Die Geburt meines 3. Kindes: Jetzt bin ich eine von denen

Eigentlich sollte dieser Text darüber handeln, wie schön die Hausgeburt war. Eigentlich wollte ich darüber schreiben, wie toll alles lief und wie leicht die Geburt war und nun stehe ich da und bin eine von denen. Ich bin eine von denen, die von nicht so schönen Krankenhausgeburten berichten können. Ich bin eine von denen, die in die Interventionskette geraten ist und ich bin eine von denen, die 3 Kinder gebären musste, um festzustellen, dass eine Krankenhausgeburt in die falsche Richtung laufen kann – und das, obwohl ich eigentlich gar nicht im Krankenhaus sein wollte. Kurz gefasst: Einiges ging schief und doch hält meine Erfahrung ein Happy End bereit.

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Es lief vollkommen in die falsche Richtung

Ich möchte direkt vorab erwähnen, dass ich hier meine Eindrücke wiedergebe und meine Empfindungen, sowie die Ansichten meines Mannes. Jeder Mensch ist verschieden und jeder hat andere Ansprüche an eine Geburt. Daher bitte ich dich, das Geschriebene nicht als Maß der Dinge zu werten.

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Alles begann damit, dass meine Hebamme ihren Geburtstag feierte und wir vorab schon fix vereinbarten, dass dieser Tag für die Rufbereitschaft ausgeklammert wird. Es war der „rote Tag“ in meinem Kalender, mit dicker fetter Schrift: ERROR. Für mich war das vorab auch gar kein Problem, denn schließlich hatte sie Urlaub gebucht und ich war bereits in der Schwangerschaft darüber in Kenntnis gesetzt – und überhaupt: Nach 2 übertragenen Kindern war es für mich recht unwahrscheinlich, dass sich rund eine Woche vor Termin bereits die Geburt einstellen könnte. Zudem sind es 24 Stunden – was soll da nur groß passieren? Ja, so dachte ich…

falsch gedacht…

An mir nagte jedoch schon 1-2 Tage davor das komische Gefühl, dass sich mein Körper in Wartehaltung befindet und es umschwenken könnte, auch meine Hebi hatte die Vermutung – im Nachhinein muss ich schmunzeln, denn wir Beide ahnten, dass der „große Knall“ kommen könnte, aber trauten es nicht laut zu sagen – könnte das Baby ja hören 😉 . Trotzdem hielt ich mich daran fest, dass es schon nicht losgehen wird, wenn es gerade unpassend ist (Sabrina-Logik). Am Morgen des 21.01. machten sich leichte Wehen bemerkbar. Wie schon die Tage zuvor zeichnete ich und war daher nur leicht beunruhigt. Ich sagte mir immer wieder, dass das bestimmt noch dauern würde und die Psyche eine Geburt sicher an dem Tag unmöglich machen würde. Trotzdem ruhte ich mich lieber etwas aus – zu groß war die Sorge, dass es losgehen könnte und zwischen mir und Hebamme über 300 km stünden. Ich weiß noch ganz genau, wie ich gegen 22:00 Uhr vom Sofa aufstand, in die Küche watschelte und den Satz aussprach: „Schatz, wollen wir schlafen gehen? Ich bin kaputt.“ In diesem Moment machte es „Flatsch“ und mir war klar, dass gerade Worst-Case eingetreten ist. Mein Mann sah mich an und auch ihm dämmerte, dass ich mir gerade nicht die Hosen vollgemacht habe, sondern ausgerechnet das eingetreten ist, was wir vermeiden wollten.

Ich stand gefühlt 10 Minuten angewurzelt in der Küche und ratterte in meinem Kopf mögliche Optionen durch: Es war 22 Uhr. Meine Hebamme wäre frühstens am Tag darauf gegen 15:00 Uhr zurück. Ich hatte einen Blasensprung, keine Wehen in Sicht und fühlte mich nicht mal ansatzweise im Geburtsmodus. Ich rief sie an und schilderte die Situation und sie war genauso enttäuscht wie ich, bestärkte mich aber darin, dass es schon irgendeinen Sinn haben wird. Sie lies mir die Entscheidung frei zu warten oder ins Krankenhaus zu fahren, betonte aber, dass man nach dem Baby mal schauen müsste wegen der Herztöne und dass sie rein nach Vorschrift eine Hausgeburt nach frühzeitigem Blasensprung nach bestimmter Zeit (ich meine es sind 12h) ins Krankenhaus verlagern müsste. Die Tatsache, dass sie bis zum nächsten Nachmittag nicht da sein könnte, weckte in mir das Gefühl, dass es besser sei in die Klinik zu fahren – zu groß war die Angst die Geburt sonst alleine meistern zu müssen und eventuell überfordert zu sein. Beim 2. ging es damals ja von jetzt auf gleich zur Sache. Was also, wenn es wieder so schnell geht? Gleichzeitig beschlich mich aber das dumme Gefühl, dass es vielleicht ein Fehler sei in die Klinik zu fahren. Ich wusste aber, dass ich mir einen ganzen Katalog Vorwürfe anhören könne, wenn ich dort erst nach 10 h aufschlagen würde, mit der Feststellung „hat sich nichts getan“ und darauf hatte ich so gar keine Lust.

Wechsel in die Klinik…

Wir brachen nicht sofort auf, denn ich wollte schauen, ob sich etwas tat. Wir warteten bis 24 Uhr und machten uns dann langsam auf den Weg ins Krankenhaus – ohne Wehen, dafür mit kaputter Fruchtblase. Als wir dort eintrafen, begrüßte uns eine nette, junge Hebamme namens N.. Ich entspannte, denn ich fühlte mich bei ihr wohl und hoffte darauf aus der Situation das Beste herausholen zu können. Wie es im Krankenhaus so üblich ist, durchläuft man gleich nach Ankunft eine Reihe „Routinemaßnahmen“. Es wurden Aufklärungsbogen ausgefüllt, Ultraschall gemacht, um die Kindslage und Fruchtwassermenge zu bestimmen, es wurde CTG geschrieben und der Blasenriss bestätigt. Ich kann hier schon spoilern, dass dieses „routinemäßige Begrüßungsprogramm“ mich direkt ausgebremst hat. Ich weiß, dass Hebammen und Ärzte eine Fürsorgepflicht und Verantwortung haben, aber es stresst und noch mehr hat mich ein Satz unter Druck gesetzt: Wir müssen nun schauen, dass das Kind möglichst in 24 h zur Welt kommt. Die Tatsache, dass ich keine spürbaren Wehen hatte und noch die Uhr im Nacken tickte, war für mich befremdlich und wirkte auf mich anspannend. Genauso störten mich Aussagen wie: „Haben Sie B-Streptokokken testen lassen? Nein? Dann machen wir das jetzt, ansonsten behandeln wir sie, als wären sie positiv!“ Ich musste schlucken und lies den Test durchführen. Eine Wahl hatte ich ja nicht…

Damit die Wehen in Gang kommen konnten, wollte man irgendetwas tun, nicht nur zusehen – also wurde mir ein Einlauf empfohlen. Dieser brachte jedoch keinen Erfolg oder vielmehr gesagt, tat er eben nur das, was ein Einlauf auch unschwanger tun würde – ich war leer. Als ich nachts um 3 immer noch keine Wehen hatte, riet man mir, mich etwas auszuruhen und so schlief ich tatsächlich, wenn auch nicht tief und fest, mit meinem Mann im Kreißsaal ein. Um 7 Uhr war Schichtwechsel und die mir sympathische Hebamme verabschiedete sich und wünschte mir alles Gute für die nächsten Stunden. Ich wusste nicht, dass dieser Tag sich bei mir für immer einbrennen würde, denn ab diesem Moment ging alles abwärts und wurde immer mehr zum Gegenteil von dem, was ich wollte…

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Die Neue…

Die neue Hebamme war mir leider nicht ganz so sympathisch und wirkte für mich, wie von „der alten Schule“. Meine Meinung oder meine Wünsche erschienen sehr zweitrangig, wenn nicht sogar irrelevant. Sie sah als erste Option des Tages, ihre Aufgabe darin mich chemisch einleiten zu lassen. Ich diskutierte kurz darüber, dass ich das eigentlich nicht wollte und lieber in die Wanne möchte, um zu entspannen, doch dies wurde mir verwehrt. Die Wanne bekomme man erst als Belohnung, wenn der Muttermund 6 cm geöffnet sei, aber nicht wie bei mir 2 cm Anfangsbefund. Ich fühlte mich klein und schlecht dafür, dass ich überhaupt die Wanne in Erwägung gezogen habe…

Wieder wurde mir die Zeit in den Nacken gesetzt und betont, dass bei keinen Wehen alles auf Kaiserschnitt hinausläuft und mir die Aufklärungsbögen für die Einleitung gereicht. Wiederwillig unterschrieb ich die Papiere und einigte mich mit der Frauenärztin auf den Kompromiss zunächst nur eine kleine Dosis Gel legen zu lassen. Die Tabletten lehnte ich ganz ab – mir war das Gel schon zu viel Eingriff in den natürlichen Ablauf. Nur 5 Minuten nach dem Legen, bekam ich ordentliche Wehen alle 3 Minuten. Was ich nicht wusste – ich musste 1 h liegen bleiben und CTG schreiben lassen. Ich lag also 1 h unter deutlichen Schmerzen auf dem Rücken und verfluchte ab dem Moment den Tag, die Geburt, meine Entscheidung herzufahren, die Tatsache, dass ich in der Situation nun gefangen war. Wenn ich eines nicht war, dann eine Unter-Wehen-Gerne-Liegen-Frau. Nach der mir endlos scheinenden Stunde wurde ich aus dem Kreißsaal geschickt und sollte aufs Zimmer, um mich 2 h später wieder im Kreißsaal zum Liegend-CTG einzufinden. Dieses Spiel wurde 3x wiederholt mit dem Resultat: Muttermund unverändert 2 cm. Inzwischen war es 15 Uhr und damit schon mehr als 15 h nach Blasensprung. Ich fühlte mich wie eine Nummer im Dienstplan. Ich kam mir vor, wie eine Abhandlung. Es fehlte für mich nur noch, dass ich tatsächlich eine Nummer ziehen sollte. Ich sah erneut die Zeit davon rennen und hatte zum Jammer bereits mehr als 7 h deutliche Wehen, die rein gar nichts bewirkten, außer meine Kräfte zu nehmen.

allein gelassen….

Es war wieder Zeit für Schichtwechsel und die abermals neue Hebamme war bemüht um mich, aber irgendwie sprang der Funke nicht über. Zu viel Wechsel, zu viel Zeit, zu viel war bereits für mich passiert, als dass ich Nerven hatte mich auf jemand Neuen wieder einzustellen. Ständig frug sie mich, welch Blockade ich habe, ob es daran liege, dass die Hausgeburt nicht klappt oder was mich dran hindert muttermundwirksame Wehen zu erzeugen. Mich nervte diese Fragerei. Ich selbst wusste nicht, warum die Wehen auf den Muttermund nicht wirken, aber am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass dieses ganze Umfeld meine Blockade sei und die Tatsache, dass das unnatürliche Chemie gerade in mir steckt, die irgendwas tut, was mein Körper wahrscheinlich gerade nicht vorgesehen hat…ich schwieg lieber.

Mir wurde meiner Meinung nach zu viel Wert auf die Meinung der diensthabenden Frauenärztin gelegt und zu wenig darauf eingegangen, was ich wollte. Sehr schade fand ich, dass sich in 3. Person in meinem Beisein über mich unterhalten wurde…alá „was machen wir mit ihr nun?“. In mir stieg Frust und Wut nach oben. Wieder fragte ich nach einem Erholungsbad und wieder wurde mir die Geburtswanne verweigert – Das würde alle Wehen kaputt machen, die ich nun habe. Na schön, dann eben nicht, man möchte ja nicht die unwirksamen Wehen verjagen… In diesem Moment gab es für mich innerlich nur noch einen Verbündeten: Mein Ehemann, der genau wusste, dass bei mir innerlich ein Fass am Überlaufen war. Es war für mich in dieser kuriosen Situation eine besondere Art zu fühlen, wir verbunden wir doch sind und in welch gleiche Richtung wir blicken – ganz ohne Worte. Darüber hinaus hielt meine Hausgeburtshebamme mit mir virtuelles Händchen und versuchte mich aufzubauen. Sie spürte genau, dass gerade etwas dabei ist gegen den Baum zu fahren.

