Vom Loslassen: Liebe Mama, lieber Papa – ab hier kann ich alleine gehen!

Das Baby, dass ich vor mehr als 5 Jahren geboren habe, steht stolz neben mir und berichtet davon, was für ein großer Schulanfänger er ist und welch spannende Zeit da nun vor ihm liegt. Es ist irgendwas zwischen halb fünf und um fünf und wir sind gerade auf dem Weg zur Schulanmeldung. Als das Auto hält, habe ich den innerlichen Drang den Gurt noch ein Stück fester zu machen und das Auto zu verriegeln, um ja niemanden das Aussteigen ermöglichen zu können. Mein Baby von damals strahlt mich jedoch an und zeigt auf die Schule und sagt: „Jetzt ist es soweit, ich bin ein richtiges Schulkind“.

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Mir ist komisch im Magen, eigentlich sollte ich mich jetzt freuen oder nicht? Eigentlich sollte ich voller Enthusiasmus in das Schulgebäude stürmen und sagen: „Yes, you can!“, eigentlich sollte ich begeistert sein, eigentlich ist es doch auch für mich wieder ein Stückchen mehr Freiheit und neue Aufgaben und doch bleibt mir alles im Halse stecken; und da war es – das böse Schild -, dass ich nie vergessen werde. Es hängt unscheinbar am Schuleingang und schaut mich an und dann lese ich diesen fast mantraartigen Spruch darauf: „Liebe Mama, lieber Papa – ab hier kann ich alleine gehen.“ Dieser Satz schlug in meinem Kopf ein wie eine kleine Bombe, wenngleich es natürlich auf das Betreten der Schule bezogen ist, aber für mich war es in Verbindung mit der Anmeldung eine ganz neue Dimension, die ich bisher wohl irgendwo im Hinterstübchen abgestellt hatte und darin 3fach verschlossene aufbewahrte.

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Wo ist die Zeit?

Ich sitze im Wartebereich, nein: ich sitze im Speiseraum der Schule mit meinem Baby von damals und schaue ihn löchernd an. Plötzlich kommt er mir so groß vor und seine Wortwahl ist auch so weit weg vom Kleinkind, dass es manchmal fast unheimlich wirkt. Ich starre auf seine Hände. Sie sind sauber, gepflegt und riesig. Wo sind nur die Patschehändchen hin, die mir damals verklebt an meinen Haaren gezogen haben? Diese großen Augen hat er immer noch und unheimlich lange Wimpern, aber ich sehe diesen unschuldigen Babyblick nicht mehr. Vielmehr schaut er interessiert und doch etwas unsicher umher und beäugt die anderen wartenden Eltern und Kinder. Er lächelt kurz und wirkt stolz. Ich lächle ihm gutmütig zurück und frage mich, wie das so schnell gehen konnte und wo die Zeit hin ist.

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Eigentlich ist die Frage total überflüssig, denn ich weiß wo sie ist: Sie ist weg, sie ist verstrichen und sie ist vorbei. Mein Baby von damals kann nun alleine gehen. Vielleicht nicht vollkommen alleine, aber doch wieder ein bisschen mehr alleine, als in der wohl behüteten Kindergartenzeit. Manchmal fühle ich mich schlecht, als hätte ich die Jahre gar nicht genügend aufgesaugt oder gelebt. Als hätte ich nicht jede verdammte einzelne Minute bis hier hin in vollsten Zügen genossen und eingraviert und doch weiß ich, dass wir wundervolle Jahre bis hier hin hatten, gespickt mit Höhepunkten, natürlich auch gespickt mit Tiefpunkten. Er scheint glücklich zu sein mit dem wie er ist und was er ist und trotzdem werde ich das blöde Gefühl nicht los, dass mir von dieser kostbaren Zeit der Kindheit immer weniger bleibt. Seine Zeit als Baby oder Kleinkind ist nicht mehr greifbar für mich, egal wie sehr ich das wünsche – es bleibt nichts, bis auf einige Fetzen der Erinnerung, ein paar Andenken und ein paar Fotos, die von diesen Tagen zeugen. Vielleicht würde ich aus heutiger Sicht manches nochmal intensiver erleben wollen, manches versuchen, was ich nicht versucht habe und ich würde vielleicht sogar etwas selbstsicherer als Mutter auftreten…aber es ist zu spät. Diese Zeit kommt nicht wieder und genau das wird mir gerade ziemlich deutlich.

