Draußen waren es die letzten Tage minus 10 Grad… Ich behaupte dennoch trotzig, dass der Frühling bald kommen wird, und mit ihm wieder mildere Temperaturen. Die Lust auf Nähen für wärmere Tage ist schon entbrannt und so habe ich für meine Tochter aus dem Oberteil-Schnittmuster Autumn Rockers eine Überwurfjacke- man nennt es auch Cardigan 😀 – genäht. Sie ist perfekt, um sie über dünne Shirts oder auch T-Shirts zu ziehen, kann in der Länge ganz einfach angepasst werden und es steht dir auch frei, ob du sie mit der Möglichkeit zum Schließen anfertigst. Wenn du Lust hast, dann lass uns gemeinsam beginnen.

Material

Hier siehst du die wichtigsten Nähutensilien, die du für dieses Projekt griffbereit haben solltest, auf einen Blick. Fahre mit der Maus über die Punkte und du wirst über links* zu den von uns empfohlenen Artikeln geführt.

Artikelbild

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Grundlegend benötigst du noch das Schnittmuster Autumn Rockers. Dieses bekommst du hier* in Größe 92-146 im einzigartigShop von mamahoch2. Die passende detaillierte Nähanleitung zum Grundschnitt findest du hier*.

Drucke dir das Schnittmuster nach Anleitung aus und klebe es zusammen.

Die Ärmel, und wenn gewünscht die Ärmelpatches, schneidest du in der aktuellen Größe deines Kindes zu. Solltest du den Cardigan gern oversize, also sehr leger und locker wünschen, dann schneide ihn auch gern in der nächsten Größe zurecht.

Verlängern des Schnittmusters zum Cardigan

Wir müssen uns nun noch Vorder- und Rückteil anpassen, d.h. verlängern. Die Länge bestimmst du einfach selbst. Ich hab bei meiner Tochter von der Achsel nach unten gemessen, wie lang ich den Cardigan gerne hätte. Dazu habe ich zum Säumen eine Zugabe von 4cm gerechnet.

Verlängere also nun die Außenkante der Schnittmusterteile an der entsprechenden Größe nach deinem Wunsch und ziehe passend dazu auch die Bruchkante nach unten. Diese beiden Linien werden verbunden und schon hast du dein angepasstes Schnittmuster zum Ausschneiden

Du hast nun also mindestens 3, evtl. sogar 4 Schnittmusterteile vor dir liegen:

  • Ärmel
  • Vorderteil
  • Rückteil
  • ggf. Ärmelpatch

Da wir später an die Innenkante (also Halsausschnitt und die offene Kante vorn) eine Ausschnittblende anbringen, kürzen wir das Schnittmuster am Halsausschnitt etwas ein. Dafür legst du alle 3 Schnittmusterteile so zusammen, wie sie als Stoff auch zusammen genäht werden. Dabei soll der Halsausschnitt bündig aneinander liegen.

Nun habe ich das Lineal Stück für Stück am Halsausschnitt entlang geführt und rings herum bei 2cm eine Markierung gesetzt. Wenn du die entstandene Punkt-Linie verbindest, hast du die neue Schnittkante.

Jetzt nimmst du dir das Vorder-Schnittteil zur Hand und einen runden Gegenstand. Hier kommt direkt ein Tipp von mir: Nähe ich die Jacke demnächst noch einmal, würde ich den Bogen größer ziehen, d.h. einen größeren Gegenstand verwenden. Damit fällt später der Stoff an dieser Rundung besser beim Tragen der Jacke.

Lege deinen Gegenstand an und zeichne dir die Rundung an der Ausschnittspitze an. Diese Rundung schneidest du wiederum ab.

Nun sind wir mit dem Vorbereiten des Schnittmusters fertig und kommen zum

Zuschneiden

  1. Lege den Stoff in den Bruch und schneide das soeben geänderte Vorderteil 2x gegengleich zu. Beachte, dass wir im Gegensatz zum herkömmlichen Autumn Rockers nun 2 Vorderteile haben.
  2. Für das Rückteil legst du den Stoff abermals in den Bruch,
  3. schneidest aber 1 großes Stoffteil zu – genau wie beim einfachen Autumn Rockers.

Für die Ärmel kannst du auch den Stoff in den Bruch legen, oder die 2 Ärmel einzeln zuschneiden. Vielleicht möchtest du auch wie ich auf den Cardigan Taschen aufsetzen. Dann legst du dir ein Vorderteil zurecht und misst mit dem Schneiderlineal ab, wie groß du deine Taschen möchtest. Bedenke dabei, dass die Jacke später unten 4cm zum Saum eingeschlagen wird.

