Du hast dich schon immer gefragt, wie man genähte Kleidung so schön raffen kann? Genau das möchte ich dir heute zeigen. Diese Nähtechnik nennt sich in der Fachsprache „Stoff smoken“ und ist eine Handarbeitstechnik mit Tradition. Wie bei vielen Nähgrundlagen gibt es verschiedene Varianten um ans Ziel zu kommen. Ich möchte dir heute die meiner Meinung nach schnellste und einfachste Art und Weise präsentieren, wie du auch als Anfänger super Smoken kannst. Du darfst also gespannt sein.

Vorab: Ich selbst, habe mich immer ein wenig davor gescheut, diese Methode auszuprobieren. Die Angst, dass es nicht funktioniert, war einfach zu groß. Im Schrank lag jedoch die ganze Zeit ein Baumwollstoff, der in meiner Vorstellung das perfekt gesmokte Kleid abgeben würde. Also war die Lust entfacht und so habe ich mir ein Stück Probestoff geschnappt und es einfach ausprobiert. Und siehe da: Es hat direkt auf Anhieb geklappt. Mit diesem Test war meine Lust auf Smoken entfacht und das Eis förmlich gebrochen. Für mich ist es heute eine wunderschöne Art geworden, ein Bündchen oder ein breites Gummiband zu ersetzen.

DEIN MATERIAL

Das Gute an dieser Sache ist: Du benötigst keine umständlichen Produkte und kannst mit deiner Nähmaschine smoken. Neben deinen üblichen Nähutensilien benötigst du lediglich noch eine Spule Nähgummi (Gummifaden) wie dieses hier:

Alle weiteren Nähmaterialien habe ich dir hier verlinkt*:

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Mein Beispiel zeige ich dir an einer Mädchenhose. Natürlich nicht an einfach irgendeiner Hose, sondern unserer Jogging Rockers. Den Schnitt dazu bekommst du gratis oder zu einem Preis deiner Wahl im Einzigartig Shop. Ich bitte dich zu bedenken, dass du mit deiner Zahlung unsere Arbeit und damit auch neue Schnittmuster unterstützt. Wir möchten auf diese Weise auch denjenigen das Nähen möglich machen, die weniger Mittel für ihr Hobby zur Verfügung haben.

 

DIE VORBEREITUNG

Mein Plan war es, die Hose am Hosenbund nur an der Hinterseite zu smoken und an der Vorderseite mit einem Bindeband zu nähen. So habe ich jeweils das Hinterteil und das Vorderteil an den Oberkanten zusammen genäht. Das Vorderteil habe ich also erst einmal ignoriert und das Hinterteil zum Smoken bereit gelegt.

Damit du mit dem Gummifaden nähen kannst, musst du diesen auf deine Spule aufwickeln. Ziehe den Gummifaden nicht auf Spannung, aber lasse es auch nicht zu locker. Ich würde jetzt mal so aus dem Bauch heraus sagen: Lieber etwas lockerer aufwickeln, statt zu fest.

Lege anschließend deine Unterspule wie gewohnt in deine Nähmaschine ein. Als Oberfaden benutzt du dein normales Nähgarn, welches zu deinem Nähprojekt farbig passt.

An deiner Nähmaschine stellst du die Fadenspannung auf 0. Wähle einen geraden Stich und wähle die Stichlänge im Mittelfeld. Bei meiner Nähmaschine benutzte ich einen Stichlänge von 3,5. Habe aber keine Angst, dich ein wenig auszuprobieren. Beim Smoken werden kleine Fehler verziehen, da sie später nicht mehr sichtbar sind – dank Raffung. Das heißt auf gut deutsch: Wenn dir die erste Reihe noch nicht gefällt, kannst du in der nächsten Reihe nachjustieren.

JETZT WIRD GENÄHT

Du beginnst nun deine erste Naht parallel zu deiner Stoffkante.

Nähe ein Stück gerade und dann verknotest du per Hand den Gummifaden und deinen Oberfaden am Stoffanfang (dort wo die Reihe beginnt).

Nach dem du die Naht bis zum Schluss genäht hast, schneidest du beide Fäden ab und verknotest auch das Ende der Naht.

