Meine Art zu Entbinden – ein geplanter Wunschkaiserschnitt

In unserer Themenwoche möchten wir gern Einblicke in unterschiedliche Geburten geben und auch andere Mütter zu Wort kommen lassen. Deshalb freuen wir uns heute, dass Sandra über ihren Wunschkaiserschnitt beim 4. Kind schreibt und uns ihre Gedanken dazu erläutert.

Wir bitten darum jeder Mutter selbst zu überlassen welchen Weg der Geburt sie gehen möchte. Diese Beiträge sollen verschiedene Perspektiven und Erlebnisse erläutern und die ein oder andere Sichtweise der Dinge möglicherweise erweitern.

Wir wissen, dass die Art zu entbinden ein sensibles Thema ist und bitten dich darum respektvoll mit der jeweiligen Entscheidung umzugehen und sind offen wir konstruktive Diskussionen.

Vorgeschichte

Panik und Angst vor einer Geburt haben mich während der 4. Schwangerschaft in den Wahnsinn getrieben. Ich hatte bereits drei Kinder auf normalem Wege zur Welt gebracht, bei zwei Geburten kam es zu Komplikationen. Das Baby drehte sich nicht richtig ins Becken; schlechte Herztöne. Mein zweites und drittes Kind kamen jeweils mit Saugglocke zur Welt. Eigentlich hätte ich einen Wunschkaiserschnitt schon beim dritten Kind gewollt. Meine Hebamme hatte mich jedoch erfolgreich davon überzeugt, das nicht jede Geburt gleich ist. Nach zwei Mädchen und meinem langersehnten Sohn, war hier die Familienplanung abgeschlossen. Als Verhütungsmethode hatte ich die Drei-Monats-Spritze gewählt. In unserem Italien-Urlaub wirkte sie wohl nicht und ich wurde mit unserem vierten Wunder schwanger. Nach dem Urlaub (ich spürte irgendwie sofort, dass ich schwanger sei) bin ich sofort zum Frauenarzt. Dieser bestätigte mir mein Gefühl. Ich wusste nicht so recht ob ich mich freuen sollte oder weinen. Weinen, weil ich Angst vor der Geburt hatte.

 

Bekomme ich einen Wunschkaiserschnitt? Ich bin ja kein Superstar?

Nach einer einfachen normalen Geburt und zwei dramatischen Risikogeburten entschloss ich mich für einen Wunschkaiserschnitt.

Ich war nun also in meiner vierten Schwangerschaft damit beschäftigt, eine Klinik zu finden, welche mich berät und mir die Möglichkeit gibt, mein Kind per Wunschkaiserschnitt zur Welt zu bringen. Ich schwöre dir, es ist gar nicht so einfach. Vor allem wenn man schon drei Kinder auf normalem Wege zur Welt gebracht hat.

Im Umkreis von 30 km fragte ich bei vier Kliniken an. Ich bin selbstverständlich nicht gleich mit der Tür ins Haus gefallen, sondern habe ganz vorsichtig im Beratungsgespräch das Thema „Wunschkaiserschnitt“ angesprochen. Mir wurde dann bei allen Kliniken im Beratungsgespräch das Gleiche gesagt:
„Sie haben drei Kinder auf normalen Wege zur Welt gebracht, dann schaffen Sie das Vierte auch noch.“
Okay!? Obwohl ich zwei Risikogeburten hatte!? Ich war enttäuscht und hatte Angst, große Angst.
Angst während der Geburt mein Kind zu verlieren und was ist mit mir?
Was ist wenn mir etwas passiert? Meine drei großen Kinder brauchen doch ihre Mama?
Nun blieb mir nichts anderes übrig, als in meiner Heimatstadt und in der Thüringer Landeshauptstadt nachzufragen. Aber auch hier wurde mir gesagt: „Nein, einen Wunschkaiserschnitt machen wir hier nicht!“
Ich fragte mich so langsam, wie alle anderen das machen?
Muss man ein „Superstar“ sein?
Muss ich nach München, Berlin oder Hamburg reisen um zu entbinden?

Ich war bereits in der 30. Woche und wusste, dass ich einen weiteren Sohn bekommen würde. In meinem Kopf machte sich so langsam der Gedanke breit, keinen Wunschkaiserschnitt zu bekommen.

Je näher nun also der Geburtstermin rückte, desto mehr Angst bekam ich. Ein Besuch bei meinen Eltern änderte aber schlagartig mein Problem. Die Tochter der Nachbarin hatte in einem nahe liegenden Krankenhaus einen Wunschkaiserschnitt durchführen lassen. Sie war sozusagen meine Rettung. Ich löcherte sie mit Fragen und sie gab mir die Kontaktdaten.

An diese Klinik mitten im Thüringer Wald hatte ich gar nicht gedacht. Ein Termin war schnell telefonisch vereinbart, mein errechneter Entbindungstermin war der 02.04. Ende Februar wurde mir also im 50 km entfernten Krankenhaus der Kreisssaal, OP und die Entbindungsstation gezeigt. Ich erzählte den Schwestern, Hebammen und auch der Ärztin meine Geschichte. Alle waren so lieb und verständnisvoll. Die Frauenärztin untersuchte mich ausgiebig und stimmte dem Wunschkaiserschnitt zu. Ich bekam das Geburtsdatum von meinem Baby schwarz auf weiß, der 22.03. sollte es sein. Dabei hatte ich ein komisches Gefühl und überlegte, ob ich das Richtige tue.
Spiele ich Gott?
Ist es gut für mein Kind?
Was ist wenn es noch nicht so weit ist?
Ich wurde selbstverständlich auch über Risiken des Kaiserschnittes aufgeklärt. Auch das man sich nicht gleich um sein Kind kümmern kann. Die Ärztin sagte aber, man könne selbstverständlich auch eine normale Geburt probieren und wenn es nicht geht in einen Kaiserschnitt übergehen. Ich unterschrieb daraufhin die vielen Papiere und sollte am 21.03. um 16 Uhr auf Station sein. Am 22.03. früh um 6:00 würde die OP beginnen.
Nun war alles für meinen Wunschkaiserschnitt vorbereitet.