Gegen 17 Uhr kamen Frauenärztin und Hebamme mit ernster Miene auf mich zu. Es müsse Gel nachgelegt werden, jetzt, sofort. Man müsse die Geburt irgendwie zu Ende bringen und so wird es gerade nichts. Der Muttermund muss mindestens 4 cm geöffnet sein, um weitere Maßnahmen ergreifen zu können…ich weiß, was sonst passiert…Kaiserschnitt

…An diesem Punkt war mir das erste Mal nach aufgeben. Ich war traurig und enttäuscht, überfordert und fühlte mich in der Situation allein gelassen. Ich wollte schreien, ich wollte gehen und ich überlegte ernsthaft meine Tasche zu packen und die Klinik zu verlassen. Aber was dann? Schließlich hatte ich bereits unwirksame Chemiewehen und hätte nicht gewusst wohin. Den Gedanken verschlug ich also direkt wieder. Es wurde also abermals Gel nachgelegt und mich überrollten nach nicht einmal 3 Minuten heftigste Wehen in kurzen Abständen. Meine Kräfte schwanden noch viel mehr und ich legte mich zusammengekauert auf das Bett und hoffte, dass es irgendwie aufhört. Ich war so erschöpft und konnte mir nicht vorstellen, dass diese Geburt noch gut ausgehen wird. Ich wollte das alles nicht. Dinge, die ich partout ablehnte, erschienen mir plötzlich eine Option zu sein. Ich dachte über PDA nach, ich dachte darüber nach mich einfach aufschneiden zu lassen, um es zu Ende zu bringen und das nicht mehr ertragen zu müssen. Ich ging Schmerzmittel durch, die mich irgendwie weglegen könnten und doch besinnte ich mich immer wieder, dass ich mein Kind spontan zur Welt bringen möchte, ohne Taubheitsgefühle und dass es keinen Grund gäbe, der nun ein Aufgeben rechtfertigte. Ich biss die Zähne zusammen und machte weiter, malte mir Bilder im Kopf, schloss die Augen und lies die Wehen einfach über mich ergehen.

Gegen 21 Uhr wurde nach dem Muttermund geschaut. Ergebnis: unverändert. Das sollte also mein „Ergebnis“ nach fast 24 h sein? In meinem Kopf ratterte es – gleich werden sie reinkommen und dich aufschneiden. Gleich werden sie versuchen dich zum Kaiserschnitt zu bringen. Ich bereitete mich darauf vor stark sein zu müssen und übte innerlich ein klares „NEIN“. Ich wusste keinen Rat und sprach ständig zur Kleinen im Bauch, dass sie mir helfen muss. Die Hebamme und die Frauenärztin sprachen mit mir darüber, dass sie gerade keine Option sehen und dass ich nach mehr als 23 h „kämpfen“ einfach kraftlos bin und sie mich nicht in der Lage sehen eine Geburt zu bewältigen. Sie meinten es wäre wohl das Beste, wenn wir an dieser Stelle vorerst abbrechen und meinen Körper zur Ruhe kommen lassen und ich etwas schlafen sollte, vielleicht sogar runter auf Station – dort wäre das Kreißsaalfeeling nicht vorhanden – man könne mir ja etwas geben, damit die Schmerzen runterfahren. Ich könnte auch mal an die frische Luft, aber hier sei irgendwie ein Punkt erreicht, an dem es nicht weiter geht. Morgen könnte man dann erneut versuchen etwas anzustoßen mit anderen Mitteln und wenn nicht, dann…Stille…

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Der Wendepunkt…

Ich saß ungläubig da, hatte alle 3 Minuten wirkungslose Wehen, die durch das Eingreifen in meinen Körper losgetreten wurden und nun erzählte man mir, ich solle einfach eine Runde schlafen gehen. Ich war sauer, ich war traurig und ich war vor allem eines: genervt von dieser Fremdbestimmung. Ich fragte direkt, wie man sich das vorstelle und wie das mit dem Schlafen funktionieren soll, wenn ich solche Schmerzen habe und überhaupt, wie es den Tag darauf weitergehen soll, ob mir dann die nächste Ladung Chemie verpasst werden würde und letztendlich das Kind per Kaiserschnitt kommt. Ich fragte auch, was das sein soll: Erst werden Wehen künstlich erzeugt, um sie anschließend künstlich wegzupusten? Es folgten leere Blicke, ich sah Überforderung und gefühlte Ratlosigkeit. Nachdem mir dann noch erklärt wurde, dass es für den Wehentropf oder andere Maßnahmen nicht reicht, man aber vielleicht es schaffen würde, dass das Baby mit Zange oder Saugglocke auf „normalen Wege“ zur Welt kommen könnte, riss mir der Geduldsfaden. In meinem Kopf legte es einen Schalter um und ich fand mich endlich da, wo ich schon lange hätte sein müssen: in meiner Selbstbestimmung. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht viel eher ein so deutliches Signal losgetreten habe und mir meine Persönlichkeit im Weg steht: Ich versuche es anderen recht zu machen und dabei ging es doch hier nur um eines: mich und mein Kind.

Ich ging in mich und überlegte, was mir wichtig sei und schnippte hervor, dass man mich zum Entspannen ja wohl jetzt endlich in die Wanne lassen könnte. Wenn die Wehen nun weggingen, dann hätten sie ja genau das Abschalten, dass sie mir so wünschten und außerdem sehe ich keinen Sinn darin mich mit alle 3 Minuten Wehen auf die Station zu begeben und dort zu schlafen, weil das einfach eine absolut unrealistische Vorstellung ist und das im Prinzip alle Anwesenden wissen. Genauso dubios erschien es mir erst Wehen zu erzeugen, die man nun wieder wegzaubern wollte. In diesem Moment kippte die gesamte negative Stimmung und es breitete sich Ruhe aus. Man könnte es sich so vorstellen, als würde ein Bahnhof voll mit genervten wartenden Gästen stehen und plötzlich leert sich der Platz: Mir wurde das nervige CTG komplett abgelegt (Herztöne und Wehenschreiber), mir wurde die Wanne eingelassen, mir wurde leise Musik angemacht, die Frauenärztin verließ das Zimmer und auch die Hebamme, die nun eh bald Schichtende hatte, machte sich rarr. Es wurde das Licht auf ein Minimum reduziert und die Tür etwas geschlossen und ich entschied mich dazu meinen Mann zu entlassen, wenn der Schichtwechsel vollzogen war. Ich wollte nur für mich sein – mit meinem Baby. Auch hier bin ich im Nachgang etwas irritiert. Erst setzt man mich unter regelmäßige, unerlässliche Kontrollen und dann lässt man mich wiederum längere Zeit ganz ohne CTG und Co. ALLEINE im Raum in der Wanne…aber mir war es recht.

Selbstbestimmung

Ganz ohne CTG in der heißen Wanne konnte ich tatsächlich entspannen und mich fallen lassen. Ich meine, dass es 3 h Stunden waren, die ich darin verbrachte. Der Wehensturm lies nach und übrig blieb eine regelmäßige Wehe alle 5-10 Minuten, die ich über mich rollen lies. Ab und zu schlief ich ein und konnte ein wenig Kraft sammeln. Die Hebamme der „neuen Schicht“ war auch diejenige, die das Aufnahme CTG an Tag 1 machte und mir direkt sympatisch war. Sie war voll und ganz bei mir und unterstütze mich darin auf mich zu hören und auch darin meinen Mann nach Hause zu schicken, wenn mir danach sei. Ich war froh, dass sie nun da war und sie kochte mir sogar einen Kaffee 😉 Nach etwas Zeit kontrollierte sie meinen Muttermund und er war bei 4 cm. Ich war erleichtert, dass endlich zumindest ein Fortschritt erkennbar war. Wir beratschlagten über das weitere Vorgehen und entschieden uns einen Wehentropf mit „homöopatischer Dosis“ zu versuchen, um die Wehen in Gang zu bringen. Auch hier war ich kurz wieder schockiert, da die Hebi mit der diensthabenden Frauenärztin erst etwas diskutieren musste, die dann mit den Worten auf mich zu kam: „Eigentlich sollten Sie auf Station sein und sich ausruhen.“ Ich glaube ich hab es der energischen Art und Weise der Hebamme zu verdanken, dass wir „weitermachen durften“. Die Tatsache, dass wir den Wehentropf nutzen, war für mich ein Kompromiss, den ich annahm, da mir keine andere Option einfiel unter Zeitdruck die Geburt voranzubringen.

Inzwischen muss es gegen um 1 gewesen sein. Der Wehentropf tat seine Arbeit und doch war das Baby nicht mit dem Kopf dort, wo es sein sollte. Ich merkte, dass Druck nach unten fehlte und die Hebamme bestätigte mir dies. Ich nahm deshalb meine Hand während der Wehen auf meinen Bauch und übte sanften Druck aus . Gegen 2:45 spürte ich eine heftige Wehe, die ich direkt stark veratmen musste. Die Hebamme schaute mich an und lies Wasser in die Wanne und meinte es dauert jetzt nicht mehr lange. In der Wanne kontrollierte sie meinen Befund: 6 cm. Nach weiteren 10 Wehen fragte sie, ob ich meinen Mann dabei haben möchte, denn dann müsste sie jetzt anrufen. Ich bejahte das natürlich und sie rief ihn schnell an. Wenige Minuten später setzte die erste Presswehe ein und das mit solch einer Wucht, dass ich überrumpelt war. Solche starken Wehen kannte ich nicht von den 2 anderen Geburten. Ich wurde jedoch dazu angehalten dem Drang noch nicht nachzugeben, da es nicht das Kind war, das so drückte, sondern eine Vorblase, die zwischen Kopf und Muttermund stand. 3-4 weitere Wehen vergingen, bis ich aktiv helfen durfte. Die Hebamme rief schnell die Frauenärztin dazu und meinte noch: „Ich weiß nicht, ob ihr Mann es noch schafft“. Ich hatte solch massive Schmerzen und so eine Wucht an Wehen, dass ich nur ein: „Das ist mir total egal.“ raus brachte. Die Hebamme musste etwas lächeln, aber mir war wirklich alles egal. Zu groß war der Druck und zu sehr der Drang aktiv etwas tun zu müssen. In dem Moment kam das Köpfchen fast zeitgleich mit meinem Mann durch die Türe und um 3:44 Uhr war unsere wundervolle Tochter geboren. Mir war wichtig, dass ich sie aus der Wanne heben darf und die Erste war, die sie berührte und wir wollten die Nabelschnur auspulsieren lassen, damit sie einen möglichst sanften Start hat. Sie hatte ein wenig Probleme, da sie zu viel Fruchtwasser geschluckt hatte, aber das regulierte sich wenige Minuten später.

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nach der Geburt…

Die Plazenta kam sehr rasch, viel schneller als ich es von den Jungs gewohnt war und auch mit deutlicheren Wehen. Heute weiß ich, dass das mitunter am Wehentropf gelegen hat, da dieser den „Rausschmiss“ unterstützt. Nun war eigentlich alles perfekt und ich stieg aus der Wanne, um mit meiner Tochter zu kuscheln und sie kennen zulernen. Ich legte sie direkt das erste Mal an und freute mich endlich alles geschafft zu haben.

Leider war die Geburt für mich an dieser Stelle immer noch nicht friedlich beendet, denn die Plazenta hatte sich unvollständig gelöst. Ich kann es natürlich nicht 100% belegen, aber auch hier denke ich, dass die chemischen Wehenmittel einen Anteil dazu beigetragen haben, eben weil sie sich so schnell löste. Für mich hieß es also nach 29 h Geburt gegen 5:00 Uhr morgens „Not-OP“ und Ausschabung. Ich bekam eine Vollnarkose während sich mein Mann im Kreißsaal mit der Kleinen vertraut machte und sie kuschelte. Der Eingriff war im Nachhinein wirklich nicht schlimm und ich war nach 30 Minuten wieder bei Mann und Tochter, nach weiteren 15 Minuten bei klarem Verstand und doch ist es rückblickend gesehen ein kleiner Abbruch gewesen in Sachen Bonding. Ich bin in den OP gefahren und wusste noch nicht einmal, wie groß sie ist, noch kannte ich ihr Gewicht. Ich wusste nur, dass es jetzt schnell gehen muss, da ich einiges an Blut verloren habe.

