breifrei aufwachsen – Warum und wie wir auf Brei verzichten

Ich bin Mutter von 3 Kindern und ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass jedes meiner Kinder ganz anders ist. Auch ich selbst habe mich verändert und so auch einige Ansichten in Hinblick auf das Baby- und Kleinkindalter. Ich möchte hier weder das „Eine“ in den Himmel loben, noch das „Andere“ schlecht reden. Ich bin mir sicher, dass alle Kinder groß werden, egal wie sie das Essen lernen. Vielmehr möchte ich darauf eingehen, warum ich bei meiner Tochter und auch meinem Mittleren auf Brei verzichtet habe und darüber berichten, wie wir ins Abenteuer Essen gestartet sind. Gleichzeitig möchte ich damit dem Wunsch nachkommen ein paar Tipps zu geben und meine Erfahrungen nieder zu schreiben.

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Erst einmal zurück zum Anfang: Das erste Kind

Bevor ich überhaupt zum Thema breifrei oder auch „Baby-Led Weaning” (kurz BLW) komme, möchte ich erzählen, wie es beim ersten Kind war. Damals, 2011/2012 habe ich genau das getan, was ich in Büchern las oder von Ärzten, Hebammen und Co. empfohlen bekommen habe. Die Regelungen waren glasklar: Ab dem 4. Monat kann man mit der Breikosteinführung beginnen oder alternativ nach dem 6. Monat. Ich weiß noch, dass ich mich zu dieser Zeit genau an die Vorgaben in einem tollen Breikostbuch* hielt. Man wusste damals, dass stillen gut ist und die allgemeine Empfehlung lautete – sofern ich mich recht erinnere – 6 Monate zu stillen. Wir fingen im 4. Monat mit drei Löffelchen Möhrenbrei an und steigerten von da an die Menge vorsichtig. Irgendwann kamen Kartoffeln dazu und dann Fleisch. Ich kochte alle Mahlzeiten selbst und ich gebe zu: Es war schon ein Aufwand, aber ich machte es auch gerne.

Der Kleine nahm den Brei an, auch wenn ich aus heutiger Sicht zugeben muss, dass er es recht emotionslos hin nahm. Was ich ihm gab, das aß er auch. Wir verbrachten recht viel Zeit mit füttern und gefüttert werden, aber der Vorteil lag wohl darin, dass es eine recht saubere, geplante Sache war. Mit etwa 9 oder 10 Monaten aß er erste feste Sachen beim Abendessen (Brot mit Leberwurst) und der Moment als er sich einmal an einem Stück Apfel verschluckte und ich dachte er erstickt, hat sich auch eingebrannt. Ich habe seitdem verdammten Respekt vor Äpfeln und Kleinkindern. Der Große betrachtete Essen wohl schon immer als „muss man halt, sonst klappt man um.“

Die Änderung kam mit Kind Nummer 2

Als ich mit dem Mittleren schwanger war, plante ich genauso wie beim Großen zu verfahren. Schließlich hat es ja schon einmal geklappt. Das Problem (das sich hinterher als pures Glück herausstellte) war, dass er Brei nicht mochte. Ich weiß nicht, ob es an der Konsistenz lag oder am Geschmack, aber er spuckte alles aus. Wir versuchten Obstbrei und Gemüsebrei. Ich kaufte sogar Gläser, aber er wollte es einfach nicht so recht.

Mir blieb also nichts anderes übrig als das Thema nach hinten zu verschieben. Ich kann mich an den Tag, der meine Einstellung sehr veränderte noch so gut erinnern. Er war damals etwas über 7 Monate alt und ich aß gerade eine Brokkolipizza, als er mir von meinem Belag ein Brokkolistückchen kaute und direkt in den Mund schob. Ich war erschrocken und hatte Angst, dass er ersticken könnte, aber der junge Mann kaute mit seinen 2 Zähnchen als hätte er nie etwas anderes getan. Von dem Tag an verwarf ich meinen Breiplan und lies ihn einfach probieren. Innerhalb weniger Wochen aß er immer mehr und war geschickt im Umgang mit Brotstückchen und Co.

