Die Spielregeln des Lebens: ADHS Modeerkrankung?

Manchmal muss ich doch recht schlucken, wenn ich es in meinem Umfeld mitbekomme, wie schnell bei Kindern von ADHS oder ADS gesprochen wird. Das Kind ist ein bisschen lebendig oder forsch und schwupp – wird es von den gegenüber sitzenden Mamas argwöhnisch beäugt und man hört es tuscheln: „Das Kind ist doch auffällig? Das hat bestimmt ADHS“!

Tja und was soll ich dazu sagen? So ist mein Kind:

Kind steht auf und weigert sich den Schlafanzug abzulegen, es hängt an der Türe fest, rennt vor den Eltern weg und schreit munter „Fang mich doch!“. 
Kind wirft todesmutig und total berechnend Essen auf den frisch gewischten Fußboden. Wir erklären, dass dies nicht schön ist und man das Essen auf dem Teller liegen lässt, wenn man es nicht mag. Zum Test fliegt natürlich nochmals etwas auf den Fußboden, aber nur um die Reaktion der Eltern zu provozieren.
Kind rennt beim Abholen aus der Kita mit dem Lauten „Oh ein Geist“ vor der Mutter weg und denkt nicht daran zu folgen.
Kind beschließt auf eigene Faust nun auf den Spielplatz zu gehen und möchte schon los, als Mama das verhindert, tönt es „böse Mama“.
Kind möchte nicht ins Bett und sich auch nicht anziehen, geschweige denn Zähne putzen und schmeißt sich auf den Boden, bricht im schreien aus.
Kind ist vom ganzen Tag und der Unzufriedenheit total übermüdet und weint die ganze Zeit.
Kind schnallt sich mitten während der Fahrt ab und versucht aus dem Auto auszubrechen.
Kind ist auch nach mehreren Stunden extremsten Toben nicht müde zu bekommen.
Kind kann sich maximal ein zwei Minuten mit einer Sache beschäftigen, bis es feststellt: „Guck mal – ein Eichhörnchen!“
Kind schleudert Kraftausdrücke heraus, die Mama und Papa gar nicht gut finden.


Einige werden jetzt denken „Ja, das könnte auch mein Kind sein“. Andere werden denken: „Ach du schande, was ist bei der denn schief gelaufen?“ und wieder andere werden sich denken: „Das Kind hat eindeutig ADHS oder braucht eine Therapie.“

Gerne möchte ich euch einmal schildern, was ich davon halte. Viel zu oft wird viel zu schnell geurteilt – auch das musste ich lernen. Ich selbst habe schon Kinder gesehen über die ich dachte: „Man, da hilft nur noch psychologische Hilfe.“. Das holpert so aus einem heraus und im Prinzip will man gar nicht sowas Böses denken, aber auch hier macht die Gesellschaft uns einen wahren Strich durch die Rechnung.

Gerade in Bezug auf ADHS und ADS wird inzwischen so schnell geurteilt, vor allem von Leuten, die keine Fachexperten in dieser Richtung sind. Ich selbst habe es indirekt erlebt, da in der näheren Verwandschaft eine Lehrerin dem Kind oder vielmehr den Eltern angeraten hat einen Psychologen aufzusuchen und Tabletten zu verordnen, weil es unter ADHS leide. Ich selbst kenne es auch aus meinem beruflichen Alltag: Wie viele Kinder gelten heute als emotional auffällig und wie viele Grundschüler gelten inzwischen als nicht beschulbar ohne Tabletten? Noch schlimmer – Wie viele Ärzte können einfach Ritalin verschreiben? Wie viele Lehrer und Schulleiter bestehen sogar auf solche Mittel und unterstützen hier nicht die Eltern, wenn diese alternative Wege gehen wollen? Man mag an dieser Stelle keine bösen Unterstellungen machen, aber allein die Tatsache, dass jeder Kinderarzt in der Lage ist solche oder so ähnliche Medikamente zu verschreiben, finde ich erschreckend.