Anhand deiner Maße fertigst du dir mit einem einfachen Blatt Papier eine Schablone für die Taschen an. Vergiss nicht, zur gewünschten Größe an allein Seiten eine Nahtzugabe von etwa 0,75cm (oder zum Vereinfachen 1cm) hinzuzurechnen. Möchtest du also deine Tasche in der Höhe 10cm und in der Breite 12cm, dann berechnest du:

  • Höhe: 1cm + 10cm + 1cm ->12cm
  • Breite: 1cmcm + 12cm + 1cm -> 14cm

Wenn du dein Schnittmuster ausgeschnitten hast, kannst du es noch einmal auf den Stoff legen und prüfen, ob dir die Größe so nach wie vor gefällt.

Bist du zufrieden, dann wandeln wir das ganze in Stoff um. Dafür legst du deinen Wunschstoff in den Bruch und schneidest gleich 2 Stoffstücke mit einmal zu. Das wiederholst du noch einmal, damit du 4 zugeschnittene Taschenteile vor dir hast.

Du legst jeweils 2 Stücke rechts auf rechts aufeinander und fixierst sie mit Wonderclips (Bild 1.). Nun geht es ab unter die Nähmaschine. Du kannst auch gern die Overlock verwenden, empfehlen würde ich allerdings einen schlichten Geradstich (Bild 2.).

Nun wird einmal um das 4Eck herum genäht. Vergiss aber am Ende nicht eine Wendeöffnung zu lassen (Bild 3.) Bevor das ganze umgestülpt wird, schneiden wir die Ecken kurz. Achte darauf, dass du dabei nicht die Naht verletzt (Bild 4.).

Nach dem Wenden sehen die Taschen dann so aus:

Nun positionierst du die beiden entstandenen Teile auf deinen beiden Vorderteilen. Bedenke an dieses Stelle nochmals, dass der Saum später nach hinten geschlagen und festgenäht wird. Setze die Tasche also nicht zu tief, da sonst die Saumnaht eventuell darüber verläuft. Ich habe daher nach unten 8,5cm Platz gelassen. Stecke dir die Taschen mit Stecknadeln fest und nähe sie mit der Nähmaschine an.

 

An den oberen Ecken empfehle ich dir, die Naht zu stabilisieren, indem du mehrfach vor und zurück nähst. Dadurch reißt die Tasche nicht so schnell aus wenn sie mit diversen Steinen vollgestopft wird :D. Ich habe mich für einen Zickzackstich beim Annähen entschieden. Ein Geradstich ist hier auch kein Problem. Beim Annähen verschließt du so automatisch auch die Wendeöffnung.

Für die Ärmelpatches legst du wieder den Stoff doppelt und schneidest gleich 2 mal den Patch zu.

Auch diesen habe ich mit einem Zickzackstich festgenäht. Ich empfehle dir beim Applizieren oder Anbringen solcher Patches Sprühfixierer aufzutragen. Damit vereinfacht man sich das Annähen ungemein. Ebenso ist es sehr hilfreich Backpapier unter die beiden Stoffe zu legen. Damit kann man sie unter der Nähmaschine super bewegen und zerrt nicht unnötig am Stoff. Anschließend lässt sich das angenähte Papier super entfernen. Die Patches habe ich nicht mittig, sondern, wie auf dem unteren Bild gut zu erkennen, seitlich gesetzt. Wenn du deinen Arm ausstreckst, wirst du feststellen, dass die Naht nach unten zeigt, nicht gegenüber vom Ellenbogen. Würdest du den Patch genau mittig auf deinen Ärmel setzen, wäre er nach meiner Erfahrung später nicht an der richtigen Position.

Das Zusammennähen

Nun hast du alle Schnittteile vorbereitet und wir können uns daran machen einen Cardigan entstehen zu lassen. Beginne damit einen Ärmel vor dich zu legen und rechts auf rechts das erste Vorderteil oben drauf. Beide Armausschnitte müssen bündig übereinander liegen. Fixiere dir diese Kante am besten mit Wonderclips. Jetzt geht es unter die Nähmaschine bzw. Overlock.

An der anderen Seite vom Ärmel steckst du nun wieder, rechts auf rechts, das Rückteil fest und nähst auch diese Kante zusammen. An das Rückteil kommt nun an den zweiten Armausschnitt der zweite Ärmel und daran anschließend das zweite Vorderteil. Sind alle Zuschnitte miteinander verbunden, sieht das ganze so aus:

Nun klappst du die Jacke einmal zusammen, sodass quasi eine Jacke auf links gedreht vor dir liegt. Die lange Kante vom Ärmel über Achsel bis Saum wird nun mit Wonderclips fixiert und in einem Rutsch- am Ärmel beginnend- mit der Overlock genäht. Nachdem du diesen Schritt auch auf der zweiten Seite wiederholt hast und deinen Cardigan gewendet hast, sieht das gute Stück aus, wie auf dem Bild ganz rechts. Ich findde, die Jacke ist schon sehr gut erkennbar.

