Liebe Mama da draußen,

ich hoffe du wirst meine Zeilen lesen, verstehen und mir virtuell die Hand geben. Ich habe diesen Beitrag gefühlt 1000x angefangen und wieder aufgehört, weil ich nicht wusste, wie ich es am besten übermitteln könnte, weil ich niemanden verletzen mag und auch nicht belehrend rüber kommen mag und doch werde ich es heute tun

Jetzt ist er fertig! Nimm dir die Zeit zum Lesen, wir(?) müssen etwas tun! Es geht um unsere Kinder, das Thema Erziehung und Bestrafung. In der letzten Zeit habe ich mir ganz schön den Kopf zermürbt, weil bei uns zu Hause einiges nicht mehr „gerade lief“. Heute bin ich froh, dass ich einiges geändert habe und Strafen der Vergangenheit angehören. Jetzt sitzt du da und denkst: Ich schlage mein Kind doch nicht! Das ist schön, aber ich bitte dich weiter zu lesen, denn ich habe dir etwas zu berichten!

kinder bestrafen

Mein Sohn „funktionierte“  vor einiger Zeit nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich war ratlos und als einzige Lösung sah ich, ihn anzuschreien. Ich brachte es nicht über das Herz ihn einen Klaps zu geben, aber ich schimpfte ihn und gab sinnlose Strafen auf: „Du gehst in dein Bett.“, „Du darfst keinen Sandmann schauen.“ „Du bist böse!“ „Du gehst in dein Zimmer und denkst jetzt über dein Verhalten nach, vorher brauchst du gar nicht rauskommen.“ „Wenn du nicht hörst, dann gehen wir morgen kein Eis essen.“. Ich möchte mich nicht rausreden – meine Willkür, meine Drohungen und meine Strafen gleichten damals denen einer schlagenden Mutter – nur, dass ich sie verbal und nicht mit der Hand ausführte. Einem Kind – und da bin ich mir aus heutiger Sicht ganz sicher – tut beides gleich weh. Wir geben ihnen mit Strafe das Gefühl sie alleine zu lassen, sie nicht zu wollen und wir sorgen dafür, dass sie sich „fehlerhaft“ fühlen, wenngleich sie auch gar nicht verstehen können, warum diese Strafe jetzt erfolgte, da keine Logik dahinter steckt.

Ich möchte dir heute nicht sagen, dass du versagt hast, wenn du dein Kind schimpfst. Es ist okay, dass wir Kindern Grenzen setzen. Auch heute schimpfe ich manchmal noch, auch bin ich sauer, traurig, freudig, frustiert und und und. Aber doch habe ich gelernt, dass es stark darauf ankommt, wie man etwas sagt und was man sagt. Zudem sollten wir ein wenig mehr darauf achten, wie viele sinnlose Verbote wir auferlegen und ob es nicht ein wenig zu viele Verbote sind, als eigentlich nötig. Wir müssen aufhören unsere Kinder zu (be)strafen – egal ob mit Worten oder der Hand. Nicht die Kinder sind das Problem, sondern wir selbst. Wir haben uns nicht im Griff, wir wissen uns nicht zu helfen und wir können nicht damit umgehen, dass sie uns den Spiegel vorhalten.

zusehen

Warum bestrafte ich Kinder überhaupt? Warum glauben ich, dass es nötig ist? Warum habe ich sie erpresst?

Wichtig ist zunächst erst einmal, was Strafen überhaupt (für mich) bedeutet. Eine Strafe geben wir den Kindern (daran glaube ich ganz fest) nicht, weil wir die Kinder ärgern wollen – im Gegenteil, wir wollen ihnen zeigen, dass ihr Verhalten unangebracht ist. Es ist also im Kerne gut gemeint und doch sind Strafen:

  • unlogisch
  • ein Machtspiel
  • gekennzeichnet durch Erpressung / Spiel mit Angst des Kindes / Drohung
  • Eltern stellen sich über Kind
  • Impulsreaktion durch Eltern

Ich frage mich schon lange: Wieso kommt es überhaupt soweit, dass wir unsere Kinder bestrafen (ich rede nicht von einer sich natürlich ergebender Konsequenz: Eis fällt runter – man kann es nicht essen, es fliegt in den Müll). Warum haben wir den Drang uns über die Kinder zu stellen und zu maßregeln? Liegt es daran, weil wir gelernt haben, dass wir der „Erzieher“ sind und damit die „Macht“ haben? Liegt es vielleicht daran, weil wir erwachsen sind und unsere Kinder total grün hinter den Ohren und wir Ihnen den „Weg  zeigen“ möchten? Oder liegt es einfach daran, dass wir es selbst so vorgelebt bekommen haben und es in unserem Kopf die „richtige Lösung ist“.

Ich habe hier eine kleine Liste erstellt, warum ich früher der Meinung war, dass ich meine Kinder strafen / erpressen oder bedrohen müsste:

  • damit sie lernen, dass ihr Verhalten falsch ist und darüber nachdenken
  • um Grenzen zu setzen
  • damit sie Fehlverhalten ablegen, das für das spätere Leben nicht gut wäre…
  • wenn ich selbst den „Kanal voll habe“
  • um Ruhe zu bekommen
  • wenn mein Kind nach mehrmaliger Aufforderung nicht das erwünschte Verhalten an den Tag legt

Du denkst dir gerade: Ich drohe meinem Kind aber nicht! Nein? Wirklich nicht? Wie oft sagt man: „Wenn du das noch einmal machst, dann kannst du gleich in dein Bett verschwinden.“ Wie oft nutzen wir Erpressung? „Wenn du jetzt dich fein anziehst, gibt es eine Belohnung.“ oder umgekehrt: „Wenn du jetzt nicht gleich die Zähne putzt, gibt es keinen Film heute!“. Wie oft strafen wir sie ohne wenn und aber: „Du hast nicht gehört, du gehst morgen nicht zu deinem Freund.“ Beantworte dir die Frage selbst – bist du frei von dieser Last, dann kannst du den Beitrag an dieser Stelle schließen.

kinder chaos

Wie waren wir als Kinder?

Auch bei mir gab es Strafen (wenn auch nicht viele und nur sehr selten). Gängige Methoden waren zu unserer Zeit (gesammelt aus meinem Freundesumfeld) Verbote (TV), Hausarrest, Liebesentzug, Drohungen mit Handyentzug, Ohr umgedreht, kein Taschengeld bis hin zum Klaps, Freunde durften nicht kommen, Aufsätze schreiben, eher ins Bett, Tiere ausmisten oder oder oder…es gibt unzählige Varianten

Nun habe ich mir überlegt, wie ich damals auf Strafen oder Drohungen reagiert habe:

  • Verweigerung der Kooperation mit dem jenigen, der mir die Strafe erteilte
  • Ignoranz
  • Widerstand
  • Wut
  • Beschimpfung
  • Eltern als „Feindbild“
  • Weinen
  • Ausheulen bei Oma
  • Schlechtfühlen
  • Irritation
  • selten war ich einsichtig – sehr selten…

 

Deshalb sind Strafen schei**

Strafen waren für mich ein Teufelskreis geworden, oder vielmehr für meine Kinder. Natürlich knickte der Sohn ein, wenn ich ihn ins Bett schickte und traute sich beim nächsten Mal nicht diesen „Affentanz“ gleich wieder, aber er hatte etwas vor mir, was ich nicht wollte: ANGST. Er sagte zu mir nicht: „Mama, das war falsch von mir – ich habe es begriffen.“, nein im Gegenteil. Er schaute mich schon beim kleinsten Fehler an und sagte: „Mami, bitte schimpf nicht mit mir. Ich mach ja gleich“ oder „Mama, du bist böse“. Vielleicht hatte ich einen kleinen Teilerfolg und das gewünschte Verhalten erzwungen, aber dafür büßte ich mir etwas wichtiges ein: das vertraute Verhältnis zu meinem Kind. Zudem reicht Strafe Nummer 1 irgendwann nicht mehr, dann muss was neues her – eine Steigerung. Ich will nicht drüber nachdenken, wo es enden könnte – muss ich auch gar nicht. Ich selbst kenne Mütter, die einen Klaps total okay finden und diesen als Mittel der Wahl vorziehen. Es ist in meinen Augen gruselig und verwerflich sich derartig über ein anderes Lebewesen und sogar sein eigen Fleisch und Blut zu stellen. Möchte man denn selbst gerne vom Kind oder Partner geschlagen werden? Ich glaube nicht!

Es kann nicht normal sein, dass man sein Kind nur noch mit Drohung, Erpressung, Bestechung oder gar durch die „grobe Hand“ erreicht. Es macht mir Angst, wenn Eltern anfangen sich wie ein Trainer über ihre Kinder zu stellen und versuchen diese dadurch zu überzeugen, wenngleich sie wissen, dass dies mit Überzeugung überhaupt nichts mehr zu tun hat. Erpressung ist ebenso ungeeignet. Wie oft habe ich es erlebt, dass mir der Spiegel vorgehalten wurde: „Wenn ihr jetzt nicht macht, was ich sage Mama, dann werfe ich dein Handy in den Müll.“

zwischen zwei stühlen

Also darf man dem Kind gar nicht mehr zeigen, wenn es etwas falsch macht? antiautoritär oder wie?

Ich rechne damit, dass dies nun einige Mamas mir vorwerfen würden, nach meinen Zeilen. „Die ist doch antiautoritär“. „Ach die Kinder springen ihr auf das Dach irgendwann einmal.“. „Die Kinder haben ja null Grenzen.“. „Die kenne bestimmt kein Bitte und Danke“. „Später finden sie sich nie zurecht.“.

Ich bin der Meinung: man sollte dem Kind zeigen, wenn es etwas falsch macht, aber nur dann, wenn es auch angebracht ist und auch dann nur in dem Maße, wie es angebracht ist. Ich bin der letzte Mensch der sagt: „ach lass einfach alles mal laufen, das wird schon.“ Ich denke dass Kinder einen festen Rahmen brauchen, Routine und vor allem viele Möglichkeiten Kind zu sein, was im Kehrschluss bedeutet, dass die Eltern dem Kind einräumen Kind zu sein… wenn meinem Kind ein Glas runterfällt, dann ist das kein Grund ausgeartet zu schimpfen. Hier eignet sich doch vielmehr ein Satz wie: „Oh, dir ist das Glas runtergefallen. Bitte wische es weg.“ Die meisten Kinder werden nun ganz selbstverständlich den verursachten Schaden bereinigen. Tun sie das nicht kann man natürlich etwas direkter werden: „Ich habe gesehen, dass du das Glas verschüttet hast. Ich will, dass du den Fleck jetzt aufwischst, gerne mit meiner Hilfe. Das Kind wird lernen, dass sein Verhalten (keine übertriebenen) Konsequenzen nach sich zieht. Das ganze Leben steckt voller Aktion-Reaktion. Dafür braucht es keine straffe Hand oder emotionale Erpressung.

 

Ich möchte an dieser Stelle auch gerne nochmal auf Konsequenzen eingehen. Früher habe ich mir lange vorgemacht eine Konsequenz ist eine Konsequenz, wenn man sie so nennt – Strafe = Konsequenz. Das ist aus heutiger Sicht nicht mehr so, denn gefühlt ist das „Wenn du jetzt die Schuhe nicht anziehst, dann gehst du mit Strümpfen auf die Straße“ für das Kind trotzdem einen Strafe. Mir fiel es schwer Konsequenz und Strafe auseinander zu halten auch heute manchmal noch. Mir hilft es in den Fällen oft in mich zu gehen und zu überlegen, wie ich gerne mit mir „reden lassen würde“ – an für sich mag ich die Konsequenzen und trotzdem neigte ich dazu diese mit Strafen zu vermischen. Wenn mir mein Mann sagen würde, dass ich nun ohne Schuhe aus dem Haus gehe, weil ich mal wieder zu lange im Bad war – dann ist das für mich eine Strafe! Wenn mein Kind hingegen nichts isst (trotz Alternativangebot) und betont, dass es satt ist, 5 Minuten später aber Appetit verspürt auf ein auf Abendessen und ich ihm darauf äußere.: „Du hattest jetzt genügend Zeit und Möglichkeiten zu essen. Das Essen ist jetzt beendet. Dann mache dir bitte selbst ein Brot“, empfinde ich es als angepasst und würde es selbst mit mir auch angebracht empfinden. Früher habe ich hingegen versucht durch: „Wenn du jetzt nicht isst, dann gibts keinen Nachtisch“ zu bewegen. Früher hätte ich es auch nicht auf dem Satz beruhen lassen, ich hätte mich fusselig geredet und auf das Kind eingehakt: „Du bist frech. Da isst du nichts und jetzt hast du Hunger – das ist echt unterste Kanone“ usw.. umarmung

Meine Erfahrungen

Ja, ich weiß, dass nun einige mich nach richtigen Tipps fragen werden. Ich habe keine Tipps, aber kann sagen, was ich anders mache, ob das generell funktioniert – das weiß ich nicht, ich kann nicht in andere Personen hinein schauen…:

