Geburten im Querschnitt – Mamas berichten von ihren Erfahrungen

Jede Geburt ist auf ihre Art einzigartig und doch ist jede Geburt und der Anspruch daran total verschieden. Hinzu kommen oft nicht vorhersehbare Ereignisse, die die Vorstellung von dem, wie eine Geburt sein wird und dem, wie sie dann schlussendlich ist in zwei Welten unterteilen. Wir möchten heute die Gelegenheit nutzen und einen Beitrag zu „Geburten im Querschnitt“ liefern. Wir möchten damit zeigen, wie verschieden und doch gleich eine Geburt sein kann, was uns Mamas unterscheidet und doch wieder verbindet.

Dafür haben wir 7 Mamas interviewt, die uns ihre ganz persönlichen Erfahrungen mitgeteilt haben und natürlich möchten wir selbst auch ein wenig auf das Thema eingehen.

Geburt Mama Interview Geburtsbericht

Wo man entbindet – ist eben nicht egal.

Das Thema zur freien Wahl des Geburtsortes haben wir schon mehrfach hier aufgegriffen. Angefangen hat wohl alles damit, dass bei Sabrina der Wunsch bestand das 3. Kind zu Hause entbinden zu können und sie damit auf viele Hindernisse, Kritik und Grenzen stieß. Früher hätten wir gesagt: Es ist doch egal, wo man entbindet, Hauptsache gesund. Heute sehen wir es etwas anders. Es ist nicht egal, wo man entbindet, denn allein das „Wohlfühlen und Fallen lassen können“ spielt eine Rolle dafür, dass „Hauptsache alles gesund ist.“

 

Im Interview sind folgende Mamis:

Sabrina & Bianca

Jules von Chaos&Queen

Suse von Apfel wie Birne

Sandra N.

Svenja von Vollblutmami

Silke F.

Nicole von Engelinchen Design

Sandra von L’aminiti

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Wo haben also unsere befragten Mamas entbunden?

Sabrina: Alle 3 Kinder im Krankenhaus, wobei das 3. eine Hausgeburt werden sollte.

Bianca: im Krankenhaus

Jules : im Krankenhaus

Suse: Ich bekam mein Kind im Krankenhaus.

Sandra N. : In einem kleinen Krankenhaus.

Svenja: Im Krankenhaus bei beiden Kindern.

Silke: im Krankenhaus

Nicole: Krankenhaus / Geburtshaus / Krankenhaus / Krankenhaus

Sandra: alle 4 Kinder im Krankenhaus

Geburten können verschieden sein und die Gefühle dabei auch

Eine Geburt ist ein Ausnahmezustand. Es ist ein Wunder, zugleich wohl ein Gang am Limit. Es ist ein Auf und Ab. Man fühlt sich manchmal am Rande des Wahnsinns und dann doch wieder wie eine Göttin. Wahrscheinlich gibt es nur wenige Momente im Leben, die so viele Gefühle und Emotionen auf kurze Zeit für uns offenbaren. Jede Mutter macht dabei ganz eigene Erfahrungen und beschreibt ihre Gefühle anders. Wir wollten deshalb wissen, wie fühlt sich Geburt an? Was fühlt man dabei? Was fühlt man vor allem bei der 1. Geburt im Leben, wenn man völliges Neuland betritt?

Wir selbst würden es wohl so beschreiben: Unsicherheit, Faszination, Angst vor dem was kommen mag

Jules fand dafür folgende Worte: aufregend, schmerzhaft, wunderschön

Suse beschreibt es so: Schmerzhaft – Schnell – Unglaublich

Sandra N.  hat diese 3 Worte gewählt: Lang, aufregend, ungeplant

Svenja: Anders als erwartet! / Anstrengend, aber toll!

für Silke war es die richtige Entscheidung

Nicole:  Einleitung, Herztonabfall, Saugglocke /  Entspannung, Ohnmacht, Blackout /  Einleitung, selbstbestimmt, Sauerstoffgerät / Einleitung, Alleingeburt, pures Glück

Sandra: Einfach, schnell, Perfekt / Schnell, Ohnmacht, Angst / Angst, Einleitung, Erschöpfung / Vorfreude, Angst, Erleichterung

Geburtsberichte baby Entbindung mamas im interview (1)

Die Art der Entbindung (Kaiserschnitt, Spontan, Wassergeburt, etc.)

