Den Gedanken, die Karriere für die eigenen Kinder an den Nagel zu hängen und nur noch von zu Hause aus zu arbeiten finden viele Frauen nicht nur schön, sondern sogar erfüllend. Leider stellt sich für viele Mütter diese Frage erst gar nicht, weil sich keine passenden Stellen finden, Arbeitgeber unflexibel sind und sich finanzielle Löcher auftun würden. Für mich ist es verschenktes Potenzial und vergeudete Möglichkeiten für Familien.

Gerade im Bürobereich bietet sich aus meiner Sicht hier eine Lücke, die man füllen müsste und könnte. Dass die „virtuelle Zusammenarbeit“ funktioniert, zeigt sich für mich jeden Tag aufs Neue, da das gesamte Mamahoch2 Team per PC und Telefon vernetzt ist und so gemeinsame Projekte verwirklicht. Mich macht dieser Umstand glücklich und irgendwie auch stolz, denn wir profitieren alle davon.

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Einfach zu Hause Mutter sein und arbeiten

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich kenne die Situation mit Vollzeitanstellung beider Partner und die Situation, wenn man am Abend geschafft zu Hause sitzt, sein Kind vor sich sieht und einem das Gefühl überkommt, dass man eigentlich Feierabend haben möchte und zwar in allen Facetten.

Kinder wirken in solchen Momenten besonders stressig und man ist berechtigterweise nicht mehr ganz so aufnahmebereit. Genau diese Situation spielt sich täglich in tausenden Wohnzimmern ab. Nur die wenigsten Mütter möchten das zugeben, um die Emanzipation nicht „zu ohrfeigen“. Tja und dann war da noch was: Der Haushalt. Der muss auch noch organisiert werden und der Wocheneinkauf fällt auch an. Blicke ich auf dieses Szenario, dann habe ich ehrlich zugegeben das Gefühl nicht allem gerecht werden zu können und schon gar nicht mir selbst. Als gute Mutter soll man Vorbild sein. Man soll arbeiten gehen. Man soll für die (gibt es die dann überhaupt noch, wenn es soweit ist?) Rente vorarbeiten. Man soll die Kinder großziehen. Man soll eine tolle Partnerin sein und dann mit links ganz geschwind den Haushalt schmeißen. Man soll stark sein und beweisen, dass man alles unter einen Hut bekommt. Der Arbeitsweg wird teilweise mit mehr als 30 km 2x täglich geschrubbt.

Die Wochenenden sahen bei mir oft so aus, dass ich mir in der Vergangenheit vor allem eines gönnen wollte: Ruhe. Die Ruhe bekommt man nicht, ohne dass jemand zurückstecken muss und so dreht sich die Spirale weiter. Als ich noch keine Kinder hatte, war alles noch relativ einfach, aber nun wäre Vollzeit außerhalb von zu Hause für die nächsten Jahre schier unvorstellbar.

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Und da frage ich mich ehrlich: Ist es ein Vergehen zu sagen: „Hey, ich schaffe das nicht alles! Ich will nicht alles sein. Ich will nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen, nur weil das die Gesellschaft von mir erwartet. Ich will vor allem für mein Kind in den ersten Jahren da sein können und schraube jetzt einen Gang zurück.“ Leider, so scheint mir der Eindruck, ist aber genau das in den meisten Fällen unmöglich. Der Grund liegt nicht an den Müttern selbst, sondern an den unflexiblen Arbeitgebern, dem Gesellschaftsdruck und dem Berufsmarkt, der meiner Meinung nach einfach hinterher hängt.

Es gibt EINEN Grund, warum viele Mütter gar nicht zu Hause bleiben können oder nicht die Möglichkeit haben Stunden zu reduzieren und der lautet: Geld und Sicherheit. Vielen Müttern ist es  wichtig, dass sie die ersten Jahre der Kinder so gut es nur geht miterleben und begleiten können, doch der Preis ist hoch. Zu Hause bleiben, bedeutet auf Geld verzichten, wenngleich sich die Möglichkeit damit auftut die Fremdbetreuung deutlich runterschrauben zu können.In den neuen Bundesländern ist es gängig, dass Kinder mit knapp einem Jahr die Krippe besuchen und Frauen schnell in ihre Anstellung zurück kehren. Aber was ist, wenn man nicht gleich in die Ganztagesbetreuung starten müsste? Was ist, wenn man umdenken würde? Was ist, wenn man die Kinder plötzlich nur noch stundenweise in die Betreuung (ab)geben müsste, weil man von zu Hause aus arbeiten könnte? Ich weiß, dass mein Beitrag nicht generell für alle Berufsgruppen eine Lösung bieten könnte, aber beachtlich viele Mütter – egal welcher Branche – wären dazu bereit sich neu zu orientieren, Wissen anzueignen und weiterzubilden, um sich den Traum vom Homeoffice zumindest für die ersten Jahre ihres Kindes zu verwirklichen und so mehr Familienzeit zu gewinnen.

Homeoffice für Mütter

Ich habe in der letzten Woche eine Diskussion in der Mamahoch2 Gruppe verfolgt und war schockiert, wie viele Mütter aus Zwang wieder mehr als 30 h arbeiten gehen und sich gegen ihren Herzenswunsch entscheiden. Es fehlt an Möglichkeiten und der finanziellen Absicherung. Alle äußerten den großen Wunsch nach einer Anstellung im Homeoffice, am besten am PC und sie würden gerne zu Hause bleiben und so mehr Zeit mit ihren Kleinkindern gewinnen. Sie würden die Fremdbetreuung dann am liebsten nur halbstags nutzen, sich Fahrtwege zu Arbeit sparen. Ich kann an dieser Stelle verraten: Es funktioniert. Ich habe selbst Angestellte und freie Mitarbeiter mit denen ich ausschließlich telefonisch und per Chatfunktion Kontakt halte. Alle Damen haben relativ freie Zeiteinteilung und die Arbeitsergebnisse sind dementsprechend solide, weil sie das tun, was Spaß macht und dann tun, wenn es Spaß macht. Und es geht noch weiter: Hier ist selten jemand krank, die Motivation ist hoch und es herrscht ein freundliches Miteinander. Sie haben mehr Zeit für ihre Kinder. Sie können die Kinder oft mittags abholen und sind dadurch zufriedener, weil Gehetze von der Arbeit in die Kita ausfällt. Durch die Flexibiltät ist es möglich auch mal einen Tag „frei“ rauszuarbeiten und somit wesentlich freier leben zu können. Das alles sind Vorzüge, die für mich das Homeoffice bietet und damit eigentlich unschlagbar attraktiv machen.  Warum sehen aber so viele andere Arbeitgeber dieses Potenzial nicht? Was schreckt ab?

P.S. Mein Beitrag stellt keinerlei geschlechtliche Bevorzugung dar. Natürlich begrüße ich auch Väter, die sich nach einer Lösung sehnen, flexibler zu arbeiten. Diese dürfen sich genauso angesprochen fühlen, wie Mütter.

Was denkst du darüber? Würdest du vielleicht selbst gerne von zu Hause aus arbeiten? Wo denkst du, liegt das Problem?

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Sabrina