 

Es kommt immer anders als man denkt

Am 21.03. fuhr ich mit meinem Freund und meinem Sohn ins Krankenhaus.
Am nächsten Tag sollte früh um 6:00 Uhr der Wunschkaiserschnitt durchgeführt werden. Aber es kam alles anders als gedacht.
Die Hebamme holte mich zum CTG-Schreiben und da platzte ganz unerwartet meine Fruchtblase, jetzt musste es schnell gehen! Es setzten auch sofort Wehen ein.

Für mich war dieser Moment beruhigend, während um mich herum totaler Stress herrschte.Mein Kind hatte sich also selbst entschieden wann es zur Welt kommen möchte. Der OP wurde vorbereitet. Mein Freund brachte meinen Sohn zu meinen Eltern und war Gott sei Dank pünktlich mit meiner Schwester zurück.

Nun lag ich Punkt 18 Uhr auf dem OP – Tisch und es ging los. Ich hatte eine Rückenmarksspritze, eine Spinalanästhesie bekommen, die war wirklich sehr unangenehm. Meine Beine und mein Unterleib fingen fürchterlich an zu kribbeln. Aber es dauerte nicht lang, da spürte ich gar nichts mehr.
Während der OP merkte ich nur einen Druck auf den Magen und immer mal ein ruckeln, ansonsten nichts. 18:16 Uhr wurde mein viertes kleines Wunder per Wunschkaiserschnitt auf die Welt geholt. Man legte ihn mir auf meinen festgeschnallten Arm. Es war so schön ihn zu sehen, ihn zu spüren, denn das hatte ich bei meinen normalen Geburten beim zweiten und dritten Kind nicht.
Ich glaube das ist wirklich das schönste Gefühl, wenn du als Mama dein Baby zum ersten Mal im Arm hast. Nach ein paar Minuten wurde mein kleiner Mann aber ins Nachbarzimmer zur Untersuchung gebracht. Meine Schwester stand dort schon bereit um mit nach ihm zu sehen.

Gegen 19:00 Uhr war die OP dann beendet. Mir hat vorher niemand gesagt, dass das zunähen 45 Minuten dauert. Für meine Schwester waren die 45 Minuten toll, sie hatte ihren kleinen Neffen auf ihrer Brust liegen. Wir hatten das vorher so abgeklärt, da wohl die Herzen von Geschwistern ähnlich schlagen. Mir war es wichtig, wenn er schon nicht auf meiner Brust liegen kann, dann wenigstens auf der meiner Schwester. Die zwei haben übrigens ein sehr inniges Verhältnis.

 

Nach dem Kaiserschnitt

Schmerzen? Ja, ich würde sie mit einem starken Muskelkater vergleichen. Am Morgen nach dem Kaiserschnitt kam der Chefarzt zu mir, schaute sich die Narbe an und sagt ich könne sofort aufstehen. Aufstehen war jedesmal eine Überwindung, aber es hat geklappt. Den Katheder habe ich mir Mittags entfernen lassen, da war ich gezwungen auch zur Toilette zu gehen. Was es einfacher machte schneller wieder auf die Beine zu kommen. Meinen Kleinen hatte ich die ganze Zeit bei mir. Hilfe brauchte ich nur, wenn ich ihn in sein Bettchen legen wollte. Denn mit Baby aufstehen ging gar nicht. Stillen, wickeln, waschen und alles was man so macht, habe ich trotz Kaiserschnitt-Narbe selbst gemacht. (Es ist nicht jeder gleich, ich hatte wohl Glück). Ich durfte nach 3 Tagen das Krankenhaus mit meinem kleinem Prinzen verlassen.

 

Spätfolgen? Wie ist die Narbe verheilt ?

Der Wunschkaiserschnitt ist nun 3 ½ Jahre her. Ich habe keine Spätfolgen. Im Bereich der Narbe ist die Haut etwas taub, was mich aber nicht wirklich stört.
Die Narbe wurde gut vernäht, ähnlich wie eine Zaubernaht beim Nähen. Ich spüre sie nicht, auch nicht bei Wetterumschwung.

 

Würde ich mich nochmal so entscheiden ?

Ja, auch wenn ein Kaiserschnitt risikoreich ist. Für mich war es der richtige Weg und den richtigen Weg muss jeder für sich selbst finden.

 

Wir danken Sandra für den Bericht über ihren Weg der Entbindung. 

Wie stehst du zu einem Kaiserschnitt? Hattest du vielleicht selbst einen oder kennst Mütter, die einen wollten oder einen ungeplant bekommen mussten? Gern kannst du dich zum Thema im Kommentarfeld äußern.

 

Author: Bianca

Rosaverliebte Mädchenmami, mit dem Hang zum Perfektionismus, liebt die Ordnung, hat eine unbändige Leidenschaft zum Kreativ sein, zu der sich eine Nähsucht gesellt, kann stundenlang in spannenden Romanen versinken und dekoriert super gern das ganze Haus um.

