Es ist noch gar nicht so lange her, da bemerkte ich bei mir selbst, wie oft ich den Kindern gegenüber laut wurde. Sie tobten durch die Wohnung und ich hatte das Gefühl, dass ich nur mit einem scharfen, lauten Ton mir ein Gehör verschaffen könne. Das ging eine ganze Weile so, bis ich ehrlich zugegeben von mir selbst angenervt war. Du wirst dir nun vielleicht denken: „Kann man von sich selbst genervt sein?“. Ja, das kann man und ich war anscheinend ein Talent darin mich selbst mit meinem Rumschreien zu nerven. Zudem laugt es irgendwie aus, wenn man ständig „Puls 180“ hat und sich wie eine Maschine benimmt. Also nahm ich mir fest vor mein Verhalten zu bessern und dem Genervtsein den Kampf anzusagen. Dabei entdeckte ich ein paar Schräubchen, die man drehen muss und schon flutscht die Sache mit der Erziehung besser…

meine 10 Schlüssel für eine entspannte Erziehung ohne schreien mamablog

#1 Die Kind-Genervtheit-Schrei-Formel

Glücklicherweise ist mir ein Licht aufgegangen: Schreie ich weniger, bin ich selbst entspannter. Bin ich selbst entspannter = Kinder entspannter. Ich möchte nun hier nicht erzählen, dass wir eine Friede-Freude-Eierkuchen-Familie sind, aber die negativ behafteten Momente haben doch stark abgenommen. Das Tolle dabei ist: Jeder kann das, man muss es nur wollen. Und das Zweittollste ist: Kinder ahmen nach und merken natürlich, dass es wesentlich leiser zu Hause zugeht. Die Frage ist nun, wie kommt man zum Punkt „entspannter werden“.

#2 Präventionsmaßnahmen

Früher habe ich aus meiner Sicht nicht genug deeskalierend gewirkt und gedacht. Ich wusste, dass die Kinder abends müde im Bad stehen und irgendwann an den Punkt kommen überdreht zu sein. Trotzdem haben wir lange keine Zeiten angepasst. Ich wusste auch, dass die Kids morgens einfach länger brauchen, bis sie wach sind und im Bad trödeln. Auch da dachten wir lange nicht daran einfach eher aufzustehen. Die Lösungen sind manchmal so einfach und doch erkennt man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es wurde das Essen nicht gegessen, weil Joghurt auf dem Tisch stand. Nun ist der Joghurt weg und wird nach der Mahlzeit „zugeteilt“. Der Mittlere stritt mit dem Großen um Fahrzeuge. Nun gibt es vorab Vereinbarungen wer wie lange und mit was spielen möchte. Schlussendlich kann man also sagen, dass etliche Knackpunkte schon vorher beseitigt werden können und gerade wir Eltern kennen die Gründe, warum es oft Ärger gibt bei den Kindern.

#3 selbst mal Kind sein

Leider vergesse ich viel zu oft, dass ich selbst einmal ein Kind war. Dabei hilft es mir extrem, wenn ich mich versuche in meine kleine Sabrina zu versetzen und zu überlegen, wie ich damals selbst war, wie ich reagiert hätte und was ich mir gewünscht habe. Oftmals ist es gar nicht so weit von dem Weg, wie sich nun meine Kids verhalten oder was sie sich wünschen. Erstaunlicherweise erkenne ich sogar ein paar „Macken“ 1zu1 in meinen Kindern wieder. Es ist eigentlich irrsinnig darauf (also um genau zu sein: auf sich selbst) sauer zu sein, oder? Wir sind es aber trotzdem oft genug.

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#4 Gleichgesinnte suchen

Es tut gut sich auszutauschen und mit anderen Müttern darüber zu sprechen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Wege sie gefunden haben. Ich rede mit Freundinnen ehrlich über Probleme mit den Kindern oder auch mit meiner eigenen Mutter und ich frage auch oft nach, wie ich selbst als Kind so gewesen bin. Zudem liegen hier ein paar Bücher rum, die mir zeigen, dass ich ganz normale Probleme einer Mutter habe.

