anthroposophische Erziehung – Wie sieht man das als Erwachsene, wenn man „mit Waldorf“ aufgewachsen ist?

Heute haben wir Johanna vom Blog Waldzwerge *klick* bei uns zu Gast. Sie ist nach Waldorf erzogen wurden. Für uns ist das ganz interessant. Oft beschäftigen wir uns mit Kindern, die alternativ erzogen werden, doch was wird aus diesen Kindern? Wie sieht ihr Leben aus? Welche Einstellung haben sie zum Leben? Genau das wollten wir in diesem Interview darstellen und zeigen, dass Alternativen eine Überlegung wert sein können.

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Was bedeutet Anthroposophie für mich? Wie bin ich aufgewachsen und welche Werte und Normen wurden mir vermittelt?

Johanna: Wenn ich an die Waldorfpädagogik denke, fällt mir als erstes Rhythmus und Wiederholung ein. Sei es im Tagesablauf, oder im Jahresverlauf, alles wird wiederholt und besitzt einen Rhythmus. Wir haben zum Beispiel immer gemeinsam mit einem Tischspruch das Essen begonnen und es auch gemeinsam wieder beendet oder wir hatten den gleichen Ablauf beim Aufstehen und ins Bett gehen. Auch der Jahresverlauf wiederholt sich jedes Jahr aufs Neue, es wurde viel Wert auf die christlichen Jahresfeste gelegt (Advent, Weihnachten, Ostern, Johanni und Michaeli), die jahreszeitliche Dekoration des Hauses und vor allem den Jahreszeitentisch. Uns Kindern haben all diese Wiederholungen Sicherheit und Halt gegeben, denn wir hatten Ereignisse, an denen wir uns an der Tages- oder Jahreszeit orientieren konnten.

Ich glaube, die Hälfte meiner Kindheit habe ich mit kreativen Dingen verbracht. Dazu gehören Dinge wie Handarbeiten, Musizieren und auch Bauen mit Holz oder anderen Naturmaterialien. Mein Vater ist Tischler und kennt sich somit sehr gut mit Holz, aber auch mit allen anderen Bauarbeiten, die in Haus und Garten anfallen, aus. Seit jeher hat mein Vater diese Reparaturen und Umbauarbeiten selber gemacht, wie auch meine Mutter immer selbst die Hausarbeiten erledigt hat, gekocht, gebacken oder mit uns gemeinsam kreativ war. Ich erinnere mich selten daran, meine Eltern mal untätig gesehen zu haben, eigentlich haben sie immer etwas gemacht und uns dazu eingeladen mit zu helfen. So konnten wir durch ihr Vorbild lernen und ganz freiwillig und ohne Zwang nach eigenem Ermessen unsere Erfahrungen machen.

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Die andere Hälfte der Zeit waren wir draußen, im Wald, an der Ostsee oder auch einfach nur im Garten. Wir haben aus Naturmaterialien gebaut und gebastelt, wie zum Beispiel ein Floß für unseren Teich oder ein Baumhaus. Schon früh haben wir den Umgang mit Werkzeugen gelernt und konnten so lernen, dass unsere Taten folgen haben und wir Verantwortung dafür tragen. Im Garten haben wir selber Obst und Gemüse angebaut und dieses später auch weiterverarbeitet und gegessen. Wir haben gelernt unsere Umwelt bewusst wahrzunehmen und lernten die Natur und ihre Geschenke zu schätzen. Aus diesem Grund gab es bei uns eher selten Fleisch, dafür aber vom nahe gelegenen Demeterhof und saisonales Gemüse z.B. aus dem Garten.

Im Gegensatz zu anderen Kindern hatten wir sehr lange keinen Fernseher oder andere elektronische Medien. Wir haben selber Musik gemacht und gesungen, wenn uns nach Musik war oder haben etwas gespielt. Wobei wir trotzdem eher wenig und auch überwiegend Spielzeug aus Naturmaterialen hatten, so gab es bei uns nicht das neuste Hightechspielzeug, sondern stattdessen Holztiere und Steine, verschiedene Hölzer und Tücher, mit denen wir aber auch alles spielen konnten. Bei uns konnte der Holzklotz erst ein Telefon sein und später dann ein Auto, für uns war alles möglich, wenn wir es wollten. Als wir später einen Fernseher bekamen, wurde dieser nur an besonderen Tagen und auch dann nur wenig genutzt. Natürlich war das dann ein Highlight, aber im Allgemeinen zogen wir das Spielen im Garten einem Nachmittag vor dem Fernseher vor.