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29 Kommentare

  1. Ich kann gar nicht so genau sagen, wie ich zum Thema Wunschkaiserschnitt stehe. Grundsätzlich denke ich mir schon leben und leben lassen.
    Ich für mich persönlich hätte mich niemals für einen Wunsch-KS entschieden obwohl meine erste Geburt mit mit Saugglocke, Geburtsstillstand, Wehentropf und Wehenhemmer auch kein Spaziergang war.
    Mein Sohn machte sich bei 35+6 auf den Weg, bei 36+0 war er da, also ein spätes Frühchen. Im Nachhinein denke ich, dass der Wehentropf, den ich bekam, da es schon zu schnell ging die Schwierigkeiten hervorgerufen hat.
    Meine Tochter (2. Kind) lag relativ lange (gefühlt) in BEL sodass ich mir über einen KS auch Gedanken machen musste. Und für mich war klar, ich hätte auch bei bestehender BEL eine Spontangeburt versucht.
    Töchterchen drehte sich noch rechtzeitig und meine 2. Geburt war ein Traum. Ich war schon in der Klinik wegen erhöhtem Blutdruck und einem CTG was grenzwertig war und trotzdem war diese Geburt absolut toll für mich. Ich wusste ja diesmal was passiert, was ich tun kann und was ich auf gar keinen Fall will. Auch konnte die Hebamme im Kreißsaal mich wohl gut einschätzen (obwohl wir uns nur 20 Min gesehen haben :-D) und hat mir instinktiv das für mich passende vorgeschlagen.
    Insgesamt gingen beide Geburten vielleicht n bisschen sehr schnell (Nr. 1 8 Stunden, Nr.2 4 Stunden), aber gerade meine 2. Geburt hat mich verstehen lassen, warum viele Frauen von prägenden positiven Erlebnisse sprechen.
    Natürlich sind die Mamis, die ihre Kinder per KS entbunden haben keine schlechteren Mamis, ebenso wenig wie solche die sich bewusst für einen KS entscheiden. Aber das Gefühl, aktiv sein Baby auf die Welt gebracht zu haben, hat mich nicht nur mit Mutterglück sondern auch mit Stolz und wahnsinnig vielen positiven Energien erfüllt. Es gibt sie eben doch: die Traumgeburten. Und ich stimme insofern schon zu, dass auch ich dieses Selbstbewusstsein auch zu wissen was ich will erst bei meinem 2. Kind hatte.
    unterm Strich denke ich dennoch: lieber eine glückliche Wunsch-KS-Mami als eine unglückliche Spontangebärende.

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  2. Bei der Geburt meiner Tochter stand für mich früh fest, dass ich jemand vertrautes an meiner Seite wollte und Keinen, der überhaupt nix über meine Vorstellungen weiß. Ich suchte also zunächst nach einer Hebamme die Vor- und Nachsorge übernehmen würde und mich bei der Geburt begleiten würde. Damit hatte sich dann auch die Hausgeburt erledigt, denn meine Hebamme war gerade frisch examiniert und fand keine erfahrene Kollegin, die dazu gestoßen wäre. Zugunsten meiner Hebamme auf die Hausgeburt zu verzichten war aber das Beste was ich machen konnte. Obwohl nicht alles optimal verlief (bei welcher Geburt ist das der Fall?) die Dinge die mir wichtig waren wurden eingehalten. Meine Hebamme blieb stets so cool, dass sogar mein Mann sich von der Ruhe anstecken ließ.
    Bevor die Entscheidung um den Geburtsort feststand musste ich mir so manchen Spruch zur gewünschten Hausgeburt anhören. Allein schon deshalb finde ich es dreist sich in die Pläne der Eltern einzumischen. Ich wünsche nur jeder Frau die sich für einen Kaiserschnitt entscheidet, dass sie dabei gut beraten wird und nicht hinterher feststellt, dass es andere Wege gegeben hätte ihre Befürchtungen abzufangen.
    Egal ob Arzt oder Hebamme, zur Geburtsvorbereitung gehört für mich jemand, mit dem man alle möglichen Szenarien durchspinnen und ein Vorgehen festlegen kann und der sachlich dazu berät. Eine gute Bindung aufzubauen gelingt sicher unabhängig vom Geburtsmodus.

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  3. Hallo Ihr Lieben,
    ich bin selbst Mama von 4 Kindern, zwei Jungen und zwei Mädchen und ich bin… Hebamme. Ich finde es ganz berührend und unglaublich wichtig, dass Frauen hier zu diesem so sensiblen Thema in den Austausch miteinander kommen können, das ist eine Möglichkeit, ein wenig heil damit zu werden.
    Zwei Dinge möchte ich zum Beitrag sagen, bzw. schreiben: für alle Kaiserschnitte würde ich mir wünschen, dass das Sectiotop als Möglichkeit, auch bei dieser Geburtsform unmittelbar im Anschluss an die Geburt, also die ganze Zeit im OP schon, „bonden“ zu können in die Kreißsaal-OPs als Standard einziehen wird. Traumatisierend ist häufig nicht nur die Geburtsart, sondern die unmittelbar oder doch sehr schnelle und dann meist stundenlange Trennung vom Kind. Das ist traumatisierend für die Mamas und die Babys und kann eigentlich in den meisten Fällen vermieden werden.
    Und zweitens: Eine „normale“ Geburt bedeutet für mich nicht, dass das Baby unten raus kommt, egal wie. Das kann nämlich sehr UNNORMAL sein. Eine normale Geburt ist für mich eine Geburt, bei der das Baby aus Mamas Bauch heraus und direkt IN und AN ihr Herz geboren wird. Das Baby also aus der Mama kommt um noch näher bei ihr zu sein, eine Geburt bei der die Mama trotz der Anstrengungen vor Glück strahlt und das Baby auf Mamas Haut, in ihrer Wärme und Berührung in Ruhe in dieser Welt ankommen kann. Es macht mich unglaublich traurig, dass das so häufig nicht mehr normal ist. Seid alle lieb gegrüsst und: Ihr seid toll! Ihr seid Mamas!!!!!

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    • Sehr schön geschrieben. Deshalb war mein erster ks so traumatisierten, es war hektisch, unkoordiniert & alles andere als schön. Ich habe nichts mitbekommen trotz das ich bei Bewusstsein war weil ich so beseelt war. Beim 2 wurde mir der kleine unter den Kittel auf die Haut gelegt & war die ganze Zeit bei mir. Ich hatte eine wundervolle Hebamme die zusammen mit dem ganzen OP Team tolle Arbeit geleistet hat. Danke für deinen Kommentar ❤️

  4. Es ist immer spannend und immer anders. Ich bin Mama von drei Söhnen und drei verschiedenen Geburtssituationen.
    Die erste Geburt war eine für mich Vollkatastrophe. Nach 4 Tagen und 4 Nächten Wehen, Wehenfördernde Mittelchen, einer Menge Schmerzen usw. wurde unser erster Sohn doch per Notkaiserschnitt geholt. Ich fühlte mich mit sovielen Personen, wie auf der Schlachtbank. Ich konnte ihn nicht sehen und war hinterher einige Stunden auf der Intensiv- Aufwachstation. Sohn Nr. zwei kam dann mit einem geplanten Kaiserschnitt. Toll war dies auch nicht, aber wesentlich entspannter. Sohn drei haben wir dann „geschenkt“ bekommen. Pünktlich zum Weihnachtsfest war er da. Wir hatten drei Tage Zeit mit dem Gedanken “ SCHWANGER“ zu gehen und was soll ich sagen: Es war das schönste Geschenk und ein genauso großes Wunder wie unsere anderen beiden Söhne!