Das dumme Gefühl

Ich kann es nicht verhindern, dass sich neben Stolz auch ein paar Trauertränen bei mir unterjubeln. Versteh mich nicht falsch, natürlich freue ich mich für ihn, bin unendlich stolz und finde es toll, dass er größer wird, doch fühle ich mich dabei manchmal wie eine durchgeknallte Mutter mit völligem Dachschaden. Man sagt doch so schön: Es muss sich erst ein Kapitel schließen, um ein Neues öffnen zu können. Das Problem ist aber, dass ich ein schönes Kapitel realistisch betrachtet gar nicht schließen möchte. Viel realistischer betrachtet, ist es aber nicht möglich ein Kapitel auf ewig offen zu halten und es zu schaffen, dass Vergangenheit anhält und Zukunft anbricht.

Aber was läuft denn falsch? Alle anderen Mütter links und rechts neben mir scheinen vor Stolz und Freude fast zu platzen. Oft scheint es mir sogar so, als können sie es kaum abwarten, dass die Kinder groß sind und endlich auf eigenen Füßen stehen und ich verbinde schon das Thema Einschulung mit Verabschiedungen. Tschüss Kindergartenzeit, Tschüss kindliche Unbekümmertheit, Tschüss Unbeschwertheit, Tschüss „in den Tag mit ihm hinein leben können“, Tschüss sorglose Welt, Tschüss Welt, die frei ist von Zwängen ist und frei von dem Gefühl für die Gesellschaft „rakern zu müssen“. Irgendwie beschleicht mich zugleich aber auch das beruhigende Gefühl, dass es anderen Müttern vielleicht doch genauso geht. Ich denke oft an meine Mutter, die zur Schuleinführung Tränen vergossen hat. Waren das wirklich NUR Freudentränen oder ist sie dann mindestens genauso durchgeknallt wie ich? Oder bei der Kitaeingewöhnung – Sind das Freudentränen oder einfach dieses unbändige Gefühl, dass sich mal wieder ein Kapitel schließt? Ich richte mich auf schaue mich um, sehe die anderen Mütter an und würde am liebsten ganz laut rufen: „Na, gehts euch auch so komisch wie mir mit der Vorstellung?“, aber ich traue mich nicht, zu groß ist die Angst, dass ich „anders bin“…

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Wir werden aufgerufen und Paul springt auf. Als er losrennen möchte, dreht er sich zu mir um und schaut, dass ich auch wirklich hinter ihm herlaufe und er nicht alleine gehen muss und da weiß ich, dass Loslassen zwar dazu gehört und ja, das Loslassen weh tut, aber das nichts und niemand unser geknüpftes Band durchtrennen könnte – keine Zukunft, kein nächster Schritt und auch nicht dieses blöde mantraartige Schild am Schuleingang mit der Aufschrift „Ab hier kann ich alleine gehen“.