Zusammen gefasst kann man sagen, dass wir sehr musisch-kreativ aufgewachsen sind und ohne jeglichen Zwang, etwas lernen zu müssen. Meine Eltern waren immer der Meinung, wir würden die wichtigen Dinge schon rechtzeitig lernen, und wenn ein Kind erst mit 3, statt mit 2 Jahren spricht, dann war das auch in Ordnung. Jedes Kind lernt Dinge auf eine andere Art und Weise und unterschiedlich schnell. Ich habe dadurch gelernt, andere Menschen so zu respektieren und Achtung von ihnen zu haben, wie sie sind. Aber auch, dass wir alle Stärken und Schwächen haben und so jeder Mensch liebenswert und wichtig für die Gemeinschaft ist, auch man selber.

Gibt es aus meiner Sicht Nachteile der Waldorferziehung?

Aus meiner Sicht gibt es keine richtigen Nachteile der Waldorferziehung. Natürlich ist das manchmal blöd, wenn Freunde über das Fernsehprogramm von gestern Abend sprechen und man daneben sitzt und nicht mitreden kann, aber man gewöhnt sich daran. Man wird größer und älter und entwickelt das Selbstbewusstsein richtig damit umzugehen. Irgendwann zuckt man nur noch mit den Schultern und spricht über etwas anderes. Allgemein muss ich vielleicht dazu sagen, dass meine Eltern nicht das Extrem waren und sind. Wir lebten in vielerlei Hinsicht nach den Grundsätzen der Waldorfpädagogik, aber meine Eltern haben nur die Dinge herausgefiltert, die ihnen wichtig und richtig erschienen. Sie waren immer darauf bedacht, nicht dogmatisch zu werden, sondern haben immer Rücksicht auf uns Kinder als Individuen genommen, statt uns starr in das System Waldorfpädagogik zu zwingen. So gab es bei uns durchaus Kuchen mit Zucker, oder Kartoffeln, statt nur Getreide. Wir hatten auch nicht nur Woll- und Strickkleidung getragen, auch wenn meine Eltern immer sehr auf Qualität geachtet haben und Plastikgewebe in Kleidung vermieden haben. Wir haben auch irgendwann einen Fernseher bekommen und einen CD-Player. Aber nicht wie viele andere Kinder meiner Klasse, die schon mit 8 Jahren einen Fernseher ins Schlafzimmer bekommen haben, sondern einen Gemeinschaftsfernseher im Wohnzimmer, der nur an bestimmten Tagen und zu besonderen Zeiten genutzt wurde. Ähnlich war es mit dem CD- Player. Meinen Eltern war es immer wichtig, dass wir den Umgang mit Medien erlernen, aber eben kontrolliert und nicht so oft und so lange, wie wir es manchmal auch wollten.

Ein anderer kleiner Nachteil sind die Vorurteile von der Gesellschaft. Wie oft ich die Frage „Kannst du auch deinen Namen tanzen?“gehört habe, weiß ich gar nicht mehr, und das, obwohl ich auf ein staatliches Gymnasium ging. Aber auch in dieser Beziehung lernt man, selbstbewusst damit umzugehen. Wenn man selber davon überzeugt ist, merken die Anderen das und akzeptieren es. Dann wird es irgendwann als selbstverständlich hingenommen und keiner fragt mehr nach. Man könnte also sagen, die einzigen kleinen Nachteile, die die Waldorfpädagogik mit sich bringt, sind eigentlich auch wieder Vorteile.

Denn sie haben unser Selbstbewusstsein und unsere Persönlichkeitsentwicklung stark beeinflusst, im positiven Sinne.

Wenn man sich für Waldorf interessiert und eine anthroposophische Erziehung. Wie fängt man an? Welche Bücher gibt es, wo kann man sich Ideen holen?

Waldorfpädagogik beginnt im Kopf, es ist eher eine Einstellung als eine Pädagogik und so denke ich, man sollte am besten bei sich selber beginnen. Zuerst einmal sollte man sich selbst reflektieren. Herausfinden, welches Bild von Menschen und vor allem den Kindern man hat, in welcher Beziehung man andere Menschen respektiert und Achtung vor ihnen hat, was einem überhaupt wichtig ist in der Erziehung und auch im Leben miteinander.