Wieso wird das nicht immer Fachexperten überlassen diese Diagnose zu stellen, ohne Ausnahme und nicht der Erzieherin oder der Frau von nebenan (die richtige Diagnose stellen natürlich entsprechende Ärzte, aber ich habe es oft genug erlebt, dass sich viele Pädagogen oder Mütter für ehrenamtliche Psychologen halten)? Wieso glaubt jeder ADS sofort erkennen zu können?

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© Maik Dörfert – Fotolia.com

Nun habe ich mich selbst einmal reflektiert? Wisst ihr wie ich als Kind war?

Kind steht auf und weigert sich den Schlafanzug abzulegen, es hängt an der Türe fest, rennt vor den Eltern weg und schreit munter „Fang mich doch!“. 
Kind wirft todesmutig und total berechnend Essen auf den frisch gewischten Fußboden. Wir erklären, dass dies nicht schön ist und man das Essen auf dem Teller liegen lässt, wenn man es nicht mag. Zum Test fliegt natürlich nochmals etwas auf den Fußboden, aber nur um die Reaktion der Eltern zu provozieren.
Kind rennt beim Abholen aus der Kita mit dem Lauten „Oh ein Geist“ vor der Mutter weg und denkt nicht daran zu folgen.
Kind beschließt auf eigene Faust nun auf den Spielplatz zu gehen und möchte schon los, als Mama das verhindert, tönt es „böse Mama“.
Kind möchte nicht ins Bett und sich auch nicht anziehen, geschweige denn Zähne putzen und schmeißt sich auf den Boden, bricht im schreien aus.

Kind ist vom ganzen Tag und der Unzufriedenheit total übermüdet und weint die ganze Zeit.
Kind schnallt sich mitten während der Fahrt ab und versucht aus dem Auto auszubrechen.
Kind ist auch nach mehreren Stunden extremsten Toben nicht müde zu bekommen.
Kind kann sich maximal ein zwei Minuten mit einer Sache beschäftigen, bis es feststellt: „Guck mal – ein Eichhörnchen!“
Kind schleudert Kraftausdrücke heraus, die Mama und Papa gar nicht gut finden.

Ganz ehrlich? Früher gab es kein ADHS und auch kein ADS oder zumindest nicht in dieser Breite. Auch kennt man diese Krankheit in anderen Ländern gar nicht. Dieser Fakt ist für mich schon sehr erstaunlich. Ob man mich heute so einstufen würde? Keine Ahnung – mir scheint es immer mehr als sei dies eine „Modeerkrankung“ auf Kosten unserer Kinder – Das Kind passt nicht in die Klasse und zack wird diese Ausrede aus dem Hut gezaubert und von der Schule der Gang zum Psychologen angeraten. Es mag Fälle geben, die wirklich darunter leiden und ich kann die Eltern durchaus verstehen, wenn sie zu medikamentösen Lösungen greifen, aber die Entwicklung im Großen und Ganzen ist erschreckend und Berichte über die Wirkung von Ritalin ziehen mir die Schuhe aus und wenn man dann noch Eltern hört (ich arbeite wie gesagt an einer Schule) die mit Stolz erzählen, dass der Kleine endlich Ruhe gibt und man sich jetzt nicht mehr so kümmern muss – ich weiß auch nicht. Das ist nicht einfach eine Tablette – das ist ein Betäubungsmittel (wird als vertreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft, hier und diverse andere Seiten), welches sehr unterschiedliche Wirkungen zeigt und nicht unwesentliche Nebenwirkungen. Wieso passiert da nicht irgendwas? Wieso gibt es darüber nur so wenig Aufklärung und wieso dürfen sämtliche Ärzte das verschreiben (klick)??? Wieso wird den Eltern in vielen Fällen denn nicht selbst das „einschätzen“ überlassen? Warum dürfen Lehrer und Erzieher überhaupt ein Urteil fällen?

Ist es euch auch schon aufgefallen, dass es die Krankheit früher nicht so gab? Und kennt ihr mindestens einen Menschen aus eurer Schulzeit, den man heute als „auffällig“ einstufen würde?

Edit: Da ich per PN scharf angegriffen werde mit bösen Unterstellungen. Ich habe hier im Text keine Eltern angeprangert – im Gegenteil. Es geht hier einfach darum, dass sich heutzutage viele als „Facharzt in Spe“ outen.