Sabrina: 3x spontan, 2 davon in der Geburtswanne <3

Bianca: Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie, nicht geplant aber auch kein Notkaiserschnitt

Jules: Spontan

Suse: Ich hätte sehr gern In der Wanne entbunden. Das wünschte ich mir die ganze Zeit der Schwangerschaft- aber auch, weil meine Hebamme immer wieder davon schwärmte. Als wir Nachts um drei in den Kreißsaal kamen, füllte meine Hebamme auch direkt die Wanne. Doch trotz Blasensprung (also eher einen Blasenriss- der Blasensprung kam erst im Krankenhaus) hatte ich keine Wehen und so entschied sich die Hebamme gegen die Wanne und ich durfte auch nicht mehr groß rumlaufen. Ich hatte zu viel Fruchtwasser und die Hebamme hatte die Angst, dass sich die Nabelschnur vor den Ausgang setzt und eine natürliche Geburt nicht mehr möglich war. Das ich massig an Fruchtwasser hatte, haben die Ärzte erst Ende der Schwangerschaft während eines 9 tägigen Krankenhausaufenthaltes entdeckt. So lag ich auf dem Entbindungsbett und da kam auch mein Sohn zur Welt.

Sandra N. : Kaiserschnitt nach Geburtsstillstand und abfallenden Herztönen

Svenja: Nach 10 Stunden im Kreißsaal, schlechten Herztönen und mangelnden Wehen, wurde er per Kaiserschnitt geholt. Beim 2. Kind spontan.

Silke: vorzeitiger geplanter Kaiserschnitt aufgrund von Beckenendlage

Nicole: 1. Geburt spontan aber mit Saugglocke, alle anderen 3 spontan

Sandra: spontan / spontan, keine Herztöne, Saugglocke / spontan,schlechte Herztöne,Saugglocke / Wunschkaiserschnitt

 

Wie lange hat deine Geburt von der 1. Wehe an gedauert?

Sabrina: 13 h (vorzeitiger Blasensprung, jedoch direkt Wehen), 4 h (ohne jegliche Intervention, 29 h (zu viel Intervention, vorzeitiger Blasensprung, keine muttermundwirksamen Wehen), ab echtem Wehenbeginn dann 2,5 h

Bianca: 7,5 Stunden

Jules: ca. 9 Stunden

Suse: Die erste wirklich Wehe hatte ich gegen 10.00 Uhr und 14:30 Uhr war mein Kind da- mit Hilfe eines Wehentropfes und Homöopathischen Mitteln.

Sandra N. : 18 Stunden

Svenja: 12 Stunden bei der 1. Geburt und knappe 8 Stunden beim 2. Kind.

Silke: 7 Stunden

Nicole: 41 Stunden / 14 Stunden / 48 Stunden / 5 Tage – bzw. 1,5 Stunden ab Wehenwirkung am Muttermund

Sandra: 4,5 Stunden / 2,5 Stunden / 16 Stunden / –

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Was waren deine ersten Gedanken nach der Entbindung?

Bianca: Endlich ist sie da!

Jules: Das wundervollste Geschenk der Welt!

Suse: OOOH mein Gott … ich habe ich die ganze Zeit „oh mein Gott – Oh mein Gott“ vor mich hin gemurmelt. Aber ich war (und bin es bis heute) fasziniert, dass tatsächlich mit der Geburt des Kindes, die Schmerzen weg sind. Das ist unfassbar.

Sandra N. : Wo bin ich und wo ist mein Kind? (beim Aufwachen im Aufwachraum)

Svenja: Juhu, er hat Haare! Irgendwie hatte ich mir ein Baby mit Haaren gewünscht. / Yeah, ich hab’s geschafft!

Silke: Hurra, es ist alles gut gegangen!

Nicole: Gott sei Dank, er lebt! / Ich kann mich nicht mehr daran erinnern – und DAS ist das Schlimmste für mich. / Das 1. Kind bei dem ich das Gefühl habe, eine wirklich schöne Geburt erlebt zu haben. / Ich hab es tatsächlich ganz allein geschafft!

Sandra: Diese wundervolle Prinzessin war echt in mir drin. / Wo ist mein Kind?  (Ich bekam sie erst 4 Stunden nach der Geburt in den Arm gelegt.) / Ist es wirklich ein Junge ? Ich gebe dich nie mehr her. / Danke, Danke für dieses ungeplante wunderschöne Geschenk!