Was ich aus dieser Erfahrung lerne…

Ein weiteres Kind ist bei uns nicht geplant und ich bin auch froh, dass diese Geburt meine 3. Geburt war und nicht meine 1.. Ich weiß nicht, ob ich sonst so lange durchgehalten hätte und den Mut gefasst hätte die Stirn zu bieten. Ich möchte an alle werdenden Mamis appellieren: Hört auf euch und euer Gefühl und überlasst euch nicht gänzlich in andere Hände. Habt ihr das Gefühl es läuft etwas in die falsche Richtung, dann sprecht dies offen an. Wenn du denkst, es tut dir etwas gut, dann traue dich auch das zu benennen. Ein „Nein“ ist okay und auch wenn es oft nicht so aussieht, hat man als Patient das letzte Wort. Solltest du vom Typ her unsicher sein, dann überlege dir direkt eine Beleghebamme mit in die Klinik zu nehmen oder bspw. die Unterstützung durch eine Doula zu suchen. Ich möchte an dieser Stelle nicht alle Krankenhäuser verteufeln, aber der Schichtwechsel ist eben eine unabwendbare Sache und wir Menschen sind einfach zu verschieden, dass wir mit jeder Hebamme der Welt kompatibel sein können. Sollte dir die Natürlichkeit wichtig sein, mach dich frei von Vorurteilen, lies diesen Artikel *klick* und überlege dir, ob eine Hausgeburt infrage käme…

Im Nachhinein ist diese Geburt für mich nicht der absolute Alptraum – wie sagt man so schön: Das Ende hat es rausgerissen und zudem halte ich ein gesundes Kind in meinen Armen und musste keinen Kaiserschnitt erleiden. Dennoch war es ein kleiner Einschnitt, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Ich selbst würde es nicht als Trauma bezeichnen, aber ich bin nach wie vor ein wenig enttäuscht darüber, dass man nicht auf mich hören wollte bzw. die Wünsche meinerseits als Gebärende ignoriert wurden. Ich bin mir innerlich sicher, dass es zu Hause anders gelaufen wäre und etwas weniger Druck und Eingreifen wahrscheinlich Einiges erspart hätte. Mir haben in den letzten Tagen einige Menschen gesagt: „Na zum Glück warst du nicht zu Hause.“ Ich beantworte dies mit: „Leider war ich nicht zu Hause, denn so musste ich 29 h kämpfen, wovon 25 h unwirksam waren, so musste ich dieses Intervenieren dulden und ich konnte nicht vollkommen selbstbestimmt gebären.“. Mein Körper, ich und das Baby hätten einfach etwas Zeit zum Ankommen gebraucht, etwas mehr auf mein Gefühl hören und diese verdammte Wanne…Vielleicht wäre es dann auch nicht zur Ausschabung gekommen, aber ich denke, dass es rein spekulativ ist im Nachhinein „das was wäre wenn“ zu erörtern. Ich für meinen Teil werde dank des Happy Ends meinen Frieden schließen können. Die einzige Narbe, die nun bleibt, ist der Umstand, dass ich keine weitere Geburt mehr in einer Klinik wünsche.

Sollte ich nochmals schwanger werden (was ich ganz nebenbei aus heutiger Sicht komplett ausschlage) würden mich keine 10 Pferde mehr ins Krankenhaus bringen. Zu groß ist nun die Angst wieder in die Interventionskette zu geraten und eine derartige Geburt erneut erleben zu müssen. An dieser Stelle möchte ich der Hebamme N. danken, die es als Einzige geschafft hat, mir das Gefühl zu geben, dass ich bei der Geburt ein Mitspracherecht habe und nicht sie entbindet, sondern dass ich gebäre. Auch möchte ich meinem Mann danken, der jederzeit hinter mir stand und an meiner Seite war und auch dafür, dass er es in Kauf genommen hat „von mir weggeschickt zu werden“. Gleichzeitig war mir meine Hebamme eine Stütze, die versucht hat telefonisch mich aufzubauen, auch wenn ich teilweise wenig aufnahmefähig war. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. DANKE

Sabrina

 

Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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55 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,
    jetzt muss ich doch einen Gruss da lassen.
    Herzlichen Glückwunsch zu eurer Tochter!:)
    Ich kann deine Gefühle so sehr nachvollziehen. Diese Fremdbestimmung, die Zeit im Nacken und nichts tut sich…
    Mein Mann und ich haben zehn Kinder. Alle bis auf eines wurden eingeleitet. Unsere Jüngste wird in wenigen Tagen sechs Monate und noch heute erinnere ich mich wie als wenn es gestern gewesen wäre, an diese Geburt. Mit Wehentropf, zwar sehr schnell,aber so extrem schmerzhaft.
    Die einzige wirklich schöne Geburt war die unseres 3.Jungen, sehr schnell in 1,5h und völlig ohne Hilfsmittel und selbstbestimmt.
    Ich wünsche dir,dass du mit diesem Erlebnis Frieden schließen kannst, wenn du es nicht schon getan hast.:) Mir gelingt es noch nicht so soi gut,weil ich eigentlich etwas anderes erhofft hatte.
    Aber letztendlich bin ich einfach dankbar für unser gesundes kleines Wunderlein.
    Viel Freude noch mit euren drei Kindern.
    Liebe Grüße,Anja

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    • Huhu Anja, ja ich bin auch einfach dankbar <3

  2. Liebe Sabrina!
    Herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Wunder!
    Ich finde es wirklich toll, dass du deine Geburtserfahrung mit uns teilst.
    Ich habe leider auch etwas ähnliches bei meiner ersten Geburt erleben müssen. Meine kleine ist nun 14 Monate alt und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht ob ich ein 2. Kind (gebären) möchte.
    Ich war 9 Tage über ET, als beschlossen wurde, es wird eingeleitet weil die Kleine auf 4300g geschätzt wurde. Man wolle mir die Geburt nicht noch schwerer machen, da es bei dem jetzigen Gewicht schon zu einigen Komplikationen kommen könnte. Nie wieder würde ich einleiten lassen!
    Denn das was dann folgte war wesentlich schlimmer für Mama und Baby als ein hohes Geburtsgewicht.
    Nach 4 Tagen Einleitung mit Tabletten und Gel (es tat sich gar nichts!) hatte ich am Abend einen Blasensprung, 30 min später heftigste Wehen..ich dachte ich komm von Station nicht mehr in den Kreißsaal. Nach Wiederrum 1.5h Wehensturm, war der Muttermund von Fingerdurchlässig auf 10cm. Die Wehen waren so heftig, dass ich eigentlich gar nichts um mich herum wahr genommen habe. Meine Baby hatte durch die schlimmen und ständigen Wehen so viel Stress, dass nun die Herztöne schlecht wurden bzw. aus blieben. Ende vom ganzen, eine Zangengeburt mit Kristellergriff, schlimmen hämatomen, Rissen und Dammschnitt. Unsere kleine war das erste 1 Jahr derart schreckhaft und hat die ersten 6 Monate soviel geweint. Sie hatte im übrigen ein Geburtsgewicht von 3800g und war 54cm groß.
    Mir hat es geholfen den Geburtsbericht anzufordern um für mich das ganze zu reflektieren zu können.
    Aber abschließen kann ich mit dem ganzen noch nicht.

    Ganz liebe Grüße, Sabine

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  3. Liebe Sabrina!
    Erst einmal meinen herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines dritten Kindes. Ich finde es sehr gut, dass du den Mut hast, deine negativen Geburtserlebnisse öffentlich zu machen. Ich bin auch eine von denen, bei der während der Geburt meines ersten Kindes so Einiges daneben ging. Ich hatte sehr lange alle drei Minuten starke Wehen nur ging eben auch bei mir der Mumu gar nicht auf. Bei mir würde allerdings gar nichts gemacht. Auch nach vielen Stunden hieß es immer nur fingerdurchlässig und dann verschwand jegliches Personal auch gleich wieder. Ich wurde komplett allein gelassen und es kümmerte sich niemand. Also bin ich stundenlang mit starken Wehen durch die Klinik gelaufen, damit sich etwas tut. Als es dann soweit war, dass der Mumu sich öffnete war kein Personal da. Bis dann endlich eine Hebamme kam, die nachsah und bemerkte, dass der Mumu in den letzten eineinhalb Stunden von 0 auf 7 cm aufgegangen war. Ab in den Kreißsaal und dann bekam ich schnell Presswehen. Allerdings untersuchte mich niemand, denn es war ja nun Schichtwechsel und die Hebamme verschwand. Eine Schülerin erzählte mir ich solle atmen, aber ich wusste, ich musste nun definitiv mein Kind bekommen. Die neue Hebamme kam und untersuchte mich, war überrascht, dass ich ja schon vollständig eröffnet war und dann dürfte ich endlich pressen. Währenddessen verschwand sie wieder und wir waren allein. Ich machte einfach weiter und dann kam zum Glück die Ärztin. Da ich von den langen Wehen und dem Veratmen der starken Wehen so entkräftet war, zog sich die Geburt noch lange hin. Ohne, dass mir vorher etwas gesagt wurde bekam ich ein Wehenmittel, da die Wehen zu kurz waren und ich wurde zweimal geschnitten, ohne dass mir jemand das vorher gesagt hat. Ich war glücklich über den Dammschnitt, da er mir wirklich geholfen hat, aber ich war auch sehr erschrocken, als plötzlich einfach so geschnitten wurde. Beinahe hätte mir die Hebamme auch noch das Bonding versaut, mein Sohn krabbelte wie im Bilderbuch an mir hoch, schaute mich sogar an und suchte die Brust. Ich war noch völlig durcheinander und sagte ich wolle stillen. Mir wurde gesagt, das könne man ja wohl später machen, im Bett sei es gemütlicher und ich müsse schließlich genäht werden. Ich konnte mich mit Hilfe meines Mannes durchsetzen und erklären, dass es mir total egal sei, was sie da unten täten ich wolle jetzt stillen. Nach der Geburt war meine Nachsorgehebamme geschockt. Als sie die Bilder meines Sohnes nach der Geburt sah, sagte sie mir, dass er sich aber ganz schön quälen müsste. Der Kleine hat fast ein halbes Jahr durchgeschrien und hatte letztlich eine Atlasblockade. Wir müssen immer noch zur Physio mit ihm. Mir wurde im Nachhinein gesagt, ich hätte das ja alles so toll ohne jegliche Schmerzmittel geschafft. In meinen Ohren klang das wie Hohn. Also wie du siehst bist du nicht allein, auch wenn bei mir etwas Intervention im Vorfeld wahrscheinlich nötig gewesen wäre. Selbstbestimmung unter der Geburt habe ich nicht erlebt. Ich wollte nicht liegend gebären, konnte mich aber nicht mehr durchsetzen und allein auf den Hocker begeben. Ich habe mich sehr allein gelassen gefühlt und bin der Meinung, dass Frauen denen so etwas passiert ist, den Mund aufmachen müssen. Wir müssen darüber sprechen und es sollte uns nicht peinlich sein. Ich hoffe es geht dir mit deinem Geburtserlebnis nicht allzu schlecht und du kannst die erstes Zeit mit der kleinen Maus genießen.

    LG Nadine

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  4. Hallo Sabrina, herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter. Danke das du deine Erfahrung mit uns teilst. Es tut mir leid,das du dies alles durch machen musstet und die Hausgeburt nicht stattfinden konnte. Ich selbst bin gerade in der 15 SsW und mache mir Gedanken wie ich gerne die Geburt haben würde. Aber deine Abschluss Worte machen mut,sich Gedanken zu machen,worauf man sich einlassen kann und worauf auf keinen Fall. Fand ich sehr hilfreich.

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  5. Liebe Sabrina,

    herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter! Du und dein Mädchen, ihr habt das ganz toll gemacht und ich war echt erleichtert, zu lesen, dass am Ende alles noch „gut“ ging und weder Glocke, Zange oder Kaiserschnitt zum Einsatz kamen.

    Ich selbst gehöre auch zu „Denen“. Mein Sohn ist jetzt 18 Monate alt und mich lässt meine Geburt nicht los 🙁 11 Tage über dem Termin wurde ich mit einem ebenfalls „homöopathischen Wehentropf“ eingeleitet (welcher später, als der einsetzende Wehensturm leider trotzdem keine weitere Öffnung des Muttermunds bewirken konnte (da waren wir bei 2 cm) ungefragt und hinter meinem Rücken in der Dosis erhöht wurde. Ab da ging es nur noch bergab, ich wusste nicht mehr, wo oben und unten ist. Ich hörte viel später noch verschwommen, dass der Muttermund jetzt geöffnet sei, das Baby aber keine Herztöne mehr hat, ich dämmerte selbst bereits weg. Nur verschwommen nahm ich wahr, dass ich den OP geschoben wurde, mein Löwe kam per Not-Kaiserschnitt unter Vollnarkose zur Welt. Ich bin so traurig über diese Interventionskette in der Klinik, so traurig über die verpassten ersten 2,5 Stunden.

    An dieser Stelle sei gesagt, dass er zum Glück ein ganz gesundes Kerlchen ist! Zwischen der Entscheidung zum Kaiserschnitt und der Entbindung lagen keine 20 Minuten (wahnsinn oder?)

    Ich höre ebenfalls immer wieder „Na ein Glück warst du nicht im Geburtshaus!“ Äh, wo bitte war die Wahl der Klinik jetzt Glück!? Ich bin mir sicher, dass es in einem Geburtshaus nicht so weit gekommen wäre, dass man die falsche Lage meines Babys bemerkt hätte und mich spätestens dann in Ruhe ins Krankenhaus verlegt hätte, wo noch in Ruhe in Kaiserschnitt unter Rückenmarksnarkose möglich gewesen wäre.

    Ich hadere nicht mit dem Kaiserschnitt an sich, glaube aber, dass dieser vermeidbar gewesen wäre, hätte sich nicht eine Hebamme um drei Geburten gleichzeitig kümmern müssen.