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Danach kann man sich mit der Waldorfpädagogik auseinandersetzten und entscheiden, welche Aspekte einem gefallen, welche man versuchen möchte umzusetzen und welche auf keinen Fall in Frage kommen. Rudolf Steiner hat sehr viele Bücher geschrieben, bzw. sehr viele Vorträge gehalten, die von anderen Menschen niedergeschrieben wurden. Aber ich denke, wenn man sich mit Waldorfpädagogik auseinander setzten will, sind auch andere Bücher sehr hilfreich. So zum Beispiel „Das Jahreszeitenbuch“ *von Christiane Kutik vom Verlag Freies Geistesleben. Es gibt Einblicke in den christlichen Jahreslauf mit vielen Anregungen und Gestaltungsmöglichkeiten mit Kindern. Ein weiteres Buch wäre „Jahreszeiten-Tische“* von Marjolein van Leeuwen, ebenfalls vom Verlag freies Geistesleben. In diesem Buch gibt es viele Ideen um den Jahreszeitentisch, hier auch wieder mit eigenen Bastel und Gestaltungsideen. Wenn man ein Buch auf Pädagogischer Grundlage sucht, finde ich das Buch „Die ersten drei Jahre des Kindes: Erwerb des aufrechten Ganges, Erlernen der Muttersprache, Erwachen des Denkens*“ von Karl König sehr gut beschrieben, und auch für den Umgang mit älteren Kindern durchaus noch sehr geeignet. Diese Bücher stehen auch bei mir im Regal und ich denke, wenn man mit Waldorfpädagogik beginnen will, sind diese Bücher ein guter Einstieg. Natürlich kann man aber in der Zeit des Internets auch einfach da nach schauen. Die Seite von der „Vereinigung der Waldorfkindergärten“ kann ich da nur empfehlen.

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Wo fängt für mich Waldorf an und wo hört es auf? Kann man Waldorf genau abgrenzen und definieren? Sind es die Materialien oder eher die Art, wie man mit dem Kind umgeht?

Ich denke nicht, dass man die Waldorfpädagogik ganz genau definieren oder abgrenzen kann, genauso wie man nicht sagen kann, wo die Waldorfpädagogik exakt beginnt und aufhört. Das entscheidet jeder für sich selber. Der Gründer der Waldorfbewegung, Rudolf Steiner, schrieb selbst, dass er viele Wege aufzeigt, aber jeder selber entscheidet, was für ihn richtig erscheint und welchen Weg jeder gehen möchte. Seiner Meinung nach kann man Pädagogik nicht generalisieren, einfach, weil jeder Mensch sich immer weiter entwickelt und so immer andere Ansätze wichtig werden können.

Wie schon erwähnt kann man meiner Meinung nach keine Pädagogik ganz klar von anderen unterscheiden. Natürlich gibt es in jeder Form von Pädagogik bestimmte Hauptaspekte, die auch die Waldorferziehung besitzt. Aber so, wie auch andere Pädagogiken Ansätze besitzen, die sich überschneiden, kann man auch die Waldorfpädagogik nicht in allen Aspekten klar voneinander abgrenzen.

Wenn ich für mich entscheiden sollte, wo für mich Waldorf beginnt, würde ich beim Bild vom Menschen anfangen. Jedes Lebewesen wird als Individuum betrachtet, dass eigenes Potenzial mitbringt. In der Waldorfpädagogik wird versucht, dieses Potenzial zu nutzen und es behutsam zu erweitern. Dieses jedoch auch hauptsächlich durch den natürlichen Drang zur Nachahmung, so wirken die Erwachsenen nicht als Erziehende auf die Kinder, sondern als natürliche Vorbilder. Neben der Ansicht, dass jedes Kind einen fertigen Bauplan besitzt und die Dinge in seiner eigenen, für ihn selbst richtigen, Reihenfolge erlernt (übrigens ist das auch eine Kernaussage der Montessoripädagogik von Maria Montessori) wird bei der Waldorfpädagogik in jeder Altersklasse viel Wert auf die musisch-kreative und praktische Bildung gelegt. So erlernen die Kinder neben Malen, Schreiben und Rechnen auch Bogenschießen, Schnitzen, Stricken auch viele andere praktische Kompetenzen. Für mich haben jedoch auch die Materialien einen hohen Stellenwert. Wie oben schon erwähnt bin ich ein großer Fan der Waldorfspielzeuge, vermutlich auch, weil mein Vater Tischler ist und ich so schon sehr früh die wunderbaren Eigenschaften von Holz kennenlernen durfte. Wenn ich in eine Waldorfinstitution komme, fühle ich mich direkt zuhause, der Geruch nach Holz, die warmen Farben und das Organische, all das erinnert mich sehr an Zuhause. Aber ich stehe auch hinter dem Konzept, wenig, dafür aber hochwertiges und auch naturnahes, Spielzeug zu besitzen. Ich denke also, in meinen Augen besitzen beide Aspekte einen hohen Stellenwert.