<3 Sabrina

Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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30 Kommentare

  1. Liebe Sabrina,

    sei versichert, dieses Gefühl geht nie vorbei…
    Meine „Kleine“ schreibt im Moment ihr Abitur, und dabei habe ich doch erst vor gefühlten drei Monaten die Schultüte mit ihr gebastelt….ihr großer Bruder steht schon mitten im Berufsleben, dabei hat er mich doch erst vor kurzem noch mit Zahnlücken angegrinst….
    Wir drei haben ein wundervolles Verhältnis zueinander, sehr liebevoll und anhänglich. Ich bin überzeugt davon, dass Kinder genau diese unsere Mamagefühle spüren und ins weitere Leben mitnehmen. Solange wir nicht klammern, sondern sie spüren lassen, dass sie eigene Wesen mit eigener Verantwortung sind, werden sie eine ganz besondere, eigene Selbstsicherheit entwickeln, die ihnen in manchen Situationen weiterhelfen wird.
    Ja, auch ich trauere der Kinderzeit hinterher. Und wie! Aber ich bin auch stolz darauf, Anteil daran genommen zu haben und immer noch zu nehmen, dass meine wundervollen Kinder sind, wie sie sind. Und freue mich darüber und darauf, dass wir ja noch jede Menge spannende Zeit miteinander haben werden!
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Liebe Sabrina, ich lese erst seit kurzem euren Blog und es ist auch das erste Mal, dass ich einen Kommentar schreibe 😉 …auch ich konnte die Tränchen nicht zurückhalten. Ich habe mich soo wiedererkannt in deinen Worten und möchte dir sagen, du bist nicht allein und schon gar nicht anders ….meine Tochter wird im Sommer 5 Jahre. Immer wieder habe ich so kleine Momente, die jedes Mal ganz überraschend kommen und in denen ich feststellen muss, wie groß unsere kleine Püppi schon ist und was sie schon alles kann und alleine schafft….und wie weit weg die Zeit ist, als sie noch ein Baby war. Luisa kam als Frühchen zur Welt und wir haben schon schwierige Zeiten hinter uns. Wir genießen jeden Moment so gut es eben geht im Alltag und trotzdem kenne ich das Gefühl, die Momente nicht genug ausgekostet und aufgesaugt zu haben. Ich wünschte, ich könnte die Zeit ab und zu noch einmal kurz zurückdrehen um manch schönen Moment noch einmal zu erleben. Aber vielleicht ist es gerade gut so, dass die Vergangenheit einem verblasst vorkommt, denn so kann man die Gegenwart vielleicht am intensivsten erleben. Und wenn man fühlt, dass die kleinen „großen“ Mäuse glücklich sind, dann ist das doch der schönste Beweis, dass alles richtig gelaufen ist. Für uns Mamas werden sie eh immer die „kleinen“ Mäuse bleiben, egal wie groß sie sind 🙂 Liebe Grüße!

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  3. Bin ich denn verrückt, den Artikel zu lesen? Er spricht mir aus der Seele und die Tränen fließen, wenn auch nicht aus Trauer.
    Aber wer durchgängig über jeden Schritt zur Selbständigkeit seines Babys? Kleinkindes? Schulkindes? jubiliert, dem ist vielleicht die Vergänglichkeit so vieler Dinge im Alltagsstress gar nicht so bewusst. Eine Bekannte im Rentenalter beobachtete mich vor 2 Jahren mit meinem Baby und meinte, wie froh sie doch war, als ihr Kleiner endlich groß war, denn das Großziehen sei doch eine einzige Qual gewesen. Wie sehr würde ich so eine Feststellung in 40 Jahren bereuen.
    Seitdem genieße ich jede Minute und auch jedes nächtliche Gebrüll noch ein bisschen mehr. Wer weiß schon, wann es das letzte Mal war und die Kinder plötzlich sagen „Mama, ich will allein einschlafen.“ Je weniger „hätte ich doch“-Gedanken desto mehr wird das Stück für Stück Loslassen eines Tages vielleicht leichter fallen.

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  4. Hallo Sabrina,

    ich hatte ebnfalls Tränchen in den Augen. Meine Maus wird „zum Glück“ auch erst 4 Jahre. Aber mir graut es auch schone in wenig vor der Einschulung. Aber ich weiß nicht, ob ich da jemand wäre der heult oder der sich freut. Ich bin eher derjenige der sich in den offenen Momenten freut und stolz ist und dann wenn ich alleine bin oder darauf angesprochen werde, was mein Kind jetzt alles schon kann, dann bekomme ich doch Pippi in den Augen.