  • Ich habe einen Satz verinnerlicht: Ein Kind tut sein Eltern nicht mit Vorsatz weh. Was hätte es auch davon? Kinder sind gut.
  • Blicke hinter die Fassade: Mein Kind bockt oft, weil es Aufmerksamkeit erregen möchte, weil es Zuneigung wünscht. Meinem Kind ist negative Aufmerksamkeit ein besserer Trost, als gar keine, daher entsteht oftmals Fehlverhalten.
  • Ein Kind, dass Aufmerksamkeit wünscht dann mit Ignoranz zu strafen, ist genau der falsche Weg. Es hat ein Bedürfnis und mit dem Ignorieren steigert man das Bedürfnis sogar, statt es zu befriedigen. Ergebnis war hier dann Totalausfall mit auf Boden schmeißen oder Eltern anschreien..
  • weniger Grenzen/Regeln setzen, dafür diese dann auch fest einhalten. (Kitabesuch / Schulpflicht)
  • immer daran denken: „Würde mir das selbst gefallen, wenn man mit mir so umgeht?“
  • Wörter wie immer, nie, jedes mal aus dem Wortschatz streichen: „Du hörst nie!“, „Immer das Selbe mit dir.“ Es stimmt einfach nicht! Ich habe zum Beispiel sehr oft gesagt: „Du kannst dich nie benehmen, wenn wir weg sind.“ Nicht nur, dass das von mir total übertrieben ausgedrückt war, wir waren innerlich schon darauf vorbereitet, dass etwas schief läuft.
  • Darüber nachdenken, warum mein Kind gerade so reagiert – steckt vlt. ein Bedürfnis dahinter?
  • Bereit sein Kompromisse einzugehen – das hat nichts mit Versagen zu tun, sondern damit meinen Kindern zu zeigen, dass man Kompromisse im Leben eingehen muss, damit es funktionieren kann. Das ganze Leben besteht aus Kompromissen.
  • keine Sinnlosverbote/regeln mehr
  • logische Konsequenzen einsetzen.. das kommt oft ganz automatisch, zb gabs mit dem Aufräumen immer Probleme, also haben wir das Zimmer nun etwas ausgemistet und minimalisiert.
  • keine Impulusreaktionen: in Stressmomenten Luft holen, statt losschreien
  • Über Gefühle sprechen: „Du, die Mama ist heute furchtbar geschafft, magst du nicht erst einmal im Zimmer spielen? Ich bin nach einem Kaffee bei dir!“
  • Gefühle zeigen – jedoch ohne Schuldgefühle auszulösen: Ja auch die Mama kann traurig und sauer sein und darf das auch aussprechen. Ich passe nur auf, dass ich nicht ständig sage: „wegen dir bin ich…. (sauer, traurig) sondern begründe: „Es macht mich wütend, dass du gerade einfach weg gerannt bist.“
  • Kinder einbinden (Wünsche / Vorschläge) „Das mit dem Aufräumen klappt nicht gut, hast du einen Vorschlag, wie es für uns besser wird?“
  • Lösen von eingeimpften Erziehungsansichten (sehr sehr schwer)
  • Reaktionen hinterfragen: „Warum bist du sauer?“ „Was ist dein Problem?“
  • nicht über das Kind stellen – Begleiter sein (außer natürlich in Grenzsituationen – geht ja nicht anders)
  • sicheren Rahmen bieten / einschätzbar sein / einige Regeln fest beibehalten: natürlich gibt es bei uns auch weitere nicht-verhandelbare Sachen: „Ich diskutiere nicht über das Zähne putzen. Putz sie dir selbst oder ich putze sie dir.“ In dem Moment hat mein Kind immer noch eine letzte Entscheidungsmöglichkeit, aber die Grenze bleibt erhalten. (Natürlich putze ich sie so oder so immer nochmal nach)
  • Kindern etwas zumuten, zu selbständigen Handeln ermutigen
  • nicht zu viele Worte (mein Kind hört beim 5. Wort oft auf zuzuhören, wenn es spielt)
  • ich frage zudem auch oft zurück: „Hast du das verstanden? Ist das okay für dich?“
  • bereit sein Fehler zu machen, aber sich dafür auch entschuldigen zu können
  • eigenen Willen aussprechen (Eltern haben auch Wünsche / Bedürfnisse)

trösten

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es bei uns umso weniger Probleme gibt, je mehr ich den Kindern zutraue und je mehr ich sie selbständig Erfahrungen sammeln lasse. Bei Unstimmigkeiten hilft es mir immer in Ruhe auf das Kind zu zugehen und eine Lösung zu bieten- es sei denn es sind Dinge, die sich nicht verhandeln lassen, aber auch da ist Erpressung / Gewalt die falsche Antwort – da sind für mich angebrachte Konsequenzen lieber. Ich spreche zudem meine Ansicht deutlich aus.

Ich bin mir auch sicher, dass die aufgeführten Erfahrungen erst einmal viel wirken, aber im Prinzip bezwecken sie alle das Gleiche: das Kind genau beobachten, nicht vorschnell urteilen (wie bei der Polizei gilt die Unschuldsvermutung), durchatmen, nicht emotional, sondern sachbezogen und kindentsprechend reagieren und sich grundlegende Gedanken darüber machen ob bisherige Erziehungsmethoden wirklich Sinn machen. Zum Schluss möchte ich eines noch loswerden: Es ist nicht möglich „perfekt“ zu sein – hier gibt es hin und wieder Momente, an denen auch einfach mal alles doof ist, aber wenn ich mir meine eigene Handlung etwas bewusster mache, reagiere ich vollkommen anders und in meinen Augen auch besser…

Nachtrag: zum Thema Pubertät: Ich bin mir sicher, dass das noch einmal etwas ganz anderes ist. Ich habe durchschon ein wenig davon gelesen / selbst mitbekommen und war auch mal Teenie und denke, dass die eigentliche Erziehung schon vor Eintreten in die Pubertät abgeschlossen ist. Ich denke auch, dass es besonders schwer ist einen Teenie zu beeinflussen oder zu animieren und denke dass gerade deshalb es wichtig ist, dass sie nicht „bewaffnet“ in die Pubertät gehen, wie Juul so schön sagt. Den Grundstein legen wir vorher und bauen ein solides Verhältnis (im Optimalfall) auf.

<3 Sabrina

Werbung

ommetar 0.000000e+0

  1. Denise 11. August 2016 at 16:45

    Hi Sabrina, dein Artikel gefällt mir total gut!
    Danke, dass du so offen bist und lass dich nicht von bösen Zungen herunterziehen.
    Ich hoffe ich kann mir einiges davon annehmen.
    Liebe Grüße,
    Denise

    antworten
  2. Martina 6. August 2016 at 0:53

    „Betroffene Hunde bellen bekanntlich am lautesten“ eh, DU hast doch diesen offenen Brief geschrieben. Ich will gar nicht wissen was bei deinem Mann abging, ich will auch gar nicht wissen was dich zu diesem Beitrag verleitet hat. Mehr und mehr sehe ich wie aggressiv du bist und andere Leser, auf eine ganz perfide Art. Und das ist es auch was mich an deiner Erziehugsweise stört: sie ist nur oberflächlich aggressivlos. Diese ganzen „Psychospielchen“ finde ich richtig schlimm. Ich werde hier als glückliche Klapserin dargestellt, dabei bin ich wahrscheinlich normaler als deine Mitkommentatoren und du. Aber das legst du dir gerne so zurecht. Was hinter deiner netten, reizenden Art steckt das konnte man jetzt zum Glück einen Hauch von erkennen. Ich habe versucht dich zu verstehen (habe mich z.B. an deinen Text gehalten), aber du mich nicht. Deine Argumente sind dir zum Schluß ausgegangen. Schade, so schnell, aber das deckt sich mit deinen allzu spärlichen Hilfestellungen.
    Bei deinem nächsten offenen Brief schreib doch mal nicht so ein belangloses BlaBla.

    antworten
    1. Sabrina 6. August 2016 at 17:23

      wenn ich nichts mehr schreibe, ist das kein Zeichen dafür, dass mir die Worte ausgehen, sondern dafür, dass ich dazu nichts mehr sagen möchte…

    2. Linda 6. August 2016 at 17:43

      hallo Martina,
      Ich habe mir jetzt die Mühe gemacht und alle deine Kommentare durchgelesen:
      1. hast du anscheinend den Text weder gelesen, noch verstanden
      2. wirfst du anderen Aggressivität vor? Hast du mal deine Kommentare gelesen? Neben Anschuldigungen und Angriffen findet man hier nicht viel…
      3. hat dich eine Vorrednerin darauf hingewiesen, doch einfach hier nicht mehr zu lesen, wenn es dir nicht passt – also warum dann noch eins oben drauf setzen?
      4. Du kannst gar nicht einschätzen, was dich an einer Erziehungweise von Sabrina stört – du kennst sich nicht und ihr zu unterstellen dass sich mit ihren Kindern psychospiele treibt, aber selbst deine Kinder schlagen (oder klapsen) ist anmaßend!
      5. schön, dass alle total bekloppt sind, aber du anscheinend die einzig normale Dame hier
      6 du hast zu keinem Zeitpunkt versucht zu verstehen, du hast antiautoritäre Erziehung unterstellt und noch viele andere Dinge, die hier eindeutig nicht gegeben sind
      7. belangloses Blabla? Warum liest du es überhaupt?

      Bitte tu dir selbst und uns allen den Gefallen und zieh einfach weiter zu einer anderen Seite. Sabrina kann ich nur den Rat geben deine Kommentare in Zukunft einfach nicht mehr freizuschalten…

      Liebe Grüße von Linda, die zwar nicht alles wie Sabrina sieht, aber das hier von dir mehr als daneben findet…

    3. Tina 10. August 2016 at 10:19

      Kommentare nicht freischalten wäre Zensur. Und wird hoffentlich nicht eingeführt. Darf sich ja jeder seine eigene Meinung bilden.

      Viel zum Thema möchte ich nimmer sagen, hab mich ja bereits geäußert.

      Jedoch: Ich stimme mit allen überein, die gegen Schlagen sind.

      Als Kind wurde ich des Öfteren (krankenhausreif) geprügelt. Gemäß dem Motto ‚wenn wir heimkommen setzts was‘.
      Ich hatte mir vorgenommen, meine Kinder nie zu schlagen. Bis mein Großer damals als 4jähriger vor Zorn im Streit mit Ansage mein Handy auf den Boden knallte. Da hatte ich ihm schneller eine geschmiert, als ich schauen konnte. Mich geschämt und entschuldigt.

      Solche Situationen gab es hin und wieder, und jedes Mal habe ich mich hinterfragt.
      Klar war: Stand ich unter Stress (damals Alleinerziehende) oder Schlafmangel (damals 60h/Woche) klappte das Ruhe bewahren nicht. Geschrei, Strafen und (als Reaktion auf etwas und nicht als Strafe) auch mal ne Ohrfeige. (Wir reden von ca 10 Ohrfeigen in seinen mittlerweile 15 Lebensjahren.)

      Ich bin nicht stolz darauf. Bei Weitem nicht. Aber ich kann mittlerweile soweit damit umgehen, dass ich es nicht nur mir, sondern auch anderen eingestehen kann.

      Damit man mich richtig versteht: es ist nicht okay, es ist falsch. Aber die Welt geht davon nicht unter. Ich habe meine erlittenen Prügelattacken überlebt und meinem Vater verziehen. Mein Großer lebt immer noch und wir pflegen ein gesundes Verhältnis.

      Solange man sich selbst hinterfragt und auf sich und sein Gefühl vertraut, wird man automatisch das für sich und seine Kinder das Richtige tun.

      Denn das Allheilrezept, das gibt es nicht. Dazu sind wir alle zu unterschiedlich.

  3. Martina 22. Juli 2016 at 14:50

    Da besteht ein meilenweiter Unterschied. Und warum sagst du, dass Kinder diesen Unterschied nicht kennen oder verstehen? Woher beziehst du deine Thesen und Weisheiten? Wenn du und ich den Unterschied kennen, dann doch auch Kinder. Dir müsste doch schon aufgrund der vorherigen Kommentare aufgefallen sein, dass es ganz andere „Kaliber“ als Kinder gibt. Manche würden sich kaputt lachen würde die Strafe sein, dass das Kind im Zimmer sitzen muss. Denn du behauptest die Kinder würden schon einen seelischen Knacks bekommen, wenn man die Kinder für 3 Minuten in ihr Zimmer tut. Das würde ja bedeuten, dass alle Generationen vor uns seelisch gestört wären. Weil wie du es in deinem Beitrag gesagt hast wurden Kinder früher härter oder überhaupt bestraft (gemessen an deinem Freundeskreis, der, wer weiß schon, wie groß ist 🙂 ) Erziehung ist eine sehr komplexes Thema. Jeder macht es anders, denn jedes Kind ist anders. Aber den Eltern Angst zu machen, dass sie ihr Kind nur noch mit Samthandschuhen anfassen sollen, finde ich nicht Ordnung. Man sollte die Eltern bestärken, dass sie es schon ganz genau wissen. Bestrafen ist nämlich etwas ganz natürliches und wichtig. Ja und willkürliches Bestrafen, das macht doch niemand. Und wenn, ja dann bitte, gut das du aufgehört hast dein Kind willkürlich zu bestrafen. Aber Strafe muss trotzdem manchmal sein. Tschüss

    antworten
    1. Sabrina 22. Juli 2016 at 17:39

      von meiner Seite her ist alles gesagt und du hast den Text nicht verstanden, nicht mal ansatzweise. Betroffene Hunde bellen bekanntlich am lautesten und ja mein Mann kennt keinen Unterschied zwischen Klaps und schlagen, bei ihm hieß es auch immer „es kann auch schon mal einen Klaps geben“. Was er im Nachhinein durch hat, darüber mag ich jetzt nicht im Detail sprechen. Fakt ist: jeder hat andere Ansichten und ja, wenn du es schön findest, dein Kind zu klapsen oder zu hauen oder wie auch immer man das verniedlich nennt, weil dein Kind so böse ist oder du dir nicht anders zu helfen weißt, dann tu das bitte. Im Übrigen (daran merkt man, dass du den Text nicht gelesen hast) gibt es auch hier begleitete „Auszeiten“, aber nicht einfach aus dem Gefühl heraus oder aus weil das Kind mal wieder in meinen Augen nervt, sondern nur, wenn es einen Grund dafür gibt und das ist wirklich ziemlich wenig der Fall, dass es soweit kommen muss. Ich bins leid darüber diskutieren zu müssen, dass Kinder schlagen (oder klapsen) okay ist. Es gibt Gesetze, die sowas verbieten – das hab nicht ich ausgesucht, sondern andere, aber ich finde es richtig, dass es diese Gesetze gibt, anscheinend berechtigt. Kinder haben ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit BGB §161 ..

    2. Sabrina 22. Juli 2016 at 18:59

      Liebe Martina, wenn du so eine schlechte Meinung von Sabrina hast und stichelst von wegen „wie groß mag dein Freundeskreis schon sein“ und du ihr unterstellst sie könne nicht lesen, weil sie deinen Blödsinn halt nicht nachvollziehen kann und ach wie sehr überdramatisiert und ja so ne schlechte Mutti is, weil sie nichts davon hält ihr Kind so zu bestrafen wie du, dann lösch diesen Blog doch einfach aus deinem Gedächtnis und quatsch andere Leute mit deiner Theorie zu, dass es okay ist Kinder körperlich zu bestrafen… Auch Klapse sind eine Körperverletzung und diese führst du nicht an irgend einem x-beliebigen Kind durch… Fleißig Nähtutorials und Backrezepte etc. mitnehmen, aber die Bloginhaberin ja so blöd finden und gegen sie sticheln… ich kann deine Kommentare echt nicht mehr lesen und kriege da nicht nur schlechte Laune bei, wenn ich solche Sch**ße lese…

  4. Martina 21. Juli 2016 at 14:02

    Ich habe nicht geschrieben dass man dem Kind mit einer Backpfeife entgegen treten sollte! Also halt mal den Ball flach! Schwachsinn kommt bei mir im Text auch nicht vor… Ist schon klar, dass du meine Ansichten nicht toll findest, aber du verdrehst und überspitzt alles. Extra oder kannst du nicht lesen? Ich habe lediglich von einem Klaps auf dem Po gesprochen (mehrmals) und auch nur wenn alles andere nicht mehr zieht. Also krieg nicht wieder einen hysterischen Anfall und akzeptiere, dass nicht alle deine Ansichten gut finden. Nd mach aus einer Mücke keinen Elefanten 😉

    antworten
    1. Sabrina 22. Juli 2016 at 10:19

      Ich finde weder einen Klaps auf den Po in Ordnung noch einen Backpfeife…ein Kind kennt auch den Unterschied nicht (das hat auch nichts mit antiautoritär/ im übrigen auch nicht mit autoritär zu tun), aber im Prinzip ist mir das egal, wie es andere machen, denn ich muss später nicht damit leben…