Interessantes Interview zum Thema:
https://www.facebook.com/photo.php?v=658975134184171&set=vb.100002150712608&type=2&theater

Viele Grüße

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ommetar 0.000000e+0

  1. Lydia 12. Juli 2014 at 12:36

    Ich finde diesen Post sehr gut geschrieben und bin auch oft erschrocken, bei wievielen „lebhaften“ Kindern sofort ein falsches Urteil gebildet wird. Ich hoffe nur dass meine Kinder in Zukunft (sind zwar noch zu klein, bzw ist das zweite ja erst Unterwegs 😉 und der eine ist 2 jahre ) keine vorschnellen Beurteilungen von Erziehern oder Lehrern bekommen, nur weil sie aufgeweckt und lebendig sind. Da muss man als Elternteil klare Grenzen ziehen und das Kind vor schützen.
    Danke für den Artikel.
    Liebe Grüße
    Lydia

    antworten
  2. Anonymous 29. Mai 2014 at 11:10

    Ich denke auch das es das es heut zu tage immer schlimmer wird mit solch behauptungen klar wird es wahrscheinlich auch kinder geben die sowas wirklich haben streite ich garnicht ab aber es gibt auch viele die einfach nicht ins schema f passen und werden verurfeilt zu so einer diagnose

    antworten
  3. Nadelherz 28. Mai 2014 at 15:44

    Ohje, das tut mir leid, daß du sogar per PN angegriffen wirst. Ich sehe diesen sehr interessanten Post als Denkanstoß. Ich freue mich über den regen Austausch, weil einem dadurch in jeglicher Hinsicht evtl. die Augen geöffnet werden.
    Schade, daß soetwas nicht ausschließlich als etwas Gutes begriffen wird.

    antworten
  4. Anonymous 27. Mai 2014 at 17:17

    Das erste was ich beim lesen des Verhaltens dachte..“Das klingt nach Trotzphase“..meine Tochter ist 3,5 und wir haben genau dieses Verhalten gerade hinter uns. Was erschreckend ist, ist das man selbst mal im stillen darüber nachgedacht hat ob es Ads sein könnte obwohl man die Antwort eigentlich kennt..
    Bei meinem Mann kam in der Kinderheit seitens von Ärzten der Verdacht auf das er Ads haben könnte und er sollte Medikamente nehmen..nur weil meine Schwiegermutter anderer Meinung war und diese in den Müll geworfen hat wurde glücklicherweise nicht grundlos behandelt..

    antworten
  5. Annie Go 27. Mai 2014 at 14:12

    Liebe Sabrina,
    ich stimme Dir vollumfänglich zu. Bei meinem Lütten, ein richtig wilder Junge, der nicht in Schema „F“ paßt, hat man im Kindergarten „manische Depressionen“ diagnostiziert und in der Schule ADS. Alles Experten!
    Wir wurden gezwungen, mit ihm zum Psychologen zu gehen, damit er Tabletten bekommt…
    Das Gute: Ich habe jetzt schwarz auf weiß, daß mein Kind total normal ist und weder manisch-depressiv ist noch ADS hat. 🙂
    Wir haben die Schule gewechselt und arbeiten in der neuen richtig eng mit den Lehrern zusammen, denn mein Kind braucht nur eines: klare Grenzen! Die bekommt er jetzt auch in der Schule, und zudem wird seine Begabung im mathematisch/analytischen Bereich gefördert, die der Psycho-Doc nachgewiden hat. (Ich als Mutter hatte mir das natürlich nur eingebildet.)

    Bei meinen Fußballkids habe ich auch 2 (von 25) dabei, die angeblich ADS haben. Ich kann bei ihnen keinen Unterschied zu „normalen“ wilden Jungs feststellen…