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Von Anfang an breifrei – so haben wir angefangen

Mit unserer Tochter war mir von vornherein klar, dass ich Brei gar nicht erst wieder versuchen werde. Ich hatte aus meiner Erfahrung gelernt, dass Kinder das Essen so selbstverständlich erlernen, wie das laufen. Ich stellte mich daher auf eine recht lange Stillzeit ein und machte mir überhaupt keinen Druck. Als sie 3 Monate war, kauften wir uns nach vielfacher Empfehlung den Stokke TrippTrapp mit Newbornaufsatz und ermöglichten der Kleinen damit, mit am Tisch sein zu können. Ich muss sagen, dass der Preis recht stattlich ist, aber diese Schale wirklich goldwert war. Sie war bei uns, bekam mit, was um sie herum geschah und wir konnten als Familie recht entspannt essen. Ich würde es immer wieder so machen.

Die Schale wurde mit etwa 6 Monaten langsam knapp und so zog das Mädchen auf meinen Schoss beim Essen und es dauerte gar nicht lange, bis sie anfing sich für das Essen zu interessieren. Ich beobachtete immer mehr ihre Bereitschaft. Ich fing an ihr auf einer Unterlage etwas Banane zu schneiden und sie griff irgendwann zu. Das war unser Start in die breifreie Beikosteinführung. Zu dem Zeitpunkt war sie 7 Monate. Durch die Erfahrung mit dem Mittleren wusste ich, dass ich nun Geduld haben muss und mich in Passivtät üben sollte.

Breikostreifezeichen:

  • Kind kann den Kopf allein halten
  • Kind verfolgt das Essen der Eltern mit den Augen und beobachtet wie das Essen „verschwindet“
  • Kind deutet Kaubewegungen an während es andere Menschen essen sieht -Kind ist in der Lage sich selbst Essen zum Mund zu führen
  • Kind sitzt aufrecht (Hilfe durch auf den Schoß nehmen ist erlaubt und minimale Unterstützung am Rücken, aber es sollte deutlich Spannung da sein.)
  • Zungenstoßreflex ist stark abgeschwächt/ verschwunden
  • Kind zeigt, ob es satt ist
  • Kind kann nach Essen greifen (Pinzettengriff)

Breifrei dauert eben und es ist „Gematsche“

Ich möchte hier nicht rosarot malen. Natürlich fing sie nicht direkt mit einer ganzen Mahlzeit an. Es dauerte bis wir überhaupt von Essen sprechen konnten. Ich stillte sie ungefähr 8 Monate voll und sie snackte bei jeder unserer Mahlzeiten etwas. Da braucht es schon etwas Geduld. Wir gaben ihr Banane, weiches Brot, Kartoffeln, weich gekochte Möhren, Nudeln oder Fisch. Zudem bekam sie hier und da von uns etwas abgegeben. Ich möchte erwähnen, dass sie 2 Monate ohne nur einen Zahn im Mund Nudeln und Co. kaute – es ging wunderbar und ich hätte es nie für möglich gehalten. Anfangs verschluckte sie sich noch oft, aber auch hier hörte ich auf andere Mütter, die mir berichteten, dass sie es ganz schnell lernen würden. Und so war es auch. Sie war so klein, aber begriff schnell, wie sie das Essen einspeicheln muss, damit es gut rutscht.

Mit etwa 9 Monaten entdeckten wir ihre Vorliebe für Weintrauben ohne Kerne und wurden mutiger und mutiger. Sie bekam Brotstückchen, sie aß Fleischstückchen und wir wagten uns an härteres Obst und Gemüse, wie Gurke, Birne, Apfel, Paprika (ohne Schale). Je mehr sie aß, desto sauberer war auch der Essplatz. Es fiel weniger nach unten und es wurde nicht mehr so viel verkippt. Trotzdem finde ich es total okay, dass sie ihr Essen mit Händen befühlen und auch quetschen darf. Ich bin auch die Letzte, die wegen ein paar Krümel aufschreien würde.

