die Ärzte wollen machen sie gern mal Panik und setzen einen so unter Druck. Meine Angst ist also nicht zu wissen wann diverse Eingriffe vielleicht wirklich medizinisch notwendig sind. Ich kann nur versuchen im Vorfeld so viel wie möglich Wissen zu erlangen um möglichst lange selbst entscheiden zu können.
    Ich hätte keine Angst vor einer Geburt allein zu Hause, aber davor das mir fremde Menschen Dinge aufdrängen die ich eigentlich nicht möchte. Schlimm das es soweit gekommen ist hier bei uns!
    Ich wünsch Dir noch eine entspannte Restschwangerschaft und eine tolle selbstbestimmte Geburt!

    GLG Shiva

    antworten
  2. Rose Noreia 1. Dezember 2013 at 9:30

    Schöner Post! Zur selbstbestimmten Geburt kann ich übrigens dieses Buch empfehlen: http://www.weltbild.de/3/14452602-1/buch/die-selbstbestimmte-geburt.html?wea=8064248
    Ich habe es leider etwas zu spät gekauft und konnte es daher vor der Geburt nicht mehr ganz durchlesen, aber das, was ich gelesen habe, hat mir sehr geholfen, die Wehen besser anzunehmen. Schlussendlich war ich so relaxt, dass ich die Eröffnungsphase komplett Zuhause verbracht habe und schon mit Presswehen ins Krankenhaus kam. Zwischenzeitlich dachte ich sogar, er kommt bei mir im Flur 😉 Aber die Pressphase dauert bei mir immer etwas länger.
    Ich habe mich bei der 2. Geburt ebenfalls wieder für das Krankenhaus entschieden, aber nur, weil ich sehr zufrieden mit dem Krankenhaus war. Die lassen einem alle Zeit der Welt, außer es wird kritisch für Mutter und Kind. Schade, dass das nicht überall so ist, aber dafür gibt es dann ja noch Geburtshäuser und andere Alternativen.

    antworten
    1. Brina H. 2. Dezember 2013 at 9:18

      Hallo, danke erst einmal! Ich habe mir das Buch gleich bestellt, klingt hochinteressant! Ich habe wohl auch Glück mit dem Krankenhaus oder vielmehr mit der Hebamme gehabt und das ist gut so, denn ich bin gestärkt aus der 1. Entbindung gegangen und nicht verunsichert oder gar gedemütigt. Nur jetzt möchte ich eben noch ein bisschen mehr „ich“ sein und werde wie oben beschrieben z.b. auch die Flexüle ablehnen, da ich mich dadurch eben eingeschränkt fühle – genauso, wie ich den Wehentropf wieder abweisen werde.

  3. Anonymous 30. November 2013 at 23:53

    Liebe Sabrina,

    ich finde deine Gedanken zur Geburt sehr interessant und nachvollziehbar! Meine erste GEburt war auch ein Notkaiserschnitt und ich wurde nicht einmal gefragt oder richtig aufgeklärt. Man ist halt doch nur eine unter vielen und wird einfach „abgearbeitet“. Deswegen hatte ich mich bei meinen anderen beiden Geburten für eine Hausgeburt entschieden- trotz Mietwohnung, blöder Nachbarn und den Einwänden meines Mannes (zumindest bei der ersten^^). Schöner kann man, meiner Meinung nach, eine Geburt nicht erleben. Aber warum nimmst du dir nicht eine Beleghebamme? Mit ihr sprichst du im Voraus deine Wünsche ab, sie kennt dich und betreut dich die ganze Geburt über. Dann kannst du schon vorher sicher sein, dass du eine gute Hebamme hast. Das ist doch eine gute Alternative zur Hausgeburt!
    Ich wünsch dir noch eine schöne Rest-Schwangerschaft und ganz viel Kraft für deine selbsbestimmte Geburt!
    Viele liebe Grüße,
    Sissi

    antworten
    1. Brina H. 2. Dezember 2013 at 9:21

      Das Problem sind die Kliniken. Die Klinik meiner Wahl nimmt keine Beleghebammen – da sie ja festes Personal für Geburten haben und die Klinik, die wiederum Beleghebammen nimmt, ist weiter weg, sodass es wieder „rumfahren“ bedeuten würde. Ich wollte mich auf jeden Fall gerne nach der Geburt im Krankenhaus mit dem Kleinen erholen (wenn schon keine Hausgeburt, dann bleib ich auch bis zur U2 im Krankenhaus – ist ja „nur“ 1 Minute weg). Naja und das Krankenhaus mit der Option Beleghebamme wäre dann wieder der Nachteil, weil mein Mann nicht so oft mit dem „Großen“ vorbei schauen könnte, wie hier.