Mit Hilfe des Schneiderlineal oder eines Maßbandes schlägst du die untere Kante 4cm nach innen und steckst diese Kante fest. Anschließend nähst du sie mit der Nähmaschine oder ggf. Coverlock fest. Hier eignet sich auch sehr schön ein Zierstich. Ich bin meinem Zickzackstich treu geblieben.

Die Ausschnittblende

Wir kommen unserem Endergebnis schon sehr nahe. Jetzt musst du noch ausmessen, welche Länge deine Ausschnittblende haben muss. Dafür misst du einmal die gesamte offene Kante von einer Saumecke nach oben über den Halsausschnitt und auf der anderen Seite wieder herunter bis zum Saum.

Bei mir hat das 150cm Maßband tatsächlich ganz knapp nicht gereicht. Es waren also 155cm.

Da 155cm ziemlich viel ist und man theoretisch dafür etwa 2 Meter Stoff bräuchte, schneiden wir 2 Teile zu, die wir anschließend zu einem langen Band zusammen setzen. Wir teilen also die 155cm durch 2. Das wären dann 77,5cm. zu der Länge von 77,5cm müssen wir noch für beide Seiten eine Nahtzugabe hinzu rechnen.

  • D.h. 1cm + 77,5cm + 1cm -> 79,5cm Länge (Um bei der Rundung etwas Luft zu haben, gebe ich                                                                                         noch 1,5cm dazu -> 81cm)

In der Breite möchte ich die Kante später 5cm sichtbar haben. der Stoff wird später zusammen geklappt, sodass an beiden Seiten wieder die Nahtzugabe dazu addiert wird.

  • D.h. 1cm + 10cm + 1cm -> 12cm Breite

Ich habe mir also 2 Streifen von 80cm Länge x 12cm Breite zugeschnitten. Ich hoffe du kannst mir folgen. Sollte es Unklarheiten geben, dann frag uns bitte immer. Wir geben uns die größte Mühe allem Rede und Antwort zu stehen und bemühen uns schnellstmöglich deine Fragen zu beantworten.

Die beiden Streifen legst du nun rechts auf rechts aufeinander und fixierst sie an einer Seite. Diese Kante nähst du zusammen und erhältst so einen langen Streifen.

Die beiden Enden des langen Streifens werden nun auch jeweils rechts auf rechts zusammen gelegt und mit der Overlock genäht. Auf der unteren Collage erkennt man sehr gut, wie die Schritte ablaufen sollen. Nun wird der Streifen gewendet. Das Ergebnis siehst du auf dem letzten Bild.

Diese entstandene Ausschnittblende wird nun, ähnlich wie ein Bündchen, an die vorher abgemessene Kante des Cardigan festgesteckt. Dabei beginnen wir damit, die Naht der Blende mittig an den Halsausschnitt zu heften.

Anschließend werden die Enden am Jackensaum fixiert.

Nun arbeitest du dich beim Feststecken in Richtung der Rundung. Erst vom Saum an, dann von der Halsmitte.

Zum Schluss wird die Rundung grob zusammen geclipst. Die Blende ist an dieser Stelle nun wahrscheinlich etwas größer als der Bogen an der Jacke. Das ist so gewollt, denn beim Annähen dehnst du den Stoff auf die Länge der Blende. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass sich dadurch der Stoff schöner legt beim Tragen.

Hast du die Blende angenäht, kannst du diese anschließend noch absteppen. Den Saum der Ärmel habe ich einfach umgeschlagen und mit wenigen Stichen fixiert. Du hast hier auch die Möglichkeit Bündchen anzunähen.

Fertig ist dein Cardigan.

   

Gerade für den Frühling finde ich solche Jacken perfekt. Hier werden definitiv noch einige einziehen. Mal etwas kürzer, mal mit Druckknopf zum Schließen, mal mit breiterer Ausschnittblende und beispielsweise auch mit einem Gürtel zum Schließen… Da sind noch einige Ideen in meinem Kopf. Wenn du nun auch Lust hast dich mit dieser Anleitung kreativ auszuleben, dann pinn sie dir auf Pinterest.

Ganz viel Freude am Nähen

Sandra

 

 

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