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  5. Für mich als Hebamme ist das ganz schwer nachzuvollziehen. Ich kann Frauen eigentlich überhaupt nicht verstehen, wenn sie sich einen Kaiserschnitt wünschen. Schon gar nicht aus dem Grund Angst vor der Geburt. Da lehnt ich mich jetzt ganz weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass sowie mit einer guten Hebammenbetreuung schon in der SchwangerSchaft und unter der Geburt wohl viel seltener wäre. Schwangerschaft und Geburt gehört für mich nicht in ärztliche Hand. Dann gäbe es nicht so viel Risiko bei Allem und nicht so viel Angst.
    Natürlich ist für mich auch eine Selbstverständlichkeit den Wunsch der Frau zu respektieren. Es ist nicht mein Leben und ich muss ja auch nicht mit den Konsequenzen leben. Ich finde es in jedem Fall immer sehr schade

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    • Liebe Yvonne und genau hier sehen wir das Problem, dass wir alle „anpacken“ sollten. Frauen werden verunsichert, Geburten und Schwangerschaft zur Krankheit gemacht und von allen Richtungen (außer den wenigen Hebammen, die noch Hausgeburten betreuen oder die Vorsorge komplett übernehmen) wird Druck aufgebaut, verunsichert und Angst geschürt. Eine gute Hebammenbetreuung schon in der Schwangerschaft ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, alldieweil einer Frau vermittelt wird: Der Frauenarzt sei der Superguru schlecht hin. Es wird so viel verwirrt und verunsichert, dass man in die Geburt hineingeht und schon darauf wartet, dass jemand kommt und sagt „was zu tun sei“. Genauso sieht man das an dem Ding mit der Nabelschnur. Wir als Blogger, die versuchen das Thema etwas zu beleuchten und ein wenig aufzuklären, haben den Satz in letzter Zeit dermaßen häufig gelesen, dass wir es nahezu erschreckend finden. Es scheint wirklich Ärzte oder Hebammen oder wem auch immer zu geben, der Müttern einredet Nabelschnur um den Hals = Notfall oder lebensbedrohlich. Irgendetwas läuft in dem Land gerade so mächtig falsch und nun gilt es dort (und genau das versuchen wir nun intensiv) die Hebel anzusetzen…

    • Danke Sabrina, dafür kämpfe ich mit meinen Kolleginnen schon so lange und wir sind das Kämpfen so leid. Ich bin echt drauf und dran meinen Beruf an den Nagel zu hängen. Genau wie viele meiner Mistreiterinnen. Verraten und verkauft von der Politik, verlacht von den meisten Frauenärzten. Wenn ich mutig wäre, hätte ich schon längst hier in der Pampa des Thüringer Waldes ein Hebammenhaus. Wo Frauen und Familien sich aufgehoben fühlen können, wo Kinder in Ruhe auf diese Welt kommen dürfen, ohne ständige Kontrolle und medizinische Intervention. Ja. Ich träußern weiter. Man wird uns Hebammen mit der Zeit abschaffen und sorry, wenn ich das so sage….Frauen, diese nicht normal, ja ich weiß, was ist schon normal, gebären, ich schreib mit Absicht nicht entbinden, möchten, tun ihren Teil dazu. Sicher ungewollt, aber es ist nun mal nicht egal, wie wir geboren werden.

    • Liebe Yvonne, und die Lage ist so bitter, es braucht einen Aufstand – doch woher soll der kommen? Von den verunsicherten Müttern, die bewusst verängstigt und „krank“ gemacht werden? Meine Hebamme empfindet exakt das Gleiche wie du und sie lebt für ihren Beruf….ich muss oft an das Buch denken, dass ich gelesen habe, wo es mitten in Amerika eine Hebammenfarm gibt und dort passiert statistisch gesehen rein gar nichts, weil die Frauen einfach so gebären dürfen, wie es die Natur vorgesehen hat. Ich werde diese Geburt immer mit dem bitteren Beigeschmack behalten, warum ich überhaupt gefahren bin….und das ist genau das fatale…inzwischen hat man kaum noch Wahl und landet am Ende gar noch bei Alleingeburten….

    • Liebe Yvonne,
      für mich als Mutter, die beim ersten Kind eine Horrorgeburt hatte, ist das schon nachzuvollziehen. Ich bin selbst Ärztin in einem anderen Fachgebiet und dachte die Geburten funktionieren seit Jahrtausenden, also wird der Körper schon wissen, wie es läuft….Ja, das stimmte schon – allerdings erst bei der zweiten Geburt. Meine erste Geburt wurde 10 Tage nach ET mit Prostaglandinen eingeleitet und sowohl ich wie auch mein Sohn wurden im wahrsten Sinne des Wortes gequält, nach 3 Tagen war er endlich da und hatte dann gleich eine schwere neonatale Infektion. Ich habe mehr als ein halbes Jahr gebraucht um mich körperlich und seelisch wieder von dem traumatischen Erlebnis zu erholen. Mein erster Gedanke war – nie wieder!!! Diese Hilflosigkeit, dieses Ausgeliefertsein abartig. Ein Jahr später dachten wir unser Sohn soll kein Einzelkind bleiben, wenn wir noch ein Kind bekommen, dann aber mit Wunsch-Sectio. 3 Jahre später kündigte sich dann unsere Tochter an und erst während der Schwangerschaft ließ ich den Gedanken an eine normale Geburt zu. Ich suchte eine andere Geburtsklinik und besprach mit den Ärzten dort genau, was ich bereit war mitzugehen und was nicht. Es wurde vereinbart bei Schwierigkeiten niederschwellig eine Sectio zu machen, dies wurde schriftlich niedergelegt, so dass es – egal wann es losging- für jeden verbindlich vorlag. Das Wissen nicht hilflos ausgeliefert zu sein hat mich so entspannt gemacht, dass unsere Tochter ganz schnell ohne PDA und medizinischen Schnickschnack und problemlos ohne Geburtsverletzungen auf die Welt kam. Wir waren um 6.00 Uhr in der Klinik und 2 Stunden später um 8 Uhr war sie da, keine Geburtsverletzungen, keine Infektion, keine Trinkprobleme. Zwei Tage später hätte ich den Garten umgraben können.
      Ich bin froh, dass keine Sectio nötig war, kann aber auch aus meiner ersten Geburtserfahrung sagen, dass die Kinder von der Geburt geprägt werden und das auch Folgen hat. Manchmal ist wäre eine Sectio vielleicht doch die „normalere“ Geburt. Leider wird das von Hebammen und Ärzten gleichermaßen polarisiert.