    Nun bin ich (ungeplant) in der 24. Woche schwanger und beschäftige mich gar nicht mit dem Thema Geburt :/

    Ich wünsche euch alles alles Liebe und eine tolle Kuschel- und Kennenlernzeit.

    Mandy

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  6. Hallo Sabrina,

    ich wünsche dir und deiner Familie alles gute und gratuliere dir zu deinem Nachwuchs!

    Vielen Dank für diesen spannenden, ehrlichen Artikel. Ich hatte vor 3 Monaten meine erste Geburt und habe mir vorher auch so manches Szenario durchgelesen und hatte schon echt Angst, was mich erwarten würde. Zum Glück kam mein Kind nach 7 h in der Wanne zur Welt – aus jetziger Sicht sehr unkompliziert. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich für eine Klinik entschieden habe, die zwar etwas weiter weg war, aber die einen Hebammenkreissaal hatte und die waren dort sehr nett und hilfreich. Ich empfand meine Geburt als recht selbstbestimmt, das ist schon sehr wichtig. Man begibt sich ungern in fremde Hände…

    Für die Zukunft wünsche ich euch alles Gute und ich freue mich auf weitere Blogposts! ;D

    LG

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  7. Liebe Sabrina,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter! Schön, dass es doch noch ein happy end gab. Auch wenn es nicht so verlaufen ist, wie du dir erwünscht hast. Dein Bericht ist wirklich sehr anrührend.

    Ich finde es toll, dass ihr Geburtserlebnisse aus den verschiedenen Blickwinkeln schildert. Aus meiner Sicht ist es das wichtigste, dass jeder die Freiheit hat, den für sich und sein Kind richtigen Weg zu wählen und eine selbstbestimmte Geburt erleben zu dürfen.

    Ich habe glücklicherweise zwei wunderbare Geburten gehabt, habe mich aber während der ersten Schangerschaft oft „ausgeliefert“ und überfahren erlebt. Daher kann ich ansatzweise erahnen, wie es dir ergangen sein muss. Für mich stand bei meiner ersten SS von Anfang an fest, dass es eine Hausgeburt werden soll. Ich bin eher „verkopft“ und in fremder Umgebung, insbesondere im Krankenhaus / bei Ärzten sehr misstrauisch. Keine guten Voraussetzungen, sich einer Geburt in der Krankenhausumgebung wirklich „hingeben“ zu können. Leider bin ich insbesondere seitens der Ärzte immer wieder auf so viel Gegenwind gestossen, dass die eigentlich komplikationslose und schöne Schwangerschaft zeitweise von ziemlichem Stress geprägt war. Ich kann nur immer wieder meiner so erfahrenen kompetenten Hebamme danken, die mich immer wieder ermutigt und so die Hausgeburt letztendlich möglich gemacht hat. Die Geburt zog sich etwas, denn – wie ich mich selbst richtig eingeschätzt hatte – trotz regelmäßiger kräftiger Wehen, wurden diese mit dem Anruf der Hebamme immer schwächer und kamen gänzlich zum Stillstand. Dank Ruhe, einer entspannten Atmosphäre und etwas Homöopathie kamen sie aber wieder in die Gänge und knapp 5 h nach Eintreffen der Hebamme hielten wir unsere Tochter überglücklich in den Armen. Ohne Komplikationen, Dammriss, etc. Natürlich ist es hypothetisch, aber ich bin sicher, im Krankenhaus – fremdbestimmt, mit fremden / wechselnden Hebammen, Ärzten, etc. – wäre ich sicher ein Fall für mindestens den Wehentropf, wenn nicht sogar KS gewesen…

    Aufgrund der Erfahrungen in der 1. SS habe ich bei unserer zweiten Tochter gar keinen Arzt mehr aufgesucht. Traurig eigentlich … 🙁 Ich habe alle Vorsorgen durch meine Hebamme machen lassen und nur Feindiagnostik in der Klinik, um sicher zu sein, dass mit dem Kind alles in Ordnung ist, die Plazenta sitzt, wo sie soll… Die Geburt lief ganz anders als die erste, begann mit einem Blasensprung, ohne Wehen. Diesmal ging alles ziemlich schnell, ohne große Schmerzen (nur 1,5 h), ohne Komplikationen, ohne Wehenstillstand oder -schwäche… Vor Kurzem hatten wir 4-jähriges „Jubiläum“, aber manchmal ist es so, als wäre es gestern erst gewesen…

    Momentan denke ich zwar nicht, dass wir noch ein drittes Kind bekommen werden. Aber die Geburten waren beide so eindrucksvoll und schön, dass sie in jedem Fall ein Argument dafür und nicht dagegen wären 😉 Beunruhigend finde ich allerdings die Entwicklung, dass es kaum noch freiberufliche Hebammen gibt, die es sich leisten können, Geburtshaus- oder gar Hausgeburten zu begleiten. Dadurch wird den Frauen jegliche Freiheit auf eine selbstbestimmte Geburt genommen!

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  8. Liebe Sabrina,
    ich hatte erst gestern wieder meinen Geburtsbericht meiner Hebamme in der Hand und heute lese ich deinen. Mit Kopfschütteln, mit Wut im Bauch, mit Traurigkeit, … irgendwie konnte ich das gut nachempfinden was du geschrieben hast. Mein Kopf sagte mir ständig „spätestens jetzt hätte ich dieses KH voller Wut verlassen“ doch immer wieder bekam ich als Antwort „und was dann“ ? So stellt man sich sicherlich keine Geburt vor schon lange keine selbstbestimmte. Ich bin glücklich dass ihr zwei gesund und munter seid und dass die Geburt doch noch ein happy end hatte.

    Wenn du möchtest kann ich gern auch einen Geburtsbericht von mir für euren Blog sponsorn. Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen. Eine anfangs holprige aber dann schöne Geburt im Geburtshaus. Mein Sohn ist nun schon 2 Jahre alte geworden. Das erste Jahr zieht sich wie Gummi und im 2. schnipst er dann zurück. 😉

    Alles Gute und eine schöne Kuschelzeit.
    Beatrice

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    • Huhu Beatrice, schick uns gerne eine Mail! Danke <3

  9. Sehr schöner Artikel, ich kann dich absolut verstehen! Das was du schreibst kenne ich fast alles vom der Geburt meiner ersten Tochter. Es hat Monate gedauert das Erlebte zu begreifen, anzunehmen und zu damit zu verarbeiten. In Vorbereitung auf die Geburt meiner 2. Tochter laß ich viel über die natürliche Geburt, und auch wenn es am Ende keine Hausgeburt war, so war es eine Selbstbestimmung Geburt. Diese hat mich sehr glücklich gemacht und auch geholfen die erste Geburt endgültig zu verarbeiten. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Mädels und nach mittlerweile 5 Jahren Abstand zum Thema Baby und Geburt kann ich mir auch wieder ein drittes Kind vorstellen . Ich wünsche euch alles Gute . Vielen Dank für eure tollen Beiträge . .

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  10. Liebe Sabrina,

    vielen Dank für diesen ehrlichen und unglaublich wichtigen Bericht und natürlich erstmal herzlichen Gückwunsch zum kleinen Wunder 🙂 .
    Ich bin froh, dass ich persönlich so gar nicht nachvollziehen kann, was es bedeutet in die Interventionskette zu geraten, da mein Sohn selbstbestimmt und zuhause geboren wurde. Um so wichtiger ist es aber, dass Frauen davon berichten, wie es in einem KH zugehen „kann“, und mit wie wenig Selbstbestimmung oftmals eine KH-Geburt begleitet wird. Der Umstand der schwindenden freiberuflichen Hebammen, die Hausgeburten oder Geburtshausgeburten begleiten, ist so massiv und deutlich zu spüren, dass wir gemeinsam mit Ihnen kämpfen müssen. Jeder Geburtsbericht ist dabei ein wichtiger Schritt, der zeigt wie es sein „soll“ und wie es leider häufig „ist“.

    Ich bin froh, dass du diese Erfahrungen trotzdem für dich positiv abschließen konntest und wünsche dir und deiner Familie jetzt einfach nur eine wundervolle Kennenlernzeit.

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    • ja da hast du recht…wir Mütter haben es in der Hand aufmerksam zu machen

  11. Liebe Sabrina,

    dein Bericht liest sich wie eine Geschichte, in der man nicht sein möchte – aber irgendwie doch! Ich kann nur erahnen, was du durchmachen musstest und wie du dich gefühlt haben musst. Schön, dass am Ende alles gut war und du es „geschafft“ hast dir selber treu zu bleiben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schwer das für dich war – diese endlosen Stunden ohne Erfolge. Da kann ich die zusammengekauerte Haltung auf dem Bett nur zu gut verstehen. An dem Punkt war ich bei der Geburt meines Sohnes (vor 11 Wochen) auch. Ich wollte einfach aufgeben. Leider macht da der Körper nicht mit… Mir hatten sie nach 13 Stunden heftigster Wehen, die mir noch nichtmal eine Pause zum atmen dazwischen ließen, erst starken Wehenhemmer gegeben, um dann 10 Stunden später festzustellen, dass die Wehen „eingeschlafen“ waren und dann wieder was draufzuspritzen, was die Wehen vorantreibt. Ich habe mich ähnlich gefühlt wie du: Überfahren. Entmündigt. Verzweifelt.

    Der Körper ist zu solch Wahnsinss-Leistungen während der Schwangerschaft und Geburt fähig, warum also muss man da der Chemie so viel Macht geben? Schade…

    Ich schicke dir allerliebste Grüße und wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Lisa

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    • danke ja es ist furchtbar wie da in den eigenen Körper eingegriffen wird…

  12. Trotz des schlechten Starts, den ich beim 1ten Kind in KH 1 auch hatte, wünsche ich euch allen alles gute mit eurer neuen Erdenbürgerin.
    LG Christiane

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  13. Liebe Sabrina, ganz herzlichen Glückwunsch zu deiner kleinen Anna! Dein Geburtsbericht hat mich sehr betroffen gemacht und ich hätte dir deine Hausgeburt sehr gegönnt.
    Auch ich habe im November eine kleine Anna zur Welt gebracht und auch bei mir ist im Krankenhaus -ohne ins Detail gehen zu wollen- vieles nicht nach meinen Vorstellungen verlaufen. Da ich ebenfalls einen Blasensprung hatte und meine Kleine zu dem Zeitpunkt noch nicht fest im Becken lag, mussten wir leider gleich ins Krankenhaus fahren. Ab diesem Zeitpunkt kam vieles anders als erhofft.
    Nach einer ersten Traumgeburt ohne Interventionen war es für mich schwer zu verkraften, dass es auch anders laufen kann.

    Auf jeden Fall kannst du stolz auf dich sein, dass du das Ruder noch irgendwie rumgerissen hast und deine Tochter spontan zur Welt gebracht hast! Genießt die schöne Kennenlernzeit.
    LG, Kathrin

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  14. Liebe Sabrina
    Glückwunsch zum Töchterchen! Die Geburt wirst Du sicherlich nicht mehr vergessen. Wirklich unglaublich dass Ignoranz und Alltagstrott solch verheerende Folgen haben können. Da ist es wirklich wichtig eine Vertrauensperson dabeizuhaben.
    WIE HEISST DENN DIE KLEINE? oder hab ich das überlesen??
    Vg Sabine

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    • Anna Elisa 😉

  15. Hallo sabrina..herzlichen Glückwunsch! Meine tochter kam am 21.1.2017 zur welt, und auch ich hatte mir eine Hausgeburt gewünscht…jedoch wegen Blasensprung und mit dem wissen das ich streptekokken habe, bin ich ins Krankenhaus.leider kamen bei mir auch nicht allein wehen so das man nach 24 std mit gel eingeleitet hatte.zum gluck ging es bei mir dann sofort mit richtigen wehen los..man bot mir sofort die Badewanne an…auch ging man sehr auf mich ein. 2 std. später war unsere Tochter auf der Welt. Ich habe eine gute Erfahrung im Krankenhaus gemacht…schade das es bei dir so negativ war. Aber was wichtig ist …das happy end!lg

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  16. Hallo Sabrina,

    Erstmal Herzlichen Glückwunsch zu eurer kleinen Maus.
    Am Ende deines Berichts hatte ich Tränen in den Augen und musste an die Geburt meiner Tochter vor 15 Monaten denken.