Das ist für mich vollkommen in Ordnung.  Ich war so begeistert, dass ich einen Schritt weiter ging. Wir besorgten ein kleines Wasserglas (Schnapsglas) und stellten ihr zum Abendessen dieses Glas halb gefüllt auf ihren Platz. Beim ersten Anlauf ging recht viel daneben, doch sie wusste genau, was damit zu tun ist. Sie hatte es so oft bei uns gesehen und war sich im Klaren darüber, das es sich um ein Getränk handelt. Heute ist sie 11 Monate und trinkt schon sehr gut aus dem Glas. Einzig das Ansetzen ist manchmal noch etwas stürmig. Auch das hätte ich nie für möglich gehalten.

Was mich an breifrei begeistert und was dagegen spricht…

Was mich schlussendlich so begeistert und weshalb breifrei sich für mich als richtigen Weg anfühlt, ist zu sehen,  welche Freude sie dabei haben. Mit ihren 11 Monaten isst sie gerne bei uns am Tisch. Wir kennen ihr Vorlieben und wir wissen auch, was sie nicht sonderlich mag. Sie liebt es aus einem Glas alleine trinken zu dürfen und sie probiert Neues gerne. Für uns ist es eine sehr entspannte Art zu Essen. Das Baby isst als vollwertiges Mitglied genauso mit, wie die größeren Geschwister und niemand muss Brei vorkochen, pürieren und permanent den Löffel in ihren Mund stecken.

Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was dagegen sprechen könnte. Für mich ist breifrei vor allem in Restraurants eher wenig möglich mit Baby (die kann ich aber meiden). Ich finde auch unterwegs das mit dem Glas nicht einfach umzusetzen (Hier nehmen wir zur Sicherheit einen auslaufsicheren Becher). Bei breifrei muss man sich auf etwas Sauerei am Tisch einstellen. Es werden Schüssel runterfallen, Lebensmittel auf dem Boden landen und die Stühle beschmiert sein. Genauso ist es meiner Meinung nach nicht so leicht eine Mahlzeit vollständig zu ersetzen. BLW braucht in der Einführung einfach etwas Zeit und daher ist Milch etwas länger noch gefragt. Auch heute bekommt sie immer noch ergänzend Milch.

Schlussendlich finde ich, sollte man die Entscheidung aber vor allem von einem abhängig machen: Dem Kind selbst.

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Meine Tipps zum Abschluss: Top-Breifrei-Produkte

Da die Frage nach Schüsseln, Unterlagen, Büchern und Co. aufkamen, möchte ich zum Schluss noch kurz meine Top-Breifrei-Produkte da lassen. Allesamt kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Ganz passend haben wir übrigens vor einiger Zeit einen tollen Artikel von Jenny von Breirezept hier zum Thema Fingerfood Einführung veröffentlicht. Du findest ihn hier *klick*.

Wie war es bei dir? Oder wie planst du es?

Nun bin ich aber gespannt, welche Erfahrungen du gemacht hast und wie du zum Thema breifrei stehst. ich freue mich über einen Kommentar. Solltest du noch eine Frage haben oder dir irgendetwas fehlen, bin ich für einen Hinweis dankbar.

