Das Bienenthema lässt mich irgendwie nicht mehr los. 300 der heimischen 560 Wildbienenarten stehen inzwischen auf der “Roten Liste”. Wie lange müssen wir blind gewesen sein oder vielmehr weggeschaut haben? In den letzten Jahren habe ich mir mehr und mehr Gedanken dazu gemacht, was ich aktiv tun kann, um Bienen zu helfen. Um ehrlich zu sein, könnte jeder von uns eine Menge tun und doch braucht es wahrscheinlich Stimmen, Vorreiter und Menschen mit höherer Reichweite, die sich aktiv für Bienen einsetzen. Mit Mamahoch2 möchte ich einen Beitrag dazu leisten und dir, als Leser meiner Seite, Impulse, Ansätze und Ideen geben, was du tun kannst, um unsere Bienen zu retten. Dazu braucht es übrigens nicht einmal einen eigenen Garten.

 

1 Blumen pflanzen – Bienenfutter säen

Hättest du gewusst, dass nur ungefüllte Pflanzen für Bienen geeignet sind? Damit fallen viele beliebte Blumen aus unserem Garten raus. Keine Rose und keine Ranunkel wird Bienen helfen. So schön wie sie sind, sollte man seine Bepflanzung nicht nur nach ästhetischen Aspekten auswählen, sondern auch danach, ob sie Bienen etwas nutzen. Weiterhin ist es empfehlenswert nicht auf eine Monokultur zu setzen im Sinne von: „Das bisschen Lavendel wird schon reichen.“ Die Mischung macht es aus.

Geeignete Pflanzen für Bienen:

  • Kapuzinerkresse
  • Lavendel
  • Verbene
  • Fächerblume
  • Glockenblume
  • Kaskadenthymian
  • Anis-Ysop
  • Salbeiarten
  • Oregano
  • Baldrian
  • Borretsch (enthält Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) – bitte nur in Maßen pflanzen)
  • Melisse
  • Malvenarten
  • Bartblume
  • Bergbohnenkraut
  • Katzenminze
  • Seifenkraut
  • Klee
  • Dost
  • Gewürzfenchel
  • Günsel

Hier kannst du nachlesen, welche Pflanzen Bienen NICHT mögen!!!

2 Unterschlupf und Nisthilfen

Wir haben so häufig das Bild einer Honigbiene vom Imker im Kopf und doch sind es oftmals die Wildbienenarten, die unsere Pflanzen so fleißig bestäuben. Tatsächlich können wir Unterschlupf- und Nisthilfen selber bauen. Diese sollten ganz spezielle Anforderungen erfüllen und dazu zählt auf jeden Fall nicht, dass man die Biene durch eine Glasröhre auch gut beobachten kann. Im Idealfall sieht die DIY Bienen Nisthilfe so aus:

  • Besonders geeignet sind Nisthölzer mit Bohrgängen (Gänge für die Bienen).
  • Die Wände sollten dabei innen glatt sein.
  • Das Holz sollte nicht moderig sein.
  • Der Standort sollte sonnig und regengeschützt gewählt werden.
  • Der Unterschlupf sollten nach Fertigstellung in Ruhe gelassen werden und der Standort nicht verändert.

3 Verzicht auf Chemie

Alles, was Insekten und damit auch Bienen schaden kann, sollte im eigenen Garten gemieden werden.  Pestizide, Herbizide und Biozide sorgen vielleicht dafür, dass die Pflanzen schön gedeihen, sind aber auf der anderen Seite besonders in der Mischung Insektenkiller. Mittlerweile bietet das Internet eine Hülle an umweltfreundlichen Ideen, wie man den Garten ganz ohne Chemie betreiben kann.

4 Fremder Honig hat nichts bei Bienen zu suchen

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht komisch, aber leere Honiggläser müssen unbedingt ausgespült, am besten sogar ausgekocht werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Bienen-Krankheiten aus dem Ausland hierzulande ausbreiten und unsere Bienen dahin raffen. Manch einer kommt auf die Idee eine „geschaffte“ Biene damit zu retten ihr Honig anzubieten (schließlich liegt der Gedanke nahe, dass es ihre Nahrung sei), aber genau solche Aktionen können unvorhersehbare Folgen mit sich ziehen. Bitte füttere niemals Bienen Honig aus dem Glas und achte darauf, dass diese Gläser nicht offen herumstehen.

5 Kinder aufklären über Bienen

Ich sehe immer wieder Kinder, die panische Angst vor Bienen haben, sich teilweise sogar ekeln. Aufgrund der aktuellen Lage empfinde ich es als unerlässlich Kinder über Bienen und ihren Nutzen aufzuklären. Im Netz gibt es mittlerweile eine Hülle an Informationen. Viele Imker sind zudem gerne bereit sich „über die Schulter schauen zu lassen“ und die Furcht vor Bienen aufzulösen. Auch Schulen und Kitas rechne ich hier eine Verantwortung zu. Wenn man erst einmal Honigschleudern gesehen hat, mit Bienenwachs arbeiten konnte, gesehen hat, wie die Bienen ihre Brut versorgen, dann fühlt sich die Verantwortung für das Fortbestehen direkt stärker an.

Empfehlenswerte Beiträge über Bienen für Kinder:

Schlussendlich kann jeder von uns etwas tun. Wir müssen nur anfangen!!

1 Kommentar

  1. Julia 6. Februar 2020 at 19:37

    Hallo. Schöner Beitrag. Lasst uns den Bienen helfen.
    Wichtig bei den Nisthilfen ist noch, kein Weich- bzw. Nadelholz zu nehmen. Das splittert schneller, sodass sich die Bienen verletzten. Außerdem harzen viel Weichhölzer noch nach, was der Brut nicht gut tut. Gekaufte Nisthilfen sind oft behandelt (Mittel gegen Pilze und Schimmel). Die Chemie ist dann schädlich.

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