Eines davon ist wirklich zum Schreien komisch. Dort beschreibt eine Mutter manchmal etwas überspitzt, wie sie es geschafft hat nicht mehr auszurasten und schildert Situationen, wie sie zum Beispiel in eine Kloschüssel hinein brüllt, nur um die Kinder nicht mehr anzuschreien. Das Buch gibt es bei Amazon unter: http://amzn.to/2sGlpo3*

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#5 Situationen besser beobachten

Auch hier habe ich dazu gelernt. Ich habe mich so oft dabei erwischt, dass ich gar nicht richtig „in der Situation war“ oder Dinge nur am Rande wahrgenommen habe, manchmal sogar überhört oder gar vom Telefon abgelenkt, sodass ich Situationen entweder fehl interpretiert habe oder gar nicht erst mitbekommen habe. Das Resultat daraus kann man sich vorstellen: Kind A streitet mit seinem Bruder wegen eines Spielzeuges. Es geht hin und her bis es eskaliert. Würde man beobachten, könnte man regulierend eingreifen oder zumindest einschätzen, warum es eskaliert ist und dementsprechend aufklären. So ist eine Beurteilung gar nicht möglich und eine Mutter, die dann wie angstochen rumschreit: „Seid doch endlich mal still!“, hilft weder dem Kind A noch dem Kind B, denn es löst den eigentlichen Konflikt ja gar nicht, macht aber oftmals die Situation umso schlimmer.

#6 sich aktiv Auszeiten gönnen

Früher habe ich viel zu wenig auf mich geachtet. Es drehte sich alles um die Kinder und ich hatte den Ansporn stets da zu sein und zu funktionieren. Heute ist das anders. Ich gönne mir Auszeiten! Ja, ich gönne mir einmal wöchentlich MEIN Vollbad und da möchte ich nicht, dass mir ein Plastikboot entgegen schwimmt oder mir bunte Badeperlen ins Wasser gekippt werden. Ja, ich bestehe am Wochenende darauf, dass ich mit meinem Mann nach dem Frühstück noch 30 Minuten sitzen bleiben kann, um auch mal mit ihm ein zweisames Gespräch zu führen. Das Alles tue ich für mich und zweitrangig dafür, dass es hier funktioniert und wenn es mir gut tut Freundinnen zu besuchen oder beim Frisör zu sitzen, dann ist das MEIN Empfinden und dann vertrete ich meine Ansicht und stehe dahinter. Mir wurde mal gesagt: Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann das auch mit anderen sein…irgendwie ist meiner Meinung nach da etwas dran. Zum rein sein, gehört für mich wiederum vor allem eines dazu: Zufriedenheit.

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#7 seinen Standpunkt vertreten

Genauso wichtig ist es für mich aber auch klare Absprachen einzuhalten. Wir haben vor einiger Zeit abends noch einen kurzen Film auf dem Tablet geschaut (wir haben keinen TV…) und stellten fest, dass das kurz vorm Bettgehen die Kids eher aufwühlt, als dass sie runterfahren können. Also wird nun abends nichts mehr geguckt und diese Filmzeit vor das Bettgehprogramm geschoben. Die Kids finden es blöd. Es ist ihnen egal, dass sie viellicht dafür schon 17 Uhr etwas schauen durften, aber wir bleiben bei unserem Standpunkt. Wir erklären ihnen auch logisch, warum wir das so beschlossen haben und ganz nebenbei stelle ich fest, dass es wirklich einfacher funktioniert, wenn die Kids wissen: „Okay, sie sagt das jetzt nicht nur für heute mal so, nein, sie bleibt dabei.“ Nach 3-4 Tagen wurde nicht mehr gefragt abends, auch wenn es sicher immer noch doof ist für die Kids, dass sie nun kein „TV im Bett“ mehr haben.

 

#8 ist-es-wirklich-wichtig-Überlegungen

Okay, ich gebe es zu: Ab und an (vielleicht früher sogar sehr häufig) habe ich manchmal aus Mücken Elefanten gemacht. Ich bin von Berufung „Dramaqueen“ und ich kann mich prima in Nichtigkeiten hineinsteigern oder denke bei Problemen über zwanzigtausend Lösungsansätze nach. Teilweise hat es bei mir gereicht, dass sich die Kinder nass gemacht haben, obwohl das Shirt keine 2 Minuten an war. Mich haben offen gelassene Klodeckel aufgeregt. Ich habe es gehasst, wenn die Türen nicht geschlossen wurden und mich hat es super aufgeregt, wenn das Kind sichtlich auf Toilette muss, aber einfach nicht geht. Ich hätte schreien können, wenn das Kind Freunde zu Besuch hat und das zuvor aufgeräumte Kinderzimmer einem Mienenfeld glich. Es gab für mich viele kleine Punkte, die aus heutiger Sicht total überflüssige Aufregung waren. Manche dieser kleinen Punkte erledigen sich sogar von selbst oder es folgt eine Konsequenz ohne mein Zutun. Geht das Kind nicht aufs Klo ist die Hose eben nass und es muss sich umziehen und waschen. Ist ein Shirt vollgematscht, dann ist das heute kein Grund mehr für Unmut. Ich erwarte dann einfach eigenständiges Umziehen (je nach Alter natürlich). Dass die Türen nicht geschlossen werden, nervt auch heute noch, aber mich nervt es viel mehr ständig daran zu erinnern. Ich schließe die Türen einfach selbst im Wohnbereich. Das Kinderzimmer? Tja, da verweise ich dann mal einfach an Punkt #3!