  4. Jasmin Ha. 30. November 2013 at 20:06

    Dann schreibe ich doch auch mal was dazu.
    Ich hatte Glück und eine traumhafte erste Geburt. Ich habe Nachts einen Blasensprung gehabt und bin dann eine dreiviertel Stunde später ins KH. Heute weiß ich, ich hätte mir Zeit lassen können (lag 15 Stunden in den Wehen), aber als Erstgebärende wusste ich das ja noch nicht 🙂 Ich habe auch eine Menge Hebammen kommen und gehen sehen und das ganze war so unpersönlich, dass ich dir noch nicht mal sagen könnte, wie die Dame hieß die meinen Sohn zur Welt brachte. Ich muss ehrlich sagen, bis zu den Presswehen waren mein Freund und ich nur alleine. Ich habe es aber instinktiv hinbekommen, die Wehen gut zu veratmen und trotz allem war es ein wunderschönes Erlebnis, an das ich gerne zurück denke. Ich hatte übrigens auch eine PDA, ich glaube nach 13 Stunden.
    Danach ging direkt alles ganz schnell, innerhalb von einer halben Stunde fingen die Presswehen an. Davon hatte ich eine ganze Menge….eine ganze ganze Menge, da war es mir am Schluss auch egal, wer mich hört oder auch nicht.

    Ich bin auch der Meinung, dass man immer noch seinen eigenen Kopf haben sollte. Und wenn das wegen zu großer Schmerzen nicht mehr möglich ist, sollte die Begleitperson wissen, was man eigentlich möchte um da auch mal durchzugreifen.
    Oft ist es ja leider nur noch eine schnelle Massenabfertigung und das finde ich sehr schade. Eine Geburt ist etwas ganz besonderes und viele Frauen lassen sich leider sehr schnell beeinflussen und auch verunsichern. Ich habe zum Beispiel auch direkt als die Presswehen anfinden der Hebamme gesagt, dass sie falls nötig einfach einen Schnitt machen soll und mir gar nix davon sagen soll. Gott sei Dank und das muss ich ja mal loben, wird das dort nur in besonderen Notfällen gemacht.

    Du weißt doch am besten was du willst und je entspannter du dort rein gehst, des so schneller wirst du deinen Spatz im Arm halten können. Ich wünsche dir noch eine entspannte Restschwangerschaft und eine Geburt, ganz nach deinen Wünschen 😉

    Lg Jasmin

    antworten
    1. Brina H. 2. Dezember 2013 at 9:29

      Genau Jasmin – so war es bei mir auch Blasensprung und dann hat es noch 13 h gedauert 😉
      Es war bei mir 1 Schichtwechsel dazwischen und ich war heilfroh, als die Dame Nr. 1 nach Hause fuhr – bei ihr hätte ich niemals entbinden können und doch hätte ich mich damals nicht getraut sie rauszuschicken. Auch wir waren bis zur „aktiven Geburtsphase“ alleine. Ich weiß nicht, wie ich das beurteilen soll: damals als Erstgebärende fand ich das richtig doof – weil ich mich so aufgeschmissen gefühlt habe. ich dachte immer: „Wann kommt da jemand und sagt dir, was du jetzt tun musst?“, aber aus heutiger Sicht finde ich es sogar besser: Sie haben mich und meinen Körper einfach machen lassen und immer mal nachgesehen – besser als würde immer jemand dazwischen hupfen und mir einen Zugang nach dem anderen legen oder mir sagen, was ich tun und lassen soll. Die Hebamme der 1. Schicht war leider so, weshalb ich auch froh war – als sie ging. „Laufen, sonst passiert da nie etwas“ (Ich wollte aber gerade nicht laufen), „Ihren Mann rufen wir jetzt noch nicht an“ (Ich wollte meinen Mann aber JETZT da haben), „Machen Sie mal einen Vierfüßlerstand und kreisen mit den Hüften“ (Das tut mir aber nicht gut) – so ging das die ganze Zeit und ich war wirklich schon etwas panisch, als ich daran dachte, mit der Frau noch länger das Zimmer teilen zu müssen – naja und dann kam der Wechsel und es war für mich (trotz Nacht) als würde die Sonne aufgehen und da MEINE Hebamme kommen. Sie hat alles richtig gemacht – sie war passiv, aber da und sie gab mir Sicherheit, wenn sie merkte, dass ich Zuspruch brauchte – sie lies mich aber in Ruhe, als sie merkte, dass ich gerade einfach abschalten will. Ich würde wirklich alles dafür geben wieder ihre Schicht zu erwischen, aber sowas lässt sich leider nicht planen 😉 P.S. ich weiß ihren Namen übrigens noch – der hat sich eingebrannt und auch die Frauenärztin, die später dazu kam, war wie eine Freundin für mich und nicht wie ein Arzt.