    Nach 10 Tagen über ET wurde die Einleitung im KH empfohlen. Ich nahm die Tabletten und nach der dritten Dosis ging es dann von Null auf 100 los…mein Mann war gerade nochmal los, weil sich die 8h davor nichts tat, trotz Einleitung. Um 16 Uhr gingen die Wehen los und sie kamen heftig alle 5 Minuten über 4h…ich war am Ende und wusste vor Schmerz nicht mehr weiter und bat um ein Schmerzmittel. Die vorher Mühsam erarbeiteten 4cm stoppten abprupt und es passierte nix mehr, außer weitere heftige Wehen. Um 24h empfiehl mir die Hebamme eine PDA um zu entspannen, ich stimmte zu, weil auch irgendwie das Wissen und die Kraft fehlte. Da auch dies nicht den erhofften Erfolg brachte bekam ich zusätzlich einen Wehentropf, um endlich was in Gang zu setzen. In den morgen Stunden beim mittlerweile dritten Schichtwechsel bekam ich dann das gleiche wie du zu spüren wie es ist wenn die Ärtze Tuscheln während man answesend ist…“wir brauchen jetzt einen positiven Befund, sonst kommt sie zum Kaiserschnitt“ – ich bekam Panik und war kurz vorm kapitulieren, zum Glück hatte ich aber eine super Hebamme die in die Schicht kam und mich aufbaute und mir Mut machte. „Du schaffst das. stell dir vor du läufst einen Marathon und bist 5km vorm Ziel, da würdest du auch nicht aufgeben!“ – dies und mein Mann, der mich unterstützte wo er konnte, gaben mir nochmal Kraft. Meine Kleine machte super mit und ihre Werte waren die ganze Zeit super. Wie aus heiterem Himmel platzte um 7:30 endlich die Fruchtblase und ich hatte Hoffnung es noch ohne den nie gewollten Kaiserschnitt durchzukommen. Um 10 Uhr durfte ich dann das erste mal Mitpressen, was leider mit PDA schwierig ist, weil man nix spürt und immer darauf angewiesen ist was die Hebamme spürt. Da meine Kleine sich etwas verdreht hatte musste ich dann doch noch in den OP um sie mit der Saugglocke zu holen. Aber auch hier fühlte ich mich von der Hebammr super unterstütz…sie hatte das Sagen und das war mir immens wichtig, ich wollte es natürlich schaffen und leckte jegliche Kraft die ich in mir finden konnte in die letzten Presswehen. Meine Kleine wurde mir sofort auf die Brust geleckt, das war unglaublich schön.
    Leider wurde ohne mein Zustimmen ein Dammschnitt gemacht und ich bin mehrfach gerissen…die Schmerzen waren unglaublich und ich konnte mich die ersten 4 Tage nicht bewegen.

    Fazit meiner KH Geburt: Die nächste Geburt nur mit einer Beleghebamme, die mich versteht und den Ärtzen die Stirn bietet. Der Schichtwechsel mit drei Hebammen während einer Geburt waren mir einfach zu viel. Eine Einleitung würde ich nicht nochmal wollen, die Wehen waren einfach zu heftig.

    Dein Bericht hat mich ermutigt beim nächsten mal auch resoluter zu sein und selbst zu entscheiden. Den Mut und das Wissen hatte ich bei der ersten Geburt nicht.

    Danke, dass du deinen Bericht veröffentlicht hast!

    Liebe Grüße
    Marie

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  17. Herzlichen Glückwunsch, liebe Sabrina!
    Ich kann verstehen, dass du über den Verlauf deiner Geburt enttäuscht bist. Gerade, wenn man sich vorher alles so schön ausmalt, ist es ja umso schwerer, wenn es dann nicht so läuft, wie gewünscht.
    Nicht desto trotz muss ich (selbst Ärztin für Gyn und Geburtshilfe) schon der Meinung einiger Leute zustimmen, dass es (zumindest nach der Geburt) gut war, dass du in einem Krankenhaus entbunden hast. An einer unvollständig gelöste Plazenta kann man bekanntlich versterben und dass der Wehentropf die Lösungsstörung verursacht hat, ist unwahrscheinlich, schließlich enthält er das gleiche Hormon, das der Körper selbst produziert und zudem müsste ja dann bei jeder in der Klinik entbundenen Frau dazu kommen. Und wäre es „schöner“ gewesen, von zu Hause im Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene nach der Geburt zur Nachkürettage in die Klinik gefahren zu werden?
    Dass man nicht zu jeder Hebamme den gleichen Draht findet, kann ich gut nachvollziehen. Versuche doch einfach so zu denken, dass die Hebamme N. dann zumindest zu deiner Geburt wieder ausgeschlafen hatte und somit wach und fit war. Hätte denn die Hausgeburtshebamme in den 29h geschlafen und wäre fit zur Entbindung gewesen?
    Letzlich zählt das wunderbare Ergebnis! Alles Liebe!

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    • Hallo Juli,

      ich möchte deinen Kommentar gerne ergänzen. Mein Frauenarzt meinte, dass heutzutage nicht immer gleich eine Ausschabung stattfinden muss, wenn sich die Plazenta nicht komplett gelöst hat. Er persönlich würde es zwar immer vorziehen, aber es gibt eben auch die Möglichkeit, abzuwarten. (Dass das nicht in jedem Fall sinnvoll ist, weiß ich.)

      Und dann wollte ich noch schreiben, dass ich bei beiden Geburten in verschiedenen Krankenhäusern war. Die erste Geburt war gut. Dennoch wurde nicht auf mein Körpergefühl gehört. Das hat sich negativ auf die zweite Geburt ausgewirkt. Entspannt hat sich die zweite Geburt, als ich eine Woche vor Termin die Klinik gewechselt habe. Dort wurde mit gesagt „besser wäre, wenn“ und ich habe geantwortet „ich weiß“. Dann wurde ich gelassen. Das war gut. Ich würde die zweite Geburt als echte Traumgeburt bezeichnen. Dabei habe ich gemerkt, dass mich die erste Geburt doch zum Teil belastet hat.

      Aber wegen einer schlechten Krankenhausgeburt gleich so vehement gegen das Krankenhaus zu sein, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Das Thema wird leider sehr emotional betrachtet. Ich vermisse die Geburtsberichte zu komplizierten Haus- oder Geburtshausgeburten. Auch da läuft manches schief, wie sich in einem Gerichtsverfahren besonders zeigte.

      Ich würde mich freuen, wenn wir in Deutschland anerkennen und genießen können, dass wir viele Möglichkeiten der selbstbestimmten Geburt haben. Sei es zuhause, im Geburtshaus, in der Natur (auf eigene Gefahr) oder im Krankenhaus. Uns geht es doch hier so gut. Und schwarze Schafe gibt es leider auch immer.

      @Sabrina und Co: Es ist definitiv nicht persönlich gemeint, was ich geschrieben habe. Ich möchte nur gerne die Sicht relativieren, dass die eine Geburtsvariante grundsätzlich besser als die andere ist. Die Menschen sind vielfältig und wir haben entsprechend vielfältige Möglichkeiten (auch wenn es leider momentan weniger Möglichkeiten werden).

  18. Herzlichen Glückwunsch zur gesunden Tochter! Wie groß und schwer war sie denn nun?
    Ich bin ja eher der rationaler Mensch… Mir fällt es schwer auf mein Bauchgefühl zuhören.
    Daher sind alle drei Kinder im Krankenhaus zur Welt gekommen. 2011 eine Tochter, Mittwochabend ins krankenhaus wegen Wehen, wieder Heim geschickt. Nachts vor Schmerzen nicht geschlafen. Donnerstagmorgen wieder hin, irgendwann ne PDA, bin schon ne Memme… Freitag Nacht war Töchterchen da. 4100g, 56cm, et+9
    2013 kam unser Sohn zur Welt. Donnerstags zum einleiten ins krankenhaus, da Et+10, drei tabletten zum Einleiten, mit PDA, freitagnacht war er da. 54cm und 4120g
    2016 kam unser jüngster Sohn zur Welt.et+8 haben wir eingeleitet, da Fruchtwasserblase recht wenig und ich den freitag gerne für ihn hätte… Klappte auch, eingeleitet gegen 11Uhr,ne Stunde ans ctg, ne Runde mittagessen, zimmer auf der station beziehen, ein kleiner Spaziergang. Dann doch mal flott zum kreißsaal. 14:45 da, musste warten und kam um 15 uhr ins wehenzimmer. Um 15:15 war ich wohl etwas lauter und verlangte nach ner PDA. Gabs nicht. Sohnemann kam um 15:36 uhr im wehenzimmer zur Welt…Kreißsäle waren auch alle belegt.
    3630g, 53cm
    Der kleinste… Bekommen wir auch durch 😉

    Von drei tagen auf 4,5 Stunden.

    Liebe Grüsse
    Nictom

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  19. Liebe Sabrina,
    was für eine „Story“… Es tut mir echt Leid und ich fühle mit. Bei meiner ersten Geburt lassen sich durchaus vergleiche ziehen…erst super Hebamme,cdann Schichtwechsel und es hat null gepasst. Leider hab ich bei ihr auch geboren und bin nach 2 OP’s wegen massiver Geburtsverletzungen auf intensiv gelandet.
    Es gilt Ende gut (aber nicht alles gut)…es ist einfach ätzend, dass man erst nachher schlauer ist!
    Wir bekommen jetzt im Sommer unser drittes Kind, ich bin schon sehr gespannt! Das 2. war übrigens eine Einleitung, aber mit Beleghebammen, kein Vergleich zur Geburt davor.
    Alles gute euch 5en und die allerherzlichsten Grüße Julia

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  20. Ich möchte dir da lassen, dass ich 3 selbstbestimmte Krankenhausgeburten hatte und beim 3. Kind auch die Plazenta nicht vollständig kam… Ich dachte, ich verblute. Die junge Ärztin wollte sofort in den OP, der alte Oberarzt meinte, der Körper packt das. Ich war erst mal froh. Trennung vom Baby ist ja Albtraum… Ich war 1 woche nach der geburt vin einer stunde auf die andere im wahrsten sinne sterbenskrank mit gebärmutterentzündung und fieber, musste doch ausgeschabt werden, war wochenlang irre schwach. Was das mit 3 kindern heißt, weißt du. Vielleicht versöhnt dich das etwas mit der sofortigen OP. Ich hatte zwar natürliche wehen, aber ich führe es auch auf die schnelligkeit zurück. Mit der ersten Presswehe blasensprung, kopf komplett geboren und der rest hinten nach. Plazenta schoß ebenso hinterher. Komische sachen gibt es! Aber der beigeschmack bleibt trotz guter geburt auch bei mir… Bald ist es 1 jahr her. Ich möchte noch kinder, aber weder schwanger sein wegen der ärzte noch gebären. Danke, dass du deine geschichte mit uns teilst

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  21. Liebe Sabrine, erst einmal Herzlichen Glückwunsch und eine tolle Kennenlernzeit. Jeder macht so seine Erfahrungen. Leider. Beim ersten Kind hatte ich noch lange Zeit mir zu überlegen wie sie auf die Welt kommen sollte. Dachte ich. Fast drei Monate vor der ET fand ich mich im Krankenhaus wieder und bin auch nur noch einmal mit Kind im Bauch für einen Tag aus dem Krankenhaus gekommen. Ich hatte keine Hebamme. Irgendwie war das nichts für mich. Aber das mag jeder für sich entscheiden. Kurz geschrieben erst hatte sie es eilig und dann keine Lust mehr. Da habe ich dann kennen gelernt was Hebammen alles für Tricks auf Lager haben um ein Kind auf die Welt zu bewegen. Es war faszinierend. Morxen( ich hoffe es ist richtig geschrieben, wehencocktail, Akupunktur,….) Das CTG schlug so hoch aus, das es nicht mehr aufschreiben konnte. Ich war so ? Habe um einen Kaiserschnitt gebettelt. Aber es wurde alles probiert.
    Nach einer Erholungspause und wieder CTG kam die Hebamme und fragte mich:“Willst du den Geburtstag deiner Tochter wissen?“ Ich sah sie ziemlich verdattert an und verstand nichts mehr. Kurzum am nächsten Tag war KS Termin und ich unheimlich erleichtert. Nach 3 Monaten liegen hielt ich es nicht mehr aus. In dieser Schwangerschaft habe ich wirklich alles mit genommen was es gibt. Der KS verlief ohne Probleme. Alles gut. Bei meinem 2. Kind war für mich klar, das wird ein Kaiserschnitt und mein Arzt sah das genauso. Die Rückenmarkspritze wurde zu hoch angesetzt, ich bekam keine Luft mehr. Panik vor der Rückenmarkspritze beim 3. KS. Angesprochen und mit Bedacht gesetzt, alles gut. Nur das meine Tochter wieder von der eiligen Truppe war und ich wieder ein paar Wochen im Krankenhaus verbracht habe und sie dann 5 Wochen zu früh war. Aber topfit.
    Heute weiß ich das ich einen Rückendefekt habe und deswegen meine Kinder nicht weiter kamen, bzw. die Wehen nichts ausrichten konnten. Deswegen auch die „Panne“ mit der Betäubung beim zweiten Kind. Das wusste bloß damals noch keiner. Heute bin ich froh darüber wie alles gelaufen ist und trauere auch keiner „normalen“ Geburt nach. Mein Bauchgefühl hat mir von Anfang an gesagt das funktioniert nicht.