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#9 Kompromissbereitschaft

Ich bin keine Mama, die für eine laissez-faire Erziehung spricht (= neutral / passiv dem Kind gegenüber). Ich denke schon, dass es wichtig ist, dass meine Kinder ein Leitbild, Vorbild, einen Beschützer, Behüter, Vormacher oder wie auch immer brauchen. Ich bin aber auch keine autoritäre Persönlichkeit. An der autoritären Erziehung ( = das Meiste läuft hier über Fremdbestimmung der Eltern ) gefällt mir einfach nicht, dass meiner Meinung nach zu massiv in die Entscheidungsmöglichkeiten des Kindes eingegriffen wird.Ich lebe also ein Mittelding. Wenn ich im Netz nach Erziehungsstilen suche, finde ich mich wohl am meisten im Bereich: demokratischer Erziehungsstil wieder. Dabei spielt das Thema Kompromissbereitschaft eine große Rolle.

Ich habe früher oft als Erziehungsversagerin gefühlt, weil ich „kleinbei“ gegeben habe. Für mich fühlte sich nachgeben einfach falsch an und es schwebte mir immer ein „Na, wenn sie das später mal nicht ausnutzen werden mit.“ Irgendwann wurde mir aber bewusst, dass mein Nachgeben gar kein Nachgeben ist, sondern vielmehr ein „in der Mitte treffen“. Kompromissbereitschaft bedeutet für mich aber auch, dass ich eine Bereitschaft habe, aber eben keinen Kompromisszwang. Natürlich gibt es Dinge, die hier nicht diskutiert werden (Zähne putzen, waschen, in die Schule gehen…), aber es ist für mich nicht mehr verwerflich mit meinen Kindern „in Verhandlung zu gehen“. Voraussetzung ist dafür natürlich, dass beide Seiten ehrlich in die Verhandlung gehen und das Ausgehandelte dann auch verbindlich ist. So wurde hier z.B. verhandelt, dass an Tagen mit D der Spielplatz aufgesucht wird. Die Kinder möchten jeden Tag auf  den Spielplatz. Wir Erwachsenen möchten eigentlich gar nicht dahin 😀  So wurde ein Kompromiss beschlossen. Hinzu kommen viele Kleine Kompromisse im Alltag: Das Kind wünscht sich ein besonderes Essen. Dann beziehe ich es beim Kochen mit ein. Möchte es länger wach bleiben, dann wird eine Zeit vereinbart und ausgemacht, dass es sich trotzdem vorher bettgehfertig macht. Kompromisse zu finden ist nicht immer leicht, aber es trägt eindeutig zur Harmonie bei ,wenn alle Seiten ein bisschen „abgeben an die andere“.

10# Ersatzhandlung finden, wenn es mal richtig schlecht läuft…

Ich bin keine Supermom und ich bin auch nicht unendlich belastbar. Sind wir doch mal ehrlich: Es gibt Tage, da läuft es einfach nicht und da fühle ich mich mies und das darf ich dann auch. Wichtig ist für mich nur geworden diesen innerlichen Groll nicht an den Kindern auszulassen, zumindest nicht unverschuldet. Sollte mein Kind mal richtig (Verzeihung der Wortwahl) Scheiße bauen, dann kann ich das natürlich kundtun und ihm auch mit Nachdruck verklickern, dass das absolut neben der Spur ist, aber realistisch betrachtet sind die Momente, in denen anschnauzen, vollblöffen und und und gerechtfertigt wären wirklich verschwindend gering. Ja, mir ist wichtig meinem Kind zu sagen, was in meinen Augen gerade nicht passt, aber es anzuschnauzen bringt weder mir noch ihm etwas. Habe ich dann doch mal richtig kacke Momente, wo ich am liebsten total ausrasten würde (mit Türe schmeißen usw.) versuche ich einfach der Situation erstmal Raum zu verschaffen, indem ich das Zimmer verlasse. Es gibt Momente, da kann man auch beim besten Willen nicht direkt ruhig und sachlich antworten, aber emotional loszuschießen ist oft auch ein Schuss nach hinten. Ich gehe dann sehr oft in den Garten oder manchmal knalle ich mich ins Bett und verschnaufe. Auch habe ich mir angewöhnt mit offenen Karten zu spielen: „Ich bin heute leicht reizbar und schlecht drauf, weil …“ Gerne lese ich auch Bücher, die mich „erden“ oder Blogbeiträge, die mir zeigen, wie wertvoll Familie doch ist.

