Wie viele Fernbedienungen liegen eigentlich bei dir auf dem Couchtisch oder dem Sofa herum? Bei uns sind es „nur“ 3. Aber genau diese 3 werden andauernd gesucht. Sie haben keinen festen Platz. Am Schlimmsten empfinde ich diesen Umstand wenn man es sich gerade unter der Kuscheldecke gemütlich gemacht hat, den Fernseher einschalten will und das große Fragezeichen aufploppt… WO IST DIE FERNBEDIENUNG? Ahhh da vorne, am Fernseher, liegt sie ja… verdammt weit weg, vom Sofa aus betrachtet.

Und deshalb habe ich uns ein Utensilo für die Arm- oder auch Rückenlehne genäht. Ich zeige dir heute wie einfach das geht, wie hübsch es aussehen kann und vor allem wie praktisch es ist!

Material

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Du hast mehrere Möglichkeiten für die Materialien. Definitiv sollten es feste Stoffe sein. Ich habe mich für ein Filz mit einer Stärke von etwa 3mm als Grundlage und recht fester Baumwolle für die Taschen entschieden. Gut vorstellen kann ich mir auch Cord, Leinen, Jeans, etc. Gerade wenn das Material für den unteren Stoff etwas rauer beschaffen ist, hält es auch bei etwas mehr Last auf der Couch. Der Ordnungshelfer ist nun schon eine Weile bei uns im Einsatz und bleibt immer an seinem Platz, ohne abzurutschen.

Das Utensilo wird zum Schluss einfach über die Armlehne gelegt und zwischen Sitzpolster und Lehne eingeklemmt. Bei einem Sofa an der Wand kann man es auch gut über die Rückenlehne legen und zwischen Wand und Couch fixieren.

Aufgrund der einfachen Anbringung und den flexiblen Materialien ist es für eine kantige Armlehne ebenso gut geeignet wie eine runde. Allerdings würde ich hier nicht zu einem ganz so derben Filz raten, damit es sich schön geschmeidig um die Kanten legen kann.

Abmessen

Zu Beginn musst du abmessen, wie groß du dein Utensilo möchtest, bzw wie viel Platz deine Armlehne dafür hergibt. Bedenke, dass das Utensilo auch einige Zentimeter in die Ritze zwischen Sitzfläche und Lehne gesteckt wird, du diese Zentimeter also auch mitmessen musst.

Meine bestellte Filzplatte hatte den Vorteil, dass sie mit einer Größe von  75cm x 50cm perfekt auf unserer Couch gepasst hat und ich somit nichts  zuschneiden musste. Solltest du dich anstelle von Filz für z.B. Baumwolle entscheiden, so musst du deinen gewünschten Stoff doppelt legen und das Viereck mit deinen Maßen + 0,75cm Nahtzugabe an allen Seiten direkt 2mal zuschneiden. Anschließend legst du deine beiden Stoffe recht auf rechts aufeinander und nähst einmal ringsherum die Stoffe zusammen. Eine kleine Wendeöffnung bleibt am Schluss allerdings offen. Durch diese – wie der Name schon sagt – wendest du nun das Stoffstück und bügelst es glatt. Zu guter Letzt wird noch einmal komplett knappkantig abgesteppt und dabei auch die Öffnung mit verschlossen.

Skizze anfertigen

Nun legst du dir deinen Grundstoff zurecht und überlegst dir, was du gern später in deinem Utensilo aufbewahren willst. Fernbedienungen, Zeitungen, Brillenetui oder auch Stricknadeln – alles geht. Drapiere es dir so, wie du es gerne angeordnet haben möchtest. Ich empfehle bei stärkeren Stücken, wie Fernbedienung oder Brillenetui nichts weiter dahinter oder davor zu planen. Nun habe ich mir ein Blatt Papier genommen und mir eine Skizze angefertigt, wie ich mir die Taschen vorstelle.

Größen berechnen

Nun geht es ans Abmessen. Stück für Stück werden nun die einzelnen Taschen ausgerechnet. Mit dem Inhalt der hintersten Tasche fangen wir an. Miss dir die benötigte Höhe, sowie Breite aus. Vergiss nicht, dass die Taschen immer ein paar Zentimeter breiter sein müssen, oben aber der Inhalt ruhig heraus schauen darf.

Wie du siehst, habe ich z.B. die Höhe für die Zeitungstasche mit 27cm gewählt. In der Breite wollte ich sie 28cm haben. Diese Maße habe ich mir nun an meiner Skizze notiert. Bei diesen Maßen habe ich noch KEINE Nahtzugabe eingerechnet – diese berücksichtige ich erst zum Schluss beim Zuschnitt.

Das zweite Fach sollte bei mir ein sehr breites werden, in dem die Fernbedienungen einzelne Fächer sowie ein Schreibblock Platz finden sollte. Um die Höhe zu bestimmen, habe ich die kleinste Bedienung als Maß genommen. Es wäre sonst äußerst unhandlich, wenn diese komplett im Fach versinken würde.

Wenn du die Breite bemisst, darfst du das Maßband nicht platt auf den Grundstoff legen, sondern musst alles mit einbeziehen. Gerade bei den Gegenständen die mehr auftragen, würde dir so viel Stoff fehlen, dass es am Ende nicht mehr passt. Lass auch die hinteren Sachen (in meinem Fall die Zeitung) zum Abmessen der anderen Fächer liegen. Denn auch beim Annähen später muss es passen, wenn dahinter schon eine Tasche ist.

