Wer eine Tochter hat, der weiß vermutlich wie gern sie Schischi, Glitzer und Rüschen an der Kleidung haben. Das ist hier nicht anders. Deshalb schaue ich beim Nähen immer wieder nach kleinen Details, die nicht allzu aufwändig, aber dennoch hübsch anzusehen sind. Diesmal habe ich mich an eine Schleife am Rücken gewagt. Ich hatte anfangs einen ziemlichen Knoten im Kopf. Aber wenn dieser einmal gelöst ist, ist das Ergebnis wirklich bezaubernd.

Nähanleitung für eine Schleife am Rücken

Material

Auf diesem Bild siehst du alle Materialen, die ich verwendet habe. Hinter den Punkten sind die Links* zu den Artikeln versteckt. Fahre einfach mit dem Mauszeiger darüber und die einzelnen Fenster erscheinen. Zusätzlich habe ich dir alles noch einmal unter dem Bild aufgelistet.

Framilonband

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Stoffe von Alles für Selbermacher

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dein individuelles Maß

Wie schon so oft bei meinen Anleitungen, wird es keine genauen Zentimeterangaben geben, da du dir ganz individuell die Schleife bzw. den zusätzlichen Ausschnitt anpassen kannst. Gerade bei Kindern mag ich es persönlich nicht all zu tief ausgeschnitten. Für ein Damenshirt hingegen kannst du es dir nach deinen Wünschen vergrößern. Die Umsetzung sollte ausserdem am normalen Shirt ebenso gut funktionieren, wie an einem Raglan-Schnitt. Beim Raglan solltest du die Linie vom Beleg dann hoch zum Ausschnitt ziehen, da keine Schulterkante vorhanden ist. Ebenso denke ich, dass die Schleife auch ein Hingucker am Dekolette bei einem Damenshirt sein könnte. Solltest du dies ausprobieren, würde ich mich über eine Info darüber sehr freuen.

Zuschnitt

Zu Beginn brauchst du natürlich dein Schnittmuster. Ich habe mich für den NewBasicRocker Kids in Größe 116 entschieden. Diesen bekommst du hier im mamahoch2-shop gratis oder zu einem Betrag deiner Wahl. Drucke dir deinen Schnitt aus, klebe und schneide die passende Größe zu und übertrage das Ganze erst einmal komplett auf deinen auserwählten Stoff. (Die detaillierte Nähanleitung zum Shirt findest du hier)

Anpassen des Schnittmusters

Nun solltest du ein Vorderteil, ein Rückteil und zwei Ärmel vor dir liegen haben. Vorderteil und Ärmel kannst du erst einmal beiseite legen. Dafür schnappst du dir noch einmal dein Schnittmuster vom Rückteil, einen Bleistift sowie eine Schere. Entscheide nun als erstes, wie groß dein Ausschnitt am Rücken werden soll. Wenn du dir unsicher bist, fang lieber etwas kleiner an- wegschneiden kannst du immer noch nachträglich. Zeichne dafür wie auf meinem Foto einen Bogen oben an die Bruchkantenspitze (mit „Ausschnitt“ beschriftet). Damit das Umlegen und Absteppen nachher gut funktioniert sollten die Rundungen schön sanft übergehen. Eckig oder zu scharfe Kurven solltest du vermeiden. Als nächstes zeichnest du auf dein Papierschnittmuster noch einen großzügigen Bogen, welcher etwa von der Hälfte der Schulternaht rüber verläuft bis zu einem guten Stück unter dem neuen Ausschnitt. Dies wird der Beleg, der innen die Nähte versteckt und das Kleidungsstück zum Schluss hochwertiger aussehen lässt.