    • Aber auch die Angst vor einer vaginalen Geburt gehört genauso respektiert wie alles andere wenn man schwanger ist bzw. entbindet. Es sollte um die Frau und ihre Wünsche. Den Satz mit den Konsequenzen finde ich sehr unpassend von Dir, denn ich glaube das es genug Frauen gibt, die vaginal entbunden haben und jetzt auch ihr Päckchen mit sich rumtragen. Und ja ich ich habe körperlich und seelisch noch Probleme mit den Kaiserschnitten, aber die hätte ich bei einer vaginale Geburt mit Sicherheit auch gehabt, da meine 2 beide 38,5 KU und beide knapp 4,5kg hatten.
      Was ich sehr schade finde ist, dass egal wo immer von „normal“ und KS geschprochen wird. Was ist denn normal?! Eine Frau gebärt ein Kind und wird dadurch zur Mutter. DAS ist das Entscheidende und nich der Weg dahin!

  6. Hallo ihr Lieben,
    Sandra, vielen Dank für Deinen Bericht.
    Ich habe meine Tochter auf „normalem“ Weg zur Welt gebracht und würde nach dem Erlebnis beim zweiten einen Kaiserschnitt wollen.
    Mir wurden während der Geburt mehrfach Wehenhemmer gespritzt, weil Mausis Herztöne während der Wehen so schlecht waren. Ich fühlte mich so machtlos, dass mir ständig gesagt wurde, dass die Herztöne unter der Wehe immer schlechter werden. Im Endeffekt wurde sie mit der Saugglocke geholt und dank des großen Dammrisses (KU 39cm ?) konnte ich mich die erste Woche nicht allein um mein Kind kümmern.
    Diese Angst unter der Geburt hat mich tief geprägt und könnte so nicht mehr unbefangen an eine natürliche Geburt denken.
    Das wichtigste ist, hört auf euren Körper. Mich wollte die erste Hebamme nochmal nach hause schicken, 30 min später lag ich mit geöffnetem Muttermund im Kreißsaal und wie sich rausgestellt hat , hatte mein Schatz die Nabelschnur 2 mal um den Hals. Wären wir nochmal nach hause gefahren, wäre mein Kind heute nicht gesund und munter.
    Und egal wie das Kind zur Welt kommt, die Liebe der Eltern nach der Geburt ist das wichtigste.
    An alle die es noch vor sich haben, ganz viel Kraft und Glück mit euren kLeinen Wundern. ?

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    • Hallo Anja, wir können deine Ängste total verstehen und es ist schade, dass das mütterliche Gefühl oft nicht ernst genommen wird 🙁 Was dir jedoch keine Sorgen machen darf, ist die Tatsache mit der Nabelschnur um den Hals. Wir haben das mit mehreren Hebammen bereits thematisiert. Dass Kinder ohne die Nabelschnur um den Hals zur Welt kommen ist eher selten. Hier ist einfach die Hebamme gefragt, die diese „entwirrt“…Sabrina

    • Ihr Lieben, ca 85%aller Babys haben sie Nabelschnur um den Hals und das ist auch meistens überhaupt kein Problem. Hat schon mal jemand versucht, einen festen Knoten in einen Gartenschlauch zu machen? Geht nicht? Eben. So ist das mir der Nabelschnur auch. Da wären wir wieder beim Thema …würde man schwanger nicht so viel von Risiken hören und würde man weniger verrückt gemacht, hätten die meisten nicht solche Angst.

  7. Es ist schön, dass es die Möglichkeit zur Sectio gibt denn ohne sie wäre ich heute keine stolze Mama von zwei wunderbaren Mädchen. Beide waren sehr groß und hätten nie durchgepasst bzw. nur mit „Gewalt“. Nr. 1 war 2014 geplant weil ich einfach zuviel Druck von außen hatte und mich nicht mehr getraut habe es zu versuchen. Nr. 2 habe ich letzten September ausgesessen bis ET +11 und trotz Einleitung per Cocktail und fast 24h wehen davon 12h mit offener Blase hat sich einfach nix mehr getan. MM bei 9cm und Kind nicht ins Becken.
    Ich hab es diesesmal wenigstens versucht, habe aber trotzdem das Gefühl versagt zu haben auch wenn mein Kopf sagt es geht bei dir einfach nicht anders. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und wünsche mir das es nicht mehr so thematisiert wird wer wie entbunden hat. Jede hat für sich und ihr/e Kind/er die für sie richtige Entscheidung getroffen und das sollte respektiert werden.
    Danke für Eure Themenwoche.

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  8. Ich hatte zwei Kaiserschnitte, 2012 als Notfall bei Geburtsstillstand und 2016 geplant – dann allerdings unerwartet vier Wochen zu früh. Meine Kinder durfte ich beide Male ganz schnell bei mir haben, 2016 sogar noch im OP in einem Schlauchtop auf der Brust und er hat auch gleich getrunken. Für mich war es beide Male keine schlimme Erfahrung. Mit der Klinik bin ich sehr zufrieden, die Atmosphäre war ganz ruhig und freundlich. Ich wollte es gern spontan versuchen, aber es sollte nicht sein. Mein Rat wäre, es auf sich zukommen zu lassen und es anzunehmen, wie es dann kommt.

