Wir müssen für die Kinder da sein

Wir müssen gemeinsam in eine Richtung gehen
Wir müssen Freunde sein
Wir müssen uns aufeinander verlassen können
Wir müssen gleichwertige Positionen gegenüber unseren Kindern einnehmen
Wir dürfen uns nicht einengen, aber auch nicht außer Acht lassen
Wir müssen uns schätzen
Wir müssen Eltern sein….

…wir dürfen uns als Partner nicht vergessen
Lang ists her, dass wir kritische Themen gepostet haben, vor lauter Tutorials ging das total unter, also schieben wir heute mal etwas Abwechslung dazwischen.Mit dem Tag, an dem aus zwei Menschen Eltern werden, ändert sich nicht nur schlagartig die Verantwortung, sondern auch das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Man könnte es fast damit beschreiben, dass die Karten neu gemischt werden.

Es ist wohl kein Geheimnis, dass ein Baby das größte Geschenk der Welt ist, aber es ist wohl auch kein Geheimnis, dass durch das Elternwerden und Elternsein die Partnerschaft oft etwas nach hinten rutscht. Das ist natürlich okay, solange dies in einem „gesunden Maß“ stattfindet und für beide Partner okay ist. Der Teufel scheint dabei aber im Detail zu stecken, denn so einfach ist die Realität nun mal nicht.

 

Wir vergessen uns für das Drumherum

Natürlich stehen die Kinder an erster Stelle. Ich denke, dass diese Aussage die meisten Eltern mit uns teilen werden. Irgendwo kommt dann auch noch die Rubrik Arbeit oder Karriere und dann noch irgendwo die eigene Freizeit und Vergnügung und natürlich auch Liebe und Partnerschaft.
Ein Tag hat 24 Stunden. In dieser Zeit sollte man meinen, dass sich neben dem Versorgen der Kinder und beruflichen Wegen auch die persönlichen Belange unterbringen liesen. Doch eine einfache Rechnung zeigt, dass es nicht immer nach Plan möglich ist: Familie Otto steht morgens um sechs auf. Die Kinder werden fertig gemacht für die Kita, es wird sich zusammen an den Tisch gesetzt und kurz gefrühstückt. Schon 7:30 Uhr sollten die Kids in der Kita sein, denn um 8 beginnt die Arbeit. Dieser geht Familie Otto täglich circa 7 h nach. Halb vier werden die Kinder von Schule und Kita geholt. Es werden anschließend Hausaufgaben gemacht, gespielt, gelacht und vor allem Familienzeit zusammen verbracht. Die Mutter bereitet das Abendessen vor, während der Vater gemeinsam mit den Kinder das Zimmer aufräumt. Schließlich gibt es Abendessen. Die Zeit danach bedeutet Bettgehzeit für die Kinder und gleichzeitig „Feierabend“, wenn da nicht Haushalt, verschiedene Absprachen, Vorbereitungen für den nächsten Tag und diese doofe Müdigkeit wären, außerdem hat man noch eigene Hobbys oder andere Dinge, die man gerne erledigt haben möchte, wofür tagsüber keine Zeit blieb und überhaupt manchmal geht die Arbeit eben dann weiter, wenn die Kidis im Bett liegen. An den Wochenenden hat man eigene Pläne – sollten die Kinder einmal bei Oma sein…

sich selbst nicht so wichtig nehmen und Abstriche machen können

Mit Bianca unterhalte ich mich häufig über Beziehung oder Partnerschaft an sich und wir kommen immer wieder zu dem gleichen Schluss: Man sollte sich selbst einfach nicht zu wichtig nehmen. (Dieser Satz gilt nur in Bezug auf diesen Beitrag zum Thema Liebe und Partnerschaft. Natürlich ist es auch wichtig, Zeit für sich zu haben und sich selbst nicht zu vergessen! ) Wir träumen häufig von Disneylieben, denken bei der großen Liebe spontan an die kitschigsten Filme überhaupt, Perfektionismus durch und durch, liebevolle, kuschelige Paare, die sich nie streiten würden, endlos romantische Typen, rücksichtsvolle Familienmitglieder, aber das ist eben nicht immer oder vielmehr eher selten die Realität. Das Leben ist und kann nicht immer perfekt sein und jeder Mensch hat Fehler! Das Leben sieht vielmehr so aus, wie bei Familie Otto.
Partner sein, heißt Freunde sein
Partner sein, heißt Abstriche machen
Partner sein, die Gewissheit zu haben, dass man sich aufeinander verlassen kann
Partner sein, heißt in eine Richtung zu blicken und das nicht nur zu müssen, sondern zu wollen
Partner sein, heißt einzustecken und nicht nur auszuteilen
Partner sein, heißt nicht immer die gleichen Ansichten zu teilen, aber Kompromisse zu finden
Es mag nicht immer die perfekte Lovestory aus dem TV-Programm sein und ja, das Leben hat eben auch Hürden, die man zusammen durchstehen muss, aber das Wichtigste ist doch, dass man sich aufeinander verlassen kann und diese Hürden zusammen nimmt und selbst einfach das eigene Verhalten ab und an kritisch infrage stellt. Wie oft äußert man im Streit Dinge, die man hinterher bereut? Ist man nicht selbst manchmal ungerecht oder hat man falsche Erwartungen? Manchmal stellt man sogar die Qualitäten des Partners infrage – natürlich kann man das tun, aber immerhin hat man ihn ja höchstwahrscheinlich nicht hinterhergeschmissen bekommen und geliebt und diese Gefühle sollte man stets einfach irgendwo am rechten Fleck tragen.
Und dann könnte man diese wenige Zeit, die man als Paar und Partner hat, statt mit diskutieren, Meinungsverschiedenheiten oder oder oder eben auch mit wesentlich positiveren Dingen verbringen.
Wie oft scheitern Beziehungen weil beide Partner einfach nur an sich denken und nicht an sich gegenseitig? Die Leidtragenden – und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen – sind in dem Fall die Kinder.
Der Schlüssel zu einer tollen Partnerschaft liegt aus unserer Sicht darin, Rücksicht zu nehmen, Verständnis zu zeigen, liebevoll miteinander umzugehen und vor allem, auch im größten Stress und Ärger einfach kleine Fehler zu verzeihen und nicht wegen jedem Bisschen noch zu streiten. Genießt die gemeinsame Zeit, auch als Paar! Das Leben ist anstrengend genug. Da sollte man zu Hause einfach entspannen! ♥
Ich danke an dieser Stelle meinem Mann, der mir häufig die Augen öffnet! Mehr muss ich dazu nicht sagen 😉 Sabrina
Und auch ich danke meinem Mann für sein Verständnis und alles andere, was er öfters mit mir aushalten muss. 😀 Bianca