  5. Tüdeltante 30. November 2013 at 15:58

    Ein interassanter und nachzuvollziehender Post. Gerade der Titel passt bei vielen. Leider.
    Mein Beitrag kurz und knapp (ich könnte auch nen Roman schreiben ;))
    Geburt 1: Einleitung an 40+6 trotz fehlender Indikation, macht man in dem KH nun mal so. Warum hab ich nicht nein gesagt????
    Miserable Betreuung, Geburtsstillstand, Kaiserschnitt trotz fehlender Dringlichkeit. O-Ton Hebamma: Noch ist es kein Notfall und alle Ärzte sind noch da“ (es war 19 Uhr). Warum hab ich nicht nein gesagt?????
    Tja, warum? Wie du schon geschrieben hast, kann man die Kontrolle an der Krankenhaustüre abgeben. Zumindest als Erstgebärende, verunsicherte, den Menschen im KH vertrauende Frau. Ich wusste es nicht besser. Ich hab gedacht: Die wissen schon, was sie machen. Ich könnte noch mehr (Horror) davon erzählen.
    Geburt 4: Ich wollte auch gerne eine Hausgeburt. Mein Mann nicht. Damit war das Thema erledigt. Die Flexüle hab ich dankend und bestimmt abgelehnt (der OA wollte unbedingt). Ich wollte sie nicht und ich brauchte sie auch nicht (die Blase war noch intakt).
    Ich war während der Geburt kaum am CTG. Konnte mich also frei bewegen und machen was ICH wollte.
    Ich kann behaupten, dass ich bis zum Schluss die Kontrolle über die Geburt hatte. Als die Hebamme die Blase öffnen wollte, ging sie von selbst kaputt, bevor sie überhaupt angesetzt hatte. 😀 Zwei Presswehen später war mein Sohn da.

    Wann ist der richtige Moment?
    Eine sehr schwere Frage. Geburt 1 und Geburt 2 waren Einleitungen. Geburt 3 ging mit Blasensprung los. Es folgte eine Einleitung mit Wehencocktail. Die Hebamme hatte mir aber empfohlen beim dritten Kind nicht zu lange zu hause zu bleiben. Ich war froh im KH zu sein. Dann kamen die Wehen und 2,5 h später war das Kind da. Wäre ich noch zu hause gewesen, wäre ich bei Einsetzen der Wehen ins KH gefahren. Die waren sofort heftig.
    Bei Geburt 4 bin ich ebenfalls bei Einsetzen der ersten schwachen Wehen und Zeichnungsblutung ins KH gefahren, eben wegen der Dauer von Geburt 3.
    Es hat dann doch länger gedauert. Ich hab immer gedacht, irgendwie wird das wohl nichts mehr heute. Der Ernst der Lage wurde mir erst mit den Presswehen bewusst. Davor hatte ich lächerliche, leicht zu veratmene Wehen.
    Hätte ich zu hause gewartet, hätte ich DEN Moment loszufahren verpasst und es wäre wohl ne Hausgeburt geworden.

    Doch ganz schon lang.
    Also: Jede Schwangere sollte sich vorher gut informieren und sich überlegen, was sie möchte. Auch während der Geburt ganz klar sagen, was man will und was man nicht will. Nicht alles einfach so mit sich machen lassen. Aber diese Sicherheit hat man beim ersten Kind eher selten.
    Wann man losfährt kommt ganz auf die Frau an. Viele fühlen sich wohler, wenn sie und das Kind überwacht werden. Andere möchten eher so wenig Zeit wie möglich im KH verbringen. Dazu kommt noch, wie schnell vorangegangene Geburten dauerten.
    Da kann man einfach keine klare „Richtlinie“ vorgeben.

    Ich wünsch dir eine schöne Geburt und noch ein paar wunderwolle Schwangerschaftswochen. Ich hoffe, du hast wieder eine so tolle Hebamme. Aber falls nicht, dann weißt du, dass trotzdem du bestimmst. Die erste Geburt gibt dir die Sicherheit selbst zu entscheiden.

    antworten
    1. Brina H. 30. November 2013 at 17:51

      Oh ja, da hast du Recht. Bei der ersten Geburt lässt man sich irgendwie ganz automatisch verunsichern: die weißen Halbgötter haben ja schließlich schon unzähligen Kindern auf die Welt geholfen, aber genau da hätte ich mir im Nachhinein gewünscht, etwas mehr Mut zu haben und auch mal „Nein“ sagen zu können.

  6. Sandra Zander 29. November 2013 at 22:51

    Schöner Post!
    Meine Schwangerschaft und Geburt halten mich ab, noch ein zweites Kind zu bekommen. Ich hatte Schwangerschaftsdiabetes und daher wollten die Ärzte, dass das Kind spätestens zum Termin da ist. Ich habe mich dann zwar eine Woche erfolgreich gegen die Einleitung, doch als es soweit war, meinten die Ärzte, mir direkt einen Zugang zu legen. Dieser hat eine Venenentzündung ausgelöst, weshalb ein Notkaiserschnitt gemacht werden musste. Nach der bescheidenen Schwangerschaft hatte ich mir wenigstens eine natürliche Geburt gewünscht.
    Die Schwangerschaft gehört zu den bisher schlimmsten Zeiten in meinem Leben.

    antworten
    1. Brina H. 30. November 2013 at 17:58

      Ich habe schon oft gehört, dass bei Schwangerschaftsdiabetes nicht lange gefakelt wird. Einleitung zum Termin, obwohl vlt. das Kind nicht so weit ist, teilweise harte Einleitung und dann, wie du sagst: Wenn alle Stricke reißen Notkaiserschnitt. Ich finde das irgendwie beunruhigend – vor allem werden mittlerweile so viele NOTkaiserschnitte gemacht – egal wo man hinschaut.

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