    LG, Annie

    antworten
  6. Anonymous 27. Mai 2014 at 11:56

    Hallo Sabrina,

    mal wieder ein Post das mich sehr berührt. Du hast Recht, so Diagnosen gerade von nicht Facleuten werden sehr schnell gestellt. Und gerade andere Eltern oder schlicht eben andere Leute, die mit *auffälligen* Kindern in Kontakt kommen, verurteilen gern schnell. Sitzt ein Kind nicht brav, pariert es nicht wie ein großer, ist es schlicht kein kleiner Erwachsener wird man sehr schnell schief angeschaut. Ich selber habe 3 Kinder, alles sehr wilde Jungs, glaube ich weiß da wovon ich rede. Trotzdem finde ich es langsam mehr als nervtötend, das genauso wie die einen gern schnell das Wort ADHS in den Mund nehmen, die anderen behaupten, das gäbe es nicht. Einer meiner Jungs hat ADHS. Und zwar definitiv. Weder vorschnell beurteilt noch unterqualififiziert diagnostiziert. Wir waren fast 5 Jahre in fachärztlichen Behandlungen, nicht bei einem Arzt oder Therapheuten sondern bei ettlichen. Kinderarzt, Psyhologe, ADHS-Facharzt. Erziehungsberatungen, Ergotherapeuten, Früherziehung. Integrative Fachkraft, Familienhilfe, das volle Programm. Später eingeschult. Da dann unter Medikation. Die Lehrkraft, die wir informierte surte dann auch groß rum, das gäbe es nicht, ADHS sei nur eine Erfindung. SIE käme mit jedem ind ohne Medikamente klar. Nach nicht mal 3 Tagen gab sie auf.

    Meine Jungs sind alle 3 lebhaft, impulsiv, toben und sind gerne laut. Aber es bestehen da trotzdem Unterschiede. 2 meiner Jungs machen das aus Spaß. Weil sie einfach Kinder sind. Und die haben seber Freude daran so mal rumzuflippen. In alledem sind sie aber ihrem Alter jeweils entsprechend ansprechbar, lassen sich erziehen, gehorchen altersentsprechend. Mit knapp 3 Nahrungsmittel auf den Boden zu werfen und zu beobachten, ob die eltern reagieren ist nicht krankhaft. Krankhaft ist wenn das Kind das tut, weil ihm alles zuviel wird. Mein Modeerscheinungskrankes Kind konnte nie mit Reizeinflüssen von außen umgehen. Mehr als 1:1 war mit 3 beispielsweise kaum möglich. nd je älter er wurde, desto mehr sah man ihm das an. Kommt man an ein Kind heran sofern es das will, ist es fröhlich aktiv würd ich nie von ADHS sprechend. Kann ein Kind aber mit gar nichts umgehen, verzweifelt es bei jeder Gelegenheit und verfällt in Heul und Schreiattacken aus denen es von alleine nie mehr hinaus findet kann man mal drüber nachdenken, genauer hinzusehen.

    Mein Fazit also, du hast Recht, eine kritische Grundeinstellung zu Vorverurteilung ist durchaus gerechtfertigt. Aber genaus wie man nicht selber als Facharzt fungieren sollte, sollte man auch noch vorschnell urteilen, alle Facharzte und das Gefühl aller Eltern mit nur angeblich kranken Kindern hätten selber automatisch weniger Bauchgefühl…