In solchen Momenten ist es aber auch ein Geschenk auf seinen Partner zählen zu können. Mein Mann erkennt diese Situation bei mir genauso gut, wie ich sie bei ihm und so ist es eine Art Teamplay geworden: Gegenseitig aus der Patsche ziehen. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns bestimmte Aufgaben zuteilen. Ich weiß, dass er ein Morgenmuffel ist, also bin ich seit ein paar Wochen für die Kinder morgens im Bad zuständig. Er übernimmt diese Aufgabe dafür abends, weil er weiß, dass ich mit müdem, weinenden Baby leichter die Nerven verliere, wenn beim Zähne putzen mal wieder geblödelt wird. Ich merke es allen von uns an, dass es entspannter zugeht und auch daran, wenn wir von anderen als locker beschrieben werden. Ja, dann nicke ich innerlich und denke mir: „Ja, das sind wir wirklich geworden…“

Mamahoch2 Nachmittag Alltag7

weiterer Buchtipp: Bevor ich nun endlich einen Punkt mache, möchte ich gerne noch ein Buch empfehlen. Ich weiß, dass manche Jesper Juul nicht mehr hören können, aber der Mann hat in meinen Augen in vielen Punkten einfach verdammt recht und tolle Ansätze: http://amzn.to/2ss34Jb*

Buch_leitwölfe sein

Wie siehst du das? Schreist du auch manchmal? Hast du Entspannungsmethoden entwickelt? Gerne kannst du einen Kommentar dazu hinterlassen.

meine 10 Schlüssel für eine entspannte Erziehung ohne schreien mamablog kinder mama

Sabrina

 

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  1. Katti 31. August 2017 at 13:13

    Liebe Sabrina,

    das ist nun der dritte Artikel den ich von Dir lese und ich habe das Gefühl, das bin ich, die da schreibt…
    In letzter Zeit beobachte ich mich oft und befinde mich in der Situation, die du eingangs beschreibst.
    Gerade arbeite ich sehr daran, weil auch ich schon länger von mir selbst „genervt“ bin. 😀
    Danke für die Buchtipps! LG

    antworten
    1. Sabrina 31. August 2017 at 20:49

      Ach cool, ja wir haben sicher alle ähnliche Baustellen 😉 Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen, bei mir klappts wirklich besser!

  2. Romana 7. August 2017 at 8:45

    Hallo-ich finde deinen blog auch ganz super, er hilft sehr oft weiter-aber manchmal geht irgendwie gar nix u ich weiß nicht wie reagieren…ich hätt da eine situation aufgeschrieben, zu der ich gern tipps hätt wie andere damit umgehen-ich werd euch einfach mal damit zutexten, Ratschläge erbeten.

    -wunschkind nr 1 (2,5 jahre, sehr lebhaft u aufgeweckt, mit einer sehr ausgeprägten persönlichkeit und wie ich denke sicheren bindung zu mama u papa, kaum vor etwas angst) hüpft sehr gerne. Darf das auch auf dem alten sofa. Hat das motorisch auch gut im griff. Stapelt allerdings neuerdings sofapolster, steigt darauf und will da hüpfen…eine wacklige u gefährliche angelegenheit, zumal der couchtisch ja doch daneben steht (u die gestapelten polster ja nicht zur absicherung dienen können ?) folglich wollen wir das nicht. Das wurde dem action-mädl schon mehrmals mit begründung erklärt, demnoch startet sie zahlreiche weitere versuche, am liebsten, wenn ich stillend (u folglich etwas gehandicapt) mit wunschkind nr 2 am sessel sitze…
    Außerdem tut sie das oben beschriebene des öfteren nachdem sie sich komplett nackig ausgezogen hat u die windel (oder unterhose, je nachdem was wir am morgen wünschten anzuziehen) im bogen durchs wohnzimmer geflogen is-was bei noch nicht völliger windelfreiheit, die ja auch keiner erzwingen will/kann, schon mal zum einen oder anderen lackerl irgendwo (inklusive alter couch) führt u mich folglich narrisch macht…
    Probiert haben wir:
    1. wiederholt betonen, dass wir das nicht wollen und begründet
    2. Lauter wiederholt dass wir das nicht wollen u begründet
    3. Böse u laut wiederholt u begründet
    4. Stillen beendet u kind heruntergeholt, versucht mit zureden, dass windel/unterhose (wahlfreiheit!!) bitte wieder angezogen werden, u begründet (wenns warm genug is reicht uns eh auch unterhose)
    5. Mit mäßiger „gewalt“ gegen den willen des kindes windel oder hose mit teils grantigen oder lauten worten irgendwie aufs kind geschnallt.
    Letzteres gefällt mir am wenigsten, es gab aber des öfteren schon (scheinbar??) keinen ausweg wenn man a) kei lackerl und b) keine groben verletzungen will.
    Teils reagiert das wunschkind 1 va auf energischere versuche mit gelächter u findet das „herumtollen“ noch lustig, teils kommt gebitzel u geschrei. Wobei mich das gelächter u lustig finden noch fast fertiger/grantiger macht…i bin ja keine witzfigur!!!

