Vor einigen Tagen haben wir eine liebe Mail von einer Mama erhalten, die (wie sie selbst sagt) erst spät Mutter geworden ist. Darja – so heißt sie – schreibt auf ihrem wunderschönen Blog Paleo Mama über das Thema Kinderwunsch und Fruchtbarkeit. Und das macht sie auch mit einen ganz bewusstem Hintergrund, denn Darja ist promovierte Wissenschaftlerin, die sich auf Vitamine und Hormone spezialisiert hat. Darja ist selbst auch erst „spät“ Mutter geworden, denn beide Söhne kamen nach ihrem 35. Geburtstag zur Welt. Wobei „spät“ hier wieder im Auge des Betrachters liegt.
Wir denken, dass Darjas Beitrag ein guter Kontrast zu unserem täglichen „recht jungen Muttersein“ darstellt und freuen uns deshalb ganz besonders, dass sie für uns einen Artikel geschrieben hat – DANKE Darja.

 

paleo mama

 

 

Vor einigen Tagen hat eine alte Schulfreundin mir einen Witz per E-Mail geschickt. Es unterhalten sich zwei Kumpels. Der eine fragt:

  • Welche Frau würdest du lieber heiraten – eine Jüngere aus der Hauptstadt, oder eine Ältere vom Dorf?
  • Die Ältere vom Dorf, selbstverständlich!
  • Aber warum?
  • Weil die Jüngere aus der Hauptstadt schon 38 ist und die Ältere vom Dorf erst 22!

Ich selbst bin eine „jüngere“ Frau aus der Hauptstadt und bin mit meinen beiden Kinder erst nach dem 35. Lebensjahr schwanger geworden. Besser gesagt, ich habe sie bekommen, nachdem ich eine Doktorarbeit, viele Forschungsprojekte, und vierzehn Umzüge durch insgesamt sechs Länder schon hinter mir hatte. Es ging nicht anders. Obwohl meine professionelle Umwelt noch weitere Erwartungen in mich gesetzt hatte, beschloss ich irgendwann schweres Herzens, sie alle doch zu enttäuschen und mit meinem Ehemann endlich eine Familie zu gründen. Wie gut, dass es einen guten Ehemann gab. Laut Statistik, bleiben fast die Hälfte der Akademikerinnen aus meiner Bildungs- und Altersklasse kinderlos und aus eigener Erfahrung kann ich diese Zahlen nur bestätigen.

Als meine Mutter meine kleine Schwester zur Welt gebracht hat (und damit ihre Familienplanung abgeschlossen hatte), war sie erst 30 und trotzdem die älteste Gebärende auf der Entbindungsstation. In den Generationen unserer Großmütter und Urgroßmütter war es mit dem frühen Kinderkriegen nicht anders. Genauer gesagt, in der ganzen Geschichte der Menschheit – es handelt sich um etwa 5000 Generationen, seitdem unsere Ahnen Afrika verließen – war es immer so, dass die Frauen ihr erstes Kind zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr bekommen haben.

Heute dagegen ist fast jede vierte Frau, die ein Kind bekommt, älter als 34 Jahre. Was ganz sinnvoll ist im Hinblick auf die Tatsache, dass viele 34-Jährige beruflich fest im Leben stehen und im finanziellem Sinne ihren Kindern eine sichere Kindheit bieten können, aber weniger sinnvoll im Hinblick auf die menschliche Evolution, die über Jahrmillionen an unserer Physiologie gefeilt hat.

Aber wo kann man die Grenze ziehen, wo fängt die späte Mutterschaft eigentlich an?

Laut Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung wird als »Spätgebärende« eine Frau bezeichnet, die ab einem Alter von 35 Jahren Mutter wird, ob mit erstem Kind oder erneut. Seit etwa 30 Jahren nimmt die späte Mutterschaft kontinuierlich zu und es konnte eine starke Verlagerung der Familiengründung ins mittlere Lebensalter beobachtet werden. Am Anfang der 1990er Jahre waren kaum 10% aller Frauen, die ein Kind bekamen, älter als 34 Jahre. Innerhalb von einem Jahrzehnt hat sich diese Zahl verdoppelt und stieg bis 2006 nochmals an auf fast ein Viertel aller Gebärenden. Frauen ab 35 gelten in der Gynäkologie sogar als Risikoschwangere. Obwohl ich selbst mit dieser Einstufung nicht einverstanden bin und es überhaupt nicht mag, wenn ganz natürliche Prozesse, die eine Schwangerschaft und Geburt begleiten, stark medikalisiert werden, der Fakt bleibt: spätestens ab 40 haben Frauen ein höheres Risiko für Schwangerschaftskomplikationen jeder Art.