    antworten
    1. Anonymous 27. Mai 2014 at 22:30

      Einblick und Denkanstöße

      Wir waren dagegen,Medikamente zu geben aus den Gründen, die du anführst.Für das Medikament haben wir uns entschieden als unser Kind mit 6 langsam verzweifelte.Er wurde später eingeschult und noch im Kindergarten. Abends nahm ich mir immer lange Zeit für ihn mit vorlesen, kuscheln und reden ihm in den Schlaf zu helfen.In diesen Gesprächen weinte er oft. Er bemerkte, dass etwas *nicht stimmte*,erinnerte sich an Situationen am Tag an denen er ausgeflippt war. In denen er sich oder andere auch körperlich verletzt hatte, an Schreiattacken, aus denen er nicht mehr rauskam. Und am schlimmsten, er nahm da immer mehr de Reaktionen anderer wahr,bemerkte, dass die anderen ihn mieden. Mein Kind hatte nie einen Freund bis er eingeschult wurde. Und in eine Schule kam, in der ihn niemand vorher kannte. Im Kindergarten, Auf wohnortnahen Spielplätzen, überall war er gemieden worden. Er weinte, weil alle eingeladen wurden, ihn aber nicht. Es hat ihn verletzt, dass er sich selber nicht ändern konnte. Er konnte zum Beispiel schwatzten in der Gruppe beim gemeinsamen essen nicht verarbeiten. ADHS Kinder sind anders. Die stürzen sich nicht nur mit 2 von der hohen Sofalehne, die können auch mit 8, 10 oder noch älter oft nicht einschätzen, was gefährlich ist.
      Ich bin es auch langsam leid, so veruteilt zu werden, wie es im ersten Antwortpost oben der Fall ist.Was ich an offenen und versteckten Vorwürfen schon habe anhören dürfen, geht auf keine Kuhhaut. Mein Kind ist sehr dünn. Weil es sich massiv viel bewegt, denn ich parke es nicht vorm TV. es isst wie ein Scheunendrescher. Ich erinnere mich lebhaft, als ich mit ihm zur Kur war. Na ja Frau X das Kind bekommen wir schon hochgepäppelt in den 3 Wochen. Im Zwischengespräch urde mir versichert, wie erstaunt man sei, wie viel er esse. Als würde er verhungen. Ich bestätigte, dass sei bei ihm immer so und erntete Augenrollen. Nach 3 Wochen wog er noch ein halbes Kilo weniger. Beim wiegen fiel der Ärztin fast was aus dem Gesicht. Ich habe sie freundlich getröstet. Ich hasse es so, nicht ernstgenommen zu werden.
      Ich will auch mal kurz zu dem Punkt kommen, von wegen *früher gab es das nicht*..oder auch *die gingen als Erwachsene dann in handwerkliche Berufe*. Muss oder soll mein tatsächlich sehr intelligentes Kind als Bäcker versauern, damit er alleine seine Ruhe hat. Soll er in einem handwerklichen Beruf körperlich arbeiten wenn er das Potenzial und die Kreativität hat ganz woanders zu glänzen und das nur nicht kann weil es ihm körperlich schlicht nicht möglich ist? Und warum?ADHS behindert das Kind seine Fähigkeiten zu nutzen. Klar sind Noten nicht alles aber muss oder sollte man es seinem Kind bewusst schwer machen? Muss es sich als Klassenclown quälen, seine Klassenkameraden stören, seine schulische und später berufliche Laufbahn und somit sein ganzes Leben in völlig andere Bahnen lenken, als ihm möglich wäre? Mir geht es nicht darum, dass ich mein Kind zu Höchstleistungen trimmen will. Aber ich verwehre ihm ganz klar Chancen wenn ich mich bewusst gegen Medikamente entscheide.
      Denkt mal drüber nach ob man noch die Augen zumachen sollte wenn ein 10 Jähriger im Zappeln nicht bemerkt wenn ein Auto näher kommt.
      Keiner sollte sich anmaßen, anderen eltern zu unterstellen, s wie es die erste Dame oben getan hat, sie seien schlicht bequem.Ich kenne mein Kind und mich am besten. Ich kann mir selber an die Nase fassen, ob ich schlicht keinen Bock habe mich meinem Kind ausreichend zu widmen, es angemessen zu erziehen und für einen gesunden Lebenswandel zu sorgen, der es ihm ermöglicht, eine gesunde und ausgeglichene Person zu sein und zu werden.

  7. Sanni 27. Mai 2014 at 8:45

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich selbst bin Ergotherapeutin und habe viel mit ADHS/ADS zutun…und ich könnte schreiend davon laufen! Die Kinder tun mir zum großen Teil sehr leid, weil sie diesen blöden aufgedrückten Stempel ein Leben lang ja nie wieder los bekommen 🙁 Daran denken viele nicht und die Kinder badens aus. Leider ist die traurige Wahrheit, dass oft wirklich das Elterhaus einen großen Teil dazu beiträgt, dass Kinder verhaltensauffällig werden…Tja somit wird das Ganze zur großen Mode…Früher sind Kinder, die es „nicht so mit der Schule hatten“, danach einfach in einen praktischen Beruf gewechselt…und siehe da, heutzutage glaubt man nicht mehr, dass sie früher Schwierigkeiten hatten!