    Also mein persönliches Fazit. Hört auf Euch und lasst Euch nichts vorschreiben, egal in welche Richtung. Damals haben alles gesagt: Du musst es doch normal probieren.
    Ihr seht es geht auch andersrum.

    Alles Gute
    Chris

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  22. Hallo Sabrina, herzlichen Glückwunsch zum Baby und zum doch noch versöhnlichen Ende der Geburt.
    Meine zweite Geburt startete auch mit Blasensprung und einige Stunden später kamen unregelmäßigen, aber dennoch schmerzhaften Wehen. Da es in unserem Krankenhaus auch die 24-Stunden-Regel gibt und ich bei meiner Großen fast 60 Stunden ‚Vorwehen‘ hatte, blieb ich in Absprache mir meiner Doula zu Hause (wir leben in Kanada und haben keine Hebammen).
    Es hat dann 14 Stunden gedauert, bis die Wehen regelmäßig wurden. Im Krankenhaus hätte sicher niemand so lange nur gewartet. Als ich dann nach 16 Stunden im Krankenhaus ankam war der Muttermund bei 4 cm und ab da ging es lehrbuchmäßig mit einem cm pro Stunde voran und mein Sohn wurde ohne künstlich erzeugte Wehen 26 Stunden nach dem Blasensprung geboren. Um keine Panik zu erzeugen, habe ich den Zeitpunkt des Blasensprungs als deutlich später angegeben. Ich will niemandem raten, das zu tun, aber ich fühle mich gut mit dieser Lüge. Für die 24 Stunden gibt es übrigens wenige belegte Gründe – vorausgesetzt, es wird nicht zu viel am Muttermund rumgefummelt und damit Keime eingeschleppt.

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  23. Hallo Sabrina,
    sehr schön geschrieben und für mich leider mehr als nachvollziehbar. Ich hatte einen ungewollten KS bei der ersten Tochter und eine sehr schlimme Geburt bei der zweiten durch sie und einige schlimme Fehler ich im Nachgang 3x Operiert werden musste und heute nicht nur Seelische Narben davon habe. Es fällt mir nach 3 Jahren immer noch schwer darüber zu sprechen. Ich freue mich das dir schlimme Folgen erspart geblieben sind. Ich wünsche euch weiterhin eine schöne Kennenlernzeit, genießt es. Lg Daniela

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  24. Liebe Sabrina,

    als Allererstes und Wichtigstes: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Die kleine Maus ist da, Ihr seid gesund und könnt Euch in Ruhe geniessen, das ist doch toll!
    Ich kann so gut verstehen, dass Du enttäuscht und traurig bist, Du hast Dir soviele Gedanken gemacht, wie alles so laufen kann, dass es für alle „Beteiligten“ die richtige Entscheidung ist, und dann werdet Ihr dort so abgefertigt. Finde ich ganz schlimm, und ich hatte oft beim Lesen Tränen in den Augen, weil ich immer nur dachte: „Das muss doch alles nicht sein, sie bekommt ein Kind, lasst sie doch machen, sie weiss, was gut für sie ist.“ Ich habe zum Glück keine schrecklichen Krankenhausgeburtserlebnissen.

    Meine Tochter kam 2008 in USA in einem einem Krankenhaus angegliederten Geburtshaus mit MEINER Hebamme zur Welt, die mich die ganze Schwangerschaft begleitet hat. Die Geburt dauerte 7 Stunden von Blasensprung bis „It’s a girl“. Es war toll, ich habe mich dort gut aufgehoben gefühlt, auch, weil ich wusste, meine Hebamme weiss genau, was ich will und was nicht, aber es ist trotzdem für den Notfall den Gang runter eine Tür, dahinter ist die Kinderintensiv und alle Möglichkeiten, die die heutige Medizin für NOTFÄLLE so bietet. Und das war für mich total wichtig. Und wir hatten eine tolle Doula dabei – auch wegen der Sprachschwierigkeiten zur Unterstützung für meinen Mann.
    Mein Sohn ist ebenfalls in einem hebammengeleiteten Kreisssaal zur Welt gekommen. Da habe ich allerdings auch gemerkt, wie wichtig es ist, wieder MEINE Hebamme dabei zu haben. Ich hatte mir schon zur Vorsorge eine Beleghebamme aus diesem Krankenhaus gesucht weil ich auf jeden Fall wollte, dass mich eine mir bekannte Hebamme begleitet. Und das war gut so. Da ich im Vorfeld einige Schwierigkeiten hatte (3Fehlgeburten, eine Gerinnungsstörung, deshalb Medikamente) wurde ich eher als „Risiko“ eingestuft und ich hatte mit den Ärzten des KH vereinbart, dass kurz vor der Geburt von meiner Hebamme ein Arzt dazugeholt wird, der sich im Hintergrund hält….Jaja. Ich war bereits in der Geburtswanne, die Wehen wurden immer stärker, der Ärztin (die plötzlich aus dem Nichts auftauchte) gefiel nicht, dass das CTG (das gut war, kräftige, gleichmässige Herztöne, totale Entspannung bei meinem Sohn) durch das Wasser wohl nicht richtig „schrieb“. Sie wollte mich unbedingt aus der Wanne holen. Mal abgesehen davon, dass sie einen Kran hätten holen müssen, weil mich keine 10 Pferde mehr aus der Wanne geholt hätten, WOLLTE ich auch gar nicht raus. Und meine Hebamme? Die war soo toll. Sie hat immer wieder signalisiert, dass alles Gut ist, und das wir das genauso machen, wie ICH es möchte. Dafür könnte ich sie heute noch knutschen! Ich bin mir sehr sicher, wenn sie nicht gewesen wäre, wäre auch bei mir einiges anders gelaufen. Mein Sohn kam kurze Zeit später in der Wanne, nach 5 Stunden Wehen, spontan und tiefenentspannt zur Welt. Aber, ich habe gemerkt, dass mich diese Diskussion im Kreisssaal auch total verunsichert und verkrampft haben. Sowas braucht man in dieser Phase ganz sicher nicht!
    Liebe Sabrina, es ist einfach schade, dass Du so ein trauriges Erlebnis bei so einem tollen Ereignis hattest! Und dabei hast Du eigentlich an alles gedacht…. Ich glaube, ein Krankenhaus ist nicht zwangsweise ein schlechter Ort für eine „natürliche“ Geburt, es wird uns nur nicht leicht gemacht. Deshalb ist es wichtig, Menschen dabei zu haben, die wissen, was uns wichtig ist und die das auch vielleicht noch anders ausfechten können als unsere Männer, die einfach ja auch emotional viel zu sehr involviert sind, um den Ärzten total Kontra zu geben. Und eine (Beleg-)hebamme weiss, wann es Zeit zu handeln ist, und wann es Zeit zu warten ist….
    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin totale Verfechterin von Beleghebammen, wenn jemand eine natürliche Geburt imKrankenhaus möchte, ist sie einfach total wichtig!
    Dir und Deiner Familie, liebe Sabrina, eine tolle Zeit des Zusammenfindens, alles Liebe und Gute!

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  25. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Tochter und alles Gute!
    Meine Erfahrungen sind komplett anders. Niemals wollte ich einen Kaiserschnitt. Meine Hebamme wollte mich über die Geburtsmöglichkeiten informiert aber über einen Kaiserschnitt wollte ich nichts hören. Sie hat drauf bestanden – zur Sicherheit. Ja und dann “saß“ meine Tochter über lange Zeit in einer schwierigen Position in meinem Bauch, wurde immer grösser, die Nabelschnurr adrett um den Hals gewickelt. Bei der Anmeldung im Krankenhaus sagte man mir, dass das Kind in dieser Positon nicht auf natürliche Weise geboren werden kann. Eine Wendung war nicht möglich und für mich brach eine Welt zusammen. Der Kaiserschnittermin wurde etwa eine Woche vor den errechneten Termin gelegt. Dennoch versuchte meine Hebamme alles. Akkupunktur und wir haben gemoxt. Nix half.
    Eine Woche vor Kaiserschnittermin war ich bei der Frauenärztin, die mir sagte, dass das Fruchtwasser weg war. Manchmal verlieren Frauen wohl immer mal wieder Fruchtwasser und merken es nicht. Für die Kinder ist das nicht ungefährlich, daher ging es direkt ins Krankenhaus. Die normale Geburt war ja sowieso ausgeschlossen und da man nicht wusste wie lange das Kind schon auf dem trockenen lag, wurde sie 3 h später geholt. Ich war noch nie so nervös. Die OP war nicht schlimm, das Op-Personal herzlich, die Anästhesistin wunderbar. Und meine Prinzessin war gesund. Der Kaiserschnitt verheilte zu einer Mininarbe.
    16 Monate später hatte ich wieder einen Kaiserschnitt. Die Schwangerschaft mit meinem Sohn verlief super, das Kind lag richtig, alles sah nach natürlicher Geburt aus. An dem Morgen seiner Geburt war ich fit wie ein Turnschuh, wir erledigten Weihnachtseinkäufe und meine Tochter bekam ihre ersten Winterstiefel. Alles war super und es ging mir so gut!! 22 Tage waren es noch bis zum ET. Als wir mittags zuhause waren, bekam ich wehen und Bauchschmerzen. Nachmittags sind wir ins Krankenhaus da sie trotz duschen und Ruhe nicht weg gingen. Hatte ich mich überanstrengt? Der Muttermund war bei 2cm, die Ärztin meinte, das er bestimmt in zwei Tagen da ist, aber das ich wieder nach Hause kann. Blut hat sie mir noch abgenommen und wir haben auf die Werte gewartet. Als die Werte da waren, wurden mein Mann und ich getrennt. Ich kam noch mals ans CTG. Sie sagten, sie wollen sicher gehen. Gleichzeitig haben sie mit meinem Mann gerdet und ihm gesagz, dass es mir schlecht geht und sie nicht wissen, ob ich die Geburt überlebe, aber das es dem Kind gut geht. Ich hatte das Hellp Syndrom in einer extremen Variante. Das ist eine schwangerschaftsvergiftung. Dabei verabschieden sich die Leberwerte und die weissen Blutkörperchen. Damit die Blutgerinnung und eine OP ist dann natürlich gefährlich. Zudem ist die Geburt das einzige Heilmittel. Normalerweise entwickelt sich das langsam, bei mir von jetzt auf gleich. Ich wurde wieder zu meinem Mann gebracht, spätestens ab da war mir klar, das etwas nicht in Ordnung ist. Mir wurde grob erklärt was los war – vor lauter Angst und Adrenalin hab ich es kaum mitbekommen. 15 Minuten später war mein Sohn geboren. Er hatte etwas zu viel Narkosemittel abbekommen und hatte leichte Anlaufschwierigkeiten aber das war alles wohl nicht schlimm. Er war bei meinem Mann auf der Brust und noch heute ist es mein Mann, der ihn so sehr beruhigen kann! Ich lag zunächst intensiv, später auf der Wöchnerinnenstation, mein Sohn lief noch als Frühchen und war dort unter Beobachtung wegen dem Narkosemittel. Das war ungünstig. Zudem hatte er dort Flasche und Schnuller bekommen und als ich dann zur Überraschung der Hebammen darauf bestanden habe, das ich trotz der OP und meinen eigenen Problemen ihm die Brust geben will, war das nicht ganz einfach, da er bereits an die Flasche gewöhnt war.
    Heute ist er 6 Jahre alt. Meine Blutwerte sind schon lange wieder normal, die Narbe ist verheilt. Allerdings ist sie 35 cm lang. Zudem ist sie innerlich fürchterlich vernarbt. Durch die schlechte Blutgerinnung kommt das. Narbengewebe ist Schrumpfgewebe. Die Narbe zieht und zerrt an meinen Organen, meine Gebärmutter ist schief, ich habe Hohlräume wo keine sein sollen. Und ich habe immer wieder schmerzen, daher überlege ich, ob ich mir die Gebärmutter entnehmen lassen soll, denn weitere Kinder kann ich durch das alles nicht mehr bekommen.
    Nie wollte ich einen Kaiserschnitt und ich hätte so gerne wenigstens einmal eine normale Geburt erlebt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es die Möglichkeit des Kaiserschnitt gibt. Aber es ist eine OP und sollte es ein letztes Mittel sein. Man weiss nie wirklich, was sich im nachhinein daraus entwickelt. Es kann bei jedem passieren, dass in der Heilungsphase die Narbe reisst und so blöd verheilt wie bei mir, da muss man gar nicht unbedingt HELLP haben. Die Natur hat es anders vorgesehen und das ist auch richtig so.