Trotz steigendem Trend einer späten Mutterschaft gibt es heutzutage kaum Experten, die ein früheres Geburtsalter Frauen NICHT empfehlen würden. Diejenigen, die sich mit Embryologie, Eizellenqualität, oder unerfülltem Kinderwunsch beschäftigen, würden entschieden davon abraten, das erste Kind mit über 35 Jahren zu bekommen.

Aber was sagen die Mütter selbst?

Sie scheinen alle glücklich zu sein, ihre Kinder bekommen zu haben, ganz egal in welchem Alter. Ich treffe viele ältere Mamas, die ähnlich wie ich eine bewusste Entscheidung getroffen haben und Kinder gegen Karriere getauscht haben. Sie sehen ihre Kinder als eine große Bereicherung und sind meiner Erfahrung nach fröhlicher und großzügiger bei der Erziehung als junge Mütter.

Junge Mütter, die ich kenne, sind allerdings auch ganz zufrieden, das erste Kind in ihren 20ern (oder sogar früher) bekommen zu haben. Selbst wenn die Kinder ungeplant oder gar ungewollt in ihr Leben kamen, lobten die (damals) jungen Mütter trotzdem das Glück, erlebt haben zu dürfen, sich mit eigenen Kindern als Persönlichkeit weiterzuentwickeln; die Gelassenheit, den Kindern viele Freiheiten zu gewähren, weil ihnen selbst viele Gefahren noch nicht bewusst waren. Vor allem aber lobten sie die Möglichkeit, sich nach der Kleinkindphase der Karriere und anderen Dingen mit vollem Engagement widmen zu können und dann, wenn es karrieremäßig endlich gut lief, nicht wegen Elternzeit aussteigen zu müssen, wie die Frauen, die Kinder später bekamen.

paleo mama

Am aufschlussreichsten fand ich während der Recherchen für diesen Artikel die Aussagen der Frauen, die beide Erfahrungen gemacht haben. Wie meine Freundin Elena (Name geändert), die ihre erste Tochter in Russland mit 18 Jahren bekam. Die erste Ehe mit dem Vater des Kindes ging in die Brüche, sie war noch unerfahren, jung und wollte studieren…Die ganze Familie hat beim Großziehen des Kindes helfen müssen. Das war allerdings kein Problem: Omas und Opas auf beiden Seiten lebten und waren gesund und fit, so dass diese Lebensphase allen in lebhafter und schöner Erinnerung blieb. Die kleine Maya (Name ebenso geändert) hat sich zu einer tollen jungen Frau entwickelt, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und oft mit einer Freundin der Mutter verwechselt wird. Elena lacht und sagt: wir haben uns alle einfach angepasst und jetzt merken wir, dass Mayas Präsenz in unserem Leben etwas Schönes und Sinnvolles war.

Elena ist heute 39, zum dritten Mal verheiratet und wünscht sich noch ein weiteres Kind. Sie ist im Leben gut angekommen: sie hat einen traumhaft bezahlten Job, reist um die Welt, sogar eine Doktorarbeit hat sie vor einigen Jahren gemacht. Jetzt würde sie gern eine Auszeit machen und einmal erleben, wie sich das anfühlt, entspannt mit dem Baby durch die Parks zu laufen und keine finanziellen Sorgen haben zu müssen. Leider klappt es mit dem Schwangerwerden nicht und sie sucht, ähnlich wie fast ein Drittel der Frauen in ihrem Alter, Hilfe bei den Kinderwunschspezialisten. Aber im Gegensatz zu den Frauen, die neben ihr im Wartezimmer sitzen und oft verzweifelt auf ihr erstes Kind hoffen, wird meine Freundin Elena manchmal von ihrer erwachsener Tochter auf dem Weg zur Kinderwunschpraxis begleitet (was zu viel Situationskomik in unserem Freundeskreis sorgt). Dabei merkt sie, dass ihr unerfüllter Kinderwunsch doch einen Hauch von einem Luxusproblem hat!

 

Wann seid ihr Mutter geworden und wie seht ihr das? Gibt es das perfekte Alter, um Mama zu werden? Welche Vorteile hat das junge Mutterwerden? Welche Vorteile gibt es beim Mutterwerden über 30?