Schneide nun den neu gezeichneten Ausschnitt aus und lege das Schnittmuster anschließend wieder auf dein zugeschnittenes Stoffteil, welches noch im Bruch liegt. Nun überträgst du mit dem Rollschneider die Einkerbung in das Rückenteil. Klappe es auseinander und überprüfe ob dir der Ausschnitt so gefällt. Bedenke, dass der Rand beim weiteren Nähen um eine NZ nach innen geklappt wird, der Ausschnitt also insgesamt noch etwas größer wird.  Das Ganze ohne genaue Längenangaben zu erklären ist nicht einfach- orientiere dich daher am Besten an meinen Fotos. Schneide nun das Schnittmuster an der Linie für den Beleg auseinander.Nimm dir jetzt wieder ein Stück Stoff, lege es in den Bruch und darauf das Schnittmuster für den Beleg. Hast du dieses Teil zugeschnitten, legst du es ebenfalls zur Seite. Nun geht es an die Schleife. Miss hierfür einmal die Breite deines Ausschnittes ab. Anhand dieser Angabe schneiden wir ein Stoff-Rechteck zurecht, dass die Breite des Ausschnittes +1,5 oder 2cm beträgt. (In meinem Fall: Ausschnitt=7cm breit+ 2cm NZ= 9cm)

In der Höhe kommt es wieder darauf an, wie du deine Schleife möchtest. Die gewünschte Höhe nimmst du mal 2 und addierst wieder die NZ hinzu. (In meinem Fall: Höhe Schleife=2cm x 2 +1cm NZ =5cm)

Um später eine Schleife zu erhalten, brauchst du noch einen Ring, der über den gleich entstehenden Schlauch geschoben wird. Das hierfür benötigte kleine Stoffrechteck beträgt in meinem Fall 4cm x 3cm. Nun legst du diese beiden Stoffstücke jeweils rechts auf rechts zusammen und nähst an den langen Seiten entlang. Wende diese entstandenen Schläuche. Jetzt nähen wir den kleinen Schlauch zum Ring, indem wir die beiden offenen Seiten übereinander legen und mit einem Geradstich verschließen. Anschließend drehst du den Ring so, dass die Naht nach innen zeigt. Diese Schlaufe schiebst du nun mittig auf dein großes Schleifenteil. Die Schleife ist schon prima zu erkennen.

Das Zusammennähen vom Rückteil

Du hast jetzt also 3 Teile vor dir liegen. Deinen Rückenzuschnitt, den Beleg und die Schleife. Lege das Rückenteil vor dich. Die schöne Stoffseite zu dir gewandt. Nun legst du die Schleife so auf, dass eine offene Kante an der Spitze vom neuen Ausschnitt liegt. Dabei zeigt die Naht der Schleife nach oben. Jetzt kommt der Beleg, mit der schönen Seite nach unten, passend oben drauf. Um es zu fixieren kannst du mit Nadeln oder Wonderclips feststecken. Du nähst jetzt die Kanten des ursprünglichen Halsausschnittes zusammen und anschließend mit einer neuen Naht weiter am neuen Ausschnitt. Nähe diesen allerdings nicht bis zu Ende durh, sondern lass ein Stück offen. Sei beim Nähen nicht zu schnell, damit nichts verrutscht und du immer nachjustieren kannst. Nun wird es kniffelig. Du musst die Schleife an deinem Nähfüßchen vorbei zu dir holen. Lege nun die zweite offene Seite der Schleife in den noch nicht zusammen genähten Teil des Ausschnittes, zwischen Rückteil und Beleg. Wieder zeigt die Naht der Schleife nach oben.Wichtig ist, dass du darauf achtest die Schleife nicht zu verdrehen. Nun wird mit der Overlock weiter genäht und auch die restliche Ausschnittkante geschlossen. Wenn du nun einmal wendest, sollte die Grundform schon sehr gut zu erkennen sein. Nun zuppelst du dir alles zurecht und bügelst ggf. noch einmal glatt.

Dreh dein Rückteil um und steppe als Nächstes die gesamte Kante des Ausschnittes ab. Um die Elastizität zu erhalten, solltest du einen zickzackStich wählen.Ebenso wird die lange Seite des Belegs mit einem Zickzack-Stich am Rückteil fest gesteppt.