    2. fabulousbrina 22. Juli 2016 at 10:38

      Liebe Martina, ich finde nicht, dass Sabrina aus einer Mücke einen Elefanten macht, körperliche Strafen, auch wenn es deiner Meinung nach „nur“ ein Klaps ist, Schläge sind Schläge, egal wie stark und intensiv sie sind, es gehört sich nicht, dies jemandem anzutun, schon gar nicht dem eigenen Fleisch und Blut. Wenn du auf Klapse stehst, weil ihr es in eurem Sexleben einvernehmlich so praktiziert, ist es ja in Ordnung, aber ohne das Einverständnis der Person, die den „klaps“ erhalten soll ist es nicht in Ordnung und ih denke nicht, dass deine Kinder dir die Erlaubnis geben sie zu schlagen, ob nun doll oder „nur ein Klaps“…

  5. Martina 10. Juli 2016 at 22:16

    Ich finde diesen „Trend“ der antiautoritären Erziehung sehr gefährlich. Denn in diesem Beitrag wird davon zwar Abstand genommen doch Sätze wie „Möchte man denn selbst gerne vom Kind oder Partner geschlagen werden? Ich glaube nicht!“ sind nichts anderes als eine antiautoritäre Erziehung. Die Eltern gehen auf die Stufe der Kinder „runter“. Die Eltern behandeln Kinder wie Erwachsene. Aber Kinder sind nun mal Kinder.
    Es ist doch selbstverständlich, dass alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen. Es ist doch auch ganz klar, dass kein Elternteil sein Kind ernsthaft verletzten würde. Weder seelisch noch psychisch.
    Aber wenn die Kinder den Eltern z.B. eine Backpfeifen verpassen, denke ich, ist es mit einer Ansage oder stillen Ecke etc. nicht getan. Die meisten Eltern würden den Kindern in dieser Situation einen Klaps auf dem Po geben wollen, doch sie sind bereits verunsichert duch die ganzen Studien, Beiträge etc. Ihre Instinkte werden von der Gesellschaft abgetötet. Und wenn ihnen doch mal die Hand ausrutscht bereuen sie es. Das Kind weiß doch ganz genau wann es den Bogen überspannt hat. Und von dem „Teufelskreis“ könnte man auch anders heran gehen: Was muss ein Kind alles tun bis es einen Klaps auf den Po bekommt?
    Die heutigen Eltern kommen mir auch manchmal gruselig vor, wenn die Kinder entscheiden wann sie ins Bett gehen sollen oder wenn sie in einer gefährlichen Situation ganz ruhig mit den Kindern sprechen. Es ist schon gegen die Natur der Eltern. Die „modernen“ Eltern sollen sogar gemeinsam mit dem Kind über eine geeignete Strafe verhandeln. Was soll der blödsinn?

    Zitat:“Warum haben wir den Drang uns über die Kinder zu stellen und zu maßregeln?“ Nein, dass ist komplett Verdreht. Wir stellen uns nicht über die Kinder wir sind die Eltern. Ganz einfach.
    Ich liebe meine Mutter über alles. Wir sind ein Herz und eine Seele. Und auch von ihr habe ich hin und wieder einen Klaps auf den Po bekommen. Und es war gerechtfertigt, wenn ich zum Beispiel immer wieder meinen Bruder gebissen habe, aufs feinste. Ich hatte schon immer eine enge Bindung zu ihr und auch in der Pubertät. Sie ist für mich stark, autoritär und später wurde sie auch zu meiner besten Freundin. Ich rufe sie jeden Tag an. Ich kann ihr alles erzählen. Und diese starke Bindung ist durch gegenseitigen Respekt entstanden.

    Ich appeliere an alle Eltern: Handelt nach euren Instinkten. Ihr wißt schon ganz genau wie eure Kinder ticken und wie weit sie gehen dürfen und wie weit ihr.

    antworten
    1. Sabrina 14. Juli 2016 at 11:04

      Hallo Martina, dass kann man sehen wie man möchte. Du siehst es eben anders als ich – meine Erziehung ist auch aus dem Bauch heraus und für mich ist es keine Option meinem Kind mit einer Backpfeife entgegen zu treten, wenn es mich haut… Mit Gewalt auf Gewalt antworten? Das sehen wir täglich in vielen Ländern wo das hinführt… Du kannst gerne meine Ansichten als gefährlich einstufen oder mich in die antiautoritäre Ecke drängen, nicht minder gefährlicher stufe ich jedoch deine Ansichten ein, die verlauten, dass Gewalt eine Option sei. Und zu deiner Frage was ein Kind alles tun muss, bis es einen Klaps auf den Po bekommt? Ich habe noch nie eine Situation bei meinen Kindern erlebt, die das gerechtfertigt hätte… und gegenseitiger Respekt entsteht nicht durch Einschüchterung und Angst oder durch Schläge, sondern durch Vertrauen und Verlass….

      Aus deiner Schreibweise heraus: „Blödsinn“ „Schwachsinn“ usw. kann man sehr leicht auf Toleranz schließen. Nur weil es jemand anders macht, ist es nicht gleich Blödsinnn…und es ist auch totaler Quatsch zu meinen man würde in Gefahrensituationen gleichgültig walten – ich sehe es jedoch als keine Option an meinem Kind eine zu verpassen im Sinne von „jetzt merkst du, wie gefährlich das war“. Auch habe ich im Text klargestellt, dass es Situationen gibt, die kein Pardon erlauben, aber dann ist Schlagen immer noch kein Mittel und es ist schön, dass du ein tolles Verhältnis zu deiner Mutter hast – hab ich auch: Sie hat mich nie geschlagen, sie hat mich nie unwillkürlich behandelt und sie hat mir schon so oft gezeigt, dass es ohne Gewalt geht.

      Ein Kind ist kein Erwachsener, aber eben doch ein Mensch und kein Gegenstand – oder unterscheiden wir jetzt in Tiere und Kinder, die geschlagen werden dürfen und tolle Erwachsene, die das nicht dürfen – denn das hast du ja klar herausgestellt – ein Kind klapsen ist okay, wenn dich das Kind klapst ist das jedoch falsch…. Wow, das soll mal ein Kind verstehen und lernen!

  6. Stephan 2. Juni 2016 at 15:59

    Danke für den Beitrag. Ich denke das geht sehr in Richtung GfK (Gewaltfreie Kommunikation). Wer mehr darüber erfahren möchte einfach mal danach suchen. Mir fällt es immer schwer mich zusammenzureißen wenn ich unter „parentaler Schlafdeprivation“ 😉 leide. Naja da muss man halt durch und versuchen es mit jedem Mal besser zu machen.

    antworten
  7. Susan 29. April 2016 at 12:25

    Ich finde den Beitrag auch toll und bin froh, dass wir einiges auch bereits aus dem gefühl heraus so machen. Aber bei meinem Großen ist es so, wenn er einen Wutanfall bekommt (meist wegen Kleinigkeiten) dann kann ich einfach nicht mehr mit ihm reden, er reagiert auch nicht auf Worte oder in den Arm nehmen „Los komm beruhig dich mal und erzähl mir was los ist“ …das funktioniert einfach nicht. Für uns ist dann tatsächlich die einzige Möglichkeit, ihn in sein zimmer zu bringen und zu sagen, er soll sich beruhigen und aufhören zu brüllen und vor allem zT. auch um sich zu hauen und dann kann er gern wieder zu uns kommen. Findet ihr das ok oder habt ihr einen besseren Vorschlag? in diesen Situationen bin ich oft echt ratlos. Nun bin ich auch gerade hochschwanger und so ein kleines 3jähriges Wutknäuel am Bein ist echt kein Spaß 🙁
    Zum glück kommt es nicht zu häufig vor, aber manchmal muss ich dann selber losheulen und sag ihm auch, dass mir das zu viel ist und ich es viel schöner finde, wenn wir lieb zueinander sind…

    antworten
    1. Sabrina 29. April 2016 at 12:44

      Hallo Susan, das mit dem „Totalausfall“ erleben wir beim Sohn ab und an auch. Auch hier, setze ich mich mit ihm auf einen Stuhl oder andere Gelegenheit und sage ihm, dass ich das Gefühl habe, dass er mir gar nicht zuhört. Ich finde es nicht falsch in solchen Situationen eine kleine Auszeit zu nehmen bzw. zu gewähren. Ich würde ihn aber nicht „ausschließen“. Ich sage dann auch, dass ich gerade nicht weiter komme und es besser ist, wenn wir uns beide kurz beruhigen. Ich habe jedoch aufgehört ihn dafür „wegzuschicken“, weil das für mich gefühlt ein doofes Signal hat (du musst weggehen). Ich setze ihn dann wirklich im Raum in meine Nähe oder gehe mit ihm ins Zimmer und setze mich mit ihm auf den Boden/Stuhl und sage, wir bleiben jetzt hier und beruhigen uns beide. Ich weiß nicht, ob das der „Richtige Weg“ ist, aber meist gehören ja zur Eskalation zwei Seiten und man selbst schnippt auch schnell hoch. Und doch kann man einfach nicht immer 100% perfekt reagieren, wir sind alle nur Menschen und es gibt richtige blöde Tage. Wenn er sich beruhigt hat, versuche ich übrigens dann im Nachgang immer die Situation nochmal zu klären: „Ich fand das gerade mächtig doof, dass du geschrien hast. Warum musstest du mich anschreien?“ In der Regel kommt dann sowas: „Weil du xy nicht gemacht hast.“ Darauf sage ich dann oft: „Ich verstehe dein Problem, ich möchte aber nicht, dass wir uns deshalb anschreien“ und biete dann eine Lösung an.

  8. Jenny Kaufmann 28. April 2016 at 15:54

    Hallo Sabrina!
    Wow, das spricht mir aus der Seele: Oft geht es den ganzen Tag nur darum, wie ein Kind zu sein hat. Warum lassen wir sie nicht die tollen Geschöpfe sein, die sie auch wirklich sind? Sie bringen so viele Talente und wundervolle Eigenschaften mit. Natürlich heißt das nicht, dass immer alles nur einfach und toll ist. Aber ich bin der Meinung hinter jedem Verhalten steckt ein Bedürfnis und wir Eltern sollten unsere Kinder „lesen“ und ihnen helfen, sich gut zu entwickeln. Dazu gehört viel Geborgenheit und Wertschätzung. Grenzen sind wichtig, auch unsere als Eltern, damit wir authentisch sind. Das ist oft gar nicht so einfach und es kostet jeden tag viel Kraft. Aber dann gibt es diese vielen wunderschönen Momenten, in denen man fühlt, dass man richtig handelt.
    Wir alle haben eine bestimmte Erziehung „genossen“ , die uns geprägt hat und auch in bestimmten Situationen aus uns heraus bricht. Trotz allem ist es wichtig, sein Verhalten ab und ab zu hinterfragen. Man sollte versuchen, jeden Tag sein Bestes zu geben, das ist wichtig! Dazu gehört auch, dass wir manchmal schwach sind – auch Fehler gehören dazu. Hier lernen unsere Kinder, dass nicht immer alles perfekt ist und dass der Wille zählt, etwas gut zu machen bzw. etwas zu verändern.
    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag, er hat mich zum Nachdenken gebracht und gleichzeitig bestärkt. Toll!

    antworten
  9. Manuela Wurm 27. April 2016 at 6:48

    hallo – ich hätte dazu noch einen tollen Buchtipp: Liebe und Eigenständigkeit von Alfi Kohn. Es ist kein Ratgeber, aber verdeutlicht so, warum das von dir Geschriebene mehr fruchtet als die Erziehungsmaßnahmen der Generationen vor uns.
    Alles Liebe,
    Manuela

    antworten
  10. Anja Bonas 11. April 2016 at 9:47

    Hallo Sabrina,

    du sprichst mir aus der Seele. Kinder sind keine Roboter oder Maschienen, sie sind lebende Wesen. Halt kleine Menschen denen schon so vieles angst macht. Wenn sie vor uns, ihren Eltern angst haben ist irgendwann das vertrauen weg. Sie öffnen sich nicht mehr sie ziehen sich zurück aus der Angst etwas verkehrt zu machen. Ich habe 3 Kinder (12,7,4) und bei der Beobachtung festgestellt jeder der 3 hat andere Bedürfnisse andere Grenzen. Es ist oft schwär gerecht zu bleiben (für alle). Aber der Leitspruch dem meine Großeltern mir mitgegeben haben lässt sich alles leichter regel. In unserer Küche hängt ein Bild auf dem steht geschrieben: Was du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem Andern zu.
    Kinder sollten Kinder sein dürfen sie sind nicht als alles könner auf die Welt gekommen und wir genauso wenig. Wenn wir Respeckt wollen dann sollten wir das vorleben, und Respektvoll mit unseren Kindern umgehen denn sie sind unsere Zukunft.
    Anja

    antworten
    1. Sabrina 11. April 2016 at 10:08

      Huhu Anja! Genau dieser Spruch wurde mir immer von meinen Großeltern geprädigt und auch ich nehme diesen oft als Leitsatz und habe ihn schon oft gesagt 😉

  11. Claudia 10. April 2016 at 22:47

    Hallo,
    Ich finde das es sehr wichtig ist für Kinder glauwürdig zu sein, also das man die Konsequenzen (ob positiv oder negativ) die man “ androht“ auch wirklich umsetzt. Das schafft eine Verlässlichkeit und somit Sicherheit. Das Ich merke das schon ziemlich deutlich bei meinen Zwillingen . Diese werden bald 3 und wissen schon sehr genau was sie wollen oder nicht wollen.

    Auch was Kompromisslösungen angeht ist es auch nicht immer sehr einfach. Da gibt es oft Tränen weil der eine mit einer Sache einverstanden ist und der andere widerrum gar nicht.
    Da hilft es wirklich nur selbst ruhig zu bleiben ( bin überwiegend allein außer am WE)da sonst die Situation nur noch weiter angeheizt wird entweder für das einzelne Kind oder auch für beide.
    Und manchmal, das muss man sich selbst verzeihen, brüllt man eben mal rum….leider…..

    antworten
  12. Scheikl Bettina 9. April 2016 at 21:40

    Sehr guter Beitrag!!!
    Ich wurde zum Teil groß geprügelt und bekam Schimpfwörter zu hören, das mache ich „Natürlich“ NICHT!!!!
    Die eigene Kindheit/Erziehung ist und darf keine Ausrede sein es weiter zu geben.
    Dennoch muss ich gestehen das ich auch sinnlos schimpfe „beim umschütten ausschütten z.b.) und die eine oder andere Regel zu viel ist.
    Ich versuche da jetzt einiges um es zu bessern, da es mich selber stört und im nachhinein weh tut wenn ich mir nachher denke das es eigentlich ja ned soooo schlimm war.
    Leider passiert es auch Erwachsenen immer mal wieder das sie zuerst schimpfen und laut werden aus der Situation heraus und erst nachher nachdenken.

    Werde mein bestes geben ?