 

 

17 Kommentare

  1. Kleiner Schwarzer Punkt 3. März 2016 at 11:28

    Erstes Kind mit 35, zweites mit 38. Beide gewollt. vorher waren mein Mann und ich über 15 Jahre zusammen. Haben beide gearbeitet. Beide Akademiker, sehr sicherheitsorientiert. Ich bin ihm viel hitnerher“gezogen“, jobmäßig. Große Reisen etc. haben wir nie gemacht. Die Familie war unser Traum, und diese v.a. aus einer finanziellen Sicherheit heraus. Damit waren die letzten Jahre (bin jetzt 42) einfach toll, entspannt, genießend… bis mein Mann eine Krebsdiagnose erhalten hat und ich mich mit dem Modell Späte Mutter alleinerziehend oder mit kranken Mann beschäftigen muss…
    Die finanzielle Sicherheit (und dieTatsache, dass ich beruflich dabei geblieben bin und NICHT in die späte Vollzeitmama mutierte) sind hilfreich. Aber heute denke ich: es gibt ihn nicht, den goldenen Weg. Es kommt immer anders als man denkt. Aus diesem Grund kann ich nur empfehlen: wenn du jung bist und willst, trau dich ruhig, schwanger zu werden. Schiebs nicht auf. Das ist biologisch gesehen richtig. Probleme gibt es irgendwann sowieso irgendwie. Nur sehr wenige Menschen haben den Luxus sorgenfrei 80 zu werden im Kreise einer gesunden, glücklichen Familie.
    Das einzige Problem sind vielleicht die Männer. Ich wollte ja auch schon mal mit 30, aber er und damit wir haben uns damals nicht getraut. Tja…
    Euch alles Gute!
    ksp

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  2. Beatrice 3. Januar 2016 at 0:41

    Hallo 🙂

    Also ich bin mittlerweile 22 Jahre jung und habe bereits 3 Kinder und habe auch mit Vorurteilen zu kämpfen wie so manch „ältere “ Mama.
    Meine persönliche Meinung ist, dass es für jeden ein anderes perfektes Alter gibt um Kinder zu bekommen!
    Es gibt so viele Umstände die mit entscheidend sind, wie zum Beispiel Karriere, Wohnsituation, Finanziell und natürlich auch ob man einen Partner hat.
    Jeder hat andere Vorstellungen. Während es für mich immer ganz klar war früh eine Familie zu gründen und Karriere für mich absolut nicht wichtig ist, wollen andere zuerst mal beruflich was erreichen, vielleicht was ansparen, Haus bauen etc bis sie sich bereit fühlen ein Kind zu bekommen! Und je nachdem was einen wichtig ist wird dann auch das Alter variieren.
    Und das eine ältere Mama mehr Risiken hat in der Schwangerschaft kann man auch nicht so einfach sagen, den ich habe, obwohl ich sehr jung bin, 3 Risikoschwangerschaften hinter mir, von denen 2 Frühchen wurden!
    Im Endeffekt ist jede Schwangerschaft komplett verschieden, sowie jede Frau verschieden ist und jeder sollte das Recht haben dann Kinder zu bekommen wenn für einen selber der beste Zeitpunkt ist 🙂

    LG

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  3. Babette 20. September 2015 at 14:40

    Hallo,

    ich bin Mutter von zwei Söhnen, bei der Geburt des ersten war ich 33 Jahre und bei der Geburt des Zweiten 35 Jahre (allerdings oder zum Glück sieht man mir mein Alter nicht an, werde immer auf Mitte Zwanzig geschätzt). Ich hatte mir persönlich immer vorgenommen mit 25 Jahren die Familienplung abgeschlossen zu haben. Mir war immer wichtig vor der Familiengründung die Schule und auch eine Lehre/Studium beendet zu haben und ich mußte verheiratet sein. Naja, mit der Schule war mit 19 fertig, Berufe habe auch zwei gelernt, (danach leider ne ganze Weile arbeitslos, trort guter Abschlüsse), verheiratet bin ich und nen guten Job habe ich mittlerweile auch. Soweit die Theorie, die Praxis sah anders aus. Die Natur wollte nicht, wie wir wollten. Ganze sechs lange Jahre und mehrere Tiefschläge hat es gebraucht, bis es endlich soweit war und unser Sonnenschein geboren worde.