    Danke für deine Worte und einen schönen Tag! 🙂

    antworten
  8. Tina 27. Mai 2014 at 6:49

    Ja, du hast recht. Immer häufiger sind die Fälle von ADS, sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen. Denn die Transmitter „wachsen sich nicht einfach aus.
    Das wir früher Kindern nicht helfen konnten liegt schlicht daran, dass die Wissenschaft nicht die heutigen Kenntnisse hatte.
    Und nein, es werden bei weitem nicht alle einfach mit Ritalin“ gedeckelt. Die meisten bekommen Hilfe in Form von Ergotherapie.
    Was die „totale Berechenbarkeit“ angeht, das ist etwas was kleine Kinder nicht können.
    Schade finde ich, dass du deine Wahrnehmung beschreiben wolltest, dennoch das Wort „man“ benutzt hast.
    Ein Trost ist es dir vielleicht, dass vielen Menschen eine Therapie begleitet von Medikamenten das Leben erleichtert.

    antworten
  9. Anonymous 27. Mai 2014 at 2:16

    Als Betroffener und nun mittlerweile 26 jähriger kann diesen Beitrag gut verstehen. ADHS wird gern als Standardantwort für ungeklärte Probleme heranzitiert und stellt eine einfache Lösung dar.
    Ich möchte euch aber um eines bitten: Bitte beschäftigt euch mit AD(H)S! Es gibt nicht nur „die eine“ ADHS, sondern ganz viele verschiedene Ausprägungen – sofern es sich denn überhaupt um ADHS handelt. Manchmal können auch ganz andere Dinge im Argen liegen und nach außen hin ist wieder die ADHS-Diagnose die einfachste Erklärung.

    Rückblickend hätte mir es vermutlich sehr gut getan, wenn sich meine Eltern mit dem Verdacht meiner Kinderärztin etwas intensiver auseinandergesetzt hätten und ich in den Jahren meiner frühen Jugend zielgerichtete und qualifizierte Hilfe bekommen hätte. Diese habe ich mir dann vor drei Jahren erst selbst geholt, da ich gemerkt habe, dass die ADHS die Ursache für einen Großteil meiner Probleme im alltäglichen Leben sind. — Mittlerweile kann ich sagen mein Leben gut im Griff zu haben, aber dennoch werde ich noch eine ganze Weile an den ADHS-typischen Prägungen aus meiner Jugend zu arbeiten haben.

    Ich möchte auch ausdrücklich hinzufügen, dass ich wirklich dankbar für das Methylphenidat bin! Es hat mir geholfen, zu erkennen wo meine Probleme liegen, aber auch zu sehen, dass die ADHS auch einige schöne Seiten haben kann. Mittlerweile habe ich meine Ernährung stark umgestellt und mache Yoga. Mir geht es dadurch um so vieles besser, sodass ich nur noch sehr selten auf das Methylphenidat ausweiche.

    Es gibt mittlerweile einige interessante Erkenntnisse, die einen Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Ernährung nahelegen. Wenn man danach googelt, wird man auch fündig, leider relativ häufig auf Englisch.

    Aber bitte, bitte… Verfallt nicht dem Tenor, dass ADHS eine Masche der Pharmaindustrie oder sonst eine Erfindung sei! Dieses Krankheitsbild gibt es wirklich und es erzeugt realen Leidensdruck! Betroffene brauchen Hilfe und keine Abstempelung. Leider gibt es viel zu wenige wirklich qualifizierte Ärzte…