    Der Beitrag hat sicherlich viele zum nachdenken angeregt und wenn auch nur ein Teil umgesetzt werden sollte, hat es dennoch besserung gebracht!

    antworten
  13. Mona 7. April 2016 at 20:48

    Danke für Deine offenen Worte!
    Ich arbeite seit Wochen an mir und ich bin so froh zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die es grad nicht leicht mit sich selbst hat 🙂
    Das ist halt nicht wie „ab heute trink‘ ich den Kaffee schwarz“, sondern es ist ein langer und schwieriger Prozess.
    Die größte Anerkennung zolle ich Dir dafür, dass Du „gestehst“ rumzuschreien. Soooo viele machen einen auf „Friede-Freude-Eierkuchen“ und wenn man dann ansatzweise mitbekommt, wie’s daheim zugeht, erschrickt man geradezu…

    Ganz liebe Grüße,
    Mona

    antworten
    1. Sabrina 8. April 2016 at 8:13

      Hallo Mona, danke!Ja, ich glaube es ist völlig normal, dass manchmal die Sicherungen durchbrennen – auch wenn man sein Verhalten danach echt daneben findet 🙁 man ist eben auch nur ein Mensch

  14. Tina 7. April 2016 at 10:58

    Liebe Sabrina,

    danke für diesen Artikel. Und auch, wenn ich, wie weiter unten geschrieben, in gewissem Maße doch der „Bestimmer“ bin, regt er zum Nachdenken an.

    Ich habe jedoch eine Frage: Glaubst Du, dass dieses Konzept bereits ab Geburt funktioniert? Wenn nein, wie würdest Du Dich im Rückblick besser/anders verhalten? Wie lernt das Kind Regeln, die es ja bei euch durchaus gibt?

    Besteht die Möglichkeit, dass das vernünftige Miteinander nur deshalb funktioniert, weil Dein Kind a) mittlerweile 4 ist und dadurch verständnisvoller und/oder b) generell vom Typ her weder aufbrausend/jähzornig/in besonderem Maße aufgeweckt ist?

    Zum Verständnis: Alles was mit Ansprache funktioniert ist top. Nur was, wenn nicht? Was rätst Du den Eltern, deren Kinder dann „Nein.“ sagen und weggehen?

    antworten
    1. Sabrina 7. April 2016 at 16:06

      Hallo Tina,

      ich möchte dir gerne ausführlich antworten. Zunächst: Ja, ich glaube daran, dass es ab Geburt funktioniert, weil es nichts mit dem Kind an sich zu tun hat, sondern einer Art und Weise, wie du als Mutter oder auch der Papa mit dem Kind umgehst und auf es einwirkst. Ich glaube sogar fest daran, dass wir bei Säuglingen instinktiv viel mehr „besser“ machen und mein „Konzept“ schon aktiv verwenden, da uns dort die Sprache fehlt und die Möglichkeit das Kind zu befragen.

      Ein Baby weint, wenn es ein Bedürfnis hat und wir würden mit einem Baby niemals so umgehen, wir oft mit Kleinkindern (ab 2). Wir würden ein Baby nicht anschreien, wir würden ein Baby auch nicht auf „ich hab jetzt keine Zeit für dich.“ vertrösten und wir würden ihm auch nicht sagen: „Wenn du jetzt nicht endlich schläfst, dann gibts morgen xy nicht.“ All das tun wir nicht, weil dieses Wesen es a) nicht verstehen würde, b) wir es wahrscheinlich abwegig finden würden und c) wir genau wissen, dass ein solches Verhalten für mehr Ärger als Ruhe sorgen würde.

      Tja und dann kommt der Tag, da lernt das Kind sprechen, möchte natürlich sich mehr „Freiheiten“ einfordern und schon legt sich bei uns kurioserweise ein Schalter um, der sagt: „Du musst das Kind ordentlich erziehen“. Wir vergessen dabei völligst unseren Instinkt. Wir verlernen dabei sogar oft (mich eingeschlossen) zu hinterfragen, warum jetzt das Kind bockt. Bei einem Baby hätten wir nach einer Schreiattacke nun ganz selbstverständlich die Ursache gesucht, doch bei einem 2-3 Jährigen schicken wir ihn am schlimmsten Fall ins Bett und lassen ihn „drüber nachdenken“. Ich hoffe du verstehst meinen Ansatz an dieser Stelle – ich bin mir sicher, dass nicht das Problem ist bei der Geburt „dieses Konzept einzustudieren“. Ich denke vielmehr, dass wir aufpassen müssen es nicht zu verlernen oder zu vergessen.

      Zu der Frage, ob das mit dem Alter etwas zu tun hat, also warum es klappt. Ich denke immer, dass Kinder verschieden sind – egal welches Alter oder Gemüt. Ich hab hier einen 4,5 jährigen Paul – um deine Frage zu beantworten: er ist alles andere als ruhig – er ist äußerst sensibel und „aufbrausend“, er ist feinfühliger als sein Bruder. Theo ist mit 2 sehr ausgeglichen – ob es daran liegt, dass ich da insgesamt wesentlich cooler seit Beginn an war oder er einfach ein ruhigeres Kind ist ist spekulativ. Ich glaube aber sogar, dass aufbrausende Kinder, sogar besser darauf anspringen. Ich sage dir auch warum ich das denke: Es hört ihnen jemand zu und sie fühlen sich „beachtet“. Das klingt jetzt etwas übertrieben, aber es ist mir oft aufgefallen, dass der lebhafte Paul wesentlich feinfühliger ist, als bspw. der gutmütige ruhige Theo.

      Zu der letzten Frage, wenn Kinder „Nein“ sagen, stellt sich mir zuerst die Frage: Warum sagen sie nein? Ein Kind (vor Pubertät) hat nach meiner Erfahrung eigentlich ein großes Ziel: Zugehörigkeit und mit einem „Nein“ lehnt es die Kooperation ab, was ja eigentlich untypisch für ein Kind ist. Die Frage ist also, in welchem Moment sagt es nein, um was geht es? Ist es eine wichtige Sache und was ist zuvor „passiert“? Ich nehme jetzt zum Beispiel: „Paul, räume dein Zimmer auf!“. In der Regel folgt bei so einem Satz: „och neeee“. Da kann ich ihn lieb anschauen, wie ich möchte. Wenn ich aber sage: „Paul, was hältst du davon, wenn ich dir beim Aufräumen heute helfe und wir das jetzt gleich machen?“ reagiert er sofort anders. Da kommt eher ein „Jetzt schon?“ oder ein „ja“ Bei dem „jetzt schon?“, räume ich ihn dann gerne eine Zeit ein und stelle die Uhr und dann funktioniert das. Vlt. kannst du mir ja ein Beispiel aufführen und dann kann ich dir sagen, was ich in der Situation machen würde. Eine gute Hilfe ist, wie ich beschrieben habe immer: „Wie würde man mich jetzt herumbekommen, damit ich eine Sache mache, die ich eigentlich nicht mag?“

    2. Tina 11. April 2016 at 8:49

      Hallo Sabrina,

      danke für die ausführliche Antwort.

      Ich kann Dir soweit folgen, was Du mit „verlernen“ meinst. Jedoch: Ein Kind entwickelt seinen eigenen Willen. Der ganz unterschiedlich ausgeprägt ist.
      Mein Großer wurde großteils mit Blicken und Gesten erzogen. Es genügte. Bei der Mittleren (aktuell 27 Monate) stoße ich derzeit oft an meine Grenzen. Sie ist der Typ „ich höre das Nein, aber es interessiert mich nicht, ich mache, was ich möchte“. Da helfen keine Bitten, keine vernünftigen Worte, kein Verständnis, wenn sie nicht will.
      Hat sie sicher nicht gestohlen, von daher: ich beschwere mich nicht. Nur: ich habe schon alles probiert. Und lebe nun einfach Tag für Tag, je älter sie grad wird, desto leichter wird es. Oder ich gewöhn mich dran, wie auch immer 😉
      Kooperation ablehnen ist also nicht unbedingt untypisch für ein Kind. Es kommt schlichtweg aufs Kind an. Der Kleine (14 Monate) kooperiert nämlich. Und ich behandle ihn nicht anders.

      Den Vergleich, sich so zu verhalten, wie man sich dem Partner gegenüber verhalten würde, finde ich übrigens sehr unpassend. Was ich den Tag über – auch mit „nettem“ Ton – allein nur am Ermahnen bin, würde ich mit keinem Erwachsenen mitmachen. Dem würd ich schenllstmöglich aus dem Weg gehen..

      Was ich nicht unerwähnt lassen möchte: Wenn hier geschrien wird, dann ist das seltenst brüllend mit den Kindern schimpfen, sondern vielmehr dieser berühmte Befreiungsschrei den man sonst allein im Wald durchführt. Nur dass er bei uns halt im Wohnzimmer/Küche etc stattfindet.
      Aber: er wirkt. Ich fühl mich für den Moment befreit und die Kids wissen, jetzt ist gut, es reicht. Kann ich nur jedem empfehlen 🙂

      Ich denke im Grundtenor meinen wir das Selbe.

  15. Laura 7. April 2016 at 10:29

    Liebe Sabrina,

    ob Dein Ansatz richtig oder falsch ist, wurde hier ja ausgiebig diskutiert (ich finde, Du bist auf dem richtigen Weg!). Aber ob richtig oder falsch, ich finde, Du hast ein riesiges Lob dafür verdient, dass Du, als Du gemerkt hast, dass Dein Sohn auf Deinen Weg der Erziehung mit Verweigerung und Wut reagiert hat, Deinen Weg reflektiert und einen anderen Weg eingeschlagen hast. Dafür hast Du meinen größten Respekt! Viele Eltern klagen darüber, dass ihre Kinder aufmüpfig sind und sich verweigern und das Zusammenleben dadurch anstrengend ist, kommen aber nicht auf die Idee, den Fehler bei sich zu suchen. Du hast verstanden, dass das Problem nie beim Kind liegt, sondern immer darin, wie die Eltern mit dem Kind umgehen. Wie gesagt, ein riesiges Lob dafür!
    LG Laura

    antworten
    1. Sabrina 7. April 2016 at 11:57

      das ist aber lieb.

  16. Sabine 6. April 2016 at 19:01

    Ich glaube, dass ich dem Grundtenor deines Beitrags zustimmen kann, allerdings erscheint es mir nur unwesentlich praxisnäher als übliche Erziehungsratgeber. Konkret mal ein Beispiel: ganz deine Meinung, dass bspw die logische Konsequenz von absichtlich was ausschütten ist, beim aufwischen zu helfen. Nun passiert es aber durchaus, dass mein kleiner Trotzkopf schlicht „nein“ zu der Aufforderung sagt und den „Tatort“ verlässt. Was wäre dann deiner Meinung nach die logische Konsequenz, die keine Strafe ist? Ich stoße unter anderem so an eine Grenze, wie mir scheint, dass reden und Konsequenz statt Strafe nicht immer funktionieren. Wenn du das dennoch schaffst, Hut ab, und Tipps nehme ich gerne an.

    antworten
    1. Sabrina 7. April 2016 at 16:08

      Hallo Sabine, wie alt ist dein Kleiner denn? Wäre er in der Lage mit dir zusammen aufzuwischen? Das funktioniert hier eigentlich in 99% der Fälle, wenn ich sage: „Du findest das doof es wegzuwischen? Ich finde es auch doof! Komm, ich helfe dir und du hilfst mir!“

  17. Birgit 5. April 2016 at 12:35

    Liebe Sabrina,

    ich bin zwar nicht der Meinung, dass mein Kind und ich gleichberechtigt sind, jedoch finde ich deine Erziehungsansätze sehr gut.
    Ich handle meist ebenso, schimpfen tue ich aber auch hin und wieder, auch lautstark. Und ich finde, dass darf ich auch. Ich darf mein Kind auch anschreien. Denn: Nicht dass Anschreien ist schlimm, sondern das, WAS man schreit. Herabwürdigen geht natürlich nicht. Und wie man danach damit umgeht. Mein Kind lernt: Mama kann richtig sauer werden, dann schreit Mama manchmal sogar, aber dann ist es auch wieder gut. Wenn ich überreagiert habe, dann entschuldige ich mich auch problemlos bei meinem Kind. Anschreien haben wir aber meist nur, wenn ich total gestresst oder müde bin. Das sage ich meiner Tochter dann auch „Du, Mama ist müde/gestresst/etc., frag mich bitte nachher noch einmal.“ Manchmal macht sie dann aber weiter und dann muss sie eben damit leben, dass Mama´s eh nur seeeehr dünner Geduldsfaden reißt. Ich finde, dass gehört eben auch dazu, dass sie lernt, die persönlichen Grenzen ihrer Mitmenschen einzuhalten, da ist dann eben auch anschreien eine logische Konsequenz.
    Kompromisse werden hier auch oft geschlossen, einfach weil ich auch nicht ständig Machtkämpfe führen möchte. Mein Kind darf all das entscheiden, bei dem ich der Meinung bin, dass sie das schon kann, alles andere entscheide ich. Da bekommt sie dann eben eine klare Ansage „Das entscheide ich!“ und gut ist. Das akzeptiert sie auch problemlos. Liegt vllt. auch daran, dass das, was sie machen und entscheiden darf tatsächlich immer wieder (gedanklich) überprüft und altersentsprechend erweitert wird, ich möchte ja kein unselbstständiges Kind haben.

    Ich glaube, es ist unheimlich wichtig fürs Kind, dass man strikt in seinen Handlungen ist und nicht herumeiert. Leute, die dreimal nein sagen und beim vierten Mal dann doch ja, gehen mir ja selbst auf die Nerven. Sollen sie doch gleich ja sagen 🙂

    Allzu sehr unterscheidet sich mein Erziehungsstil von dem meiner Mutter nicht. Auch meine Mutter hat mich hin und wieder angeschrien, sogar Ohrfeigen habe ich (selten) bekommen (das mache ich allerdings nicht). Aber für mich sind das keine schlechten Erinnerungen: Ich habe in irgendeiner Form Mist gebaut, wurde dafür bestraft und dann war es auch gut. Ich habe mich dadurch nie klein oder machtlos gefühlt.

    Mein Fazit:
    Der Ton macht die Musik. Alles andere ist individuell auf die Eltern und das Kind anzupassen. Man muss sich ja auch erstmal finden, ist ja nicht so, als gäbe es eine Anleitung zum Kind dazu *lach* Meine Mutter hat nicht umsonst zu meinem großen Bruder immer gesagt „Du warst der erste Versuch, an dir haben wir noch herumexperimentiert.“
    Und: Was bei dem einen Kind funktioniert, funktioniert bei anderen einfach nicht.

    LG
    Birgit

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 13:58

      Hallo Birgit, ja das hast du Recht – ich drücke meinen Unmut auch aus, aber ich schreie wohl dann nicht, sondern bin dann eher mehr der Typ der sagt: „Ich hab jetzt gerade die Schnauze voll und möchte meine Ruhe haben.“ Es kommt natürlich viel auf Kind und Mutter bzw. Vater an, ein Patent gibt es niemals.