    Ich glaube das Band bei den Mamas ist vielleicht etwas dicker als bei den Papis (Schwangerschafts und Geburtstechnisch) und deshalb „leiden“ wir da einfach etwas mehr mit.

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  5. sooo schön geschrieben. Ja dieses Loslassen ist schwierig und tut auch manchmal weh. Ich weiß noch wie heute dass ich selbst beim stillen geweint habe, als wir mit dem Brei angefangen haben. Etwas weniger Zweisamkeit für uns beide. Und ich habe geweint als ich wieder schwanger war. Nicht weil ich traurig war noch einen 2.wundervollen Menschen zu bekommen, sondern weil ich traurig war, dass ich jetzt weniger Zeit für das tollste Blind-Date meines Lebens zu haben. Nicht mehr so ausgelassen mit ihm kuscheln und toben zu können, weil eben auch ein anderes kleines Wesen (und er liebt seine Schwester total <3 — noch 😀 ) meine Zeit und meine Liebe einfordert. Ich freue mich wenn er nach der Kita auf Mama zu gerannt kommt um mich in den Arm zu nehmen und irgendwie ist es insgeheim auch lobenswert dass es ihm manchmal schwer fällt (gerade nach einem Wochenende) in die Kita zu gehen und er am liebsten bei Mama bleiben möchte.
    Ich glaube es geht den meisten Müttern so wie uns. Wir sind einerseits stolz so tolle Menschen bekommen und erzogen und geliebt zu haben, aber leider wachsen sie aus den Kinderschuhen schneller als uns lieb ist. Denn seien wir mal ehrlich, ein 20-jähriger Sohn wird nie wieder zu Mama ins Bett kommen um bei ihr zu schlafen auch wenn er seine Mama liebt. Deswegen genieße die Zeit auch jetzt, denn irgendwann will er von Mama vielleicht auch nicht mehr zur Schule gefahren werden, denn er ist selbstständig geworden.
    Deswegen darf mein 2,5-Jähriger auch bei uns im Bett schlafen. Es kommt die Zeit, da will er das nicht mehr. Und jetzt werd ich ihn nicht dazu zwingen nicht bei uns zu schlafen. Er fühlt sich geborgen udn sicher und geliebt. 🙂 <3 *heul*

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  6. Liebe Sabrina

    Was für ein schöner Beitrag…
    Auch mir ging es letztes Jahr so… Und mir geht es auch heute noch so. Teilweise bin ich wehmütig über die unwiederbringliche Baby und Kleinkindzeit, andererseits so voller Stolz über diese wunderbaren Menschenkinder. Bei dem Kindergartenrausschmiss habe ich geweint und auch bei der Einschulung. Immer mit gespaltenem Herzen. Wehmut und Stolz… Und die erste Zeit in der Schule ist für alle eine große Umstellung. Da ging er alleine mit den anderen Kindern in seinen Klassenraum … Und ich stand da, und schaute meinem „Baby“ hinterher.
    Meine kleine hat noch zweieinhalb Kindergartenjahre von sich, die wir voll genießen…
    Deine Gefühle sind also total normal. 🙂 Ich denke das es vielen Müttern so geht, aber sie es einfach nicht zeigen.

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  7. Dieses Gefühl hat man bei jedem Kind. Ich habe vier und der letzte wird 2018 eingeschult und mir graust jetzt schon davor.