    antworten
  10. vanellope verdandi 26. Mai 2014 at 23:09

    Guten Abend ihr Lieben 🙂
    Dieses Thema ist wirklich sehr schwierig… Ich habe eine Tochter, die wirklich ADHS hat. Es fing in der Schwangerschaft schon an, da war sie auch ständig in Bewegung, gaaaaanz selten, dass sie mal ruhig war. Als Baby und Kleinkind war sie auch stark auffällig. Ich bin zum Kinderarzt gegangen, da wurde das erste Mal von Hyperaktivität bei der U7 gesprochen… Ich habe es all die Jahre beobachtet und es ist wirklich die „reinste“ Katastrophe… Es hat 8Jahre gedauert, bis mir ein Spezialist für ADHS zugehört hat und bestätigte (was ich vermutet habe), dass meine Tochter wirklich ADHS hat. Ich habe es dann mit Sportverein probiert, wo sie sich austoben kann, dann hatten wir noch zusätzlich eine Familienhilfe, die mich unterstützt hat und auch meine Tochter, diverse Kinderpsychologen waren auch dabei… Und zu guter aller Letzt ging es leider doch nicht mehr ohne Tabletten, da sie in der Schule völlig absackt… Meine Tochter ist pfiffig im Kopf und kann den Schulstoff normalerweise auch, aber sie bekommt es nicht hin,sich zu konzentrieren und das wichtigste rauszufiltern und somit ist die Versetzung auch gefährdet… Ich habe mich echt sehr schwer getan mit den Tabletten, aber es ging nicht anders… Ich habe insgesamt 11jahre ohne Tabletten es versucht, bis es an einem Punkt war, wo ich ihre Aggressionen auch nicht mehr ertragen konnte… Sie hat um sich geschlagen, getreten, gebissen usw weil sie selbst nicht wusste wohin mit ihrer Energie… Im Kindergarten zb habe ich einen blauen Brief bekommen, was meine Tochter angestellt hatte usw… Und diese Aggressionen ziehen sich bis heute durch…. Meine Tochter ist mittlerweile 14 Jahre und merkt selber, dass sie anders ist, wie ihre Altersgruppe…..
    Ich muss sagen, seit Herbst letzten Jahres bekommt sie erst die Tabletten und es hilft ihr sich zu konzentrieren und ihre Gefühlsausbrüche zu regulieren
    Liebe Grüße

    antworten
  11. Ines Benich 26. Mai 2014 at 21:40

    Schweres Thema….
    Aber ich finde auch das heute viel zu schnell der „einfache“ Weg mit Ritualin gegangen wird oder gar schon allein ein aktives Kind als hyperaktiv abgestempelt wird.
    Mein Großer ist dreieinhalb und er ist auch nicht einfach. Weil er sich manchmal schlecht allein beschäftigen kann ohne das Unsinn draus wird, er Energie hat wie ein Duracell Häschen 😉 , er gerne seine Grenzen austestet und halt nicht beim ersten oder fünften Wort hört, und vieles anderes….durfte ich mir auch schon sagen lassen, dass er doch bestimmt ADHS hat. Da lob ich mir meine Oma! Die meinte schon immer das es mit ihm genauso ist, wie wir als Kinder waren. Da war auch so viel leben in der Bude 🙂
    Lg Ines

    antworten
  12. Claudia Jahnke 26. Mai 2014 at 21:38

    Ich erlebe das auch so oft. Mein kleiner Sohn ist sehr lebhaft und wissbegierig, immer schon von baby an. Ich musste es mir auch sehr oft anhören:“Na dein Sohn ist doch bestimmt hyperaktiv und darf bestimmt alles. So richtig hört er ja nicht.“ Ich kanns nicht mehr hören. nein mein Sohn ist nicht hyperaktiv, nur sehr interessiert, lernwillig und braucht als Ausgleich viel Bewegung. Doch, er hört und er hat seine Grenzen und Regeln!!
    Er lernt viel schneller als andere und hat eine klasse übersprungen. Er macht alles eben eine Nummer schneller. Ist das schlecht, nein. Anstrengend:ja, wenn man es nicht gewohnt ist, mit so einem Kind zu leben. ich war fast genau so und mein Mann auch. Es ist immer leicht zu sagen:ADHS
    Liebe Grüße
    Claudia

    antworten
  13. Nadelherz 26. Mai 2014 at 21:27

    Du schreibst mir aus der Seele. Mein Sohn (gerade 3) ist sehr lebendig und hat durchaus seinen eingenen Kopf, der nicht immer einfach ist. Aber auch ich kann sagen: „Die kleinen kommen selten nach anderen Leuten“ und ich habe auch von mir ähnliche Sachen gehört. Mir wurde im Kindergarten gesagt ich müßte etwas ändern und evtl. auch zur Ergotherapie. Nun habe ich Sorge, daß dies beim Kinderarzt der Anlaß ist, zu schnell auf ADS zu diagnostizieren. Wir haben jetzt den Fernseh auf ausschließlich Sandmännchen gekürzt und es ist eine leichte Besserung zu erkennen. Aber er ist immer noch lebhaft, bockig, zuckersüß, clever und ich denke ganz normal.
    LG, Anke