  18. Klara 5. April 2016 at 10:49

    Manchmal unterscheidet nur die eigene Geisteshaltung m.E. eine Strafe von einer Konsequenz. Kind will Schuhe nicht anziehen. „Dann gehst du halt mit Socken los.“ Entweder sieht man es als Strafe(dann wird der Satz wahrscheinlich auch mit einem strengeren Tonfall fallen) oder man hat einfach keine Lust jetzt den Kampf auszutragen und nimmt die Schuhe mit raus, weil man damit rechnet, dass das Kind draußen die Schuhe anziehen wollen wird. Mach ich meist bei Jacken, weil einem kleinen Kind drinnen oft noch nicht klar ist, warum es die Jacke anziehen sollte. Es ist doch nicht kalt. Draußen wird sie dann problemlos akzeptiert, weil es ja plötzlich wirklich kalt ist.

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 13:59

      Hallo Klara, das stimmt – mit der Jacke handhabe ich es genauso und frage dann oft: „Willst du sie nicht vielleicht doch anziehen? Ganz schön kalt.“ Aber ich diskutiere dann nicht auf der Straße weiter 😀

    2. Tina 7. April 2016 at 10:38

      Für mich ist die Konsequenz: Keine Schuhe – nicht rausgehen. Im Winter: Jacke, Mütze, Schal. Sonst bleiben wir zuhause.
      Tränen und Geschrei. (Eventuell. Bei 3 Kids kann ich sagen: Einzelfälle.) Und irgendwann die Einsicht, dass es nicht nützt. (Ganz bestimmt.) Ab dann gibts keine „Diskussionen“ mehr. Wobei ich nicht dikutiere. Ich bestimme. Um dem Krankwerden im Winter und den Verletzungen im Sommer (spitze Steine, GLasscherben etc) vorzubeugen.
      Genauso wie ich bestimme, dass mein Kind im Auto angeschnallt wird und an der Straße an der Hand läuft.

      Und zum Thema Pubertät. Ja: Erziehung endet mit 10-12 Jahren, je nach Kind. Ab dann lenken und leiten. Aber auch hier gibt es „Konsequenzen“ und Strafen. Sonst tanzt Dir jede/r Pubertäter auf der Nase rum.

  19. susi 5. April 2016 at 9:57

    Vielen vielen Dank für deine offenen Worte. Mit jeden Satz fand ich mich beim Lesen wieder. Auch ich stecke in solch einer Situation und bin froh , dass ich solche Situationen nicht nur alleine mit meinem Kind erlebe. Genau so etwas habe ich gebraucht : einen Lösungsansatz.

    antworten
  20. Maria 4. April 2016 at 23:33

    Liebe Sabrina,

    was für ein Beitrag! Ohne mir jetzt die Kommentare durchzulesen (ich will in´s Bett) möchte ich noch ganz schnell dalassen, dass ich diesen Post großartig finde.

    Genau dieses Thema ist bei uns auch gerade aktuell und jemehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu ähnlichen Schlüssen und hinterfrage alte Verhaltensweisen. Einiges machen wir seit Jahren schon bewusst („Niemals sowie unsere Eltern“) oder unbewusst. Doch Einiges hatte sich aufgrund einer sehr angespannten Familiensituation (KiTa-Kind in verspäteter Trotzphase, ständig sich uns andere in Gefahr bringendes und alle um den Finger wickelndes 1,5 jähriges Kleinkind, anstrengendes Baby) eingeschlichen – ich hab die Kinder immer öfter angeschriehen 🙁 und weil Geduld und Zeitfenster nicht reichten wurde vieles mit Strafen erzwungen. Das Spiel um Mamas Aufmerksamkeit hab ich lange nicht verstanden.

    Hätte ich damals (so von 1,5 Jahren) diesen Post gelesen, so hätte er mir vielleicht die Augen geöffnet und meinen Kindern und mir viel Kummer erspart! Von daher finde ich ihn richtig und wichtig, und dich sehr mutig! Super und weiter so!!!

    Wir haben es nach und nach selbst herausgefunden, kommen allerdings sehr oft noch an unsere Grenzen. Wenn die Kraft nicht mehr reicht und es keine wirklich funktionierende Alternative gibt, dann landet man leider oft wieder bei der Erpressung. Aber unsere Jüngeren sind immernoch ein wenig klein für gemeinsames Problemlösen und die Große lässt sich natürlich nicht ewig provozieren… Du darfst da gerne weiter berichten, was bei euch in Stresssituation mit völlig unkooperativen Situationen außer vorbeugen hilft.

    Viele Grüße,
    Maria von OstSeeRäuberBande

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 8:55

      DANKE, auch hier gibt es noch Situationen bei denen ich nicht weiter weiß, aber es ist wesentlich ruhiger geworden…

  21. Tanja 4. April 2016 at 21:51

    Hallo, ich bin absolut begeistert! Ich erziehe genau so und es funktioniert prima. Eine Beziehung voller Respekt für den Menschen der mir da gegenübersteht. Und den ich so behandel, wie ich auch behandelt werden möchte. Viele scheinen das mit Laissez Faire zu verwechseln aber ich bin überzeugt, es ist die Methode wie man Kinder zu selbstverantwortlichen Erwachsenen erzieht. 🙂 Leider ist meine Mann noch nicht so weit! Jetzt habe ich ihm diesen Artikel per Email geschickt, vielleicht kannst du es besser erklären als ich!? 😉
    Gruß,
    Tanja

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 8:57

      Hallo Tanja, ich kann seit gestern ein Lied davon singen, wie oft man anitautoritär und ohne Regeln benannt wird. Das ist es aber nicht, hier gibt es Regeln, hier gibt es auch feste Grenzen, aber ich versuche einfach mich selbst kontrollierter zu verhalten und für die Kinder berechenbarer zu machen. DANKE

  22. Nicole 4. April 2016 at 21:51

    Ich bin inzwischen auch vollkommen anderer Meinung als im Artikel beschrieben. Kinder (insbesondere kleine Kinder) sind keine kleinen Erwachsenen sondern eben Kinder mit denen man auch umgehen muss wie mit Kindern und das bedeutet als Erziehungsberechtigter nun mal dass man auch erzieht. Ich bin auch absolut gegen unlogische Bestrafungen wie „Wenn Du Dein Essen nicht isst, dann gibts´s keinen Sandmann!“ Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das Kind muss aber lernen sich an Regeln zu halten. Es gibt Regeln, die dem Kind gefallen (jeden Abend Sandmann gucken) und es gibt Regeln, die dem Kind vielleicht nicht gefallen (vor dem Abendessen Spielsachen wegräumen). „Regelbruch“ kann auch mit Konsequenzen aus anderen Regeln bestraft werden z.B. „Wenn Du Deine Spielsachen nicht aufräumst, gibt`s vorm Schlafengehen keinen Sandmann!“ So sehe ich das. Ich schreibe hier immer dieses Wort „bestrafen“. „Bestrafen“ ist wirklich kein schönes Wort, aber wie soll man es denn sonst nennen? Klar, wenn ich mein Eis runterwerfe, dann ist die „Konsequenz“ dass ich kein Eis mehr habe. Das ist fürs Kind schlimm und löst weinen aus. Was ist denn die „Konseuenz“ von „Spielsachen nicht wegräumen“? „Durcheinander“! Diese Konsequenz findet mein Kind aber nicht schlimm, sondern ICH. ICH fühle mich verletzt und deshalb bin ich sauer und habe keine Lust mehr gut gelaunt mir dem Kind den Sandmann zu gucken. Das ist keine Konsequenz. Das wär ja auch schlimm, wenn das Kind lernt, dass das eine „Konsequenz“ ist. Genauso „trödeln im Bad“. Das stört nur MICH. Wenn ich pünktlich irgendwo hin möchte und mein Partner trödelt im Bad und beeilt sich auch nach mehrmaligem Auffordern nicht, ja was mache ich denn dann? ICH bin sauer! Und darum geht es auch in der Erziehung. Es geht doch nicht darum, daß ich meine Macht ausüben will und einen schwächeren dafür brauche, sondern das Kind soll lernen mich zu respektieren. Kinder brauchen klare Regeln an denen sie sich orientieren können. Sie müssen lernen in dieser Gesellschaft zurecht zu kommen. Sie müssen im Kindergarten, in der Schule und letztendlich im Beruf pünktlich sein. Ich meine nicht gesellschaftliche Zwänge, sonder Respekt anderen gegenüber. Die anderen warten, Mama kommt zu spät zur Arbeit, Arzttermin, der Bus fährt ab. Kinder können das noch nicht abschätzen, brauchen jemandem an dem sie sich orientieren können und müssen lernen zu „hören“. Ich kann nicht immer alles in Ruhe so erklären, dass es ein Dreijähriger versteht. Kinder müssen Kinder bleiben dürfen mit einer verantwortungsvollen Person (oder am besten mehrere) an ihrer Seite, die ihnen Entscheidungen abnehmen, die sie allein noch nicht treffen können. Am allermeisten brauchen Kinder Liebe! Ganz klar! Das ist das Wichtigste! Liebe, aber auch Halt, jemanden an den sie sich anlehnen können und sie sich blind darauf verlassen können, dass dieser sie immer beschützt und Dinge die ihnen nicht gut tun von ihnen abhält. Dieses Gefühl gebe ich meinem Kind nur mit klaren Regeln (keine Verstöße dulde) in kurzen Sätzen (wenn/dann, wie denn sonst?). Wachsweiche Erklärungen wie „Wärst Du bitte so lieb dich zu beeilen und Deine Schuhe anzuziehen, weil Mama sonst zu spät zur Arbeit kommt, der Chef dann böse wird, ich dann keine Arbeit und wir kein Geld mehr haben…“ oder „Ich bin traurig, wenn Du Deine Spielsachen nicht wegräumst, weil ich vorhin gerade so schön aufgeräumt hatte.“ vermitteln keine Sicherheit.

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 9:09

      Hallo, um eines vorweg zu nehmen: hier gibt es Regeln. Es gibt in jeder Familie Regeln, Grundsätze und Grenzen. Da kommt man nicht dran vorbei. Ich kann dir jedoch nicht zustimmen. Es geht nicht darum aus unseren Kindern einen abgehärteten Egoisten zu machen, der dann später in dieser bösen Welt mal klar kommt. Das wurde bereits aus unserer Generation zu Hauf gemacht. Ich persönlich stelle mir immer die Frage: Wie möchte ich mit mir sprechen lassen? Macht es da nicht einen Unterschied, wenn dein Mann zu dir sagt: „Wenn du jetzt nicht mitmachst, dann gibt es heute für dich TV Verbot.“ Würdest du das mit dir machen lassen? Ich glaube nein. Kinder haben wenn nicht gar mehr Gefühle als wir Erwachsenen. Wie würdest du auf den Satz eingehen: „Schatz, mich ärgert es, dass die Wäsche nicht gebügelt ist, Würdest du das bitte heute machen. Ich helfe dir auch?“ anstelle von einem Satz: „Die scheiß Wäsche liegt überall rum. Jedes Mal bleibt der Haufen eine Woche liegen, weil du es nicht im Griff hast. Mach sofort die Wäsche sauber, sonst kannst du vergessen, dass es TV gibt heute Abend.“ Wie wirkt das auf dich? Nichts anderes mache ich seit ein paar Wochen – Reflektion…

    2. Tina 7. April 2016 at 10:48

      D’accord. Klein(st)kinder betreffend.

      Ab etwa 4 Jahren kann man durchaus auf das Kind wie im Artikel beschrieben eingehen. Mit meinem Großen war ich zu dem Zeitpunkt bereits so weit, dass wir z.B. für das Wochenende geplant haben. Er hat natürlich mitbestimmt, was wir unternehmen (aber wir haben ja die Vorschläge vorab ausgesucht..). Da aber auch der Haushalt gemacht werden musste, hat er sich z.B. mit Zimmeraufräumen, um saugen zu können, beteiligt. Konsequenz (Strafe?!) bei Nichtaufräumen: Wir blieben zuhause.
      Einige Grundsätze (die ich entscheidend finde) wie in diesem Fall: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ gehen dadurch in Fleisch und Blut über – und würden einem Teil der Bevölkerung nicht unbedingt schaden..

  23. Christiane L. 4. April 2016 at 21:44

    Hallo, ich finde deinen Artikel gut geschrieben und er regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. ABER – ich bin gespannt, wie sich bei Euch der Alltag verändert, wenn die Kinder älter werden.
    Ich habe vier Kinder: 8 Jahre, 2x 6 Jahre und fast 4 Jahre. Spätestens bei den Zwillingen wurde es bei uns mit Geduld und Ruhe in der Erziehung schwieriger.
    Auch wenn vieles mit dem Älterwerden der Kinder einfacher wird (z.B. durch mehr Verständnis und mehr Selbständigkeit), ist es manchmal aber auch schwieriger, denn je unabhängiger die Kinder werden (auch emotional), desto eher werden Grenzen nicht nur ausgetestet, sondern einfach umgangen. Dazu kommt bei uns auch noch ein gewisses „Herdengefühl“ bei den Kindern, da steht Mama manchmal nicht ganz so im Fokus, wie es noch bei einem oder vielleicht noch zwei kleineren Kindern der Fall ist.
    Kurzum – ich finde den Ansatz sehr gut, aber im Alltag oft schwer umzusetzen. Hier wird leider doch öfter geschimpft, als ich eigentlich möchte. Mit Geduld und Verständnis komme ich leider nicht immer dahin wo ich möchte – bei einer sechsköpfigen Familie ist es manchmal einfach nur wichtig, ein Ziel (egal ob es nun ein Ausflug, ein Einkauf, ein Arztbesuch oder einfach nur ein Spiel oder ein Essen…) gemeinsam zu erreichen, auch wenn vielleicht einer schmollt oder geschimpft werden mußte.
    Also, ich werde weiter dran bleiben und bin gespannt, wie sich die Beziehung zu Euren Kindern weiter entwickeln wird.

    antworten
    1. Sabrina 5. April 2016 at 9:04

      Huhu Christiane, auch ich schimpfe immer noch, eben nur anders 😉 Wir werden sehen, was es bringt. Ich habe aber jetzt schon bemerkt, dass bspw. das Thema aufräumen heute mit Hilfe ganz selbstverständlich ohne Aufstand angegangen wird und wir früher jeden Tag Diskussionen hatten.