 

Was war das erste, was du nach der Geburt gemacht hast oder tun wolltest?

Sabrina: Gerochen, geküsst und unglaublich gefreut <3

Bianca: Mein Baby mit ihrem Namen begrüßt und geküsst.

Jules: Ich habe geweint vor Glück und Erleichterung.

Suse: Ich bekam mein Kind in die Arme gelegt und ich schaute dieses kleine Wesen einfach nur an. Das soll jetzt also unser Kind sein? Ich musste ihn die ganze Zeit anfassen um es zu fassen. Wir haben gemeinsam einen perfekten kleinen Menschen gezeugt und zur Welt gebracht. Okay, ich habe das Kind zur Welt gebracht. Aber der Papa war die ganze Zeit dabei und war auch tapfer. Schließlich ist auch für die Männer die Geburt schlimm. Klar, nicht schmerzhaft, doch auch schlimm. Sie stehen daneben und können einfach nix machen, als sich die Hand zerdrücken lassen und Waschlappen feucht und kalt halten. Nach dem Kuscheln … ich kann aber keine Zeitangabe machen- ich war voller Glück und Zeitlos … legte die Hebamme mir meinen Sohn an und er wusste gleich, was zutun ist! Ein Wunder der Natur!

Sandra: Mein Kind sehen!

Svenja: Schlafen. Die Wehen gingen abends los, als ich ins Bett gehen wollte. Ich war die ganze Nacht wach, wobei ich nach dem Setzen der PDA wohl immer mal kurz weggedämmert bin. Als er dann morgens um 10.12 Uhr endlich da war und wir nach dem Kaiserschnitt wieder auf dem Zimmer waren, war ich einfach nur noch müde…

Trinken! Ganz viel trinken! Ich hatte unglaublichen Durst!!!

Silke: Zu meinem Baby und ganz viel kuscheln!

Nicole: Schokolade essen! / Ich hab geheult, weil mir so ein wichtiger Moment in meinem Leben einfach fehlt. / Schlafen. Nach dieser Tortour war ich hundemüde. / Ich hab zig mal nachgeschaut ob es wirklich ein Mädchen ist. Ich konnte es nach 3 Jungs gar nicht glauben *lach*

Sandra: mit meiner Maus kuscheln & sie nie wieder loslassen / Ich wollte unbedingt mein Kind sehen. / Ich hatte nur noch Augen für meinen kleinen Prinzen / Ihn nie mehr loslassen, aber durch den Kaiserschnitt war das ja hier nicht möglich.

 

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Was hättest du aus heutiger Sicht anders gemacht? Was hättest du dir gewünscht?

Sabrina: Ich hätte direkt jegliche Intervention (Wehenmittel, Gel) ablehnen sollen und hätte mich durchsetzen müssen, dass mein Gefühl das Richtige ist…Ich entbinde und nicht die Hebamme…

Bianca: Ich hätte mir gewünscht, dass die Ärzte und die Hebamme noch etwas gewartet hätten mit der Entscheidung eines Kaiserschnittes. Und sich vielleicht das Baby doch noch richtig ins Becken eingestellt hätte. Ihr Kopf stand nämlich über meinem Becken als ich in der Klinik ankam und bereits 6 cm offenen Muttermund hatte.

Jules: Ich hätte nichts anders gemacht. Es hätte etwas schneller gehen können, wenn man früher gemerkt hätte, dass das Chaosmädchen nicht ganz richtig liegt. Aber am Ende war ja alles gut!

Suse: Ich denke, heute würde ich noch ein wenig warten, bis ich ins Krankenhaus gehe. Beim ersten Kind waren wir doch ängstlich und hilflos. Heute würde ich wohl warten, ob die Wehen auch alleine kommen. Denn zum richtigen Blasensprung kam es erst in den Morgenstunden. Vorher „lief“ ich eher vor mich hin. Ich hätte mir so gern eine Wassergeburt gewünscht.
Aber im Großen und Ganzen war es eine tolle Erfahrung und das Ergebnis von den Schmerzen hat voll und ganz entschädigt.

Sandra: Mehr Laufen, anstatt nur am CTG zu liegen; eine spontane Geburt.