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  9. Ich hatte beides. Bei meiner ersten Tochter musste ein Kaiserschnitt gemacht werden (Beckenendlage). Habe während der Schwangerschaft alles versucht um sie doch zum drehen zu bringen (Moxen, Akkupunktur usw.), den ich wollte eine normale Geburt, aber leider!
    Somit wurde zwei Wochen vor Geburtstermin ein Kaiserschnitt gemacht. Meine Tochter war in den letzten Schwangerschaftswochen sehr aktiv, vor allem in der Nacht! In der Früh jedoch schlief sie meistens. Leider kam sie um 8:16 Uhr auf die Welt und für sie war es ein brutaler „Geburtsschock“. Sie hat 11 Monate (!!!) gebraucht um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Für mich waren es 11 Monate mit sehr, sehr, sehr wenig Schlaf. Immer wenn sie eingeschlafen ist, schrak sie wenige Zeit später auf und hat panisch geschrieen, sie hatte einfach Angst!! Osteopath und Co konnten mir leider auch nicht helfen.
    Als sie dann nach 11 Monaten endlich gut geschlafen hat, war ich promt mit Baby Nr. 2 schwanger. Die Ärzte rieten mir von einer normalen Geburt ab, da die Narbe reißen könnte. Habe mich jedoch nicht beirren und beeinflussen lassen und meinen Sohn normal auf die Welt gebracht.
    Sollte ich irgendwann vielleicht doch ein drittes Kind bekommen werde ich alles daran setzten auch dieses Kind normal zu Entbinden!

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  10. Hallo, ich hatte nach knapp 2 Tagen Wehen und immer weiter schwindenden Kräften auch einen Kaiserschnitt. Meinem kleinen Dickkopf ging die Kraft nicht aus…Er hätte wahrscheinlich noch 2 Tage weitermachen können 😉 im Nachhinein war ich froh…Ich hätte wahrscheinlich nicht die Kraft zum Pressen gehabt…Wenn er die 1/4 Drehung tatsächlich noch gemacht hätte. Die Schmerzen danach hielten sich in Grenzen und ich konnte unseren neuen Alltag super bewältigen. Ganz unverhofft war ca. 3 1/2 Monate später unser zweites Wunder unterwegs … (Die Mähr des Stillens) Natürlich hatte ich große Angst vor der Geburt…Zumal man eigentlich nach einem Kaiserschnitt 1 Jahr mit der nächsten Schwangerschaft warten sollte…Nun ja…13 Monate nach unserem ersten Kind kam also das 2. hinterher. Die Geburt musste eingeleitet werden…Nach 10 tagen über Termin … Am ersten Tag tat sich nichts…Ich musste über Nacht im KH bleiben wg. Dem kurzen Zeitraum zw. Kaiserschnitt und 2. Geburt…Man hatte Angst vor einer Narbenruptur…Nun ja…Mein Mann war gerade wieder zu hause und hatte sich ins Bett gelegt…Da sprang die blase … Er hat es gerade noch ins KH geschafft…2 Stunden nach Blasensprung war unser 2. Sonnenschein gesund und munter da…Ich hatte nicht die Zeit nachzudenken ob Kaiserschnitt oder nicht …Alles lief super. Beide Erfahrungen waren für mich / uns besonders. Wichtig ist immer die Gesundheit von Mutter und Kind…Ein Kind mit Angst auf die Welt zu bringen ist sicher viel schwerer..Da die innere Lockerheit fehlt…Jeder sollte daher frei entscheiden und das Umfeld sollte diese Entscheidung akzeptierem…

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  11. Ich kann die Entscheidung absolut Verstehen! Nach drei Einleitungen und der Gewichte von 3600 g, 5080 und 4.500g verbunden mit Dammschnitten , beim zweiten Kind konnte ich 6 Monate nicht sitzen,

    wurde mir bei Nummer 4 gesagt, dass trotz riesigem Bauch kein so schweres Kind kommen muss und ich das auch noch schaffe. Er wurde mit nur 3900 g geschallt. Also fing ich wieder mit einleiten an , aber nach drei Tagen wehen nichts!! Endlich sagte dann eine Oberärztin, das Kind kann nicht nur so wenig wiegen. Richtig ärgerlich, in diesem Zeitraum von ca. einer Woche war ich fix und fertig und 10 Schwangere mit Migrationshintergrund hatten ihren Kaiserschnitt. Ende vom Lied Gewicht 4960 g, also sogar notwendiger Kaiserschnitt.

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  12. Ich persönlich würde mich niemals freiwillig einem Kaiserschnitt unterziehen. Ich habe 3 Söhne zur Welt gebracht. Den ersten mit einer Saugglockengeburt, den 2. mit Kaiserschnitt den 3. auf normalem Weg. Am schwierigsten war es nach dem Kaiserschnitt. Damals musste man noch 3 Tage liegen bleiben, mit Tropf und allem PiPaPo. Auch Jahre später haben die vielen innerlichen Narben, die man ja hat ,zu Komplikationen geführt. Es waren immer wieder kleine OPs nötig, um diese Verwachsungen zu entfernen. Ich kenne einige Frauen, die ganz gezielt ihre Kaiserschnittgeburt planen und durchführen. Ich stehe diesem seht skeptisch gegenüber, war doch normalerweise ein Kaiserschnitt gedacht wenn es Probleme bei Mutter oder Kind gibt.
    Entscheiden muss das jeder selbst, denn auch diese Person muss mit den Folgen klarkommen.