    Bereue ich es heute erst so spät Mutter geworden zu sein? Ein ganz klares JEIN. Gern hätte ich meine Kinder mit Hinblick auf die Zukunft und die gemeinsame Zeit eher bekommen und vielleicht wäre uns auch einiges Komplikationen erspart geblieben, wenn wir bereits zu Beginn unserer Beziehung Kinder bekommen hätten . Auf der anderen Seite konnten wir erst „etwas aus uns machen“, wie man so schön sagt. Wir haben im Leben erreicht, was wir mindest erreichen wollten und müssen uns um die Zukunft nicht zu viele Sorgen machen. Wir können die Zeit mit unseren Kindern genießen, ohne uns Gedanken machen zu müssen, wie es zum Beispiel beruflich weitergehen soll.

    Letzt endlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wann für ihn der richtige Zeitpunkt ist in den Club der Eltern einzutreten.
    Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Irgendwas passt doch immer nicht, für mich war es am Anfang das Alter, da ja meine Pläne wie bereits gesagt anders aussahen. Mir gab die späte Mutterschaft aber auch noch die Möglichkeit, neben dem Beruf ein Technikerstudium zu absolvieren, welches ich im Juli beendet und im August des selben Jahres erblickt der Große das Licht der Welt.

    Und man ist immer so alt, wie man sich fühlt!

    LG Babette

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  4. Katarina 20. September 2015 at 12:09

    Ich habe mein erstes Kind mit 26 bekommen, Kind 2&3 mit 27. Würde ich immer wieder so machen 🙂

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  5. Hanna 16. Juni 2015 at 16:05

    Witzig, ich habe mich (im Form einer Blogparade) im Mai mit genau demselben Thema beschäftigt und ein paar wirklich schöne Beiträge bekommen.
    Ich selbst bin 30 und werde in Kürze zum ersten Mal Mama. Damit liege ich augenscheinlich genau im derzeitigen Altersdurchschnitt, fühle mich aber trotzdem schon relativ „alt“. Meine Eltern haben mit 20 ihr erstes Kind bekommen, als mein jüngster Bruder gekommen ist, war meine Mama 29.
    Insgesamt würde ich mir irgendwie wünschen, auch noch so jung zu sein und damit eines Tages noch etwa 10 Jahre mehr mit meinen Kindern zu haben. Gleichzeitig möchte ich aber auch keine der wertvollen Erfahrungen, die ich in diesen 10 Jahren gemacht habe, eintauschen. Ich habe die 6 Jahre mit meinem Mann als kinderloses Paar sehr genossen und für meine persönliche Entwicklung auch gebraucht.
    Ich glaube, in diesem Dilemma befinden sich leider sehr viele Frauen und ein wirkliches „besser“ gibt es in dieser Situation nicht. Leider.

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  6. Biggi 30. Mai 2015 at 17:41

    Ich finde jeder muss das für sich selber entscheiden wann man Mutter oder Vater werden möchte. Wenn man sich z.b. mit 25 Jahren noch nicht bereit fühlt für ein Kind ist es doch nicht schlimm wenn es erst mit 30 soweit ist.
    Meine beiden Kinder habe ich mit 17 und 21 Jahren bekommen. Mein erstes Kind kam sehr früh und war nicht geplant trotzdem möchte ich beide nicht hergeben. Es war nicht immer einfach Familie, Haushalt, Schule dann Ausbildung und zum Schluss das Studium mit dem Beruf und einem Hut zu bekommen, aber meine Kinder haben mir viel Kraft gegeben, wenn ich mal ans aufgeben dachte dann reichte mir das lachen meiner Kinder. So ging es auch meinen Eltern, die mich auch sehr früh bekommen haben. Ich finde es super junge Eltern zu haben, muss aber auch dazu sagen, dass ich die andere Seite nicht kenne, da alle in meiner Familie noch sehr jung sind.

    Ob „jung“ oder „alt“ jeder soll für sich den richtigen Zeitpunkt selber wählen. Ich bin jetzt 26 und würde gerne noch einmal Nachwuchs bekommen, aber bei mir kommt die Frage wann ist der richtige Zeitpunkt? Man hat, wie so viele andere, leider einen Zeitvertrag hmmm schlechter Zeitpunkt ein sicherer Job wäre besser dann möchte man z.B. ein Eigenheim haben hmm Babypause das Haus muss ja dann auch bezahlt werden usw.
    Ich persönlich finde es nicht in Ordnung über andere zu Urteilen bzw. zu sagen man ist zu alt um Eltern zu werden. Wann ist man denn zu alt Eltern zu werden? Diese Frage muss jeder für sich selber beantworten.
    Meiner Meinung nach kann man liebevolle Eltern nicht vom alter oder der finanziellen Situation abhängig machen.