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  8. Du hast mir aus der Seele geschrieben. Ich habe genau ein Jahr Vorsprung, nach der Einschulung gibt es noch einen Sprung auf größer und es ist sicher toll, aber ganz dran gewöhnt habe ich mich noch nicht 🙂

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  9. Was soll ich sagen?! Ich sitze hier mit Tränen in den Augen. Unser Sohn kommt jetzt auch in die Schule. Allerdings kann ich gar nicht genau sagen wieso. Ich bin nicht traurig oder ängstlich. Ich bekomme nur jedes mal ein beklemmendes Gefühl. Schon als letztes die Schulis im KiGa verabschiedet wurden musste ich heulen und auch bei der Einschulung meiner Nichte. Und wenn ich daran denke, wie mein eigenes Kind bald dort steht kann ich glatt wieder. Komisch nicht ?. Aber nein, das ist normal

    Liebe Grüße
    Christina

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  10. Oh je,wie recht du hast- und wie sehr einem mit deinen Worten die eigene Situation bewusst wird
    Jetzt drücke ich mir auch gerade ein paar Tränen weg und möchte am Liebsten auch alles fest halten,anhalten,Luft holen und die Kinder an mich ketten
    Aber ich denke,je mehr sie sie selbst werden,um so stärker,tiefer wächst die Bindung zu mir
    Es ist wie immer mit der Liebe- nur durch los lassen kann sie wachsen ?
    Seufz !!!
    Ich danke dir für deine Worte,ein kurzes Inne halten im normalen Alltag ?

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  11. so schön geschrieben, liebe sabrina. dein bericht rührt mich zutiefst, mir sind die tränen nur so runtergelaufen.. ich bin auch ’so eine‘ wie du. meine kids sind 7 und 9 und ich verspüre diesen trennungsschmerz jeden morgen,wenn sie in gedanken versunken das haus richtung schule verlassen. die mütter, die ich kenne, freuen sich über die paar stunden freizeit – ich freue mich den ganzen morgen auf den moment, wenn meine 2 wieder zur tür reinkommen. schön, dass es sie gibt gell!?

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    • ja – ich bin gerne Mama und bewusst Mama und liebe es <3

  12. Danke, Du sprichst mir aus der Seele! Habe so mit den Tränen kämpfen müssen. Ich bin auch so eine komische Mutter ;-)…

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  13. Hallo Sabrina,

    ich lese den Text und mir kommen die Tränen… mein Sohn ist bald vier und mit geht es auch schon du, dass man sich fragt, wo die Zeit, diese kostbaren Stunden geblieben sind… Schule ist ja noch mal eine ganz andere Sache und ich wünsche mir auch, dass die Zeit bis zur Einschulung noch ewig dauert… denn so schnell wie die vier Jahre vergingen, wie schnell werden die nächsten 2 Jahre vergehen bis zur Schule?
    Ach man! Ja, damit muss man irgendwie fertig werden und einfach nur die Zeit genießen, die gerade ist…
    liebe Grüße Mandy

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  14. Unser Sohn ist 6 Jahre und seit September 2016 extremst stolzer Erstklässler. Ich habe literweise Träne beim Kindergartenrauswurf geweint (ich war außer einer Mama mit einem Tränchen im Auge die einzige!!). Und ich habe am ersten Schultag nicht weniger geweint (dieses mal war ich die Einzige!!). Und beide Male sicher nicht nur aus Rührung 🙂
    Ich bin sicher keine übermäßige Glucke, er geht seit dem 3. Schultag ohne mich oder den Papa zur Schule und kommt auch selbstständig zurück. Trotzdem packt mich immer wieder die Wehmut und der Schmerz, dass die Baby- und Kleinkindtage unwiederbringlich vorüber sind. Gemildert wird dieses Gefühl zum Glück durch eben diese Momente, die du in deinem letzten Satz beschreibst. Und durch täglich mehrmals lautstark gewünschte Kuschelmomente :-))
    Ganz liebe Grüße