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  13. Da ich während meiner Ausbildung zur Krankenschwester einige Kaiserschnitte und wie es den Frauen danach ging, gesehen hatte, war für mich immer klar, dass ich das nicht freiwillig haben wollte. Beim ersten Kind hat das auch wunderbar geklappt. Aber da unser Zwillingsmädchen sich in Beckenendlage befand, sollten sie und ihr Bruder per geplantem Kaiserschnitt geholt werden.
    Aber auch bei uns kam es anders als geplant. Zwei Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitt und somit vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin hatte ich einen Blasensprung und die beiden mussten natürlich sofort geholt werden.
    Der Kaiserschnitt selbst war für mich nicht schlimm. Ich wusste ja, was auf mich zu kommen würde.
    Aber die Schmerzen danach waren für mich schlimmer als die bei der normalen Geburt (zumindest, soweit ich mich erinnern kann).
    Da es den beiden nicht so gut ging, durfte ich meinen Sohn erst am nächsten Abend sehen (der Kaiserschnitt war am Vorabend), was ich bis heute nicht ganz überwunden habe.
    Meine Tochter war kurz bei mir, wurde aber noch in der Nacht von der Kinderärztin auf die Neugeborenen-Intensivstation mitgenommen.
    Dort waren die Zwillinge auch noch einige Tage, bis sie sich stabilisiert hatten.
    Jetzt sind sie 1 ½ und topfit.
    Trotzdem würde ich freiwillig keinen Kaiserschnitt mehr machen lassen.
    Aber ich verstehe die Beweggründe der Frauen, die sich dafür entscheiden.

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  14. Vielen Dank für diesen Post. Ich werde aus medizinischen Gründen wahrscheinlich einen Kaiserschnitt bekommen müssen und habe zwischen Sorge und Ruhe geschwankt – Ruhe, weil ich so den Termin kenne und mir die Strapazen der normalen Erstgeburt erspart bleiben.

    Meine Hauptsorge war, mich nicht um meine kleine Maus kümmern zu können und viele Tage im Bett liegen zu müssen.

    Nach eurem Post sehe ich der Sache viel gelassener entgegen. Vielen Dank dafür!

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  15. Ich hatte auch einen Wunschkaiserschnitt, sowohl beim ersten als auch zweiten Kind. Allerdings habe ich den Weg dahin ganz anders erlebt. Ich hatte die Idee, meine FÄ hat sofort zugestimmt und im KH war es dann genau so. Der Chefarzt sagte „sie stehen sich bei Ängsten vor der Geburt doch selbst im Weg“. Und so haben also alle meinen Weg unterstützt und ich war und bin noch immer sehr glücklich mit meiner Entscheidung!

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  16. Ich hatte selbst bei Baby 1 einen Kaiserschnitt, ungewollt. Bis heute kann ich mir nicht vorstellen wieso man sich sowas wünschen sollte. Jemand schneidet mich auf und zerrt mein Baby aus mir raus in einem kalten, viel zu hellen OP.
    Bei Baby 2 habe ich alles an eine spontane Geburt gesetzt, obwohl mein Umfeld oft mit Unverständnis reagierte.
    Unser zweites Wunder habe ich spontan in der Wanne eines Geburtshauses geboren und war unendlich stolz, bin es nach wie vor.
    Ich hätte mich freiwillig nicht wieder aufschneiden lassen.

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  17. Ich denke jeder muss seinen Weg selber entscheiden und so auch die Geburt. Für mich käme ein wundchkaiserschnitt nie in frage. Aber eine liebe Freundin hatte auch einen Wunschkaiserschnitt und die kann nicht verstehen wie ich meine Kinder spontan und dann noch außer klinisch zur Welt bringen möchte bzw habe. So ist jeder verschieden und das ist auch gut so. Wie sollten einfach jedem seine eigene Meinung haben lassen und akzeptieren und auch respektieren. Mich hat diese Geschichte zu Tränen gerührt auch wenn ich selbst diesen Weg nie gewählt hätte,obwohl ich auch eine vakuumgeburt hatte. Ich ziehe den Hut vor dieser Entscheidung.