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Sabrina

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Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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22 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,
    Unser Großer hat mit Begeisterung Brei gegessen – vom ersten Löffel an.
    Bei unserer Tochter hatte ich von Anfang an aber das Gefühl, dass es bei ihr anders kommen wird. Sie machte bereits gleich nach der Geburt einen sehr selbstbestimmten Eindruck und hat sich die Brust selbst gesucht. Wir haben es – wie beim Großen – dann mit Brei versucht – ohne Erfolg. Auch Fingerfood wollte sie nicht. Sie war einfach noch nicht soweit.
    Ich hab sie dann nach der Lektüre deines Beitrags zu den Mahlzeiten auf den Schoß genommen. Mit 7,5 Monaten hat sie sich dann immer mal wieder was von meinem Brett genommen. Mittags ist sie noch nicht so interessiert, aber da ist sie mit mir auch allein und sieht die anderen nicht mitessen.
    Ich bin mal gespannt, wie es sich weiterentwickelt.

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    • Huhu, berichte gerne weiter. Würde mich total interessieren.

  2. Hallo Sabrina,

    Ich bin durch Zufall über Deinen Beitrag gestolpert und habe es fast genauso bei unserem 1. Sohn erlebt:
    Ich begann hochmotiviert im 5. Monat mit Karottenbrei – darüber muss ich jetzt noch schmunzeln 😉 – und er weigerte sich tageweise regelrecht zu Essen. 5 Löffel waren da schon ein Erfolg. Was habe ich mir einen Kopf gemacht weil er nicht essen wollte… 🙈
    Schlussendlich hat er auch ca ab dem 7. Monat angefangen mit uns zu Essen, mit ca 8,5 Monaten habe ich tagsüber aufhören können zu stillen und es war für mich unterm Strich alles so viel einfacher als es mit Brei gewesen wäre…
    Und nebenbei bemerkt: Er liebte von Anfang an Naturjoghurt und Suppen und die musste ich auch füttern.

    Aus jetziger Sicht war es ihm einfach zu früh und zu passiv. Er wollte selbst aktiv werden und hat das Essen dann so schnell gelernt – wie Du bei Deiner Tochter auch berichtet hast – dass ich richtig stolz auf ihn war und froh dass er sich für diesen Weg entschieden hat und wir mitmachen mussten.

    Danke für Deinen so lieb und ehrlich geschriebenen Bericht – er spricht mir aus der Seele 😍.

    Viele Grüße,
    Natalie

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  3. Wie immer ein sehr schöner und „am Boden gebliebener“ Artikel, der Breifrei/BLW nicht als DIE Alternative hochlobt, sodass viele wieder den Kopf schütteln über den „Neumodischen Kram“.

    Ich möchte aber auch etwas konstruktive Kritik üben 😉
    Und zwar gibt es auch falsche Beikostreifezeichen; Das wäre nämlich ebenfalls, dass sie das Essen mit Blicken verfolgen und Kaubewegungen nachmachen. Das nennt man spiegeln und machen fast alle Babies mit 3 Monaten, hat aber wirklich nichts mit der Beikostreife zu tun. Viele interpretieren dies jedoch falsch.
    Google spuckt auch sofort „falsche Beikostreifezeichen“ Bilder aus, vll könntest du diese noch aufnehmen in den Artikel, weil sie meiner Meinung nach den Eltern auch mehr Sicherheit geben, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

    Bei mir lief es übrigens ganz ähnlich ab, mein Großer bekam anfangs Brei, schnell war es eine Mischung aus Brei und BLW. Die Mittlere aß dann von Anfang an vom Tisch mit, einzig Joghurt und ähnliches habe ich ihr mit dem Löffel angereicht. Und die Kleinste fängt auch gerade mit BLW an (7 Monate).
    Rückblickend habe ich bei den Großen sicherlich zu früh angefangen. Habe zwar immer auf sie geschaut, aber eben ihr Interesse an uns und unserem Essen falsch gedeutet und daher zu früh angeboten. Bei der Kleinen habe ich gewartet, bis sie sich etwas von meinem Teller genommen hat.

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    • Hallo Katrin, danke für die Anregung. Ich werde es ergänzen.