Svenja: Ich hätte nichts anders gemacht. Meine Hebamme war toll und auch die Ärzte haben sich super um uns gekümmert. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und war froh, kompetente Menschen um mich zu haben, die die Situation von Zwergenmann und mir richtig beurteilt und dementsprechend gehandelt haben. Viele Frauen haben ja das Gefühl, dass ihnen durch einen Kaiserschnitt etwas genommen wurde. Das ist bei mir ganz und gar nicht der Fall. Es hat sich in diesem Moment einfach richtig angefühlt und ich war erleichtert, dass ich meinen kleinen Mann nun bald in meinem Arm haben konnte!

Genau wie bei Zwergenmann war es die richtige Entscheidung, in diesem Krankenhaus zu entbinden. Die erste Geburt habe ich als angenehm erlebt. Bei Mausekind’s Geburt war die Hebamme allerdings nicht so toll. Sie hat uns viel alleine gelassen. Ich hätte mir gewünscht, dass sie öfter bei uns ist (Anmerkung: wir waren allein im Kreißsaal, sie hätte also die Zeit gehabt) und mir sagt, wo ich gerade stehe. So ein Update halt, ob sich meine “Arbeit” auszahlt, wenn ihr versteht, was ich meine. Und im Nachhinein ärger ich mich, dass ich die Austreibungsphase nicht selber aktiv mitbestimmt habe. Die Geburtsposition, die mir in diesem Moment vorgegeben wurde, habe ich für mich nicht als passend empfunden. Ich hatte in dem Moment allerdings auch besseres zu tun, als mich zu beschweren *lach*

Silke: Es war die richtige Entscheidung für mich/uns und wir haben uns bewusst bei der zweiten Geburt wieder für einen Kaiserschnitt entschieden.

Nicole: Bei der ersten Geburt nichts, aber im Wochenbett würde ich keinen Besuch mehr empfangen wenn ich mich nicht wohl fühle. / Geburt 2: Nie wieder woanders als in der Klinik gebären – auf mein Bauchgefühl hören und mich nicht zu etwas überreden lassen was ich nicht will. / Geburt 3: nichts / Geburt 4: Gar nichts – absolut nichts. Immer wieder genau so: allein mit Hebamme aber in der Nähe. Ohne Partner, einfach fallen lassen können.

Sandra: 1. Geburt: die Hebamme hatte gleichzeitig 2 Geburten zu betreuen, leider hatte sie mich längere Zeit allein gelassen und kam gerade wieder herein als bereits das Köpfchen zu sehen war. Die Endphase habe ich also fast allein gemeistert. / 2. Geburt: Ich hätte mir mehr Infos gewünscht, mir war klar das wegen der plötzlich fehlenden Herztöne eine Behinderung vorliegen könnte. (es ist aber alles gut, sie ist perfekt und wunderschön) / 3. Geburt: Eine andere Hebamme, oder doch lieber einen Kaiserschnitt !? / 4. Geburt: Nichts, für mich war es der richtige Weg.

Geburtsberichte baby Entbindung mamas im interview

Wir möchten mit diesem Beitrag aufzeigen, wie wichtig es ist, dass man als Frau bewusst in die Geburt geht und auf sich hört. Wir möchten zeigen, dass viele Wege richtig und gut sind, doch wir lernen müssen in Zukunft wieder ein wenig mehr auf uns zu vertrauen und das Zepter in Sachen Geburt in die Hand zu nehmen. Wichtig ist, dass man sich fallen lassen kann, der Hebamme und dem Team um sich herum vertraut und, dass man sich wahrgenommen fühlt und nicht wie ein „Durchgangspatient“.

Liebe Hebammen, ihr habt es in der Hand uns diese Sicherheit zu vermitteln und uns die Selbstbestimmung wieder ein Schritt näher zu bringen. Liebe Ärzte, Politiker und Krankenhausleitungen – es liegt an euch unseren Hebammen diese Rahmenbedigungen wieder zu verschaffen <3 

Allen Mamas, die unter ihren Geburtserfahrungen leiden wünschen wir, dass sie damit Frieden schließen können <3

 

 

 

Author: Bianca

Rosaverliebte Mädchenmami, mit dem Hang zum Perfektionismus, liebt die Ordnung, hat eine unbändige Leidenschaft zum Kreativ sein, zu der sich eine Nähsucht gesellt, kann stundenlang in spannenden Romanen versinken und dekoriert super gern das ganze Haus um.

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