Wie sieht die Erziehung aus? Welchen Stellenwert haben die Kinder? Wie gestaltet sich das Zusammenleben? Was hälst du von Waldorfkindergärten und Schulen?

Wie bereits oben erwähnt orientiert sich die Waldorfpädagogik am Kind, bzw. am Menschen selbst. Jeder Mensch kommt mit einer eigenen Persönlichkeit und eigenen Kompetenzen auf die Welt. Meine Mutter benutzt gerne den Vergleich des Gärtners und dem Töpfer. Waldorfpädagogen sollten handeln wie ein Gärtner, der seine Pflanzen hegt und pflegt, sie gut Versorgt und ihnen alles gibt, was sie zum Großwerden brauchen, nicht wie ein Töpfer, der den Ton nach seiner eigenen Meinung formt und bildet. Das trifft es ziemlich gut, wie ich finde. Das wiederum bedeutet, dass Waldorfpädagogik mit der Einstellung der Erwachsenen steht und fällt. Natürlich geht es darum, ein gutes Vorbild zu sein, aber vor allem geht es darum, dieses Vorbild nicht nur zu spielen, sondern es zu leben. Wenn wir mit Freude in den Tag starten, unsere Arbeit mit Liebe verrichten, Achtung vor jedem Lebewesen haben und auch für die kleinen Dinge im Leben Begeisterung empfinden können, ist das genau das Vorbild, dass Kinder brauchen. Natürlich ist kein Mensch unfehlbar und auch Waldorfpädagogen haben manchmal einen schlechten Tag, wie jeder andere Mensch auch. Aber die Grundeinstellung ist das, was zählt, sie ist auch das, was unser Zusammenleben so schön und liebevoll gestaltet.

Ich selber bin in einen Waldorfkindergarten gegangen und war dort wirklich sehr gerne. Trotzdem steht und fällt der Kindergarten und auch die Schule mit den Erziehern. Wenn man hinter der Grundidee der Waldorfpädagogik steht, (das Kind als Individuum, musisch-kreative Bildung, erlernen viele praktischen Fertigkeiten) sollte man die Institution besuchen und sich dann überlegen, ob diese Form des Kindergartens oder der Schule auch die Richtige für das eigene Kind ist. Ich bin wirklich ein großer Fan der Waldorfkindergärten und Schulen, und doch bin ich auch gerne auf eine staatliche Schule gegangen. Manchmal habe ich den Schwerpunkt des musisch-kreativen Aspektes vermisst, wie auch die praktischen Tätigkeiten, aber da meine Kindergartenfreundin ebenfalls in die staatliche Schule ging, war das für mich kein Problem. So habe ich diese Dinge eben Zuhause gemacht. Eine Pauschalantwort kann man also nicht darauf geben, ob Waldorfkindergärten und Schulen generell gut oder schlecht sind, das hängt von dem jeweiligen Kind und den Eltern ab. Mir gefällt das System sehr gut, auch wenn ich nicht behaupten würde, dass mir in der normalen Schule etwas gefehlt hat.

Was habe ich nun selbst als Mutter übernommen? Worauf lege ich Wert?