  4. Hallo Sabrina,
    Bei uns wird auch sehr viel gematscht, seit meine Tochter sitzen kann. Es macht ihr einfach unglaublich viel Spaß. Sie bekommt fast alles zum Probieren, was wir auch essen. Ich würde noch diese Lätzchen mit Ärmeln und Auffangtasche empfehlen. Da kann man einiges wieder raus holen und zurück auf den Tisch legen. Leider wird sie davon nicht satt, so dass es zusätzlich noch den normalen Breiplan nach Kochbuch gibt 🙄 aber der Spaß und die Erfahrung ist es auf jeden Fall wert. Das darf sie übrigens auch im Restaurant. Letztens waren wir 2 Wochen im Urlaub. Da gab es von manchen anderen Urlaubern oder Kellnern schon mal komische Blicke, aber das hat uns nicht gestört. Dass unsere Tochter immer alle fröhlich und verschmiert angelacht und angewunken hat, hat das glaube ich wieder wett gemacht ^^
    Jetzt bin ich wieder schwanger. Bin gespannt wie es beim nächsten Kind wird.
    Liebe Grüße 💕

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  5. Ich bin ja grundsätzlich kein Freund von extremen. Daher haben wir einfach einen Mix aus Brei und Fingerfood gemacht. Unser Sohn hat dann mit elf Monaten komplett vom Familientisch mitgegessen. Ich finde auch, jedes Kind ist anders. Wenn eins wirklich keinen Brei nimmt, okay. Allerdings kenne ich auch Kinder, die nie Brei bekommen haben und heute noch ein Problem mit so breiiger Konsistenz haben. Z.b. bei Suppen oder so. Ich biete einfach alles durch die Bank an. Was das Kind am Ende nimmt ist ihm selbst überlassen

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  6. Liebe Sabrina,
    dein Artikel motiviert mich dazu, bei meiner Tochter (6,5 Monate) BLW auszuprobieren. Ich hatte es mich bislang nicht getraut, da die Angst vor einem möglichen Verschlucken bei mir zu groß war. Sie isst bereits seitdem sie 4 Monate alt ist sehr gerne Brei (sowohl selbst gekochten als auch Gläschen). Inzwischen gibt es zwei Mal am Tag Brei. Ansonsten wird sie noch (voll) gestillt. Motiviert durch deinen Bericht und durch die Kommentare hier werde ich es in den nächsten Tagen doch gerne mal mit „richtigem“ Essen bzw. Fingerfood für die Maus versuchen. Ich kann mir eine Kombination aus Stillen, Brei sowie BLW sehr gut vorstellen. Interesse an unserem Essen zeigt sie schon lange. Sie sitzt ebenfalls mit uns auf Augenhöhe am Familientisch.
    Meinem inzwischen 3,5 Jährigen brauchte ich damals weder mit Brei noch mit fester Kost zu kommen. Mamas Brust war das Einzige, was er 13 Monate lang akzeptierte.
    Danke nochmals für deinen Bericht.
    Lieben Gruß
    Elena

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    • Huhu Elena, einen Versuch ist es wert. Nimm zu Beginn etwas, dass sie ohne viel Druck zermahlen kann. Sollte sie sich doch einmal verschlucken (das ist hier am Anfang immer mal passiert) gilt es ruhe zu bewahren. Meist holen sie es alleine fix wieder hoch. Wenn es mir doch mal komisch war, dann habe ich sie über mein Bein gelegt und ihr auf den Rücken geklopft. Das ist aber wirklich vielleicht ein einziges Mal vorgekommen.