  24. Victoria 4. April 2016 at 20:16

    Ich finde den Artikel sehr gut geschrieben und garnicht anmaßend. Er hält einem den Spiegel vor’s Gesicht das ist definitiv schön aber sinnvoll.
    Mein Sohn wird morgen 10 und im Moment ist es alles andere als einfach. Ich nenne es einfach mal Vorpubertäres Machtgerangel.
    Jegliche Aussage oder Meinung seiner Eltern ist falsch oder nervig… nach einem 10 Stunden Arbeitstag oft furchtbar nervig und Kräftezehrend. Oft reagiert man über oder garnicht.
    Es ist schwer darauf einzugehen wie er sich vielleicht fühlt weil man selbst einfach nur runter kommen möchte…Ich danke dir für den Denkanstoß.
    Nur leider schwer umzusetzen wenn man in den Augen des Kinds scheinbar schon so ziemlich alles falsch macht.
    DANKE

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 20:19

      Huhu Victoria ich glaube in Sachen Pubertät ist es dann noch mal eine andere Hausnummer 🙁

  25. Celi 4. April 2016 at 19:53

    Hallo 🙂

    Ich hab den Artikel auch mit Interesse gelesen und bin absolut der Ansicht, dass auf das Verhalten der Kinder eine Konsequenz folgen muss. Allerdings glaube ich, dass wir das anders sehen 😉 Ich finde z.B. schon, dass die logische Konsequenz aus der morgendlichen Trödelei im Bad, die ist, dass mein Sohn dann eben ohne Schuhe los muss. Welche Konsequenz sollte es sonst sein? Wenn mein Mann mir sagen würde, dass ich im Bad zu lange gebraucht habe und deshalb ohne Schuhe los muss, dann ist das so. Klar ist es doof, aber doch keine Strafe. Ich kann meinen Mann dann nicht warten lassen. Ich habe meinem Sohn erklärt, dass ich pünktlich auf der Arbeit sein muss, weil ich sonst Ärger bekomme (ich verletzte dann z.B. auch eine Aufsichtspflicht) und ich plane ausreichend Zeit für ihn ein. Wenn er dann nicht fertig ist, weil er lieber ein Buch anschaut, malt, Lego baut oder oder, dann ist die logische Konsequenz, dass er eben so los muss wie er ist. „Du bist nicht fertig, obwohl du ausreichend Zeit hattest, deshalb musst du jetzt so los.“

    Ich hab deinen Satz hinsichtlich des Süßem nicht ganz verstanden. Du schreibst: „Wenn mein Kind hingegen nichts isst und ich ihm anschließend Süßes verwehre, dann ist das eine sich ergebende Konsequenz.“
    Das ist für mich viel eher Willkür. Das ist ja: „Ich gebe dir nichts Süßes, weil du nichts anständiges gegessen hast.“ Du bist in dem Fall ja die ausführende Kraft. Ich würde es aber verstehen, wenn du sagst: „Wir haben eben Mittag gegessen, da konntest du dich satt essen. Jetzt gibt es erst wieder um 15 Uhr/später/nach dem Mittagsschlaf/wenn Papa kommt etc. etwas.“ Wenn es dem Kind nicht schmeckt, würde ich durchaus eine Alternative anbieten (bei Suppe oder Auflauf kann man ja schlecht sagen: „Dann iss nur, was dir schmeckt.“), sprich ein Brot oder Reste.
    Verstehst du, wie ich das meine?

    Bestrafungen alla „Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, dann gibt es keinen Fernseh“ finde ich unpassend. Wenn es allerdings heißt: „Wenn du jetzt beim Umziehen trödelst, dann können wir später kein Sandmännchen mehr schauen!“, dann ist das die logische Folge. Das Sandmännchen kommt nun mal um 19 Uhr und nicht um 19.13 Uhr, weil das Kind sich erst dann umgezogen hat.

    Beim Zähneputzen gibt es bei uns übrigens nie die Entscheidung ich oder du. Ich putze IMMER nach, denn wirklich ordentlich putzen können Kinder erst mit etwa 6-7 Jahren. Vorher gibt es keine Diskussion. Da heißt die Entscheidung nur: Soll ich erst putzen oder willst du zuerst? Oder ich sage: Ich putze das Grobe, und du machst es perfekt. Da kann man ja wundervolle Spiele spielen wie „Zahnputzpolizei“(sprich das Polizeiauto schaut, ob wirklich alle Krümel/Zahnmonster weggeputzt sind). Will sich das Kind darauf auch nicht einlassen, wird eben unter Geschrei geputzt. Die Konsequenz der schlechten Zähne (und Milchzähne sind nicht nur Übungszähne!) kann mein Kind in dem Maße ja noch nicht überblicken.

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 20:11

      Huhu, also erstmal wie im Text beschrieben – ja auch hier gibt es Konsequenzen 😉
      Ich versuche mal auf deinen Text Stück für Stück zu antworten.

      „logische Konsequenz aus der morgendlichen Trödelei im Bad, die ist, dass mein Sohn dann eben ohne Schuhe los muss.“ -> das ist für mich nicht logisch und das würde ich mit mir auch nicht machen lassen. Ich möchte das sehen, wie du ohne Schuhe rausgehen würdest… Ich würde mich aufspielen und meinem Mann an den Kopf schmeißen, dass er verrückt geworden ist 😀

      „Wenn er dann nicht fertig ist, weil er lieber ein Buch anschaut, malt, Lego baut oder oder, dann ist die logische Konsequenz, dass er eben so los muss wie er ist. „Du bist nicht fertig, obwohl du ausreichend Zeit hattest, deshalb musst du jetzt so los.“ –> Wieso schaut er denn Bücher vorm Anziehen an, malt oder baut Lego? Bei uns ist der Ablauf anders herum, aber auch hier gab es immer Theater, bis wir bedeutend früher aufgestanden sind und das ist unsere logische Konsequenz.

      Ich hab deinen Satz hinsichtlich des Süßem nicht ganz verstanden. Du schreibst: „Wenn mein Kind hingegen nichts isst und ich ihm anschließend Süßes verwehre, dann ist das eine sich ergebende Konsequenz.“
      Das ist für mich viel eher Willkür. Das ist ja: „Ich gebe dir nichts Süßes, weil du nichts anständiges gegessen hast.“ Du bist in dem Fall ja die ausführende Kraft. Ich würde es aber verstehen, wenn du sagst: „Wir haben eben Mittag gegessen, da konntest du dich satt essen. Jetzt gibt es erst wieder um 15 Uhr/später/nach dem Mittagsschlaf/wenn Papa kommt etc. etwas. –> Ja, genauso ist es. „Wir haben gerade gegessen, du hattest ausreichend Möglichkeit dich satt zu essen, jetzt gibt es erst später etwas.“ –> sollte ich vlt umformulieren. Genauso ist mit Aufstehen das Essen bei uns beendet zb. – ich zwinge dafür niemanden am Tisch sitzen zu bleiben. Wenn es dem Kind nicht schmeckt, würde ich durchaus eine Alternative anbieten -> Ja, wir haben immer Alternativen und wenn die Kids mit Kochen helfen, dürfen sie auch aussuchen zb.

      „Wenn du jetzt beim Umziehen trödelst, dann können wir später kein Sandmännchen mehr schauen!“, dann ist das die logische Folge. Das Sandmännchen kommt nun mal um 19 Uhr und nicht um 19.13 Uhr, weil das Kind sich erst dann umgezogen hat. –> ja in deinem Fall ist das so, bei uns aber nicht, weil wir keinen TV haben und Tablet schauen, da gibts praktisch die Möglichkeit 24 h Sandmann schauen zu können, daher vlt missverständlich. Also ist das für mich keine logische Konsequenz, weil ich es ja praktisch als Dauerargument bringen kann.

      Beim Zähneputzen gibt es bei uns übrigens nie die Entscheidung ich oder du. Ich putze IMMER nach, denn wirklich ordentlich putzen können Kinder erst mit etwa 6-7 Jahren. Vorher gibt es keine Diskussion. Da heißt die Entscheidung nur: Soll ich erst putzen oder willst du zuerst? –> ja natürlich putzen wir immer nach, ich hoffe das ist selbstverständlich 😀 Das stimme ich dir zu, das Ausmaß kann kein Kind der Welt überblicken, weil es auch nicht weiß warum es überhaupt Zähne putzt.

      Sorry für meine gehakte Antwort, aber ich denke wir sind im Grunde ziemlich gleichdenkend

    2. Celi 5. April 2016 at 20:33

      Oh, irgendwie kann ich auf deinen Kommentar nicht direkt antworten.

      Zum Schuhe anziehen:
      Ich trödele morgens nicht im Bad, deswegen kann ich ja mit Schuhen raus 😛 Nein, im Ernst: Ich finde, dass er sich beeilen muss, macht er etwas anderes als umziehen, hat er Pech und ist eben nicht fertig. Würde ich auf meinen Mann warten müssen und er trödelt, macht sich nicht fertig, sondern etwas anderes, dann würde ich eben ohne ihn fahren. Das geht bei einem 4jährigen nicht.
      Bei uns wird übrigens morgens überhaupt nicht gespielt, das war nur ein Beispiel. Hier wird auch nicht mehr getrödelt (nachdem er ohne Schuhe ins Auto steigen musste 😉 ). Der morgendliche Ablauf ist ganz klar strukturiert, aufstehen, Zähne putzen, umziehen, Frühstück und los. Beide Kinder machen sind da fix, wobei die Kleine noch angezogen wird (noch unter 2 Jahre).
      Es gibt im Tagesablauf so viele Möglichkeiten sich Zeit zu nehmen, morgens habe ich die nicht. Ich würde auch aktuell nicht früher aufstehen, wir müssen das Haus um 6:45 verlassen. Wenn ich frei habe, dann läuft es bei uns auch „trödeliger“. Das wissen die beiden aber auch.

      Zum Tablet: Hier läuft das Sandmännchen auch nicht über den Fernseher. Aber es ist klar, wird getrödelt, gibt es kein Sandmännchen mehr. Wir hatten eine Zeit, da hat mein Großer abends oft getrödelt, sprich, ewig erzählt, irgendwas rumgespielt und wurde so nicht fertig. Da gab es dann kein Sandmännchen mehr. Die Begründung lautet dann: „Jetzt ist es schon zu spät, es ist Schlafenszeit. Das Sandmännchen schaffen wir nicht mehr.“ (Natürlich gab es vorher Warnungen wie: „Beeil dich, sonst wird es so spät und wir können kein Sandmännchen mehr schauen.)

    3. Sabrina 7. April 2016 at 16:13

      Hey Celi, wie gesagt bei uns hat das mit dem Sandmann keine Wirkung erzielt außer Stress. Seitdem ich damit nicht mehr drohe, ist er kurioserweise auch wesentlich uninteressanter geworden 😀 Ich glaube das morgendliche Problem haben ganz viele Eltern. Ich weiß nicht mehr wie alt der Kleine war, aber du könntest es spaßenshalber mal versuchen, dass er sich alleine waschen und anziehen usw. muss und du dann nur „nachpolierst“. Das hat hier Wunder gewirkt. Paul hatte den einen Tag mal wieder „null Bock“, da haben wir gesagt: Hey wir streiten schon so lange wegen der Bummelei am Morgen, ab sofort darfst du das selbst übernehmen. Das kommt meiner Meinung nach aber wirklich dann aufs Alter und Kind an. Theo versucht es mit 2 z.B. auch sich „selbst fertig zu machen“, aber das ist noch sehr unbeholfen 😀

  26. Sabrina 4. April 2016 at 19:23

    Ich habe die gleiche Meinung wie in deinem Artikel beschrieben. Mit kurzen Worten: BEziehung statt ERziehung! Weiter so! Ich finde diese Ansicht sollte selbstverständlich sein.

    antworten
    1. lila 15. April 2016 at 10:08

      Yeah. Genau das wollte ich auch schreiben!

  27. Gertrud Johanna K 4. April 2016 at 17:02

    Ich bin der Meinung, dass kleine Kinder Regeln und Fakten brauchen und sie einer Diskussion nicht gewachsen sind.
    Klare Ansagen sind wesentlich effektiver und verständlicher.
    Das hat auch nichts damit zu tun, über dem Kind stehen zu wollen.
    Ich erlebe es ganz oft, dass sich Eltern den Mund wund reden und es ändert sich trotzdem nichts.
    Kinder werden durch zuviel Rederei auch überfordert, sie können ein langes Gespräch überhaupt nicht behalten.
    Schlagen ist keine Lösung, zeigt nur meine eigene Auswegslosigkeit/Hilflosigkeit auf.
    Je älter die Kinder sind, um so verständiger sind sie.
    ZB , wenn ein 2jähriger sich weigert aufzuräumen, ist die Konsequenz , dass weniger Zeit für andere Sachen bleibt.
    Den größten Fehler, den man machen kann ist, Regeln aufstellen, die aber dann variabel sind, heute so und morgen so…. das können Kinder nicht verstehen….
    Wenn ich einmal zu etwas „Nein“ gesagt habe, dann ist das auch morgen und übermorgen und überhaupt „Nein“… (Betrifft zB Sachen wo sie nicht dran gehen sollen, wie Handy, Fernbedienungen , etc.)

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 19:43

      Hallo Gertrud, ja so empfinde ich das auch – weniger ist da mehr, da lieber habe ich wenige Regeln, die dann aber dafür felsenfest.

  28. Katrin 4. April 2016 at 14:22

    Jedem wie er mag und wie ihr schon alle festgestellt habt, sind alle Menschen, auch die Kinder Individuen. Daher gibt es weder richtig noch falsch im Rahmen der Erziehung (mit Ausnahme von Gewalt natürlich, die ist immer falsch!).

    Dennoch gehöre ich zu den Müttern, die sehr konsequent sind, in vielen Lebenslagen und dazu stehe ich auch. Ich sehe es nicht als Erpressung oder sonst was, wenn das Kind klar Grenzen aufgezeigt bekommt. Ich erlebe es in unserem Waldorfkindergarten immer wieder, wie negativ sich eine Antiautoritäre Erziehung auf den täglichen Umgang auswirken kann. Mit meiner Erziehung Art und Weise kollidiert das leider ganz schön oft. Und Kinder brauchen Grenzen, warum eben auch nicht. Oder glaubt hier einer, der reine Kuschelkurs bleibt bis ans Lebensende erhalten. Später im Berufsleben müssen die Kinder auch „funktionieren“, in unserer Gesellschaft, sonst geht man unter. Also kann man sich sicher einen guten Mischweg suchen und sein Kind damit optimal vorbereiten auf das spätere und eigenständige Leben. Geht man da nämlich nicht zur Arbeit, weil man keine Lust hat oder keine Zeit oder müde ist, bekommt man auch keinen Lohn. Ist das auch Erpressung? Müsste man mal darüber nachdenken, denn dann könnte man ja die Arbeitgeber anzeigen, wäre ja ein Straftatbestand nach dem StGB 😉

    Ich finde viele deiner Ansätze sehr gut, mit einigen kann ich aber nicht mitgehen, muss ich ja aber auch nicht. Danke, dass du diesen Artikel mal verfasst hast. Er ist sicher für viele sehr hilfreich.

    LG Katrin

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 16:12

      es ist nicht so, dass hier keine Regeln herrschen – antiautoritär bin ich nicht denke ich. Ich finde aber den Vergleich arbeiten und Lohn zwar ein schönes Beispiel, aber ich verlange nicht wirklich von einem 4 Jährigen solch eine Tragweite zu erkennen. Das ist wahrscheinlich dann der Unterschied. Ein 4jähiger kann gar nicht die Tragweite verstehen, dass man zu Leben Geld braucht, woher soll er diesen Wissen und diese Vernunft nehmen?