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  26. Liebe Sabrina
    Bei mir war es genauso !!!!! Unglaublich beim dritten Kind 29 Std wehen die zwei ersten waren spontan und ohne Komplikationen und Kind Nummer 3 dauerte 29 Stunden ! Ich hab schon an mir selbst gezweifelt …. ABER Ein Arzt meinte später so zu mir : Irgendwann braucht es so eine Geburt / ein Kind zum Abgewöhnen , sonst würde man ja immer weiter machen mit der Familienplanung 😉 Bei mir ist diese jetzt definitiv auch beendet …… wobei sag niemals nie 😉
    Ich wünsche Euch ALLES GUTE !!!!!
    Liebe Grüße Sabrina

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    • Hihi Sabrina, ja es ist ganz gut, um gar nicht mehr in Versuchung zu kommen 😉

  27. Liebe Sabrina, Dein Bericht war richtig spannend. Die Erfahrung, die Du gemacht hast wird prägend sein. Frauen vergessen Einiges, doch niemals ihre Geburten. Es ist mir in vielen Dingen auch so gegangen wie Dir. Nur stand dann doch ein Kaiserschnitt am Ende. Zu meiner Zeit war ein großes Mitspracherecht eher selten und man konnte froh sein wenn man überhaupt auf Hebammen traf, die freundlich und fürsorgend waren. Heute ist das doch alles ganz anders geworden. Wir erwarten in den nächsten Tagen ein weiteres Enkelkind und wenn ich sehe welche Maßnahmen die werdende Mütter so unternimmt bin ich total begeistert. Ich hoffe sehr, dass alles gut sein wird und alle Beteiligten das alles gut überstehen.
    Für Dich und Deine Familie alles Gute aus Cuxhaven. Danke, für den tollen Bericht.

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  28. Dein Geburtsbericht erinnert mich sehr an die Geburt meiner Tochter. Auch ich musste tagelang unproduktive Wehen über mich ergehen lassen nach einer künstlichen Einleitung. Das Schreckgespenst Kaiserschnitt hat auch mich bewogen zuzustimmen und es auszuhalten. Erst die Wanne und die Entspannung hat den Durchbruch gebracht. Ab da war es eine schöne Geburt. Normal..schmerzhaft und alles was so dazugehört, aber schön. Auch ich musste anschließend in eine Not-op und wurde ausgeschabt. Das war das schlimmste für mich. In meiner Phantasie hatte ich immer ich fahre mit Wehen ins Krankenhaus und der schönste Moment wenn alles geschafft ist, ist wenn die kleine gewogen und vermessen wird. Beides wurde mir genommen. Ich könnte heute noch darüber heulen. Aber das kleine Mädchen entschädigt für alles. Habt eine schöne kennnenlernzeit! Danke für deinen Bericht.

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  29. Liebe Sabrina,
    ich hatte kurz Tränen in den Augen. Ich werde immer so traurig, wenn ich höre und lese, dass Schwangere im krankenhaus so überrollt werden und es macht mich so fruchtbar wütend. Ich weiß ga rnicht, wie ich reagieren würde, vermutlich würde ich, wie du, eine Weile brauchen, bis ich endlich „angepisst“ genug davon bin, dass mir jeder sagt, was ich tun soll. Mein Herz ist and er Stelle gehüpft, also du ihnen deine Meinung gesagt hast <3
    Ich bin sehr froh, dass mir das bei den ersten beiden Geburten nicht passiert ist und hoffe, es wird auch bei der dritten so sein. Ich bin ganz glücklich über die geplante Geburt im Krankenhaus, das liegt aber auch sicher daran, wie man dort bisher mit mir umgegangen ist.
    Auch, wenn ich den Bedarf nicht habe (ich weiß nicht, wieso, ich fühlte mich nie danach und hatte nicht das Bedürfniss), empfehle ich allen, die mich nach meiner Meinung fragen, ihre eigene Hebamme mitzunehmen. Und sei es neben der einfach viel persönlicheren und intensiveren Betreuung am Ende auch deshalb, dass sie sich "schützend" zwischen Personal und Schwangere stellt, wenn die gerade geschwächt ist und weniger auf ihre Wünsche beharren würde.
    Schön, dass es für dich am Ende noch so war. <3
    Alles Liebe,
    Judith

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    • Danke Judith, ja ich glaube ich war dann als der Groschen fiel, wie ein kleines trotziges Mädchen zur Hebamme und Frauenärztin, aber es hat geklappt und wahrscheinlich hat es uns vor dem Kaiserschnitt bewahrt….

  30. Liebe Sabrina!
    Ich hatte das ein oder andere Tränchen im Auge, als ich Deinen „Bericht“ gelesen habe. Ich habe zwei Jungs, geboren 1997 und 2002, beide Male nachts gegen 3 und 4 Uhr einen Blasensprung, 3 Wochen vor dem errechneten Termin. Beide Male keine Wehen. Ich war in einer Klinik, die auch ein Lehrkrankenhaus für Hebammen ist, blöd, toller Kreissaal, aber alles strikt nach Lehrplan. Bei meinem Großen stiegen wir die Treppe hoch und runter, stundenlang (gefühlt), gegen 9 Uhr bekam ich einen Wehentropf. Eine PDA stand für mich NICHT zur Debatte, nie im Leben. Gegen 11 Uhr war ich soweit, das ich dachte, das schaffe ich nicht. Eine Wehe, dann Pause und so weiter? Nein, eine Wehe ging und die nächste war schon da. Als der Arzt sagte sie würden gerne eine PDA legen, sagte ich nur her damit. Mein Mann fragte noch nach Risiken, aber mir war alles egal. Ich hätte auch einen Backstein auf den Kopf genommen, hauptsache diese Schmerzen hörten auf (im Nachhinein bin ich mir sicher der Wehentropf war viel zu hoch dosiert). Aber wie Du sagst, auch damals war es so, innerhalb von 24 Stunden muß das Kind auf der Welt sein. Dann ging es mir eine Stunde besser, Nachschlag gab es nicht, dann wieder Schmerzen. Niklas lag zu hoch, ich durfte noch nicht mitpressen. Irgendwann habe ich dann gesagt, ich kann die Preßwehen nicht mehr wegatmen. Um kurz vor 13 Uhr war er dann da, 49 cm und 2995 g, innen ziemlich viel gerissen, unter Vollnarkose im OP genäht. Ziemlich genau 5 Jahre später, gleicher Ort (wie blöd war ich eigentlich), ungefähr die gleiche Zeit. Hebamme sagt gegen 5 Uhr, zum Frühstück ist er da. Pustekuchen, der Arzt sagt beim Ultraschall, da hätten wir ja einen Sternengucker. Was bitte soll das sein? Danke, lieber Gynäkologe, das du mich vorgewarnt hast, wäre ja nett gewesen. Also irgendwann wieder die PDA, kein Wehentropf, die kamen von alleine, aber genützt hat die PDA im Nachhinein nichts. Bitte drehen, wenden, am besten mal auf den Kopf, damit Jannis sich vielleicht noch andersherum dreht (ein Sternengucker wird nicht mit dem Gesicht zum Rücken der Mama sondern mit dem Gesicht zum Bauch, also meist nach oben wenn man auf dem Rücken liegend entbindet). Nein, er wollte sich nicht drehen, aber sie ließen nicht locker. Auch den Einlauf haben sie mir gefühlte 1000 Mal angeboten, aber dieses Mal habe ich NEIN gesagt, ebenfalls 1000 Mal. Mein Mann stand ebenfalls hinter mir, wußte, was ich wollte und was nicht, das ist soooo viel wert, wenn keiner macht was man selber will. Auch die Unterhaltung in der 3. Person kenne ich (was passiert wenn, und das über mein Bett hinweg). Als Jannis dann gegen kurz vor 12 Uhr endlich da war, sagt die Hebamme, erschrecken sie nicht, wenn sie ihr Kind sehen. Den Schock fühle ich noch heute, ich war mir sicher, da fehlt was, Finger, Hand, Fuß, irgendwas. Hat sie wohl gemerkt, nein, er wäre nur ganz blau auf der Stirn und dem Kopf, da er ja falsch herum gelegen hat. Da wird dann Druck ausgeübt, war nach 2 Tagen aber komplett verschwunden, war wie ein blauer Fleck. Es ist so schade, gerade bei Dir, das es nicht so kommt wie man sich das so vorstellt. Beim 2. Kind dachte ich, als es losging, warum? Warum tue ich mir das alles, was jetzt noch kommt, ein zweites Mal an? Weil Mutter sein das Schönste auf der Welt ist. Damals gab es hier nur ein Geburtshaus, weit entfernt, eine Hausgeburt? Da schlug die Hebamme die Hände über dem Kopf zusammen. Ganz lieben Dank, das Du Deinen tollen Bericht mit uns geteilt hast. Sorry für meinen langen Kommentar, ich wollte das gerne mit Dir / Euch allen teilen, es geht nicht nur Dir so. Ich kann das alles gut verstehen und irgendwie auch nachfühlen. Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute für Dich und den Rest Deiner Familie. Genieß die Zeit, sie geht so schnell vorbei und die Kinder sind groß.
    Ganz viele liebe Grüße
    Silvia

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  31. Hallo Sabrina und erstmal Herzlichen Glückwunsch zu euer süßen Maus.

    Deine Beschreibung über den Ablauf und das Vorgehen erinnert mich teilweise an meine 2 ersten Geburten wo eine in Mecklenburg-Vorpommern und eine in Thüringen war. Meine erste Geburt verlief auch 30 Stunden und ich habe mich nach dem ersten schichtwechsel der Hebamme dort nicht mehr wohlgefühlt , denn auch ich wurde nicht mehr wirklich mit meinen Bedürfnissen war genommen. Ich glaube das es im großen und ganzen auch an meinem Alter lag. Ich war 22 Jahre und vor allem die letzte Hebamme von 3 machte stark den Eindruck mir gegenüber das ich von nichts eine Ahnung hätte. Julius wurde dann mit Saugglocke geholt.

    Die 2 Geburt verlief etwas entspannter aber der Ablauf beim eintreffen das selbe vor allem dieser Einlauf. Ich war mittlerweile ja schon bei 40+2 und die Geburt verlief problemlos in 4 1/2 Stunden.

    Die schönste Geburt hatte ich in einem Schleswig-Holsteiner Krankenhaus. Ich suchte mir meine Hebamme aus diesem Team aus die allerdings auch Hausgeburten begleitet. Ich lernte vorweg die komplette Station kennen und den Kreißsaal in einer privaten Führung. In der 29.Woche musste ich für 1 Woche dort bleiben und lernte viele Hebammen kennen und alle waren so fürsorglich und bemüht. Ich hatte eine ambulante Geburt geplant und nachdem sich dann noch 3 Wochen vor et eine Schwangerschaftsvergiftung ankündigte rückte diese Planung in dem Hintergrund. Ich wurde zum einleiten geschickt. Und da ich mich damit nicht wohlfühlte entschied ich mich mit dem Chefarzt dagegen und nahm es in Kauf jeden tag zur Kontrolle zu fahren. Nach einer Woche wollte unser Prinz dann von ganz alleine kommen und meine Hebamme schaffte es nicht mehr rechtzeitig aber ich hatte dennoch 2 super liebe Hebammen in diesen 2 1/2 Stunden um mich gehabt die mir gleich sagten wenn alles gut läuft darf ich auch gleich nach Hause. Und das durften wir dann auch, 5 Stunden danach durften wir direkt wieder gehen nach dem okay des Kinderarztes .

    Ich wünsche dir und deiner Großfamilie alles gute ?

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  32. Ein Beitrag, der mir aus der Seele spricht!
    Auch ich habe mich bei der Geburt meines ersten Kindes vom Krankenhaus leiten lassen und so einige Dinge geschehen lassen, die ich so eigentlich nicht wollte. Aber ich dachte mir damals: „Die werden das schon wissen, die machen das ja dauernd.“
    Beim zweiten Kind hatte ich dann den Mut mich durchzusetzen und hab so die Geburt größtenteils selbst bestimmt.
    Ich kann jeder Frau, eigentlich jedem Menschen nur raten mehr auf den Bauch zu hören. Grade im Umgang mit unseren Kindern wissen wir intuitiv oft was grade das Richtige ist. Ich hab das früher nie geglaubt und oft als Firlefanz abgetan, aber inzwischen hab ich gelernt, daß Bauchgefühl und vor allem der Mama-Instinkt unglaublich stark und wichtig sind. Wir müssen nur an uns selbst glauben und den Mut haben uns nicht von gesellschaftlichen Konventionen in einen Weg drängen zu lassen, den wir nicht gehen wollen.