    Das wichtigste ist doch, dass wir alle die schöne Zeit mit unseren Kindern in vollen Zügen genießen.

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  7. Karin 26. Mai 2015 at 19:24

    Ich finde den Beitrag gut. Ich kann es auch verstehen, wenn es karriere- oder gesundheitsmäßig oder aus mangelnder Partnerschaft, nicht geklappt hat in jungen Jahren ein Kind zu bekommen und dann der Wunsch bis um die 40 weiterhin vorherrscht. Wenn es dann tatsächlich klappt mit der Schwangerschaft, gibts wahrscheinlich nichts schöneres auf der Welt und die Freude ist rießig. Allerdings sollte auch an das Kind gedacht werden. Meine Mutter war bei meiner Geburt 44 Jahre alt und es war und ist für mich als Kind nicht sehr schön alte Eltern zu haben. Ich liebe meine Eltern, aber die Probleme die ich wegen und mit ihnen habe, haben andere die 15 Jahre älter sind als ich bzw. beschäftigt sich in meiner Altersklasse keiner mit solchen bestimmten Dingen wie ich es tue weil ich eben alte Eltern habe. Klar manch einer wird sagen, „die Zeiten haben sich geändert“, aber man ist nicht unsterblich oder ewig jung, weder körperlich, seelisch oder geistig. Ich möchte hiermit niemanden verurteilen, sondern nur meine Erfahrung teilen. Ich bin mit 29 natürlich schwanger mit Zwillingen geworden und für mich war und ist es ein guter Zeitpunkt.

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  8. SilkeMG 20. Mai 2015 at 21:39

    Ich denke, dass jedes Alter seine Vor- und Nachteile hat. Wie fast alles im Leben. Es ist vermessen pauschal zu sagen, dass jüngere bzs. ältere Frauen die besseren Mütter sind. (Manchmal sind auch Väter die besseren Mütter 😉 Ich für mich hatte nicht wirklich die Wahl in welchem Alter ich Mutter wurde.
    Anfang 20 habe ich tatsächlich auf die Verhütung geachtet. Meinen jetzigen Mann habe ich erst mit 30 kennen gelernt. Er ist ein paar Jahre jünger und war noch im Studium, Erst nachdem er das Studium beendet hatte und wir unser Haus gebaut haben, haben wir uns für Kinder entschieden. Wir hatten den Wunsch einer „guten“ Basis.
    Dann wollte es nicht klappen, ich hatte sogar drei Fehlgeburten und somit verging noch mehr Zeit bis zu unserem Wunder.
    Für mich persönlich war es richtig „erst“ mit 36 Mutter zu werden. Wir sind finanziell unabhängig, was mir persönlich wichtig ist.
    Ich habe viel erlebt und mir fehlt bisher keine versäumte Party. Ich denke wenn man sein Leben intensiv ausgelebt hat, fällt einem der Verzicht leichter. Ich bin sehr viel gelassener als mit Anfang 20.
    Also in meinen Augen gibt es nicht wirklich ein „richtiges“ Alter. Es kommt auf die Persönlichkeit an und manchmal wächst man auch einfach mit seinen Aufgaben. Es gibt sehr viele Faktoren die eine gute Mutter ausmachen, aber ich denke das Alter ist keiner.

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  9. Pingback: Kinderwunsch über 35: Die Last-Minute-Mütter | Paleo Mama

  10. Katrin 20. Mai 2015 at 5:40

    Ich kann bei beidem mitreden. Mein erstes Kind bekam ich mit Anfang 20, das zweite dann mit kurz vor 40. Ja risikoschwanger, das war auch das Gefühl, dass mir die FÄ vermittelte, ständig. Aber vielleicht hat sie die vielen Untersuchungen auch nur gemacht, weil ich privat versichert bin und sie jeden US mit knapp 50 Euro abrechnen darf, keine Ahnung. Jedenfalls hab ich zwei gesunde Kinder, ohne Handicap und beide mit guten Kindereigenschaften wie Sturkopf, Trotzkopf, Spielzeugwurfarmen und ähnlichem ausgestattet. Betrachte ich meine zwei SS, kann ich sagen, dass die erste fast unbeschwerter war, ich die zweite dennoch mehr genießen konnte. Beruflich war es beides Mal für mich kein Problem, trotz Dorf. Ich hab den Aus- und Einstieg gut gemeistert und kann Familie und Beruf sehr gut unter einen Hut bringen. Ich bin gut organisiert und habe das Glück eine gute Infrastruktur im Bezug auf Bezahlbetreuung hier zu haben.