  7. Hallo,
    ich finde deinen Artikel sehr interressant. Unsere Tochter ist nun 12 Monate und tut sich mit Essen sehr schwer…Sie nimmt kaum Brei an, Obst geht gar nicht, allerdings muss ich sagen, dass sie auch nichts anderes mag. Msnchmal lutscht sie an einem Hirsekringel. Ich still sie sehr viel in der Nacht, ich glaub sie holt es sich dann. Tagsüber sind wir soweit durch.
    Wie sieht euer StillLeben aus? Schläft sie durch? Und stillst du nach den Mahlzeiten noch nach?
    Ich bin mittlerweile ziemlich offen für breifreie Kost, frag mich aber auch, ob sie tatsächlich satt werden.
    LG Martina

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    • Liebe Martina, inwzischen kann ich nicht mehr stillen, da ich eine hochdosierte Antibiotikatherapie über mich ergehen lassen musste, dass leider nicht stillverträglich war. Sie bekommt deshalb (leider) tagsüber 1-2 Flaschen PRE, nachts trinkt sie unterschiedlich viel – manchmal 2 Flaschen, manchmal nur eine Flasche. Sie isst inzwischen selbst so viel, dass sie Wasser oder Tee zu den Mahlzeiten trinkt. Auch zwischendurch steht ihr immer Wasser zur Verfügung. In der Zeit von 6:00 – 15:00 Uhr sind wir faktisch milchfrei. Nachts schläft sie direkt nach dem Trinken wieder ein. Ich hoffe, dass ich alle Fragen beantwortet habe.

  8. Hallo Sabrina und Hallo alle anderen Mamas und die dieses werden möchten,

    ich sehe uns in dieser Geschichte zu 100% wieder . Bei unseren Grossen , fast 12 und 8 1/2 gab es BLW noch nicht. Als unsere Hebamme uns bei unserem kleinsten, 21 Monate, davon erzählte war ich begeistert und wollte es probieren. Er saß immer bei uns am bzw. in einer Wippe auf dem Tisch. Mit ca. 6 Monaten hat er auch neugierig auf Gurke , Möhre , Paprika , Apfel und Birne gekaut. Kurze Zeit später habe ich Kartoffel , Brokkoli und Möhre gedünstet und er hat es gegessen ohne sich zu verschlucken. Es war auch sehr interessant zu sehen als er mit 9 Monaten die dünnen Fadennudeln aus der Suppe zupfte und zum Mund führte. Auch das Essen mit Löffel und Gabel wurde dadurch sehr schnell gelernt und gerade fängt er an und möchte ein Messer haben zum zusammenschließen der Reste. Echt putzig. Der Fußboden bleibt mittlerweile auch sauber. Milch aus der Busi fordert er auch noch und genießt die Kuschelzeit um Mama ganz allein für sich zu haben.

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  9. Vielen Dank für den schönen Artikel! Ich habe unseren Knirps ziemlich lange voll gestillt und auch lange noch sporadisch. Mit dem Zufüttern sollten wir laut unserer Ärztin schon anfangen als er gerade 3 Monate alt war, weil er ihrer Meinung nach zu wenig wog. Das kam mir aber arg früh vor und nach Rücksprache mit unserer Hebamme habe ich es dann auch gelassen. Die Ärztin nervte aber weiter, sodass ich als der Knirps knapp 6 Monate alt war Kürbis- und Möhrenbrei gekocht habe. Zuerst aß er auch bereitwillig seine 2-3 TL, aber dann wurde es nach wenigen Tagen zunehmend ein Krampf. Also habe ich das auch wieder sein lassen, den Brei zu einer Suppe für mich verarbeitet und mir dazu ein Brot mit Frischkäse und Kochschinken gemacht. Ergebnis: Ich habe die Brei- Suppe gegessen, das Kind das Brot 😉 Von da an habe ich ihn auch alles probieren lassen, aber ihn zu nichts gedrängt. Mit seinen 2 kleinen Zähnchen aß er schon bald mit Begeisterung Brot mit Schinken, Birne (ohne Schale), knackte Weintrauben und lutschte das Fruchtfleisch heraus, Nudeln, gekochte Möhren, Spinat & Kartoffelbrei… ich hatte mir auch 2 Breifrei- Kochbücher gekauft aber am Ende einfach normal für uns Erwachsene weiter gekocht (Salz &Pfeffer reduziert) und das Kind immer probieren lassen. Wir haben auch einen Tripptrapp gekauft, damit er mit am Tisch sitzen kann. Wie du schon sagtest war es oft eine ziemliche Sauerei und es hat auch gedauert bis er wirklich eine richtige Mahlzeit gegessen hat – aber es hat sich gelohnt. Wir haben auch recht bald ein richtiges Trinkglas angeboten und ihm einfach immer Besteck zum Essen hingelegt. Mit beidem hat er den Umgang ganz „nebenbei“ gelernt und war dann mit 16 Monaten in der Kita der erste in der Gruppe, der allein essen und trinken konnte.
    Nun bin ich wieder schwanger und habe nicht vor, für Nr. 2 überhaupt Brei zu kochen 😉 Manchmal glaube ich auch, dass gerade in Sachen Baby die Industrie echt viele Sachen „vorgibt“, die gar nicht nötig sind…