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  33. Liebe Sabrina, ich hab nicht alles gelesen bis zum Ende. Die entscheidenden Stellen aber schon. Ich bin ganz bei dir, dass diese Geburt völlig fremdbestimmt war. Leider hört man das immer wieder, dass so massiv eingegriffen wird. Sehr schade. Was mir allerdings aufgefallen ist, und das ist die Bestätigung für das, was mir meine Hebamme damals sagte, wenn man sich nicht wohlfühlt, verschließt sich der Körper. Die Situation hindert uns dann daran, unter der Geburt los zu lassen. Und dass man dir die Wanne verwehrt hat … unbegreiflich. Als du sie dann bekommen hast, schien es genau das richtige gewesen zu sein! Man weiß eigentlich, dass Wasser entweder soweit entspannt, dass man zur Ruhe kommt, oder aber, und das ist das spannende, sogar wehenfördernd wirkt. Als ich damals Blasensprung hatte und erstmal Ruhe war, schickte mich meine Hebamme daheim unter die Dusche. Und die hat nach kurzer Zeit bewirkt, dass ich regelmäßige Wehen bekam. Schade, dass nicht jede Hebamme so einfühlsam ist, die Mutter, die das ganze ja durchstehen muss, entsprechend zu unterstützen. Aber ich hoffe um so mehr, dass eure Kennenlernzeit und auch die Stillzeit um so besser werden. Bei mir war die Geburt super und ohne jegliche Fremdeinwirkung, dafür die Wochenbettstation um so beklemmender. Das ist mein Päckchen 🙂

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    • dahingehend kann ich nicken: zu Hause klappt hier alles gut, ich bin auch so schnell wie möglich aus dem KKH „geflüchtet“, um es hinter mir zu lassen 😉

  34. Vielen Dank für deinen Bericht. Er erinnert mich an meine erste und dritte Geburt. Bei der ersten hatte ich auch einen Blasensprung (war schon im Krankenhaus wegen einem anderen Kontrolltermin) und ich fand es auch blöd mit Wehenmitteln vollgestopft zu werden und dann zur Geburt sogar liegen zu müssen. Die Wanne wurde mir als Erstgebährende sogar verwehrt. Die beiden anderen Geburten könnte ich in der Wanne im Geburtshaus genießen. Wobei bei der letzten Geburt mein Sohn schlecht geatmet hat (sehr schnell), weshalb uns abends unsere Hebamme leider nicht nach Hause verabschieden konnte sondern zur Kontrolle ins Krankenhaus schicken musste. Und dort mussten wir drei Tage bleiben, obwohl das bisschen Wasser aus der Lunge ganz schnell raus war. Die Krankenhausmühle hat mal wieder zugeschlagen.

    Jetzt wünsche ich euch viel Freude mit euren Kindern und besonders mit eurer Kleinen.

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  35. Liebe Sabrina,
    Es tut mir leid, dass du bei deiner dritten Geburt genau das durchmachen musstest, was du nicht wolltest.
    Bei der Geburt meines Sohnes hatte ich auch einen Blasensprung, allerdings mit sofort einsetzenden heftigen Wehen, die aber am Muttermund über Stunden nichts ausgerichtet haben. Ich war im Kopf noch nicht bereit für die Geburt und habe mich auch im Krankenhaus eher fremd bestimmen lassen, habe mich viel zu früh hingelegt, etc. Insgesamt hat die Geburt zwar nur neun Stunden gedauert, was laut aller für die erste Geburt ja sehr kurz, blablabla… ist, aber ich hatte es einfach in ganz schlechter Erinnerung. Bei der Geburt meiner Tochter hatte ich in der Vorbereitung eine andere Hebamme, die mit mir meine erste Geburt irgendwie aufgearbeitet hat und mir bewusst gemacht hat, dass mir mein Kopf bei der ersten Geburt im Weg stand. Bei meiner Tochter versuchte ich mich aktiv im Kopf zu entspannen und die Geburt zuzulassen und sie kam nach nur kurzer Zeit im Kreißsaal auf natürlichem Wege zur Welt, obwohl sie 5010g wog!! Zum Glück haben sich im Vorfeld alle Ärzte im Gewicht um 1000g verschätzt und so konnte ich sie normal bekommen. Dass ich dieses „Riesenbaby“ in nicht mal drei Stunden spontan ohne Chemie, ohne künstlichen Schnitt, zur Welt gebracht habe, hat mir bewiesen, dass mein Kopf das entscheidende ist. Ich bin froh, diese Geburt gehabt zu haben und möchte es aber auch dabei belassen.
    Ich wünsche dir, dass du dein Erlebnis so verarbeiten kannst, dass es dich irgendwie nicht mehr belastet und auch nicht mehr verärgert. Es wird in irgendeiner Weise für dein Leben entscheidend gewesen sein.
    Alles Gute, Sophie

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  36. Ein eindrucksvoller Beitrag! Vielen Dank! Bei meinen beiden Söhnen war die Geburt annähernd ähnlich wie bei Dir! Ich wollte so gerne in die Wanne, bei beiden und doch hatte ich nie den Mut aufgebracht meinen Wunsch zu äußern, was auch daran lag, das ich beide Male die Hebamme nicht sonderlich gut leiden konnte!
    Jedesmal kam das Kind nach eben diesem „Schichtwechsel“ ?
    Wirklich deprimierend!

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  37. Hallo, es tut mir total leid, dass es bei dir so doof gelaufen ist. Ich hatte vor gut einem Jahr einenicht ähnlichen Start. Blasen Sprung mit wenig wehen. Allerdings hat man mir erst einmal noch ne runde Schlaf verordnet und meinen Mann wieder heimgeschickt. Wenn ich deinen Bericht lesen, spüre ich, wie dankbar ich wieder für mein Krankenhaus und die Hebammen bin, die sich auf mich eingestellt haben.

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  38. Hätte ich diesen Bericht nur schon vor 10 Jahren gelesen… Ich habe damals nach 22 Stunden i.d. Kaiserschnitt eingewilligt… Dies hatte zur folge, dass auch die anderen Geburten in KS endeten und mir eine natürliche Geburt nie gegeben war…

    Herzliche Glückwunsche zu eurem 3. Wunder!

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  39. Liebe Sabrina, ich kann es so gut nachempfinden. Beide Kinder habe ich übertragen und musste leider auch beide einleiten lassen. Im Nachhinein war die 2. Geburt der Horror – alles steht und fällt mit der Hebamme und der Betreuung bei der Geburt. Nun bin ich auch mit Kind 3 schwanger und ich weiß nur das ich nicht wieder in dieses KH fahren werde und mich nicht von Ärzten verunsichern lassen werde. 7 Tage wurde eingeleitet. Die meisten sehr netten Hebammen sagten mir ich solle nach Hause fahren und entspannen, dann macht sich der kleine sicher selbst auf den Weg. Die Ärzte aber haben es schlecht geredet und mich nach 1 Nacht zu Hause ins KH zurück beordert. Dieses Mal werde ich nicht so früh einleiten lassen. Meine Hebamme vor Ort und ich werden andere Möglichkeiten suchen und auch ich werde versuchen Selbstbestimmt zu gebähren. Dein Artikel hat mich weiter darum bestärkt – vielen Dank und alles Gute für euch. Lg Melanie

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  40. Hallo Sabrina,

    oh ich kann dich so gut verstehen. Ich wurde auch eingeleitet, mit dem leckeren Cocktail mit rizinusöl. Ich hatte auch direkt wehen, leider ging es der kleinen Maus darunter gar nicht gut und das Thema Kaiserschnitt stand fix im Raum. Dazu muss ich sagen, das ich mich ganz bewusst für eine klinik geburt entschieden hatte. Ich habe einen Bluthochdruck und arbeite selbst auf einer Intensivstation, habe schon viel gesehen und mir daher eine geburt außerhalb einer Klinik nicht zugetraut, zumal es mein erstes Kind war.
    Ich hatte dann 15 Stunden wehen mit dem Ergebnis 1cm. Ich hatte aber eine wirklich tolle Hebamme. Bekam eine pda, die wirkte nicht richtig, also es lief auch einiges nicht glatt. Nach 23,5 Std war unsere kleine Sternenguckerin endlich da, gesund und munter. Ich war erschöpft und musste zu allem übel noch genäht werden.
    Ich fand die Geburt furchtbar. Es ist nun 4 Monate her aber sodass nochmal zu erleben kann ich mir nicht vorstellen, obwohl der Wunsch für ein geschwisterchen existiert. Die zeit wird es bringen….

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  41. Herzlichen Glückwunsch erstmal! Ansonsten klingt es wirklich nach einer „typischen“ Krankenhausgeburt. Meine beiden Kinder sind auch beide im Krankenhaus auf relativ natürlichem Weg in der Wanne auf die Welt gekommen. Aber es gibt da auch mehr als eine Sache, die ich so nicht wollte und auch nicht hätte sein müssen. Man muss sich schon sehr durchsetzen können nur damit sie mit deinem Körper und baby nicht machen was sie wollen… Und das mit dem wehentropf hat mir meine Hebamme auch erklärt. Das oxytocin wird fast fahrlässig eingesetzt, ohne dass die weiteren Folgen für Mutter und Kind ausreichend erforscht sind. Und dabei gibt es eben genau diese starke Vermutung, dass der Tropf für schlechteres ablösen der Plazenta und stärkeres nachbluten verantwortlich ist!
    Bei der ersten Geburt wusste ich das nicht und hab in der heißen Phase einen Tropf bekommen weil es den Ärzten zu lange gedauert hat. Allerdings hat die Natur ja mitgedacht und hätte so den Damm besser gedehnt und ich wäre nicht gerissen…
    Bei der zweiten Geburt bin ich dazwischen gegangen als der Arzt noch routinemäßig spritzen wollte. Er hat überrascht eingewilligt, nur um 2 Minuten später zu sagen, wir müssen jetzt aber, die kommt sonst nicht von alleine….. Ich bin sehr dankbar für meine zwei unkompliziertem Geburten, aber ich kann das krank auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Wenn es noch ein drittes kind irgendwann geben sollte, sicher woanders.
    Ich hoffe du kannst mit der Geburt deinen Frieden finden und hast eine wunderschöne Zeit mit deinen Wundern.
    Liebe Grüße

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    • Erstmal herzlichen Glückwunsch, daß Ihr nun alles heile hinter Euch habt.
      Ich stimme den anderen Frauen zu, daß man im Krankenhaus schnell fremdbestimmt wird. Bei mir war die Schwangerschaft problemlos, bis das Krankenhaus entschied, jetzt müsse es aber losgehen. Nach sechs Tagen Einleitung, Komplikationen bei mir, nach schlechten Herztönen bei meinem Sohn und pampigen Antworten der Ärzte ist meinem lieben Mann der Geduldsfaden gerissen und er hat die Frauenärztin hochkant aus dem Kreißsaal geworfen. Die nächste Ärztin hat ganz schüchtern gar nicht mehr mit uns geredet, und nach dem Schichtwechsel kam endlich eine Ärztin, mit der wir beide gut klarkamen. Am Ende war es ein Notkaiserschnitt und ich werde in diesem Krankenhaus sicher nicht mehr entbinden. Mein Fazit war, es ist unendlich wichtig, daß man sich bei den Hebammen und Ärzten wohlfühlt.

    • Liebe Sabrina,
      zu allererst: herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter! Ein gesundes Kind ist einfach ein unglaubliches Geschenk!
      Es tut mir sehr leid, dass die Geburt so ganz anders verlaufen ist, als du es dir vorgestellt hast. Ohne über das Krankenhauspersonal einfach so urteilen zu wollen, kann ich über einige Dinge nur den Kopf schütteln. Es ist immer schwer, die Entscheidungen anderer zu beurteilen, wenn man selbst nicht dabei war, aber abgesehen vom mal ganz abgesehen vom Zwischenmenschlichen erscheint mir der Umgang mit Wanne, B-Streptokokken und CTG wirklich etwas merkwürdig…
      Es macht mich traurig zu lesen, wieviele Frauen traumatische Erfahrungen machen, weil ich weiß, dass es auch anders geht…
      Bei einigen Geschichten, bin ich jedoch auch etwas zwiegespalten, weil ich „die andere Seite“ auch ganz gut kenne.
      Ich selbst arbeite seit inzwischen 5 Jahren als Assistenzärztin in einer Frauenklinik mit fast 1400 Geburten pro Jahr. Ich bin Mama zweier Kinder, die in dieser Klinik geboren wurden und deren Geburten kaum unterschiedlicher hätten sein können.. Und ich bin nicht zuletzt Tochter einer freiberuflichen Hebamme, die Anfang der 90er Jahre eines der ersten Geburtshäuser der neuen Bundesländer mitbegründet und danach ausschließlich Hausgeburten betreut hat. Die erste Geburt, die ich erlebt habe, war die Geburt meines jüngsten Bruders im Schlafzimmer meiner Eltern.
      Ich bin schon sehr gespannt, ob während eurer Themenwoche auch die ärztliche Seite beleuchtet wird. Falls nicht, ich stehe zur Verfügung… 😉
      Ganz liebe Grüße und ein schönes, entspanntes Wochenbett euch!

    • Oh Stefanie das wäre großartig!!!! Würdest du das machen?