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Heute möchte ich euch einen kleinen Bericht aus meiner ersten Schwangerschaft liefern. Wie vlt. einige wissen, waren es im Großen und Ganzen total unauffällige und unkomplizierte Wochen. Leider änderte sich das mit dem Schlag 39. SSW Wieso?

Ich litt an einem fürchterlichen Ausschlag…der ganz plötzlich auftrat. Das ganze sah etwa so aus (sorry, dass es nur ein Bauch-Ausschnitt ist, aber ich habe kaum Bilder aus der Zeit, wo man das Ausmaß nur erahnen könnte). Wer sich gerne noch ein paar Eindrücke vermitteln möchte, kann gerne mal hier klicken.

Auf jeden Fall war es so, dass es am Bauch, dann an den Händen, später waren meine Füße damit überzogen, bis schlussendlich sogar Hals, Oberarme, Beine und Po zusätzlich betroffen waren. Diese Quaddeln oder Pappeln waren nicht nur scheußlich viele, sondern war es so, dass sie auftauchten, nach circa 2-3 Tagen schrecklich zu jucken anfingen und sich dann zu einer größeren Stelle vereinigten, wie im Bild zu sehen.

Kratzte man, juckte es – wie beim Mückenstich – noch mehr sogar. Stach man sie auf, kam eine wässrige Flüssigkeit heraus. Im Nachhinein vermute ich mal, dass es Wundwasser war. Die Quaddeln bildeten sich auch von allein zurück, doch gleichzeitig schossen Neue aus der Haut.

Ich schreibe diesen Beitrag heute hauptsächlich aus dem Grund, weil ich vermute, dass oft nicht erkannt wird, wobei es sich bei solch einem Ausschlag handelt. Bei mir war es auch so. Erst meine Frauenärztin brachte mir nach der Entbindung die endgültige Diagnose. Ich weiß, wie schlimm es ist einen Ausschlag zu haben, der immer schlimmer wird und dafür keine Hilfe in Aussicht steht. Ich hielt es zwei lange Wochen aus, dann hat mich die Frauenärztin entsetzt zur Einleitung geschickt. Meine Recherchen haben jedoch ergeben, dass manche Frauen schon ab der 20. SSW daran erleiden können und da ist es natürlich nicht möglich einfach mal die Geburt in Gang zu bringen (bei mir war es übrigens der so umstrittene Rizinuscocktail, der mir die „Erlösung“ brachte).

Genug der Rede. Ich fange nun mal sachlich an. Wie sich das Syndrom äußert, habe ich bereits beschrieben. Man bekommt plötzlich einen stark juckenden Ausschlag. Dabei breiten sich Pappeln bzw. Quaddeln großflächig aus, keine kleinen Pickelchen.

Was kann man zur Linderung machen?

Nun kommt der Hammer. Ich habe sooooooo viel versucht. Ich will nicht sagen, dass ich alles versucht habe, aber wirklich viel. Meine Hebamme empfahl mir Quark. Der kühlte zwar, aber es brachte keinerlei Verbesserung. Ich weiß es noch wie heute, als mein Mann mich fast täglich „einbalsamierte“. Ich versuchte dann meine Haut zu Ölen, in der Hoffnung, dass der Ausschlag durch zu wenig Feuchtigkeit hervorgerufen wurde. Aber auch das war nicht der Fall – ganz im Gegenteil Öl war sogar ein großer Fehler. Mit dem Voranschreiten der Tage wurde auch der Juckreiz schlimmer. Anfang 40. SSW konnte ich nicht einmal mehr Wasser auf meiner Haut spüren. Es juckte und brannte schrecklich.
Ich suchte verzweifelt den Arzt auf – einen Hautarzt, der musste es ja wissen. FEHLANZEIGE. Aber zumindest erhielt ich wegen der Schwere des Ausschlages eine kortisonhaltige Salbe. Ich schmierte sie drauf, aber keine Besserung. Nun versuchte ich wenigstens mit Fenistil-Gel etwas zu kühlen, aber auch das war nur eine kurze Schmerzlinderung und keine Lösung. Ich ging zur Frauenärztin, welche mir Mut zusprach und meinte, dass einige ihrer Patientinnen in der Schwangerschaft unter solch einem Ausschlag leiden. Es gibt jedoch immer verschiedene Arten und man könne so pauschal nicht sagen, was der Auslöser ist und was hilft. Sie meinte nur, dass die Entbindung auf jeden Fall helfen wird.

Wie ging es weiter?

Am 10.06.2011 hatte ich meinen letzten Frauenarzttermin und wurde von dort aus direkt in die Klinik geschickt, da der Ausschlag die Hölle war und sich über den ganzen Körper drastisch ausgebreitet hatte. Innerhalb der nächsten 24 Stunden war unser Sohn auf der Welt. Schon einen Tag nach der Geburt lies der Ausschlag nach und nach weiteren 7 Tagen war er ganz verschwunden.

Was ich heute weiß bzw. herausgefunden habe

Ich litt tatsächlich an einer Erkrankung, die sich Pupp-Syndrom nennt und nicht mal 4% aller Schwangeren haben. Zudem hatte ich wohl Glück, dass es erst so spät auftauchte. Weiterhin weiß ich heute, dass es sich dabei um eine Art Allergie gegen die Schwangerschaftshormone handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses mit folgender Schwangerschaft wieder am Syndrom erkranke liegt bei über 80%. Glaubt man manchen Schilderungen, so bekommen das vor allem Jungenmamas. Ein Hilfsmittel gegen das Syndrom habe ich nicht gefunden, auch das Internet hält nichts Wirksames bereit außer eben entbinden. Ich weiß aber eines: Öl und Cremes verschlimmern den Ausschlag massiv, sodass es das Beste ist einfach gar nichts zu machen, außer ggf. zu kühlen.

Vlt. meldet sich hier ja die eine oder andere Dame, die auch betroffen war und schildert ihre Erfahrungen? Wäre sehr interessant für mich und noch wesentlich interessanter wäre es, falls jemand ein Gegenmittel gefunden hat 😀

LG Sabrina