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  15. Oh, auch ich habe angefangen zu heulen. Dabei ist mein Sohn erst 15,5 Monate alt…. und ich kann Dich so gut verstehen. Ich denke jetzt schon oft, dass man die Zeit anhalten müsste und frage mich, ob ich die Zeit zu wenig auskoste, mich zu wenig dem kleinen süßen Kerlchen widme. Aber wie es scheint, ist dies ein ganz normales Phänomen. Das beruhigt mich einerseits, andererseits werde ich wohl noch oft heulen :D. Da komme ich mir immer so gefühlsdusselig und dumm vor… Aber auch das zeigt, wie stark das Band zu unseren Kindern ist trotz der vielen kleinen „Monster“-Momente 😉
    Immer wieder empfinde ich es aber auch als Privileg, ein so kleines Wesen Stück für Stück in die Welt begleiten und ihm Wurzeln wie Flügel mitgeben zu dürfen. Denn eigentlich können wir stolz darauf sein, wenn sie uns immer weniger brauchen, denn dann denke ich, haben wir einiges richtig gemacht.

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  16. Oh ja, ich verstehe dich so gut. Vor einem Jahr war ich an der Stelle. Ich habe meinem kleinen Sohnemann erklärt, dass ich auf ihn warte, als er alleine in den ersten Unterricht bei der Schulanmeldung ging. Ach Mama, ich bin doch schon groß hat der 5 Jährige stolz gesagt und ging davon… Vielleicht liegt es daran, dass er der erste unserer Rasselbande war, aber die Einschulung hat mir wirklich zu schaffen gemacht… Klar bin ich stolz auf das kleine Würmchen, was er damals war. Was er alles geschafft hat in der Zeit ist Wahnsinn. Und ja, auch 1 Jahr später bin ich mir sicher: er war und ist schulreif.
    Ich ertappe mich trotzdem, dass ich den kleinsten Bruder manchmal mit seinen 10 Monaten festhalten möchte. Aber das kümmert ihn nicht. Er eifert fleißig seinen Geschwistern hinterher.
    Und wenn ich so dasitze und das beobachte, wie sie alle 3 so glücklich sind, wische ich mir die Tränen weg und genieße den Augenblick und sauge alles in mich auf. 🙂
    Danke, für deine Gedanken!
    Liebe Grüße Annefie

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  17. Schnief…Sehr gut geschrieben. Meiner is 2,5 und mir geht es jetzt schon oft so. Wenn er redet oder wieder irgendwas alleine machen will und auch KANN. Geht das nur uns Frauen so? Mein Freund macht sich immer lustig. Ich bin schon froh das ich wenigstens nicht die Einzige bin die solche Sorgen hat. Ein Glück ist noch etwas Zeit bis zur Schule. Aber selbst die letzten 2,5Jahre waren so schnell rum. Wo ist die Zeit hin wo er so Mini klein in dem Brutkasten lag und nun mit mir diskutiert (ok jetzt gerade könnte er eher die Kita Erzieherin verzaubern oder in den Wahnsinn treiben) aber wo ist sie hin? Und die Zeit bis zur Schule wird wohl genauso schnell rum sein :'(

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  18. Puuuhhhh…Tränen in den Augen…glaub mir du
    bist vollkommen normal und absolut nicht allein. Meine Zwergin ist zwar erst 1,5 Jahre. Aber mir ging es schon öfter so. Ganz besonders bei der Eingewöhnung in die Krippe.
    Aber mir wurde auch schon bei kleinen Fortschritten meiner Tochter über die ich mich riesig freute schmerzlich bewusst, dass sie gross wird. Angefangen vom Abstillen, über das Krabbeln- und Laufenlernen bis hin zur für mich mega schlimmen Krippeneingewöhnung…
    Also alles gut…du bist nicht allein.

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  19. Hallo !

    Wirklich sehr schön geschrieben , hat genau meine Gefühlslage von Dienstag beschrieben. Meiner geht zwar noch in den Kindergarten , aber im November bekomme ich den Zettel für die Schule. Das hat mich wie ein Schlag getroffen als ich darüber nach dachte. Die Zeit rennt extrem schnell und sie werden groß.