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    • Hallo Mira,das hört sich nach uns an. Ja ich denke oft, dass uns manchmal Dinge als „wichtig“ verkauft werden und es vielleicht gar nicht so ist und wir aber auch nicht hinterfragen.

  10. Hallo, was du da schreibst könnte meine Geschichte sein. Mir ging es genauso, beim 1. Kind alles nach Plan, ab dem 4. Monat Brei und so weiter…
    Auch bei uns klappte das für mein damaliges dafür halten super. Dann kam meine 2. Tochter und hier wollte ich auch so wie beim 1. Mal verfahren… Nur „leider“ habe ich die Rechnung ohne mein Baby gemacht! Sie verweigerte jeglichen Brei, gekauft, gekocht, von Mama, Papa, Oma gefüttert ganz egal. Das einzige war griesbrei mit apfelmus was einigermaßen gut ging. also hab ich sie fast neun Monate voll gestillt und dann auch mit dem blw angefangen. und ab da war unser Leben viel einfacher. ich habe all das gegen den Rat meines Kinderarztes und Hebamme gemacht, die mich von wegen Mangelerscheinungen verrückt gemacht haben. Aber meiner Tochter ging es immer gut damit und heute ist sie eine putzmuntere 3 jährige uns isst, im Gegensatz zu ihrer großen Schwester, nahezu alles.
    Meine 3. Tochter ist nun 3 Monate alt und ich werde es bei ihr auch Breifrei versuchen, für mich ist das auch der angenehmere weg. und sind wir mal ehrlich, mit Brei gibt es auch genug gematsche 😄

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  11. Witziger Zeitpunkt. Ich koche beim Lesen gerade den ersten Brei für unseren Zwerg. Der Brei dient vor allem zum Testen, ob wir seine Zeichen richtig deuten. Er sitzt beim Essen bei uns mit am Tisch (im Tripp Trapp mit NewbornAufsatz 😀 -stimmt der ist Gold wert und leider auch entsprechend teuer). Er schaut uns beim Essen zu und schmatzt und kaut mit. Außerdem ist er ständig hungrig und will an die Brust, sodass ich selbst kaum zum Essen komme.
    Wenn es mit dem Brei klappt, werde ich wohl eine Mischung aus Brei und BLW machen. Mal Brei mal direkt vom Tisch, abhängig davon, was es gibt. Das Gematsche stört mich eigentlich kaum. Es wird mit einem Kuss und einem liebevollen „du kleiner Matschebär“ zu Kenntnis genommen und später weggewischt. Wenn Oma oder Opa mal entsetzt waren, meinten wir beim Großen nur „Matschen macht schlau“. 😀

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    • ja matschen macht schlau <3 Danke für deinen Kommentar