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  18. Hallo ihr Lieben,
    der Beitrag ist sehr interessant und ihr habt vollkommen recht. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und sollte sich auch kein schlechtes Gewissen von außen stehenden Personen machen lassen.
    Mein erstes Kind bekam ich 2009. Zwei tage nach dem Entbindungstermin setzten frühs um vier die Wehen ein. Gegen sechs Uhr schlenderten mein Mann und ich mit der Klinikstasche langsam Richtung Frauenklinik. Nach einer kurzen Kontrolle sagte man uns, wir könnten ruhig noch spazieren gehen, es würde noch dauern und der Arzt würde auch erst gegen neun Uhr kommen. Super! Mir ging es auch noch richtig gut. Die Wehen waren auszuhalten. Wir gingen ins Cafe Gräfe und genehmigten uns ein Stück Kuchen. 🙂 Wieder in der Klinik angekommen wurde ich noch einmal untersucht. Ich bekam Zäpfchen, wodurch dann auch die Fruchtblase gesprungen ist. Die Hebamme kam und ich wurde in die warme Badewanne gesetzt. Die Wehen wurden langsam stärker. Also eigentlich alles in allem ein wunderbarer Start, oder? Tja, mittags war dann leider Schichtwechsel, also eine neue Hebamme…..und dann ging es nur noch Berg ab. 🙁 Die Wehen waren dem Personal nicht stark genug. Deshalb kam ich an den Wehentropf. Die Wehen waren plötzlich so heftig und das ging dann über Stunden so, dass ich abends einfach nur fix und fertig war. Auf meine Wünsche wurde überhaupt nicht eingegangen und im Nachhinein betrachtet habe ich mir viel zu viel vom Personal gefallen lassen. Ich hätte lieber auf meinen Körper hören sollen. Aber es war die erste Geburt für mich. Ich war verunsichert, alles war neu, was hätte ich in dieser Situation tun sollen. Es kam dann zum Geburtsstillstand, die Herztöne von meinem Mäuschen wurden immer schlechter und dann hieß es nur noch Notsectio und zwar sofort. Um 20 Uhr: Ehemann raus, Vollnarkose, ab in den OP! Man kann nicht beschreiben, was man in diesem Moment fühlt. Angst, pure Angst, Verzweiflung, was ist mit meinem Mäuschen, wird es leben wenn ich aufwache???? Gegen 22 Uhr wurde ich langsam munter….kein Baby…..mein Mann lang auf dem Boden auf einer Art Pritsche. Wo war mein Baby? Was war passiert? Ich klingelte nach der Schwester. Die Minuten dehnten sich wie Stunden. Mir wurde dann ziehmlich barsch mitgeteilt, dass mein Mäuschen im Brutkasten liegt und ich es nicht sehen könnte. Das wars- Tür zu! Es war unvorstellbar, aber diesmal gab ich nicht klein bei. Mitternacht durfte ich endlich zu meinem Mäuschen. Sie lag im Brutkasten und schrie sich die kleine Seele aus dem Leib. Es war nicht zu ertragen. Irgendwann kam endlich ein Arzt und meinte das mit Mäuschens Werten doch eigentlich alles in Ordnung sei. Da durfte sie in meine Arme und an meine Brust- und sie war vollkommen glücklich und zufrieden. Man könnte meinen, dies wäre genug Drama für eine Geburt gewesen, aber Fehlanzeige. Die folgenden Tage wurde ich vom Personal gerügt und beleidigt, man kann es sich einfach nicht vorstellen. Es wurde ohne mein Einverständnis einfach zugefüttert. („Das Mäuschen muss ja was vernünftiges kriegen!“, „Die Kleine hat abgenommen!“ (Wohlgemerkt alles im physiologischen Rahmen.) „Wenn sie nicht zunimmt, kommen sie nie hier raus!“ Ich war nach den ersten Tagen wirklich fix und fertig! Im Endeffekt, wurde ich dann plötzlich schon nach drei Tagen entlassen, weil die Betten knapp wurden. Man fragt sich wirklich, wie so etwas in der heutigen Zeit sein kann und mag es gar nicht glauben, oder? Tja, ich habe es leider am eigenen Leib erfahren.
    Deshalb war mir von vorn herein klar, dass ich dieses Krankenhaus bei der nächsten Geburt nicht mehr betreten werde.
    Im Januar 2012 war es wieder soweit. Unser zweites Mäuschen war kurz davor, das Licht der Welt zu erblicken. Ich hatte mich dieses Mal für einen geplanten Kaiserschnitt in KH Apolda entschieden und im Nachhinein betrachtet war diese Entscheidung, FÜR MICH, richtig gewesen. Ganz nebenbei muss ich aber auch anmerken, dass das Personal dort einfach klasse war. Freundlich, zuvorkommend, ich habe mich dort einfach sehr wohl und gut betreut gefühlt. Ich bekam die Spinalanästhesie, welche ich kaum spürte, mein Mann war auch im OP bei mir und als ich nach der OP versorgt wurde, ging er mit zum Kinderarzt nach neben an. Im Aufwachraum konnte ich schon wieder meine Füße bewegen und mir wurde die Kleine auch gleich an die Brust gelegt. Die Sectionarbe verheilte, wie beim ersten Mal auch, sehr gut. Ich wurde in diesem Krankenhaus sehr gut beim Stillen betreut. Nichts erinnerte an das Chaos vom letzten Mal.
    An alles Mami’s da draußen! Sicherlich wünscht man sich als Schwangere nichts mehr als eine schöne, natürliche Geburt. Oft ist aber nicht alles perfekt und es kommen Komplikationen. Bitte überlasst jeder Mami selbst die Entscheidung, wie sie entbinden möchte. Jeder hat seine Erfahrungen und Gründe für seine Entscheidung und diese sollten respektiert werden.

    Liebe Sabrina, liebe Bianca, bitte verzeiht, dass mein Text so lang geworden ist, aber dieses Thema hat mich so angesprochen, dass ich meine Geschichte dazu schreiben wollte. Ich danke Euch für das Ansprechen dieses Themas.

    Nadja

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  19. Ich finde geplante Kaiserschnitte vollkommen in Ordnung! Klar, man sagt eine normale Geburt stark die Bindung von Mutter und Kind, aber hat man schon mal gehört, also ich hatte einen Kaiserschnitt, irgendwie stimmt das Verhältnis dadurch zu meinem Kind nicht…? Nein natürlich nicht. Man(n) liebt sein kleines Wunder ganz genau so sehr, ob Kaiserschnitt oder nicht.

    Ich selber hatte eine normale Geburt, zwar wäre es beinahe ein notkaiserschnitt geworden, weil mein kleiner Schatz plötzlich ganz schlechte Werte hatte, aber es musste eben ganz schnell gehen.(plötzlich waren soviele Leute im Zimmer, weiß garnicht wo die sich vorher alle versteckt haben) musste pressen obwohl ich weder Wehen gespürt habe, weil ich kurz vorher eine PDA bekommen hatte, noch war ich in der Austreibungsphase angekommen. Aber es hat geklappt, und mein kleiner war Kern gesund.

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    • Hallo ihr Liebe ich bin schon lange stiller Mitleser, aber zu diesem Thema möchte ich mich gerne äußern. Meine eigene Erfahrungen bestehen aus einem geplanten Kaiserschnitt bei Beckenendlage und beim Zweiten, eine von mir unbedingt gewünschte Spontangeburt. Ich finde es sehr schade, dass so wahnsinnig viel Druck auf die Mütter ausgeübt wird. Meiner Erfahrung gerade von Hebammen wird zur Geburt gedrängt. Meine persönliche Erfahrung ist ein entspannte Kaiserschnittgeburt und eine Katastrophale Geburt, unter deren Folgen ich immer noch leide. Auch lies sich mein Kaiserschnittkind deutlich einfacher stillen, bei meinem zweiten habe ich bis zum 3. Monat gekämpft, aber es wollte nicht richtig klappen. Ich würde nie wieder spontan entbinden.

    • Hallo Nicole, und genau das ist das Problem….durch diese Fremdbestimmung tragen wir Mamis eben nicht nur kurz eine Erfahrung, sondern wir „baden“ es mehrere Monate aus…Manche haben so schlimme Erfahrungen, dass sie ein Leben lang darunter leiden…ganz schlimm 🙁