Puh, eigentlich auf all das, über das ich gerade erzählt habe. Jedenfalls möchte ich das gerne und gebe mir viel Mühe. Neben meiner Einstellung, die bis auf kleine Aussetzer (aus reiner Verzweiflung, z.B. dann, wenn ich grade einen Wutzwerg habe) eigentlich waldorforientiert ist, halte ich sehr viel von einem Tagesrhythmus. Wir gestalten unseren Jahreszeitentisch gemeinsam und feiern die christlichen Jahresfeste zusammen als Familie. Da wir auf dem Hof meiner Eltern wohnen auch gerne mit denen zusammen. Wir gehen viel und vor allem bei jedem Wetter raus und sind gerne kreativ (drinnen wie draußen) tätig, wobei eher mein Vater für das Bauen zuständig ist. So hat er die letzten Wochen fleißig umgebaut, so konnten wir unsere Wohnung vergrößern und der kleine Waldzwerg besitzt nun endlich sein erstes eigenes Schlaf-und Spielzimmer. Seine Möbel sind aus Holz und auch vieles seiner Spielzeuge ist organisch. Wobei nebenbei gesagt sei, dass auch er wirklich wenig Spielzeug zur Verfügung hat. Klingt hart, aber so besteht immer eine gewisse Grundordnung und sein Kopf hat noch genug freie Gedanken, um zu spielen. Wenn ein Spielzeug langweilig wird, geht es in den Urlaub, und ein anderes kommt dafür wieder. Bis jetzt wächst der Kleine mit wenigen Medien auf, natürlich nicht mit so wenigen wie ich damals, denn wie man merkt mache ich gerne Fotos mit dem Handy oder der Kamera und lasse mich durch das Internet inspirieren. Trotzdem schaut der kleine Waldzwerg bis jetzt noch kein Fernsehen und auch Musik wird bei uns eher selten gehört. Stattdessen lesen wir gerne gemeinsam Bücher oder besuchen seine Großeltern nebenan. Der letzte Punkt, der mir sehr wichtig ist, ist die Kleidung. Ich halte sehr viel von richtiger Wollkleidung und meide Plastikgewebe, und so besitzt der kleine Waldzwerg neben selbstgenähter, auch selbstgestrickte Kleidung. Interessanterweise fischt er auch immer gezielt die Wollkleidung aus dem Schrank, ob selbstgestrickt oder gekauft ist ihm da egal. Hauptsache (Schur)wolle. Das freut mich natürlich sehr.

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Um noch mal auf das Thema Waldorfinstitutionen zu kommen: Der kleine Waldzwerg wird nun 2 Jahre alt und es ist Zeit für mich, wieder in die Schule zu gehen. Glücklicherweise haben wir eine wundervolle Tagesmutter in der direkten Umgebung gefunden, die ebenfalls nach der Waldorfpädagogik ihren Alltag gestaltet, worüber ich mich sehr freue! Mit 3 Jahren wird er dann einen freien Waldorfkindergarten in der Nähe besuchen. Ob er später auch eine Waldorfschule besuchen wird, wird sich sicher noch herausstellen.

Ich habe mich wirklich gefreut, als Sabrina von Mamahoch2 mich gefragt hat, ob ich hier auf dem Blog über meine Kindheit und die damit verbundenen Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik erzählen würde. Bei manchen Fragen bin ich wirklich ein wenig ins Schwitzen geraten, denn wie schon erwähnt bin ich einfach mit der Pädagogik aufgewachsen, statt sie mir in Büchern anzueignen. Gerne wiederhole ich hierbei noch einmal, dass meine Erfahrungen NICHT zu 100% auf der Anthroposophie basieren und ich in den Antworten viele komplexe Vorgänge sehr stark vereinfacht habe. Denn, wenn man wirklich ganz genau erklären möchte, was Waldorfpädagogik genau ist, und warum da genau so gehandelt wird, und nicht anders, würde das sehr viele Bücher füllen. Trotzdem möchte ich noch einmal allen, die sich für Waldorfpädagogik interessieren, Mut machen. Waldorf(orientierte)pädagogik kann wirklich jeder umsetzten, dafür braucht es keine vielen Bücher oder großen pädagogischen Hintergrund, sondern einfach euch.

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Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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2 Kommentare

  1. Liebe Johanna,

    ich halte das Konzept der Waldorfschulen für die Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit deutlich besser, als das der staatlichen Schulen.

    Der Satz „Jeder Mensch kommt mit einer eigenen Persönlichkeit und eigenen Kompetenzen auf die Welt“ bringt es auf den Punkt – denn darauf ist bei der Erziehung „Mit Waldorf“ alles ausgerichtet.

    Durch die einheitliche Bewertung (nach Leistung) wird aus meiner Sicht das Selbstbewusstsein der Kinder, die in dieses Schema nicht passen, geschwächt.

    Lg

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  2. Der Artikel ist ja interessant, aber die meisten Sachen, die hier als waldorftypisch genannt werden, sind doch nicht wirklich kontrovers zu diskutieren, sondern sollten allen Eltern als erstrebenswwert erscheinen. Mich würde aber interessieren, wie sich die Waldorf-Schulbildung auswirkt. Denn erst in der Schule zeigt sich doch der Unterschied, ob eben „der Name getanzt wird“ bzw. gegärtnert oder geschreinert wird oder statt dessen mehr Mathematik o. ä. unterrichtet wird. Sind diese Schüler dann in der Lage, ein (jedes) Studium aufzunehmen und auf dem Ausbildungsmarkt zu konkurrieren? Sicherlich haben sie andere Kompetenzen, aber sind sie vorbereitet, um sich dann wieder in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren?

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