    I würd mich selber schon eher als antiautoritär beschreiben u denke eigentlich BEziehung schafft ERziehung, aber irgendwie so in dieser trotzphase (ok zusätzlich auch kleiner bruder neu, aber das war vorher ja auch schon teilweise so) i hab das gefühl das kind nimmt mi null ernst…einzelne situationen ham zwar scho gut funktioniert, aber dann immer wieder desselbe u tausendmal reden ohne erfolg nervt scho echt…i will auch net schreien oder kind fest anfassen zw festhalten, aber manchnal hab i das gefühl es geht net anders bzw es muss aus mir raus (hab auch schon mal vor die tür oder gegen den kirschbaum geschrieen?)
    ?Lg Romana

    antworten
    1. Sabrina 7. August 2017 at 11:07

      Hallo Romana, bevor ich antworte eine Frage: Macht sie das generell oder nur, wenn du stillst/seitdem das Baby das ist?

    2. Romana 8. August 2017 at 9:08

      Hallo sabrina-sie machts auch so, ohne stillen u auch schon bevor der bruder da war…aber tageweise ist sie wieder total brav u zieht sich selber an auf eine einzige anweisung…?
      Lg romana

  3. Peggy 27. Juli 2017 at 21:22

    Ich habe noch nicht viel gelesen über „eure“ Erziehungsmethoden aber möchte mich gern in diese Richtung verändern, wenn es nicht schon zu spät ist.
    Klingt jetzt vielleicht blöd, aber habt ihr Buchtipps für größere Kinder oder eher Eltern größerer Kinder. Sie sind 7 und 4 und zum Beispiel eurer Buchtipp „das gewünschte Wunschkind … “ ist eher für Kleinkinder oder liege ich da falsch.
    Wo oder mit was könnte ich den da Anfangen?

    antworten
    1. Sabrina 29. Juli 2017 at 23:58

      Hallo Peggy, ich habe nächste Woche einen Beitrag zum Thema mit Buchtipps im Peto. Vielleicht wirst du da fündig? Viele Grüße Sabrina
      P.S. Gewünschtestes Wunschkind ist auch bei Größeren Klasse, auch wenn sich einiges auf Kleinkinder bezieht. Ich weiß aber, dass sie gerade an einem 2. Buch arbeiten und hoffe, dass es vielleicht in die Richtung der Größeren geht. Jesper Juul „das kompetente Kind“ fand ich auch sehr klasse…viele seiner Tipps findest du schon beim Googeln oder auch Wege aus der Brüllfalle

  4. Maria 28. Juni 2017 at 13:42

    Danke für diesen tollen Beitrag. Bei uns ist es leider auch so, dass ich viel zu schnell und zu oft laut werde. Und ich bin immer wieder über mich selbst erschüttert und versuche an mir zu arbeiten. Du hast vollkommen recht, dass man manchen Nichtigkeiten einfach zu viel Raum gibt. Aber mit drei Kindern ist die eigene „Schmerzgrenze“ vor der Explosion manchmal echt niedrig.
    Ich werde mir wohl im Haus eine kleine Erinnerung aufhängen, damit man in Stresssituationen mal kurz inne hält und abwägt, ob laut werden überhaupt etwas bringt.
    Es ist auf jeden Fall beruhigend, dass man nicht allein mit solchen Problemen ist, denn ich habe viel zu oft das Gefühl, dass nur ich so bin.