Anpassen des Vorderteils

Jetzt legst du erstmal dieses Stoffteil zur Seite und nimmst dir dein Vorderteil zur Hand. Das Rückteil ist durch das nach innen Klappen der Overlocknaht an der Schulter nun etwas kürzer als das Vorderteil. Diese Unstimmigkeit gleichen wir nun aus. Versäubere dafür die Ausschnittkante vom Vorderteil mit der Overlock. Damit der Ausschnitt nachher auch ohne Bündchen schön anliegt, habe ich mich dazu entschieden Framilon einzunähen. Dieses tolle Band ist für mich vor allem bei Mädchenkleidung nicht mehr weg zu denken. Das Raffen und Kräuseln ist damit ein Kinderspiel und die Kanten bleiben dennoch nachgiebig. Schneide dir ein Stück ab, dass ein paar Zentimeter kürzer als der Ausschnitt ist.Markiere dir die Mitte des Bandes ebenso wie die Mitte des Stoffteils und hefte beides mit Wonderclips zusammen. Dabei klappst du gleich die Overlocknaht nach innen, sodass das Framilon unter der Overlocknaht verschwindet. Nun fixierst du auch Anfang und Ende des Bandes am Ausschnitt. Auch hier wird das Band gleich wieder versteckt und festgesteckt. Und jetzt ab damit unter die Nähmaschine. Unter leichtem Zug, damit sich das Framilonband auf die Länge des Ausschnittes dehnt, steppst du nun die Kante mit einem Zickzack-Stich ab.

Du siehst, dass der Ausschnitt nur ganz zart über die gesamte Länge gerafft ist. Somit legt er sich beim Tragen des Shirts sehr schön an, ist aber dennoch super elastisch, damit das Köpfchen durchpasst.

Das Shirt vollenden

Vorder- und Rückteil sind nun fertig und bereit, um zum Shirt vernäht zu werden. Dafür legst du die nun passenden Schulterkanten übereinander und nähst mit der Overlock entlang. Da wir kein Bündchen annähen, ist nun die Overlockraupe zu sehen- diese kannst du verstechen oder wie ich, einfach in die Naht einziehen. Die Schulternaht habe ich zusätzlich noch abgesteppt. Nun werden die Ärmel angesteckt und genäht und schlussendlich die Seitennähte geschlossen und Ärmelsaum sowie der untere Saum genäht. Die detaillierte Nähanleitung zum NewBasicRockers findest du hier). Ich habe aus diesem Schnitt ein Kleid genäht. Das ist kein Hexenwerk und schnell erklärt. Ich habe das Shirt um ein paar Zentimeter gekürzt. Anschließend habe ich 2 Stoffstreifen genommen, die jeweils etwa 1,5 mal so breit sind wie Vorder- bzw. Rückteil. Mit Hilfe des Framilon-Bandes habe ich sie auf die richtige Breite gerafft und an Vorder- und Rückteil angenäht. Erst jetzt habe ich die kompletten Seitennähte vom Ärmel abwärts geschlossen und den Rockteil gesäumt. Der Wendepailliettenapfel ist übrigens von Alles für Selbermacher*.

Fertig

Ich hoffe du findest dieses kleine Detail auch so hübsch wie ich und kommst anhand meiner Erklärung und Fotos ebenfalls zum Ziel. Solltest du Fragen haben, dann schreib sie unten als Kommentar und ich werde sie schnellstmöglich beantworten.

Viel Freude an der Nähmaschine

Sandra

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  1. Anonymous 22. Oktober 2018 at 14:53

    Hallo,
    tolle Idee.
    Ihr habt das Oberteil zu einem Kleid umfunktioniert, finde ich irgendwo ein Schnittmuster und Anleitung zu dem Rock der unten an das Oberteil genäht wird?
    LG Carmen

    antworten
    1. Sandra 22. Oktober 2018 at 18:11

      Hallo 😀 Wenn du im Beitrag ganz runter scrollst, habe ich kurz erklärt wie ich das gemacht habe- es ist wirklich unheimlich einfach und bedarf keines extra Schnittmusters! Trau dich einfach- so kannst du auch die Länge individuell mit deiner Tochter absprechen. Liebe Grüße Sandra vom mamahoch2-team

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