    LG Katrin

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  11. Josefine 19. Mai 2015 at 21:54

    Meine erste tochter bekam ich mit 24, die kleine kam knapp 2 jahre später! Ich habe auch srudiert, eine befristete stelle bekommen. Trotzdem war mein kinderwunsch größer als der Karrierewunsch, ich wollte jung Mutter werden. Ich liebe mein leben, auch wenn beruf und familie ziemlich viele herrausforderungen auf einmal sind, schließlich will ich trotz kinder arbeiten und im job vorran kommen! Soll jeder machen wie ers will, ich würde es nie wieder anders machen und wer weiß. .. vl. kommt ja nochmal ein baby?? Etwas später? Das ist eben der Vorteil, wenn man jung kinder hat, man hat noch viele jahre zeit um über weitere kinder nachzudenken ?

    antworten
  12. Küstenmami 19. Mai 2015 at 20:08

    Hallo Zusammen,

    „junge“ Mütter – „alte“ Mütter: Schublade auf, Mutter rein, Schublade zu? Bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Diskussion und den Beitrag dazu wichtig, möchte aber nicht nur aufgrund meines Alters (und das meines Mannes!) irgendwo einsortiert werden. Klar, beides hat Vor- und Nachteile, aber ob ich diese persönlich auch so empfinde, ist doch sehr individuell… und es gibt so viel dazwischen und drumherum…

    Man kann sich ja auch nicht immer aussuchen, wann man Kinder bekommt, obwohl einem die modernen Karriereverläufe das Gegenteil suggerieren möchten. Wir sind super glücklich, dass unsere zwei Küstenkinder zu uns gekommen sind, und zutiefst dankbar, denn Eltern werden ist zwar in gewisser Hinsicht normal, aber keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

    Wir sind eine „junge“ Familie, weil unsere Küstenkids gerade erst auf der Welt sind und für uns das ganze Mami- und PapiLeben total NEU ist. Sehr spannend, sehr herausfordernd, wunderbar und kräftezehrend zugleich 🙂 Für uns ist die Hauptsache, das wir unsere Kinder lieben – und sollte das nicht das Entscheidende sein?!

    Liebe Grüße

    Eure Küstenmami

    antworten
  13. Michi 19. Mai 2015 at 16:12

    Ich glaube nicht das eine gute Mutter abhängig gemacht werden kann von Alter oder finanziellen Status!
    Ich habe “ältere„ Mütter erlebt (und leider selbst so eine Mutter gehabt) wo es besser gewesen wäre sie hätten sich das Kinder kriegen noch 3 mal überlegt.Ich selbst habe meinen Sohn mit 25 Jahren bekommen und es war einfach der richtige Zeitpunkt, er war absolut geplant und gewollt.Ich finde es bedenklich das ich in letzter Zeit viele Artikel und sogar Fernsehsendungen sehe wo es um das Thema jung Mama oder alt Mama geht, es nervt! Jede Frau muss für sich selbst entscheiden wann es für sie passend ist! Ich glaube aber auch das es irgendwo eine Grenze geben muss, ich finde z.b.eine Frau mit 47 einfach zu alt für ein Kind!
    Zu ungewollten Schwangerschaften habe ich eine ganz eindeutige Meinung: Wenn man reif für Sex ist, muss man auch reif für die Konsequenzen sein.Lg

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  14. Manuela 19. Mai 2015 at 13:48