    Aber es ist auch schön zu sehen was sie alles können und was sie lernen 🙂

    XoXo Michi XoXo

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  20. Liebe Sabrina! Bei uns ist es nächstes Jahr soweit… Meine große Tochter kommt in die Schule… Und meine kleine Tochter kommt in den Kindergarten dieses Jahr… Mir graut es vor beiden Ereignissen… Ich musst mir auch Tränen verdrücken heute morgen beim Lesen deines Beitrags…. Ich kann es so gut verstehen… Toll geschrieben! ? lg und schönes Wochenende!

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  21. Liebe Sabrina,
    Ich kann dich gut verstehen! Dieses Bauchgefühl hatte ich auch bei jedem neuen Lebensabschnitt der Kinder. Es hat auch bei den Enkelkindern nicht aufgehört. Aber ich bin auch ganz schön stolz auf meine Jungs, wie sie heute ihr Leben meistern. Das Band ist immer da und es ist auch ein Gummieband, schwupps sind sie bei dir und drücken dich.
    Ich mag eure Beiträge sehr.
    Liebe Grüße
    Das Nähteufelchen

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    • Das macht mir so sehr Mut <3 Vlt ist es auch einfach ein bisschen die Angst „keine Rolle“ mehr zu spielen in ihrem Leben

  22. Als ich vor einigen Monaten ohne jede Ankündigung, ohne dass ich darauf irgendwie vorbereitet war, plötzlich den Brief mit der Einladung zur Schulanmeldung für meinen Großen in der Hand hielt, könnte ich nicht anders, als Rotz und Wasser zu heulen. Mein kleines Baby, das sich noch vor fünf Jahren viel zu früh ins Leben gekämpft hat, so winzig, dass er auf Papas Arm fast verschwunden ist, soll nun zur Schule. Den Ort, den er selbst sich so herbei sehnt, die Zeit auf die er sich so freut. Und damit die vielen Situationen, die ich täglich in meinem Beruf sehe, und die ich ihm so gerne noch ein bisschen länger ersparen würde. Ich kann dich so gut verstehen…

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  23. Was für ein schöner Artikel! Du schreibst mir aus der Seele!

    Mir geht es genauso! Bei uns wird in diesem Jahr unsere kleine eingeschult! Der große geht schon in die zweite Klasse! Und nun die kleine nun ist die kigaZeit endgültig vorbei!
    Ich freue mich und bin so stolz und andrerseits könnte ich heulen weil es doch meine kleinen Babys sind!

    Der Knaller kam in den letzten Tagen von meinem Großen! Er möchte auf die kinderfreizeit fahren! Eine Woche ohne Mama und Papa, yeah!?
    Ich musste arg schlucken und mir eine Träne verkneifen!
    Jetzt nabelt er sich noch mehr ab!

    Es wird eine spannende Zeit! Und es ist für Mütter oft schlimmer als die Kinder! Dies hat uns die Rektorin der Schule gesagt!

    Also freut euch auf die spannende Zeit ? auch mit ein paar Tränschen im Auge!

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  24. Der letzte Satz hat mich zu Tränen gerührt! Ganz toll geschrieben, liebe Sabrina.

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    • och DANKE!

  25. Es ist 7 Uhr morgens, sitze mit meiner fast 3-Jährigen Tochter am Frühstückstisch und habe Tränen in den Augen. Bei uns sind es zwar noch ein paar Jahre hin, aber ich kann dich voll und ganz verstehen. Als wäre das meine Geschichte. Mir grault es schon davor. Bei der Eingewöhnung in die Krippe war es auch schlimm. Bis dahin war ich 24 Stunden am Tag mit meinem Baby zusammen. Und auf einmal…
    Du bist also nicht allein mit deinen Gefühlen.

    Ganz liebe Grüße
    Ricarda

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    • beruhigt mich zutiefst – man denkt wirklich, man ist irgendwie super sensibel und weltfremd…