Zu guter Letzt habe ich das 3. Fach ausgemessen.

Hier meine Skizze mit den abgemessenen Maßen.

Zuschnitt

Nimm dir nun deinen Wunschstoff für die Taschen und lege ihn in den Bruch. Nun schneidest du deine Tasche direkt doppellagig zu und fügst an dieser Stelle eine Nahtzugabe von 0,75cm an den 3 Schnittseiten dazu. An welcher Seite zum Schluss die Bruchkante ist, ist eigentlich egal. Da kommt es ganz darauf an, wie du das Muster deines Stoffes ausrichten möchtest.

Wie du siehst, ist der Bruch mal oben, mal an der Seite. Dies ergab sich einfach, weil ich die Streifen mal quer und mal längs haben wollte.

Vorarbeit

Du hast nun 3 Stoffteile vor dir liegen. Klappe diese nun über die Bruchkante rechts auf rechts zusammen und fixiere dir die Ecken mit WonderClips.

Nun nähst du mit der Overlock oder Nähmaschine bis auf ein Stück als Wendeöffnug einmal um die offenen Kanten.

Nachdem du die schönen Seiten der Stoffe über die Öffnung nach außen geholt hast, werden die Taschenrohlinge mit dem Bügeleisen einmal schön glatt gebügelt.

Ich mag ja persönlich gern Borden, Spitzen und Rüschen. Wenn dir das auch gefällt, dann kannst du diese nun an der oberen Kante deiner Taschen annähen. Lass sie am Ende einfach zwei Zentimeter überstehen. Beim Annähen klappst du es später einfach nach hinten.

zusammen nähen

Jetzt geht es ans Eingemachte. Damit zum Schluss auch wirklich alles passt, empfehle ich dir, wieder deine Gegenstände zurecht zu legen, die Tasche darauf auszurichten und sie so direkt mit Stecknadeln festzustecken.

Und nun geht es mit der normalen Nähmaschine und einem Geradstich einmal ringsherum. Die obere Kante bleibt natürlich offen. Sonst wäre es zum Schluss etwas unpraktisch :D.

 

Beim Festnähen wird nun auch automatisch die Wendeöffnung mit verschlossen.

Damit es nicht zu viele Stofflagen unter der Nähmaschine werden, habe ich mich entschlossen, die oberste Tasche separat auf die mittlere zu nähen und diese beiden anschließend komplett aufzubringen.

Nun geht es auch hier wieder mit der Nähmaschine an 3 Seiten entlang. Du solltest zum Stabilisieren der Ecken mehrfach vor und zurück nähen. Damit minderst du das Risiko, dass die Taschen bei etwas mehr Zugkraft ausreißen könnten. Die Borde klappst du wieder nach hinten, bevor du die Ecke annähst.

Als Nächstes wird nun erst der rechte Teil für den Notizblock ringsum angenäht, sowie die äußere Kante beim Fernbedienungteil.

Da wir den Stoff etwas luftig annähen, damit man auch etwas hineinpacken kann in die Taschen, musst du dies auch an der unteren Kante ausgleichen und eventuell eine kleine Falte einarbeiten. Stecke sie dir am Besten vorher fest, damit sie an einer Stelle ist, die wenig auffällt, bzw. mittig sitzt.

Jetzt schiebst du die Fernbedienungen an ihren vorgesehenen Platz und steckst dir mit Stecknadeln ab, wo du die Tasche unterteilst. Hier möchte ich dir den Tipp geben die große Tasche nicht einfach durch 3 zu teilen. Zumindest bei uns sind alle Bedienungen unterschiedlich dick, sodass am Ende die Größte nicht gepasst hätte und die kleinste zu viel Luft gehabt hätte.

Und nun nähst du einfach gerade von oben nach unten, also von Markierung zu Markierung. Du kannst dir natürlich als Hilfestellung auch eine Linie mit Schneiderkreide ziehen.

Da die Taschen ein gewissen Volumen haben, musst du die untere Kante noch in Falten legen. Dafür drückst du die einzelnen Fächer platt und fixierst dir die entstandenen Falten mit Nadeln.

Und nun die untere Kante einmal bis zur Mitte annähen.

Fertig!

Das Utensilo ist wirklich eine Bereicherung bei uns. Sogar der Mann des Hauses ist begeistert, dass alles griffbereit, aber dennoch „weggeräumt“ ist. Je nachdem, ob wir allein sind, oder Besuch da ist, wandert es einfach von Rücken- auf Armlehne.

Falls du Angst hast, dass die Nähmaschine mit dem Filz nicht zurecht kommt, dann kann ich dir diese Angst nehmen. Durch die raue Beschaffenheit transportiert der Fuß das Filz super und hat auch keinerlei Probleme mit Filz + 2 Schichten Baumwolle.

Wenn ich deine Lust auf Ordnung geweckt habe, dann pinn dir diese Anleitung doch gern auf Pinterst damit es dir nicht mehr verloren geht.

 

Viel Freude beim Nachnähen

deine Sandra

2 Kommentare

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