    Ich bin mit knapp 40 zum ersten Mal Mutter geworden – und mit 42 Jahren dann noch einmal. Ich hatte vorher einfach nicht das Gefühl, ein Kind zu WOLLEN – war glücklich mit Mann, Katzen, Job und Haus. Aber irgendwann kommt dann doch die Zeit, in der man sich fragt, ob das nun alles war – oder sich das Leben noch bereichern lässt. Und ja, die Kinder sind eine Bereicherung. Mein Sohn, inzwischen fast sieben Jahre alt, und meine Tochter, nun vier Jahre alt, zeigen mir jeden Tag, dass es eine richtige, gute Entscheidung war, das „Wagnis Kinder“ einzugehen. Sie rauben mir meine Kraft, meine Nerven und schenken mir Zufriedenheit, Glück und Liebe – sehr viel Liebe. Ich wünsche mir natürlich manchmal, ich wäre jünger Mutter geworden – einfach, weil Kinder uns Eltern wirklich auspowern und ich das Gefühl habe, ich hätte früher mehr Kraft gehabt. Und mehr Nerven. Aber wäre das wirklich so gewesen? Möglicherweise. Dafür hab ich erst durch das Alter und mit den Kindern Geduld gelernt, Nachsichtigkeit, und die Fähigkeit, Dinge in einem anderen Zusammenhang zu sehen, tolerant mit mir und den anderen zu sein. Man mag mir vorwerfen, dass ich mich zu sehr auf die Kinder konzentriere, wie „ältere Mütter“ das gern tun… ich glaube einfach, ich hab gelernt, mich selbst nicht mehr so überaus wichtig zu nehmen. Und ich sehe das durchaus positiv.

    antworten
  15. Sandra 19. Mai 2015 at 12:32

    Danke für den guten Beitrag. Ich bin mit 23 Jahren Mutter geworden, das zweite Kind kam 3 Jahre später. Ich habe für mich das Arbeit suchen und finden als Problem empfunden – trotz einer guten abgeschlossenen Berufsausbildung, waren durch das Leben auf dem Land keine Kinderbetreuung vorhanden ( auch keine Grosseltern ) und dies hat den beruflichen Wiedereinstieg nach der Kinderzeit extrem erschwert. Jetzt sind meine beiden schon 11 und 14 Jahre und ich bin dabei mich beruflich neu zu orientieren – geht jetzt, da meine Kinder zu selbstständigen Menschen herangewachsen sind 🙂

    antworten
  16. KL 19. Mai 2015 at 12:23

    Hallo Darja,
    Ich finde deinen Artikel sehr gut geschrieben. Er regt zum nachdenken an, das gefällt mir. Mir fällt nur immer wieder mal (nicht auf dich bezogen) auf das oft von zwei „Arten“ Mütter die Rede ist, diejenigen die früh und ungeplant/ungewollt schwanger werden und diejenigen die spät aber dafür fest entschlossen Mutter werden.
    Was ist mit Müttern wie mir? Ich war 23 Jahre alt als meine Tochter zur Welt kam, zu der Zeit war ich fast sieben Jahre mit meinem Mann zusammen, davon 1 1/2 verheiratet. Die Entscheidung ein Kind zu bekommen war ganz bewusst getroffen, wir hatten eine große Wohnung und beide ein festes Einkommen.
    Beim zweiten Kind war ich 27 Jahre alt, an unserer beruflichen Situation hatte sich nicht allzu viel geändert, mittlerweile waren wir aber schon 11 Jahre zusammen. Unser fester Plan war, die Kinderplanung bis zu meinem 30. abgeschlossen zu haben, das wollten wir beide.
    Was soll ich sagen, jetzt bin ich 30! Wir sind jetzt genau acht Jahre verheiratet, wohnen seit zwei Jahren im Eigenheim und ich habe zu meinem Job den ich seit über zehn Jahren ausübe gerade einen Zweitjob angenommen. Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung und kann das ruhigen Gewissens sagen. Denn meine beiden Kinder sind vormittags in der Kita gut betreut und nachmittags kümmern wir (Mama, Papa) und (Ur-) Omas sich hervorragend um sie.
    Für uns ist/war das der richtige Weg! Gewollt, früh Eltern werden und trotzdem das Leben mit Ehe, Job und Haushalt gut hin bekommen.
    Letztlich muss man ja doch vieles nehmen wie es kommt und kann (leider) nicht alles planen.
    Liebe Grüße Katharina

    antworten
    1. lena 19. Mai 2015 at 16:49

      Hallo,

      Ich bin mit 25 Jahren schwanger geworden und mein Sohn ist jetzt 3 Jahre. Ich hab damals immer gesagt, das ich ab 25 ein Kind möchte oder besser gesagt das es mir an da egal ist.
      Ich finde es egal mit welchem Alter man sich entscheidet ein Kind zu bekommen, wenn die lebensverhältnisse stimmen.

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