    antworten
  5. Nika 28. Juni 2017 at 10:35

    Sehr schön geschrieben.
    Immer wieder lese ich, dass man sich aus der Situation ziehen soll. Das hilft bei mir leider oft nicht. Wenn ich mich einmal hochsteigere komme ich einfach nicht wieder runter. Manchmal gehe ich raus und versuche es, aber auf was anderes kann ich mich dann oft nicht konzentrieren. Oft komme ich dann wie eine Furie wieder zurück und brülle trotzdem. Manchmal sogar noch mehr, als ich es ohne raus gehen gemacht hätte.
    Mein Mann und ich sind leider beide so schnell reizbar und können uns selten gegenseitig runter holen oder unterstützen. Uns gehen die gleichen Sachen auf den Geist und wir werden beide laut.
    Dazu kommt noch, dass ich mich teilweise einfach hilflos fühle. Unsere Große (3) ist so tollpatschig. Sie macht schon ganz viel selbst und will das auch, aber dann passieren ständig Unfälle. Ich versuche ständig mir selbst zu sagen, dass das alles doch gar nicht so schlimm ist. Dann kommt aber oft dazu, dass der Kleine (1) dann brüllt, weil schon hunger oder müde etc. Dann werde ich immer ärgerlich auf die Große weil mich das so stresst. Ich bekomme das aber einfach nicht entzerrt. Scheinbar haben beide Kinder so unterschiedliche Bedürfnisse und dann widerrum brauchen sie beide Mama noch so doll. Dazu kommt, dass sie durch ihre Tollpatschigkeit ständig ein Nein vor allem im Bezug auf ihren Bruder hört. Wenn sie ihn kuscheln will drückt sie ihn so doll, dass es ihm zu viel ist. Jegliche Versuche ihr das beizubringen scheitern. Sobald er mal schläft schafft sie es einfach nicht leise zu sein. Ich versuche ja schon, dass er nicht direkt bei uns schläft, wo wir vielleicht spielen etc. Da sie aber an meinem Rockzipfel hängt, müssen wir den Raum ja erstmal verlassen. Wenn sie es dann nichtmal schafft den Raum leise zu verlassen werde ich richtig ärgerlich. Ich könnte noch ewige Beispiele bringen… Ich werde einfach nicht ruhiger, auch wenn ich mich ins Kind hinein versetze. Hoffe momentan darauf, dass es etwas besser wird, wenn die Kinder noch etwas älter und selbstständiger werden. Und versuche jeden Tag erneut mein Bestes oder besser mein Ruhigstes. 😉

    antworten
  6. Julia 28. Juni 2017 at 9:55

    Liebe Sabrina,
    uns geht’s es hier grade ganz genau so, sind seit 3 Wochen zu viert, und ich versuche wirklich dem große genug Aufmerksamkeit zu geben, aber ein Baby will nunmal gestillt werden und das nicht nur einmal am Tag! Ich versuche schon die Ruhe zu bewahren, beobachte aber leider auch das unser großer immer aufdreht wenn der kleine aufmerksamkeit bekommt! Hast du da n Tipp für mich? Wie war das bei euch am Anfang? Spielt sich das irgendwann ein?
    Lg Julia

    antworten
  7. Manuela J. 28. Juni 2017 at 9:05

    Wunderbarer ehrlicher Text! Wenn man die vielen „rosaroten“ Blogs durchliest, die Fotos oder Filme dazu anschaut, dann denkt man manchmal…. „warum läuft das bei denen so harmonisch ab und bei uns nicht, die Kinder streiten nie, die Eltern schimpfen nie, alles ist blitzeblank geputzt und aufgeräumt….“?! Aber das ist wohl glücklicherweise für mich nur ein Trugschluss und darüber bin ich dann doch sehr froh.
    Ich habe drei Kinder im Alter von (12,6,6) und bei mir sitzt der Streßpegel auch manchmal sehr hoch!
    Immer perfekt zu sein, das Haus sauber zu halten, der Garten schön, allen drei Kindern gerecht zu werden, eine gute Ehefrau zu sein, alles zu managen, zu planen und sich selber völlig zu vergessen. Die Alltagsmühle macht einen leider oft reizbar und in der heutigen Zeit ist einfach alles viel stressiger. Oft macht man sich den Stress zwar selber, das gebe ich zu, aber oft kommt der Stress auch von Außerhalb. Immer die Ruhe zu bewahren wird nicht funktionieren, aber viele von Deinen genannten Punkten sind umsetzbar und machbar. Gute Zeit!

    antworten
  8. Sophie 28. Juni 2017 at 8:46

    Schön geschrieben und spricht mir aus der Seele. Seit einigen Wochen versuche ich an mir zu arbeiten und so die Anspannung aus dem gesamten Familienalltag zu nehmen. Leider funktioniert eine solche Veränderung bei mir nicht von heute auf morgen und immer wieder ertappe ich mich wieder in einer Phase, in der mein Besinnen abhanden gekommen ist.
    Die Passage „Ich bin von Berufung „Dramaqueen“ und ich kann mich prima in Nichtigkeiten hineinsteigern oder denke bei Problemen über zwanzigtausend Lösungsansätze nach.“ find ich klasse, passt 1a auch auf mich…
    Liebe Grüße und vielen Dank für die Denkanstöße. 🙂

    antworten
    1. Sabrina 28. Juni 2017 at 8:49

      Huhu Sophie, ja leider gehts nicht so schnell, aber ich denke, wenn man dran bleibt, wird sich auch Eingefahrenes irgendwann ändern 😉

