5 montessori-inspirierte Ideen, wie wir zu Hause erste Buchstaben lernen (Vorschule)

Schwupp und es ist soweit: Der Große fängt sich an für Buchstaben zu interessieren, plötzlich, von alleine – ohne unser Zutun. Das passt perfekt zu unserer Lebensphilosophie und der Einstellung dazu, dass wir gerne die kindlichen Interessen nutzen möchten und diese dann fördern. In diesem Beitrag geht es also nicht darum dem Kind erste Wörter auf Teufel komm raus einzutrichtern, sondern vielmehr darum, wie wir uns das gegebene Interesse unserer Kinder zu Nutze machen und sie dabei unterstützen SELBST Buchstaben zu lernen. Wie so oft, kommen grundlegende Einflüsse der Montessoripädagogik dazu: „Hilf mir, es selbst zu tun!“

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Im Beitrag möchte ich euch zeigen, welche Materialien ich ihm zur Verfügung gestellt habe, als ich merkte, dass er sich aktiv für das „Buchstaben lernen“ interessiert. Ich übernehme immer den passiven Part, d. h. ich stelle mich nicht hin und erkläre ihm, was welcher Buchstabe ist und wie er ausgesprochen wird, sondern beantworte seine Nachfragen und soviel sei versprochen – die kommen von ganz alleine: „Mama, wie heißt der Buchstabe dort? Was ist das für ein Wort? Kannst du mir sagen, wie man das Zeichen nennt?“

Auf viele der gezeigten Spielideen hat mich der Sohn übrigens gebracht und ganz nebenbei hätten wir damit mal wieder ein schönes Thema für eine Themenwoche im Kinderzimmer, denn zu Buchstaben lassen sich wirklich viele Fächer mit „Aufgaben“ füllen.

Buchstaben lernen #1 und #2: Stempeln von Buchstaben und Verbinden von Linien

Die erste Idee, die ich hatte, war es ihm ganz einfach und spielerisch Buchstaben zu zeigen. Er bekommt dazu ein Körbchen. In diesem befinden sich Materialien rund um den Buchstaben. In meinem Beispiel also das „F“. Man findet hier Feder, Fisch, Feuerwehrmann, Farben und zusätzlich einen Stift, einen Stempel, Stempelkissen, Papier und einen F-Buchstabenstempel…

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P.S. Indem du mit dem Mauszeiger über die Punkte auf den Bildern fährst, kannst du herausfinden, welche Materialien ich benutzt habe und kannst sie bei Amazon.de direkt nachshoppen (Trackinglink) 

Eine direkte Aufgabenstellung habe ich ihm dazu nicht gegeben. Er hat selbst angefangen mein gestempeltes „F“ nachzustempeln und indem er die Worte bennent, merkt er, dass überall ein „f“ zu finden ist. Hier hätten wir also schon 2 Ideen in einem Aufwasch…

Buchstaben lernen #3: Wörter nachlegen

Das ist derzeit sein Liebling. Er beschäftigt sich wirklich Stunden damit. Das „Spiel“ geht wie folgt. Er sagt mir 10 Wörter (oder mehr oder weniger), die ich ihm auf ein Blatt schreiben soll. Ich benutze dafür Großbuchstaben und Druckschrift. Anschließend legt er mithilfe der Holzbuchstaben (eigentlich sind diese zum Basteln gedacht 😉 ) die Wörter nach.

Ich beobachte ihn oft dabei und ich glaube es fühlt sich für ihn an wie puzzeln. Er fragt mich dann immer, wenn er ein Wort fertig hat: „Ist das richtig?“ und „was heißt das Wort nochmal?“. Ich bin überzeugt davon, dass das nicht viel mit Lesen lernen zu tun hat, aber doch prägen sich die Buchstaben im Kopf ein und gerade bei manchen weiß er schon zielsicher, was er im Kasten sucht: „Mama, ich brauch ein „p“ und finde keines! Kannst du mal schauen?“

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Buchstaben lernen #4: Selbstlaute und Mitlaute

Dass nicht alle Buchstaben so gesprochen werden wie sie heißen, hat er auch schon gemerkt. Rein spielerisch haben wir deshalb angefangen die Selbstlaute und Mitlaute in den montessoritypischen Farben zu kennzeichnen (Selbstlaute a,e,i,o,u blau und der Rest rot, ä,ü,ö lassen wir erst einmal weg) . Hierfür nimmt er ein von mir vorgezeichnetes Blatt zur Hilfe.