  29. Irina Srebot 4. April 2016 at 13:45

    Ganz toller Artikel. Ich denke es kostet sehr viel Selbstdisziplin dazu Kinder, zu erziehen und sich auch immer wieder selber in Frage zu stellen. Sicherlich bekommt man es nicht immer hin alles richtig zu machen, dann ist es wichtig das Kinder wissen das auch Eltern keine Götter sind und Fehler machen. Ebenso wie Kinder können auch Eltern verzweifelt und verletzt sein durch Äusserungen und Aktionen von Kindern. Ich habe da meine zwei Jungs nie von meinen Emotionen fern gehalten und auch mal vor Ihnen geweint. Es ist wichtig für Kinder auch zu erkennen das Papi und Mami ebenso menschlich sind wie Sie selber. Vor allem wenn Sie in die Pubertät kommen wird der Grad zwischen Verständnis und Verboten ziemlich schmal. Dann wird es etwas schwieriger sich durchzusetzen und durchgehaltene Verbote sind manchmal unumgänglich, um Kinder vor Ihren eigenen Dummheiten zu schützen deren Konsequenzen sie oft nicht erkennen können. Toll finde ich auch die sehr anschaulich Bilderstrecke mit dem Djeco Puppenhaus und den Biegepuppen von Djeco, das macht die ganze Sache nochmal eindrücklicher ohne Sie zu persönlich zu machen. Super Idee.

    antworten
  30. Biggi 4. April 2016 at 13:41

    Auch ich stimme dir in allem zu…aber auch ich kann nur bestätigen das es so leicht ist in der Theorie…Was macht man wenn sich der 4jährige morgens nicht anziehen oder angezogen werden möchte….welche Konsequenz kann daraus folgen wenn der Kleine in den Kindergarten und Mami arbeiten muss? Wir können ja nicht zu Hause bleiben, ich kann ihn nicht allein zu Hause lassen. Welche logische Konsequenz kann eintreten wenn er sich nicht die Zähne putzen möchte…sollte er ohne Zähne putzen ins Bett gebracht werden? Wenn er dann anfängt zu brüllen und um sich zu treten weil man aus dem Zimmer raus geht…Ich versuche immer wieder ruhig zu bleiben, nicht zu drohen, natürliche Konsequenzen zu finden…leider musste ich schon oft feststellen das manche Dinge nur wieder „in die Bahn geraten“, wenn ich ein Verbot ausspreche. Grenzen müssen ja nun mal gesetzt und auch durchgesetzt werden ohne das es darüber Diskussionen gibt. Aber gerade diese Grenzen werden von den Kleinen auch boykottiert… So gerne würde ich ohne Verbote oder Strafen wie Fernsehverbot auskommen, aber leider finde ich manchmal keinen anderen Ausweg, ich finde keine natürliche Konsequenz die ich nutzen kann…

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 16:16

      Hallo Biggi, es ist wahr in manchen Punkten gibt es keine Verhandlung wie Zähne putzen und es sind dann die Grenzen, die wir ihnen setzen. Ich habe neulich einen tollen Vortrag gesehen, der genau das schilderte – Kinder berühren die Grenzen immer und immer wieder. Es ist dann dieser Boykott der schnell zum Machtspiel werden kann. Ich habe mit dem Zähne putzen keine Probleme mehr, seitdem ich sie vor die Wahl stelle, dass sie selber putzen oder ich es übernehme. Sie wissen auch, dass wir solange im Bad sitzen bleiben, bis geputzt wird. wenn ich eines gelernt habe, dann ist es vor allem der Faktor Zeit, der uns dann in der Praxis das Leben schwer macht, man bräuchte einfach viel mehr Zeit….

  31. Kathleen 4. April 2016 at 13:25

    Ein guter Artikel der zum Nachdenken anregt. Ich habe bereits vor einiger Zeit bewusst versucht ein wenig Wind, Stress, Ärger etc. aus Gesprächen und Zeit mit dem Kind (nun Kindern) raus zu nehmen, aber das gelingt leider nicht immer. Wichtig ist (und das war wohl auch das Ziel), dass man sich die Problematik bewusst macht und gegebenenfalls das eigene Verhalten überdenkt oder hinterfragt. Der Artikel gibt einige Denkanstöße und auch ich werde im Alltag einige Dinge erneut überdenken. Fazit: Danke für die Zeilen!

    antworten
  32. Kathrin 4. April 2016 at 13:18

    für mich völlig verschwendete Zeit, das zu lesen. Auch wenn du im grunde recht hast (liebevolle Erziehung sollte eigentlich selbstverständlich sein) schließt die LIebe für mich nicht auch Konsequenzen und auch mal „Strafen“ aus. Denn spätestens im Erwachsenenleben (meist aber schon vorher)treffen unsere Kinder nicht nur mit Konsequenzen sondern auch mit Strafen zusammen Und Strafen sind nicht gleich negativ. Klar … man kann dieses Wort auch absolut negativ auslegen (ich spreche hier aber nicht von willkürlicher Bestrafung), das muss es aber nicht sein, wenn sie liebevoll und gut überlegt getroffen werden. Strafen können auch „schützen“. Geben auch gefühlsmäßig Sicherheit. Wenn ich weiß, welche „Strafe“ etwas zur Folge hat, fang ich evtl an, über den Sinn einer Sache vorher nachzudenken. oder spätestens, wenn mich die Strafe trifft. Und das würd ich auch Jugendlichen und Kindern nicht absprechen.

    Fahr ich bei Rot über die Ampel wäre die Konsequenz evtl dass es einen Unfall gibt. Werd ich von der Polizei erwischt, gibts ne Geldstrafe.
    Benehme ich mich auf Arbeit absolut daneben ist die Konsequenz und auch „Strafe“ eine Abmahnung oder gar Kündigung.

    Ich finde Kinder müssen lernen, auch mit „schmerzlichen“ Erfahrungen umzugehen . Sonst wachen sie irgendwann geschockt in der bösen Welt auf!
    und ja ich glaube schon, dass trotzdem Lerneffekt und nicht ANGST da ist, solange die Eltern dabei nicht übertreiben. Denn die Einsicht, dass man sich das selber eingebrockt hat, ist auch bei „Strafen“ wie Handyverbot, Taschengeldentzug und ähnlichem vorhanden. Keiner hat gesagt, dass das Spaß machen soll. Dabei darf man sich auch mal mies fühlen. Nicht alles ist toll im Leben… aber Angst hat mit Strafe nicht unbedingt was zu tun (außer die Angst, gleich einen Klaps zu bekommen… das ist wirklich ANGST. alles andere – je nachdem wie die Eltern es handhaben).

    ich versuche in meiner Erziehung beides unter einen Hut zu bringen. Ich hab mein Kind auch schon leider manches mal angeschrien. Nicht toll, aber passiert. Es gehen einem mal die Nerven durch. Man hat auch mal schlechte Tage, und darf das als Mama auch ruhig mal zeigen. Auch dem Kind gestehe ich zu, mal wütend zu sein. das mal raus zu brüllen. Oft liegen wir uns danach dann im Arm, kuscheln, besprechen das Ganze nochmal. Angst? nein! Vertrauen! erleben, dass der andere Gefühle und Grenzen hat. so fühlt sich keiner dauerhaft schlecht 🙂 auch Mamas haben Grenzen und das kapieren Kinder recht schnell und gut. Nur müssen Kinder diese Grenzen deutlicher vor Augen geführt bekommen. sie haben nicht von Natur aus das Empfinden, wann ihr Verhalten „zuviel“ war.
    Gleichberechtigte Erziehung – für mich ein Nein. Ist einfach nicht möglich, weil Kind und Eltern lange Jahre meiner Ansicht nach nicht auf Augenhöhe SIND. Kinder sind lernende, ja. Wir helfen beim lernen, wir zeigen Grenzen auf und wir dürfen aber trotzdem nicht außer Acht lassen, dass wir eine naturgegebene Autorität haben. der einzige Fehler hierin ist, diese zu missbrauchen – entweder zu übertreiben oder sie gar nicht wahrzunehmen. beide Extreme sind für mich schlecht.

    Kinder testen Grenzen aus. das ist gut so. aber wir müssen sie ihnen aufzeigen. Und das klappt nicht immer, ohne mal auf was heißgeliebtes zu verzichten (bleiben wir mal beim TV Verbot)… denn auch das heißgeliebte muss man sich als Kind irgendwo ein bisschen verdienen … und das kann man ! ich würd nicht behaupten, dass da der Lerneffekt fehlt! Und da Kinder ja unterschiedlich sind, merkt man als Eltern ganz gut, was besser hilft, was nicht.

    Ist bestimmt schwer diese Balance zu finden, und auch ich suche sie täglich neu. Der Erfolg gibt mir aber auf Dauer recht. Weil mein Kind bereit ist, sich auch mal unterzuordnen. Autoritäten sofort als solche zu akzeptieren. Dinge hinterfragen, aber auch akzeptieren, dass es nicht über alles und jedes Ding Diskussionen gibt. Sondern je nach Alter die Eltern oder andere eben bestimmen, wie weit es gehen darf.
    Und dass sich diese Grenzen durch gutes Verhalten auch erweitern. Auch diesen Erfolg kann mein Kind verbuchen.
    Denn das ist für mich das zweite Ziel dabei. Das positive Verhalten auch positiv zu bestärken. Das sind die Erfolgserlebnisse, die am Ende auch zum Lerneffekt führen!

    In diesem Sinn! findet alle euren eigenen Weg! mit Liebe. Mit Konsequenz. Mit Grenzen. Und auch mal mit Konsequenzen / Strafen. Kinder sind robuster als man denkt und können dadurch viel wertvolles fürs Leben erfahren ! Es kommt nur drauf an, wie wir Eltern das gestalten!

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 16:22

      Heißt das im Umkerschluss dass Kinder, die nicht bestraft werden keine Erfolge haben? Wo steht, dass ein Kind TV Verbot braucht um es schätzen zu lernen? Der TV spielt hier keine Rolle, weil er nicht zum Objekt der Begierde gemacht wird. Ich denke wir haben da verdammt unterschiedliche Ansichten – ich sehe mich auch nicht als gottgegebene Autorität in mutterhafter Form deren Pflicht es ist das Kind mit Verboten auf den rechten Weg zu geben.

      Eine rote Ampel zu überfahren sollte nichts damit zu tun haben, dass dann eine Strafe fällig wird – man sollte erst gar nicht drüber fahren, weil man weiß, was passieren kann. Nicht das rot ist schlimm, sondern dass dabei Menschen zu schaden kommen können – DAS sollte man den Kindern doch eigentlich vermitteln. Wenn alle Menschen verantwortlich mit sich und ihrer „Macht“ umgehen würden, bräuchte es gar keine staatlichen Verbote für Erwachsene.. Man kann das alles von unterschiedlichen Seiten beleuchten.7

      Wenn ich aber eines weiß, dass kein gelesener Text von mir jemals verschwendete Zeit genannt wird 😉

  33. Starky 4. April 2016 at 13:06

    Mein Problem immer: Wo hört das Aufzeigen der Konsequenz auf und fängt die Erpressung an. Wenn ich meinem Sohn (8) sage, wenn er weiter trödelt muss er in die Schule laufen, weil der Bus weg ist, zeig ich ihm die Konsequenz, aber ich will ja auch, dass er sich beeilt…
    Und wenn ich 3 mal gesagt habe, dass wir gehen wollen, darf ich dann anfangen zu schimpfen, wenn er sich immer noch nicht losreißen kann? Wir aber schon vor 10 Minuten die Schwester holen sollten?
    Und wenn ich gesagt habe, er soll zum toben draussen die alten Klamotten anziehen, und nicht die ganz neue Hose, und er kommt mit nem Loch/ Harzflecken oder ähnlichem nach Hause, weil er eben doch zu faul war sich umzuziehen, darf ich dann nicht schimpfen und drohen, dass er die nächste Hose von seinem Taschengeld bezahlen muss?
    Ich glaube Kinder müssen auch wissen (ab einem gewissen Alter), dass man in einer Gemeinschaft lebt und manchmal jemand schlechte Laune hat, und die Taten anderer einen zur Weißglut treiben können..

    ich explodiere öfter mal, werde auch schnell laut. Allerdings bin ich a) auch nicht nachtragend und wenn ich b) überreagiert habe entschuldige ich mich bei meinen Kindern.
    Liebesentzug ist bei mir ein absoluter nogo. Und wenn er nach dem Loch in der Hose kommt, mich in Arm nimmt und sich entschuldigt ist alles wieder gut. Denn ich finde auch das müssen sie lernen: Dafür einstehen, wenn sie Mist gemacht haben, und sie wissen und wenn sie sich woanders entschuligen müssen stehe ich ihnen bei. Sogar die Tochter meiner Cousine, die sehr ruhig ist, und der unser gepolter oft viel zu laut ist, weiß, dass sie bei allem Mist zu mir kommen kann, ich vielleicht schimpfe, aber ihr (zb gegenüber ihrer Mutter) den Rücken stärke, wenn es nötig ist.

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 16:25

      Hallo, natürlich soll man seinen Unmut zeigen – wir sind ja nicht aus Plaste. Ich zeige weiterhin, wenn ich traurig bin oder sauer, aber ich hämmere nicht auf das Kind ein. Ein sinnloses Verbot wäre zb wenn du dem Sohn jetzt TV Verbot für eine kaputte Hose gibst. Wenn er aber lernt, dass er entweder kaputte Sachen trägt oder sich die neue Hose selbst kaufen muss, ist das doch vollkommen okay. Mit dem bummeln – das war früher großes Problem hier. Ehrlich gesagt habe ich den Fehler bei mir gefunden, wir stehen einfach früher auf, fangen früher an uns fertig zu machen und sind seitdem wesentlich entspannter…

  34. Biene 4. April 2016 at 13:05

    Ein schöner Artikel. Auch ich möchte eigentlich ungerne mit meiner Maus (3 J.) streiten, aber wir haben momentan eine Zeit (hoffentlich gehabt), dass wir uns nur angeschrien haben, aber alle beide. Ich habe mir jetzt überlegt, dass sie da wie ein kleines Rumpelstielzchen ist. Bestrafungen von wegen, wenn du dich nicht anziehst, dann… haben sie überhaupt nicht interessiert. „Na und dann gibt es halt kein Eis (o.ä.)“.
    Ich muss aber dazu sagen, dass wir in der Zeit zuhause waren, weil sie krank war.
    Wahrscheinlich war sie einfach mit der Grundsituation unzufrieden (darf nicht mit Kindern spielen, etc.). Aber sie hat sich so reingesteigert. Oftmals habe ich auch versucht ihr ruhig entgegen zu treten, aber teilweise hat es nichts genützt, weil sie von jetzt auf gleich eine kleine Furie war.
    Teilweise habe ich sie dann für kurze Momente alleine gelassen, damit sie wieder etwas runter fährt oder habe sie gefragt, was los ist.. aber sie meinte dann immer „Mama, ich kann nicht reden!“ hmm…
    – Ich dir dann aber auch nicht helfen.
    Habe mir sogar an manchen Tagen vorgenommen – heute wirst du nicht laut. Hat sogar funktioniert, aber leider dann meist nur den einen Tag.