  9. Dane 28. Juni 2017 at 8:18

    Ja ich kenne das, zu gut. Leider ist es aufgrund verschiedener Umstände bei uns in letzter Zeit so, daß ich hauptsächlich nur noch am schreien bin.
    Hab 4 Kinder, die älteste 17 das jüngste 3.
    Meine 12 jährige Tochter ist das was Jesper Juul als autonom bezeichnet.
    Leider habe ich keinen Partner auf den ich zählen kann, bin immer auf mich allein gestellt. Und solche Momente die du beschreibst, das einer die Morgenschicht und einer die Abendschicht übernimmt sind wahres Gold wert!
    Wie oft dachte ich, wenn wenigstens jemand darauf achten würde das der kleinste nicht mit verschmiertem Gesicht schlafen geht (und ich das erst wahrnehme wenns schon zu spät ist) oder jemand mal mit darauf achten könnte das das Mittagessen (wir essen meist spät) am Abend in den Kühlschrank geräumt wird damit ich es am nächsten Tag nicht wegschmeißen muß,dann wäre mir schon sehr sehr viel geholfen.
    Aber das ständige auf sich selbst gestellt sein, zu wissen das man sich auf nichts und niemanden verlassen kann oder Hilfe zu erwarten hat, trägt nicht unbedingt zu einem harmonischen Alltag bei.

    antworten
    1. Sabrina 28. Juni 2017 at 8:51

      Hallo Dane, ja da muss ich dir zustimmen. Wir haben hier zum Beispiel auch keine näheren Verwandten griffbereit und wenn ich meinen Mann nicht hätte, würden hier tagsüber oder gerade in den Abendstunden wahrscheinlich oftmals alle Lichter durchbrennen. Ich kann dann auch gar nix wirklich raten, denn es muss unheimlich anstrengend sein und fordernd und da die Nerven zu behalten – schwierig..

  10. Meli 28. Juni 2017 at 7:53

    Danke für diesen Artikel ? Bei uns ist es auch so. Habe zwei Jungs und bin immer gleich auf 180 und am schreien. Ich finde es furchtbar. Jetzt werde ich das wohl auch alles mal überdenken und was ändern. Viele Grüße

    antworten
  11. Melanie 24. Juni 2017 at 18:57

    Danke für diesen Post 🙂
    Vor einer halben Stunde habe ich wutentbrannt den Kleiderschrank meiner Tochter (13) aufgeräumt, in dem alles hineingeschmissen auf 3 Haufen lag – unter Protestgeschrei von ihr „das ist aber meine Ordnung“ und gekeife von mir „guck dir diese zerknüllten Sachen jetzt mal an!“ … Das Ende vom Lied: sie hat ihn nachdem ich ihn aufgeräumt habe direkt stink sauer wieder so hergerichtet wie er vorher war, sie stinkwütend, ich stinkwütend, dicke Luft und Geschrei. Jetzt Frage ich mich gerade, wozu das ganze? Warum rege ich mich darüber auf? Sie muss schließlich die zerknüllten Sachen tragen.. Das ganze Theater müsste nicht sein, wenn ich drüber wegsehen würde… Ich nehme mir Vor, lockerer zu sein und mich manchmal einfach umzudrehen und mich nicht zu ärgern. Viel von unserem Stress machen wir uns selber, und nicht mal die Hälfte davon ist wirklich nötig.. Also, danke dir für deinen Post.. manchmal braucht man einfach einen Denkanstoß

    antworten
    1. Sabrina 26. Juni 2017 at 8:57

      Huhu Melanie, ja ich muss mir das auch immer wieder vor Augen führen…dieses „ist das jetzt wirklich wichtig?“. Manchmal rutscht man einfach wieder hinein 🙁

  12. Maria von OstSeeRäuberBande 20. Juni 2017 at 13:41

    Toller Artikel! Und danke dafür, dass bei euch öffentlich nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, aber das Schieflagen eben auch nicht einfach akzeptiert werden.

    Was bei mir noch super hilft ist mir selber innerlich gut zureden: „Puh, das ist gerade voll schwer. Aber du schaffst das schon…“ Das klingt vielleicht doof, aber wenn niemand da ist mich in schwierigen Situationen mal kurz in den Arm zu nehmen oder mir gut zuzureden, dann mach ich das so selber. Und es wirkt. Genauso wirkt es übrigens auch auf meine Kinder unheimlich besänftigend, wenn ich einfach nur geöffnete Arme anbiete und sowas wie „Du Armer, manchmal läuft echt alles blöd und man landet in Situationen, in die man garnicht wollte.“ sage. Letztendlich wollen wir alle nur, dass unsere Gefühle gehört/gesehen werden.