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Auch hier hat das ganze Spiel weniger mit hartem Lernen zu tun, vielmehr mit suchen, finden und anmalen. Ganz nebenbei ergibt sich natürlich der schöne Effekt: „Wie heißt der Buchstabe?“ „G, gesprochen geh, aber gelesen g“ „Ach also muss der rot“…

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Zudem ordnet er natürlich auch hier wieder zu, seine Buchstaben und meine Buchstaben auf dem Blatt…

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Buchstaben lernen #5: Zeitung anschauen und Worte nachpuzzeln

Dieses Spiel hat er ganz ohne mich „erfunden“ und führt er gerne selbständig durch. Er holt sich eine Zeitung und legt mit seinen Holzbuchstaben Wörter nach. Meine Aufgabe ist es dann, ihm sein gelegtes Wort vorzulesen. Er freut sich dann riesig, dass er ein lesbares Wort gelegt hat.

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Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass es nicht mein Ziel ist dem Schulstoff vorzugreifen, sondern einfach seine Interessen zu unterstützen, ohne Druck, ohne Leistungsansprüche und ohne belehrende Wirkung. Das wirkliche Lesen und Schreiben wird er gewiss erst in der Schule lernen 😉

Interessieren sich eure Vorschulkids auch bereits für Buchstaben? Habt ihr auch solche Spiele? 

Es grüßt euch Sabrina

Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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8 Kommentare

  1. Hallo Sabrina eiben tollen Beitrag hast du geschrieben.ich bin auch ein Montessori Fan.
    Lg Missionmom

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  2. Liebe Sabrina,
    Danke für die Anregung 🙂
    Die Holz Buchstaben und Holzzahlen habe ich soeben bestellt 🙂
    Lg Edith

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  3. Als Grundschullehrerin finde ich es schön, wenn Eltern das Interrsse an Buchstaben aufgreifen und der spielerische Umgang macht bestimmt Spaß (spielerisch mache ich das dann übrigens mit meinen Erstklässlern auch ;0) und ermöglicht ein „positive Beziehung“ zu Buchstaben, Lesen, Schreiben…
    Ich habe nur immer das Problem, dass die Kinder daheim buchstabieren und nicht lautieren – also lernen, das sei ein „Em“ statt ein „mmmmm“. Viele Kinder haben dann ein Problem beim Lesen und der Graphem-Phonem-Verbindung bzw der Synthese zu Wörtern. Dann wird „Mama“ als „Emaema“ erlesen. In der Schule lernen wir deshalb das „b“ und nicht das „be“ und ich bitte die Eltern immer, daheim auch zu lautieren.
    Viel Spaß weiterhin in der Welt der Buchstaben ;0)
    Liebe Grüße vom Bodensee

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    • Huhu Birthe, ja das stimmt – daher habe ich das mit den rot und blau angefangen und versuche damit ihn zu verdeutlichen, dass Buchstaben anders gelesen als geschrieben werden (zumindest die meisten)

  4. Es gibt für das Perlenstecken auch Buchstabenplatten, liebt mein kleines Vor-Vor-Schulkind und es hat für Sie fast Meditations-Charakter – sie ist total vertieft und ganz abgetaucht ?

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  5. Schön zu lesen, dass es auch noch andere Kinder gibt, die Interessen entwickeln. Ich mag manchmal nicht in meinem Umfeld darüber sprechen. Aber mitlesen das mach ich gerne. Danke für die tollen Ideen.

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  6. Ich bin gerade durch Zufall auf deinen wundervollen Artikel aufmerksam geworden und ich habe auch so einen Vorschulzwerg zu Hause der großes Interesse an Buchstaben hat. Die Holzbuchstaben werden auf alle Fälle angeschafft. Diese kann man ja so vielfältig einsetzen…
    Danke

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    • huhu Bianca, danke! Und das Beste ist doch: sie sind günstig und genial und man kann sie immer wieder nachkaufen 😉