  12. Hallöchen,
    ein toller Beitrag wie ich finde und vieles davon kam mir sehr bekannt vor 🙂 Bei unserer großen Tochter hielt auch ich mich strikt an den Angaben, nur mit dem Unterschied, dass ich nicht kochen durfte für sie, denn das mochte sie scheinbar nicht (aus heutiger Sicht interpretier ich das Verhalten anders), also begann ich mit Gläschenkost. Sehr lange zog sich die Ernährung mit den fertigen Babyprodukten und erst nach über einem Jahr begann sie langsam Dinge wie Brot zu essen. Rückblickend glaube ich, das ich mit den Brei hätte warten sollen, ähnlich wie du es beschrieben hast und sie später mehr an unseren Mahlzeiten beteiligen hätte sollen, denn es folgten noch 2 Jahre in denen sie recht schwierig mit der Ermährung gewesen ist. Heute schaut es ganz anders aus, aber es war ein langer Weg bis hierhin und ich glaube das ich durch mein Verhalten ihre natürlich Neugier auf die Nahrungsaufnahme gehemmt habe statt zu fördern.

    Ganz anders unser Jüngster, dieser fing schon früh an sich für Essen zu interessieren, er wurde von Anfang an mit einbezogen in dem wir gemeinsam als Familie am Tisch saßen, und er beobachten konnte, was wir da tun. Heute ist er 10 Monate alt, seit er 6 -7 Monate alt ist, darf er auch von unserer Kost mit essen und hat soviel Freude dabei. Unterwegs gibt es auch mal ein Brötchen und morgens sitzt er gemeinsam mit seiner Schwester am Tisch und frühstückt. Nach meinen ersten Erfahrungen hätte ich nicht gedacht, dass das möglich gewesen wäre doch ich wurde eines besseren belehrt und nutze seine orale Phase ihm eine Vielzahl an Nahrungsmitteln anzubieten und zu reichen um die Neugier zu entfachen und es klappt hervorragend. Er liebt es zu Essen und neue Sachen zu probieren.
    Auch ich würde es immer wieder so machen auch wenn der Putzlappen partiell mein bester Freund ist 😉

    Vielen Dank für den tollen Beitrag

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    • Hallihallo, zum Glück hat gleich mein erstes Kind den Brei verweigert. Aber ich war ehrlich gesagt auch ziemlich überfordert von dem Breiplan und konnte mir nicht vorstellen dass so etwas löffelweise vorgegebenes auf so individuelle Kinder passen soll. Wir sind dann auch schnell zum BLW übergegangen und es hat super geklappt. Er hat auch ganz ohne Zähne Fleisch, Paprika, Apfel und alles mögliche gegessen. Und mit 9 Monaten selbstständig aus Glas und normaler kleiner Trinkflasche getrunken. Unsere Tochter isst zwar auch mit 20 Monaten immer noch nicht große Mengen aber sehr selbstständig und sie weiß was sie mag und was nicht. Gerade sind Fleisch und Ei sehr hoch im Kurs 😅
      Ich finde die Nachteile sind nicht wirklich welche, das sind ja so Sachen, die lassen sich mit Kindern kaum vermeiden. Geduld und putzen lehren mich die Kinder auch in anderen Bereichen 😂
      Liebe Grüße

    • Bei uns ist auch der Hund sehr nützlich 😀

  13. Beim ersten Kind startete ich voller Begeisterung ins Stillen um nach vier Monaten bei der Formulaflasche angekommen zu sein. Ebnso begeistert startete ich BLW um zwei Wochen später mit Breikochen und füttern beginnen zu müssen. Tja Pläne sind gut und schön, Kind sieht es garantiert anders. Bei Kind Nr 2 startete ich die Stilbeziehung mit Bauchweh und Schiss, das es so schnell vorbei sein wird Tja er wird im März 4 und stillt immer noch sporadisch. Brei interessierte ihn nicht die Bohne, von meinem Teller musste es sein und er griff schon mit knapp drei Monaten zielsicher zu und ab in die Schnute. Ja Kinder sind unterschiedlich jedes hat sein Tempo und seine Vorlieben.

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    • Ja, es ist einfach nicht möglich eine pauschale Empfehlung zu geben <3