    Viele Grüße,
    Maria von OstSeeRäuberBande

    antworten
  13. Biene 20. Juni 2017 at 13:23

    Wir machen das ähnlich wie Nadine gerade beschrieben hat. Habe ja nur ein Mödchen, aber wenn ich sie wecke, soll ich auch erst nocheinmal mit unter die Decke kuscheln. So kuscheln und reden wir dann meist nocheinal 10 min in Ruhe und dann geht der Alltag los. Dann steht sie zwar oft trotzdem schlepend auf und wir erhalten den Effekt wie Nadine auch meinte: sage ich „zack zack“ passiert erstmal erst recht nichts ;-P
    Naja hin und wieder gibts bei uns auch noch Geschrei, aber ich versuche mich da auch etwas zu kontrollieren. Ich merke aber auch, dass das eher passiert, wenn ich auch mal meine Ruhe brauche oder mal abschalten und mich mit meinem Mann unterhalten will und dann Klein Zwecke permanent dazwischen quasselt oder Aufmerksamkeit in jeglicher Form sucht. Aber das ist glaube der tägliche Wahnsinn *gnihihi*

    antworten
    1. Sabrina 20. Juni 2017 at 14:10

      ja es sind oft die Momente, wenn man selbst gerade „Kanal voll hat“ und dann die Kinder ohne Böswillen nerven :-p

  14. Denise 20. Juni 2017 at 13:11

    OH ja, das kenne ich. Und ich weiß auch schon, dass es in ganz vielen Familien sehr ähnlich zugeht. Das beruhigt mich immer wieder. Und alle anderen Mitmenschen, die vielleicht komisch gucken könnten, wenn ich das Fahrrad meines Kindes morgens auf dem Weg zum Kindergarten in der Hecke des Nachbarn stehen lasse und mein Kind a(hoffentlich) nur innerlich als blöde Kuh betitel, blende ich sowieso selbstschützen großzügig aus.
    Ich suche auch noch nach besseren Tagesstrukturen und muss unbedingt konsequenter sein in der Umsetzung, aber schon die Frage an mich selbst, ob mein Verbot nun unbedingt erforderlich ist, oder eine gewaltige, erderschütternde Katastrophe ausbleiben wird, wenn mein Kind tatsächlich heute zwei Eis isst…
    Ich werde mir auf jeden Fall nochmal deine Buchvorschläge anschauen.
    Lieben Gruß Denise

    antworten
    1. Sabrina 20. Juni 2017 at 14:14

      Huhu Denise, ja es ist bei mir auch rückblickend so, dass ich wirklich wegen Nichtigkeiten angenervt war. Ich war z.B. angenervt, weil sie m.M.n sich zu frisch angezogen haben oder keine Jacke tragen wollten oder wenn sie abends nachdem wir im Bett lagen nochmal Durst hatten. Das alles waren reine Nichtigkeiten und heute beuge ich z.B. dem Durst vor indem ich direkt vorm Bettgehen frage: Möchtest du eine Flasche Wasser mit ins Bett nehmen? Genauso war ich stinkig, wenn ich aufgeräumt hatte und sie dann mit dreckigen Füßen ins Haus gerannt kamen, aber ehrlich gesagt ist das ebenfalls totales Reinsteigern gewesen. Es passiert dem Haus nichts, wenn sie 1x mit den Füßchen da durch rennen…

  15. Nadine 20. Juni 2017 at 8:46

    Ich kenne solche Situationen sehr gut. Ich habe zwei Mädels, eins in pubertären Alter und ein Dreijähriges. Absoluter Irrenstall manchmal. Ein absolut wichtiger Ansatz ist, sich mehr Zeit einzuplanen. Die Kinder merken, wenn Mama Stress hat und bewegen sich dann gar nicht mehr. Dann kennt sicher jeder diese Situation früh am Morgen, Kinder verteilen und schnell auf Arbeit. Wir planen früh noch 20 Minuten Gruppenkuscheln auf der Couch ein, das hilft allen ungemein und der Tag beginnt entspannter. Aber das muss man eben auch erst Lernen. Schön, dass es anderen auch so geht. Ich sehe schon, wir sind noch bissl altmodisch erzogen, ich stimme dir voll und ganz zu. Mutig, so etwas zuzugeben und so herrlich menschlich. Schöne entspannte Zeit euch.

    antworten

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