11 Kommentare

  1. Sasila - Ein UNS entsteht 21. August 2014 at 16:25

    Hi Ihr Zwei, solch ein Beitrag steht bei mir auch auf der To Do Liste 😉 Ganz toll habt ihr das geschrieben… schöne ehrliche Worte.

    Liebe Grüße von UNS!

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  2. Anonymous 21. August 2014 at 10:40

    Es ist toll wenn man die Großeltern vor Ort hat. Unsere sind jeweils fast 500km entfernt. in verschiedenen Richtungen. Andere Verwandtschaft ist mindestens 3h weg. Ich arbeite 30h, auch Sa und So, mein Mann voll. Wir haben keine Haushaltshilfe, aber dafür ein Wenigschläferkind:-) Ab und zu komm ich zum nähen. Das geht alles. Man muss gut organisiert sein.

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  3. Anonymous 21. August 2014 at 9:01

    Auch wenn mein Kleiner erst 11 Wochen alt ist, finde ich mich in dem Beitrag wieder.
    Und ich frage mich auch sehr oft, wie ihr, Sabrina und Bianca, alles unter einen Hut bekommt. Hat euer Tag etwa doch mehr Stunden als meiner ? 🙂
    LG
    Bibi

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    1. Bianca Kahmann 21. August 2014 at 9:38

      Liebe Bibi, dass haben uns schon viele gefragt. Nein, unser Tag hat auch „nur“ 24 h. Allerdings teile ich mir die Zeit immer gut ein. Nach der Arbeit zum Bsp. ist Familienzeit. Und wenn Louisa dann schläft widme ich mich meinen Hobbys, dem Blog und Co. Nähen tue ich meistens am Wochenende, wenn Louisa bei Oma schläft (alle paar Wochen, 14 Tage Rythmus, ist immer mal unterschiedlich). Da hab ich dann auch mal ein ganzes WE nur für mich und meinen Mann. Da schafft man allerhand. Ansonsten teilen wir uns (ich und Mann) richtig gut in alles rein, so dass niemand den Haushalt allein macht oder aber ich mich allein ums Kind kümmere. Ich denke, wir sind gut organisiert! Daran wird es wohl liegen 😀

  4. Nictom 20. August 2014 at 21:45

    Ja. Schließe mich an. Viel Wahres dran. Gefühlt lebt Frau als arbeitende Mama in einem Wahnsinn hamsterrad. Ich frage mich die ganze Zeit, wo ihr die Zeit zum Nähen und dazu noch Bloggen hernehmen. Nähen schaffe ich bisher nur in Nachtschichten, sinnvollerWeise im Urlaub. Also Hut ab!
    LG
    Nictom

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    1. Bianca Kahmann 21. August 2014 at 9:42

      Wir nähen in der Regel dann, wenn die Kinder bei Oma und Co sind. Dann schafft man auch mal mehr. Blogposts schreibe ich abends im Bett oder am WE wenn Louisa schläft. Sabrina und ich sind sehr gut organisiert in diesen Dingen. Außerdem hat Sabrina noch Elternzeit. Das ermöglicht einfach derzeit mehr Rund um den Blog.

  5. Sophina 20. August 2014 at 21:28

    Ich danke Dir für diesen Aufsatz. Da steckt so viel Wahres drin.
    Und ich danke meinen Eltern, der Mutter meines Mannes und der Schwester meiner Mannes, die uns ab und an unser Töchterlein-Schätzchen abnehmen, damit wir uns mal wieder ausschließlich als Paar begegnen können. Wir haben festgestellt, dass ohne diese gelegentlichen Auszeiten unsere Liebe und Partnerschaft nicht überlebt, so traurig das auch klingt.

    LG, Sophina

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  6. Anonymous 20. August 2014 at 14:06

    Sehr schön geschrieben 🙂

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  7. Kuhblume 20. August 2014 at 12:56

    Wie wahr, wie wahr…
    Sehr nett geschrieben.
    Euch noch einen schönen Tag und
    Viele Grüße
    Kerstin

    antworten
  8. AppelKatha 20. August 2014 at 8:29

    Sehr schön geschrieben. Ich hab mich in Vielem wiedergefunden. Danke!

    Viele Grüße, Katharina

    antworten
  9. Alexandra Müller 20. August 2014 at 8:20

    Liebe Sabrina, liebe Bianca,
    nach fünf leiblichen Kindern, Pflegekindern und bald dreißig Jahren Eheleben (mit allen Auf und Abs!) kann ich nur sagen: „Ja, ja, ja!“ Ein toller Beitrag, der den Kern des Wortes ‚Liebe‘ getroffen hat…
    Liebe Grüße,
    PummelchenKreativ

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