    antworten
  14. ahkadabra 26. Mai 2014 at 21:19

    Danke für deine Worte! Ich arbeite als Lehrerin mit Kindern, die in Regelschulen nicht tragbar sind und die sehr oft medikamentiert werden. Ich bin immer wieder entsetzt wie viele Kinder diese Medikamente bekommen und wie willkürlich die Dosis bestimmt wird. Ich bin der Meinung, dass ADHS eine sehr bequeme Krankheit für uns Erwachsene ist. Wir können die Schuld einfach dem Kind bzw. der Krankheit geben und müssen uns nicht damit auseinandersetzen welche Lebensbedingungen unsere Kinder haben, über welche Bedürfnisse wir einfach hinweggehen und welche Dinge wir vielleicht ändern müssten.
    lg
    Anja

    antworten
    1. Anonymous 27. Mai 2014 at 12:03

      Super, alle ADHS Eltern führen also automatisch einen falschen Lebenstandard und sind Erziehungsidioten. Wie kommt es dann, dass ich sowohl völlig normale und gesunde Kinder habe als auch ein ADHS Kind? Alle tatsächlichen Fachärzte sind vermutlich auch minder qualifiiert hingegen den medizinisch hochqualifizierten Pädagogen. Sicherlich mag es Elternhäuser geben in denen in diesen Worten dverse Funken Wahrheit liegen abr eine dergleichen Pauschalvorabveruteilung ist überaus professionell.

    2. Natascha´s Werke 27. Mai 2014 at 12:30

      guten morgen….
      Nein.. das wurde doch oben gar ned geschrieben…..
      vg
      Natascha

    3. Anonymous 27. Mai 2014 at 13:58

      Hey, doch.so steht es da. Da steht, der Begriff und somit auch die Behandlungen und Medikation geben wir aus Beqquemlichkeit. Um dem Kind oder der Krankheit de Schuld zu geben und nicht ber unsere Lebensweise nachdenken zu müssen und über Dinge, die wir ändern müssen. Logisch, dass viele Kinder einfach aufdrehen weil sie vorm TV geparkt werden oder wegen zuckerlastger ernährung, Bewegungsmangel oder aus Rebellion gegen fehlende Aufmerksamkeit. Aber pauschal zu sagen, Eltern, die ihr Kind medikamentös behandeln sind bequem sih mich eigenen Erzeihungs.-und Lebensfehlern auseinanderzusetzen ist schlicht eine Frechheit. Echt enttäuschend.

    4. Natascha´s Werke 27. Mai 2014 at 14:20

      Lieber anonym…

      ich habe es ganz anderst gelesen.. aber das ist ja das problem des geschriebenen.. manche lesen zwischen den Zeilen.. manche nicht…
      Ich kenne nur ADHS oder ADS Kinder die Medis kriegen… wo die Eltern es sich gut überlegt haben… und ich verurteile niemanden…
      AAAAAAABer leider krieg ich auch zu oft mit.. wieviele es aus bequemlichkeit sofort geben …nur wenn das Wort AD(H)S zum erstenmal auftraucht… ich glaube nicht bzw hoffe das du und dein Mann dir die Entscheidung nicht zu leicht gemacht hast…
      und ich wurde schon ganz oft darauf angesprochen ob mein Kind nicht eins von beiden hätte…. Nein hat er definitiv nicht… er ist lebhaft und definitiv nicht mehr…. . wir waren bei einigen Ärzten.. haben auch Erzieherinnen die ihn betreut haben und die Lehrer… und die sagen definitiv NEIN…

      wie gesagt ich hab es anderst gelesen… aber jeder empfindet sowas anderst…

    5. Anonymous 27. Mai 2014 at 19:56

      Hallo Natascha,

      zuerst mal sorry für die diversen Tippfehler vorhin, ich war ziemlich wütend vorhin. Ich beziehe mich auch nicht auf das Ausgangspost von Sabrina, mir scheint, du denkst das vielleicht? Ich beziehe mich auf das erste Anwortpost. Hast du das gelesen? Dort steht ziemlich klar was ich aufgegriffen habe…

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