    Habe ihr dann nach der ganzen Zeit, als wir alleine im Auto waren, erklärt, dass ich ihr Verhalten nicht in Ordnung finde, mich das traurig macht und ich nicht weiß, wie ich ihr dann da helfen kann. Bin fast in Tränen ausgebrochen und hab ihr scheinbar damit bewiesen, dass es mir ernst ist – daraufhin hat sie sich von selbst entschuldigt und seitdem ist Ruhe! Ja sie bockt immernoch, aber solche Wutausbrüche gab es seitdem nicht mehr. Hoffentlich bleibt das erstmal so.

    Ich glaube, dass sie momentan auch in der Phase ist Grenzen zu testen. Und es heißt ständig „Mama du musst dies und jenes“ und wenn ich nicht will dann „Papa du musst jetzt….“. Außerdem versucht sie uns gerne hin und her zu schicken. Von wegen „nein der Papa muss mir heute die Jacke ausziehen“ – obwohl der gerade an einer ganz anderen Stelle ist und ich neben der Maus stehe….
    Aber so sind sie wohl….

    antworten
  35. Kathleen Fiebiger 4. April 2016 at 12:26

    Hallo Sabrina,

    Danke für diesen Artikel, hätte an manchen Stellen echt von mir sein können und ich dachte beim lesen oft , ich schaue in einen Spiegel ?☺️
    Du hast mit Worten eigentlich das gesagt, was mit 1000% -ger Sicherheit ganz viele Eltern denken, auch ich bin noch am „sacken und wirken lassen“ ??
    Ich nehme Seher sehr viel aus deinem Brief mit und hoffe , du hast nichts dagegen, dass ich ihn auf meinem FB Profil verlinke. ?

    Liebe Grüße
    Kathleen

    antworten
  36. Birgis-Nathalie Radunzel-Roca 4. April 2016 at 11:09

    Hallo Sabrina,
    Auch ich möchte Dir für diesen Artikel danken. Du sprichst da vielen aus der Seele. Ich habe 3 Töchter (13 Jahre, 4 Jahre, 1 Jahr). Und eigentlich betrifft das Thema jedes Alter. Ich selbst habe mich schon immer bemüht, meine Kinder zu selbstständigen, selbstbewussten und starken Menschen zu erziehen. Und sie als eigenständige Persönlichkeiten zu sehen, die genauso behandelt werden möchten, wie ich das eben auch möchte. Trotzdem rutscht man im Alltag oft in genau dieses Bestrafen, Drohen und Erpressen. Ich glaube das liegt zum einen, wie Du schon beschrieben hast daran, dass wir es einfach so vorgelebt bekommen haben als Kind und zum anderen, weil es eben in der Gesellschaft auch noch ganz stark so verbreitet ist. Man wird doch sofort schief angeschaut, wenn man das Kind nicht „unter Kontrolle“ hat. Und zum anderen, weil wir uns selbst einfach oft scheuen, der Situation ins Auge zu blicken und uns unseren eigenen Gefühlen zu stellen.
    Die Gesellschaft meckert über den enormen Leistungsdruck, der auf die Kinder in der Schule ausgeübt wird. Aber so viele verschließen die Augen davor, dass wir von den Kindern irgendwie ständig erwarten, dass sie „funktionieren“.
    Es sind eben alles Individuen und sie sind auf uns und dass wir Ihnen vorleben, wie respektvolles Miteinander geht, angewiesen. Und da gehört natürlich der Umgang mit den Kindern auch dazu.
    Wenn ich z.B. den Satz höre: Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause.
    Da könnte ich in die Luft gehen. Warum sollen denn die Gedanken, Ideen und Wünsche der Kinder weniger hörenswert oder weniger Wert als die Worte der Erwachsenen sein? Da treten wir die kleinen Seelen doch mit Füßen.
    Ich bin definitiv für eine „Gleichberechtigung“ der Kinder. Es ist an uns Ihnen zu zeigen wo Gefahren lauern, wie sie es schaffen, in der Gesellschaft und der Welt zurecht zu kommen und sich selbst dabei immer treu zu bleiben und Spaß am Leben zu haben. Das geht nur durch entsprechendes Vorleben mit Erwachsenen und Kindern gleichermaßen.
    Wir können Respekt von den Kindern nicht einfach so erwarten, weil wir Erwachsene bzw. die Eltern sind, wir müssen ihn uns vedienen!
    Ich danke Dir für die kleinen Tipps zur Umsetzung. Die werde ich mir zu Heeten nehmen. So klappt es dann bestimmt auch bei uns wieder etwas besser.
    LG Birgis-Nathalie

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 11:52

      Huhu, das hast du so wunderbar geschrieben <3 vlt. hättest du meinen Beitrag schreiben sollen und es hätte weniger Kritik gehakelt 😀 Genau das wollte ich damit ausdrücken. DANKE

  37. Birga 4. April 2016 at 10:53

    Hallo,
    Ich melde mich eigentlich bei Kommentaren eher selten zu Wort, aber diesmal wollte ich meine uneingeschränkte Zustimmung loswerden! Vielen Dank für diesen Artikel. Mein Kleiner kommt jetzt in das Alter, in dem Grenzen gesteckt werden müssen, und dein Artikel hat mir sehr geholfen! Sicher wird man nicht immer alles richtig machen, und darum geht es auch gar nicht, aber einen eigenständig denkenden Minimenschen heranzuziehen, der später möglichst wenig „Altlasten“ aus der Kindheit mitbringt ist eine schöne Aufgabe!

    antworten
  38. Olivia 4. April 2016 at 10:37

    Toll, danke für den Artikel.
    Meiner ist noch nicht soweit, daß er „Fehlverhalten“ an den Tag legen kann, aber es ist gut, dieses schonmal im Hinterkopf zu haben, damit man von Anfang an etwas besser machen kann.
    Gestraft wurde ich als Kind auch, mit Hausarest und Strafpredigten, bei letzterem hätte ich mit so manches mal nen „Arsch voll“ gewünscht. Wieviel wertvolle Spielzeit dabei drauf ging… 😉

    antworten
  39. Jessy 4. April 2016 at 10:12

    Hallo Sabrina,

    ich kann deine Worte nur bekräftigen. Bei unserer Tochter hatten wir auch solche kleinen Probleme. Seit wir auch so handeln wie du „danke Jesper Juul fürs Augen öffnen“ ist es bei uns bedeutend besser. Das ganze Familienleben ist entspannter geworden. Und ich habe für mich gelernt das ich meine Wünsche und Gedanken auch offen sagen darf. Das hat auch unsere Partnerschaft deutlich zu spüren bekommen. Mein Mann findet es klasse das ich endlich offen sage was ich brauche und so händeln wir das jetzt auch mit unserer Motte 🙂

    antworten
  40. Irmsch 4. April 2016 at 10:03

    Hey, das ist unglaublich, wie dieser Beitrag in meine aktuelle Situation passt. Mein Großer ist nun vier und ich habe zurzeit ein sehr unsicheres Gefühl, was die Erziehung angeht… gerade das Thema mit den Drohungen und Bestrafungen…man gerät so schnell in einen blöden Teufelskreislauf und weiß plötzlich nicht mehr wo oben und unten ist…
    Danke für diesen Beitrag, damit habe ich wieder einen wichtigen Anhaltspunkt, eine Basis… auf der ich aufbauen kann…
    Der Alltag kann einem ganz schön den Kopf verdrehen…

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 10:13

      vielleicht ist es wirklich das Alter – mich hat das so sehr beschäftigt, ich wollte einfach darüber schreiben…

  41. Stella 4. April 2016 at 9:25

    Alles was geschrieben ist kann man voll unterstreichen. Aber ich möchte dazu sagen, macht euch trotzdem nicht zu viele Sorgen, im Rückblick werden die Kinder euch auch falsche Strafen und Reaktionen (menschliche Fehler) verzeihen. Oder sie werden nicht einmal mehr daran denken weil sie sich trotz allem geliebt fühlten das ist letztlich das Wichtigste. Auch Eltern dürfen Nerven zeigen und Fehler machen, nur sollten sie es auch zugeben können und dann auch mal eine Entschuldigung anbringen wenns nötig ist.

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 9:36

      das stimmt – ein perfekt wird nie möglich sein, aber dennoch sollte versuchen bewusster damit zu leben, wie man den Kindern gegenüber tritt…

  42. Sabrina 4. April 2016 at 9:15

    Ich bin voll und ganz deiner Meinung und finde rumschreien, überzogene Strafen und körperliche Gewalt absolut keine Lösung, muss jedoch sagen, dass ich „Erpressung“ nicht ganz so schlimm finde… Mein Sohn ist jetzt 19 Monate und hasst es momentan, wenn ich ihn anziehe. Sich selbst anziehen klappt noch nicht so ganz und ich sage dann auch, wenn er anfängt wutentbrannt sich selbst zu hauen oder zu beißen wenn ich ihn gegen seinen Willen anziehen will „Spatz wir müssen uns jetzt anziehen, wenn wir ein Eis essen gehen wollen. Bitte lass mich dich jetzt anziehen!“ Und wenn er dann immernoch nicht aufhört mit dem Alarm, dann sage ich „ich möchte dich jetzt anziehen, sonst gibt es kein Eis, dann bleiben wir hier!“…Sicher ist das auch Erpressung, aber ich wüsste keine andere Möglichkeit ihm zu erklären, dass die Konsequenz aus sich nicht anziehen bzw. anziehen lassen heißt, dass wir dann nicht zum z. B. Eis essen können…Und besser als ihn anzuschreien oder ihn wohlmöglich zu hauen oder zu sagen „Dann geh halt nackig raus“ ist es denke ich auch!
    LG Sabrina

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 9:17

      Hallo Sabrina, in dem Moment erpresst du dein Kind ja nicht, sondern zeigst die natürliche Konsequenz auf – er zieht sich nicht an, also geht es nicht raus. Du müsstest im Prinzip nicht einmal was sagen, sondern bleibst dann einfach zu Hause und doch ist es wichtig, dass unser Leben dann nicht nur aus „wenn, dann sonst“ besteht.

    2. Sabrina 4. April 2016 at 9:21

      Das stimmt, schwer ist es dann bloß für uns auch diese Konsequenz des zu Hause bleibens durch zu ziehen, denn wir kriegen dann ja auch kein Eis etc. und bestrafen uns dann selbst!:-D Bisher hat es Gott sei Dank immer geklappt mit „Sonst können wir nicht zu Omi und Opi/ zum Eisessen/ etc.“

    3. Sabrina 4. April 2016 at 9:35

      Ja, das ist der Knackpunkt – man bestraft sich selbst mit und dann will man plötzlich diese Konsequenz gar nicht so sehr 😉 Und schon haben wir ein gutes Beispiel: du willst dir das Eis dann auch nicht entgehen lassen 😉

  43. Claudi 4. April 2016 at 9:06

    Ich stimme dem Alles zu…aber es ist so einfach das zu lesen aber so schwer genau in der Situation dann eben das zu machen…
    Mein Sohn (1,5) hat vorm einschlafen oft die Angewohnheit zu hauen und zu zwicken und lacht dabei…er weiß das er das ni machen soll aber genau deswegen macht er es (ja ih weiß, um mir zu zeigen das er jetzt ni schlafen will) nur wie verhalte ich mich dann nach einem langen anstrengenden Tag? Wie erkläre ich ihm das es mir weh tut und ich das nicht möchte? Wie kann ich ruhig bleiben? Es endet meist damit das ich kurz schimpfe und raus gehe um mich (!) zu beruhigen, aber ich weiß auch das er dann denkt ich gehe (was ich ihm aber in dem Moment nicht vermitteln will! Aber leider dadurch so rüber kommt) würde ich drin bleiben würde er immer weiter aufdrehen (hab ich nämlich auch schon versucht)
    Also liebe Mamas habt ihr einen Tipp? Denn ich finde meine Variante furchtbar aber ich kann meinen Sohn ja schlecht bis sonstewann wach lassen!
    Dankeschön

    antworten
    1. Sabrina 4. April 2016 at 9:22

      Claudi, ich bin natürlich kein Fachexperte, aber will er vlt. damit auch einfach deine Aufmerksamkeit im Sinne von „Ich will deine nähe“. Hast du mal versucht ein Buch mit ihm noch anzusehen oder dich gar im dunkeln zu ihn zu legen und leise Lieder zu hören und ihn zu streicheln? Ich hab das gleiche gerade bei Theo (er hat zwar nicht) aber er schreit abends, wenn er in sein Bett soll. Ich nehme ihn nun oft mit zu mir ins Bett und wir hören leise ein Hörspiel er will dann immer, dass er mit dem Rücken an meinem Bauch liegen darf und ich ihn umarme bis er einschläft. Das rauszufinden, hat mehrere Wochen gedauert 😀 Gerade bei den Kleinen ist es schwer zu erkennen, warum sie so handeln. Ich finde, du machst schon vieles richtig, weil du nicht mit der Masche herangehst „Mein Kind will mich ärgern.“ Ganz im Gegenteil er versucht ja damit zu zeigen, dass er dich braucht – wenn auch durch eine doofe Art und Weise. Das mit dem Hauen würde ich übrigens auch nicht dulden und klar sagen „Das tut mir weh, hör damit auf.“ Ich bin mir ganz sicher, dass du eine Lösung finden wirst!

    2. Claudi 4. April 2016 at 9:32

      Hi,

      all das machen wir schon.
      Er dreht abends wie gesagt immer auf und deswegen setzen wir uns immer auf den Schwingsessel (vor seinem Bett) schauen ein Buch an und dann (an guten Tagen) kuschelt er sich dann an mich ran und übers singen schläft er dann ein. Aber meistens fängt er dabei dann an zu zwicken und zu hauen, dann setze ich ihn erst runter, sag ihm das ich das nicht möchte weil es mir weh tut (noch in normaler Lautstärke) usw und dann fängt er an weiter aufzudrehen und klettert ständig am Bett rum. Dann nehme ich ihn wieder hoch und sage, wenn er nicht im Bettchen einschlafen will dann „muss“ er eben aufn Arm aber da geht dann wieder das Spiel mit dem zwicken los…
      Ich habe kein Problem damit, das er übers kuscheln hinweg einschläft aber es dauert oft sehr lange und ist oft sehr anstrengend bis er sich Abends beruhigt 🙁
      Ich weiß nicht ob es noch am Alter liegt, das er mit seinen 19 Monaten einfach noch nicht alles versteht, aber das es mir weh tut müsste er eigtl verstehen.

    3. Franzi 28. April 2016 at 10:46

      Hallo!

      Wie lange schläft Dein Sohn denn tagsüber? Vielleicht müsst Ihr da einen anderen Rythmus einführen, dass er dann abends auch müde ist. Bei meiner Tochter war es so, obwohl sie keinen Mittagsschlaf mehr brauchte, hat sie unter der Woche in der Krippe geschlafen und ich saß dann abends bis 21:30, bis sie endlich eingeschlafen ist.
      Ein Abend/Schlafritual schein Ihr ja schon zu machen…
      Wenn man die Schlafzeiten umstellen will, dauert es bis zu zwei Wochen, bis sich das Kind angepasst hat.

      Liebe Grüße und durchhalten!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.