Auf Facebook haben wir euch neulich eine Aufgabe gestellt. Wir baten euch darum den Satz zu vollenden „Als ich noch keine Kinder hatte, wusste ich gar nicht…“.

Eure Antworten waren so schön. Es war alles dabei: Von lustig über emotional bis hin zu purem Realismus. Natürlich haben wir euch nicht einfach so gefragt. Erst vor wenigen Tagen sind wir zufällig auf das Thema gekommen, wie es „früher“ war, so ganz ohne Kind. Dabei ist uns erst einmal bewusst geworden, dass dank unserer Kinder und natürlich auch dem Blog Langeweile ein echtes Fremdwort geworden ist. Wie oft saßen wir doch früher ohne Kinder (vorrangig an Wochenenden) da und überlegten, was man aus einem schnöden Herbsttag noch machen könnte? Wie oft ratterte nicht die Nähmaschine, sondern der TV und man zog sich eine Grütze nach der anderen rein, ohne es wirklich wahr zu nehmen? Oft vertrieben wir uns Stunden, die wir aus heutiger Sicht als pure Zeitverschwendung ansehen würden. Das Leben war nur halb so erfüllend und irgendwie befand sich unsere einzige tägliche Herausforderung darin auf Arbeit das zu leisten, was von uns erwartet wird.

mama

Der Wendepunkt im Leben

Mit der Schwangerschaft ändert sich plötzlich das ganze Universum. Zwar ist hier und da auch noch lange Weile vorhanden (vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen), aber plötzlich kommt ein ganz neuer Aspekt dazu: Man muss sich um jemanden kümmern, trägt Verantwortung und muss daraus resultierend entsprechende Vorkehrungen und Vorbereitungen treffen. Trotzdem geht das Leben irgendwie einfach weiter, nur die Uhr hat klammheimlich ihren Takt geändert und die wichtigen Themen des Lebens verschieben sich. Wie gut erinnern wir uns noch daran, dass wir mit unserem hormongesteuerten Schwangerschaftsgelaber alles im Umkreis von 3 Metern fluteten. Man wollte plötzlich nur noch vom Baby erzählen.

Und dann die Formatierung

Irgendwann ist Tag X da und das Baby guckt mit seinen umwerfenden Augen in die Welt hinein. So wie es da war, scheint Mama und Papa völlig der Festplattenformatierung unterworfen zu sein. Ausschlafen? Brauch ich nicht! Essen? Total überwertet! Feiern, mit Freunden treffen, alleine entspannt in der Badewanne sitzen, einfach mal ungestört ein gutes Buch lesen – Error! Das Unfassbare daran ist aber, dass man es mit einer Selbstverständlichkeit hinnimmt, die man nie für möglich gehalten hätte. Ich glaube Bianca hat genauso wie ich sehr gerne ausgeschlafen und viel geschlafen und plötzlich ist ein Wurm da und man nimmt’s mit einem Schulterzucken.

Wir können euch eines sagen und beenden damit den Satz für uns: Als wir noch keine Kinder hatten, wussten wir gar nicht, dass so viele Änderungen im Leben (die doch zugegeben sich auf unser vorheriges Ich massiv ausgewirkt haben) nur mit einem kleinen Nicken, Schulterzucken oder Lächeln hingenommen werden. Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass man sich an einem sabbernden Kind so erfreuen kann. Nie hätten wir gedacht, dass es möglich ist Gefühle in so vielen Facetten zu spüren. Nie hätten wir gedacht, dass man um einen kleinen Menschen so viel Sorge haben kann. Nie hätten wir es überhaupt für möglich gehalten, dass irgendein Menschlein überhaupt solch einen Stellenwert einnehmen könnte.

Und zum Schluss…

möchten wir euch noch einmal eure schönsten Antworten zur unserem Satz hier auflisten. Natürlich darf gerne weiter ergänzt und kommentiert werden!

„Als ich noch keine Kinder hatte, wusste ich gar nicht..“

…wie schön es ist alleine und in Ruhe aufs Klo zu gehen.

…wie weh es tut nachts im Dunkeln auf Legosteine zu treten.…mit wie wenig Schlaf ich auskommen kann.…dass der Wocheneinkauf ALLEINE wie Wellnessurlaub ist.… dass ich mal eine angesabberte Brezel essen würde.… über was man sich alles Sorgen machen kann  und wie sehr man lieben kann.… was Müttern in der Arbeitswelt für Steine in den Weg gelegt werden. bzw ganze Felsen.

…wie chaotisch die Wohnung sein kann, obwohl man den ganzen Tag den Kindern hinterher räumt, oder ihnen sagt, dass sie aufräumen sollen. Aber eine Umarmung und ein „Mama, ich hab dich lieb“ lassen alles andere (Chaos, gereizte Nerven und angemalte Wände) unwichtig erscheinen.

…dass selbst der Besuch zum Zahnarzt eine Art Wellness ist und es nervt, dass man schnell dran kommt weil man doch noch gerne mehr in seinem Buch gelesen hätte.

…wieviel Wäsche zwei so Zwerge produzieren können.

…wie nah Stimmungen bei einander liegen können… in einem Moment lassen sie einen vor Stolz platzen, im Nächsten vor Wut.

…wie hart es für freiheitsliebende Menschen manchmal ist, komplett fremdbestimmt zu werden.

..wie kostbar die Zeit zusammen mit dem Partner ist!

wie kinder“freundlich“ Deutschland ist.

..wie schön Mittagsschlaf sein kann.

…was meine eigene Mutter alles geleistet hat!

…dass Sand jedem, wirklich JEDEM Waschgang trotzt und wie einfaches Wäscheaufhängen somit für Urlaubsfeeling à la „Sandstrand unter nackten Füßen“ sorgen kann.

…wie anstrengend 24 Stunden/Tag Verantwortung sind, aber das ein Lachen als Lohn für 12 Stunden Dienstleistung völlig reichen kann.

…was ich verpassen würde wenn ich keine hätte…sie sind das Beste was ich habe. Um nichts in der Welt würde ich sie wieder hergeben!

wie egoistisch man sich vorkommt wenn man sich manchmal die alte „kinderlose“ Freizeit zurückwünscht.

… wie man pinken Lippenstift von frisch gestrichenen Wänden weg bekommt.

Liebe Mamis, an dieser Stelle möchten wir euch sagen: Ihr leistet soooooo viel. Mamasein ist das Schönste überhaupt, aber schlechte Tage gehören eben auch dazu und es ist völlig okay, dass man sich manchmal am liebsten auf eine einsame Insel beamen würde, um einfach ein bisschen durchzuschnaufen.

Viele Grüße

Sabrina und Bianca

1 Kommentar

  1. Jenny Steffes 26. November 2014 at 8:24

    Was für ein schöner Bericht,wirklich ganz ganz toll geschrieben! ich liebe euren Blog 😉 Macht weiter so.

    Ganz lieben Gruß, aus Münstermaifeld, von einer ebenfalls nähbegeisterten, dreifach Mama, die dank eurem Blog auch ganz ohne Nähkurs was zustande bekommt 😀

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