Nun nähst du jede Reihe nach und nach auf immer gleiche Art und Weise. Entscheide dich für einen festen Abstand der Reihen. Das kann eine ganze Nähfußbreite sein oder auch ein halbes Nähfüßchen. Je mehr Reihen du mit dem Gummifaden nähst, je mehr kräuselt sich der Stoff und je fester wird der Bund.

So sieht es fertig aus: Auf der Oberseite hast du die normale Naht mit deinem Oberfaden und auf der Innenseite hast du deinen Gummifaden.

SO NÄHST DU DIE EINZELNEN TEILE NACH DEM SMOKEN ZUSAMMEN

Wenn du ein Teil gesmokt hast, kannst du die einzelnen Schnittmusterteile nicht mehr mit der Overlock zusammen nähen. Der Gummifaden würde dabei „verletzt“ werden und dementsprechend die Reihen wieder aufspringen.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder die Naht mit der Nähmaschine mit einem elastischen Stich (ZickZack, Fakeoverlock, dreifach Geradstich …)  schließen oder du nähst mit der Overlock, ohne abzuschneiden.

Bei der Overlock hast du bei den meisten Maschinen die Möglichkeit, das Messer nach unten zu drehen, abzusenken oder zu deaktivieren. Wenn du dir unsicher bist, lohnt sich der Blick in die Betriebsanleitung. Alternativ legst du die zwei Stofflagen so hin, dass der gesmokte Stoff nicht geschnitten wird. So habe ich das bei der Jogging Rockers gemacht. Die gesmokte Seite habe ich nach oben gelegt, dass ich die einzelnen Gummifäden sehen kann. Mit einer Pinzette* habe ich die einzelnen Fäden umgelegt und dann langsam so genäht, dass nur der untere Stoff geschnitten wird. Das ging auch sehr gut.

WIE DIE HOSE WEITER GENÄHT WURDE?

Bevor ich das Vorderteil und das Hinterteil zusammen genäht habe, habe ich die Bindebänder aus dem gleichen Stoff vorbereitet. Diese heftete ich am Vorderteil auf Taillenhöhe fest und nähte sie mit ein. Erst jetzt wurden die Seiten in einem Zug geschlossen.

Der Plan war, auch die Beinbündchen zu smoken. Also habe ich nun erst die Beinbündchen gesäumt und dann erst die Mittelnaht geschlossen. Fertig war die neue Lieblingshose für meine kleine Freundin.

ALLE SCHRITTE IM VIDEO

Wenn du ein Fan von bewegten Bildern bist schau dir gern das Video zur Anleitung an:

NOCH EIN PAAR TIPPS ZUM SMOKEN

  • Wenn du einen Stoff vernähst, der sich auftrudelt, dann musst du die erste Kante auf jeden Fall mit der Overlock versäubern oder aber umschlagen und säumen. Jersey – oder wie ich hier, Dederon-Stoff (ein alter Stoffschatz aus der DDR) – brauchst du nicht versäubern. Der trudelt sich nicht auf. Es kann maximal passieren, dass er sich beim Waschen einrollt. Aber auch das ist nicht schlimm, denn er rollt sich maximal bis zur ersten Naht ein.
  • Nähe wirklich jede Reihe einzeln. Ich habe bei meinem Kleid versucht, ein wenig Zeit zu sparen und wollte nicht nach jeder Reihe den Gummifaden mit dem Oberfaden verknoten und das ging nicht gut. Der Stoff wird sonst extrem zusammen gezogen und verformt sich.
  • Beim Smoken mit dem Gummifaden solltest du deinen bereits gekräuselten Stoff gut auseinander spannen, damit du dich an der vorherigen Naht orientieren kannst und dadurch schöne gerade Linien erhältst.

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Hast du schon mal ein Kleidungsstück gesmokt? Ich finde diese Alternative zum Bündchen wirklich klasse und es schreit nach ganz vielen weiteren Kleidungsstücken. Der Mädchenrock eignet sich auch ganz besonders gut zum smoken. HIER bekommst du den Schnitt und HIER die Grundanleitung.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachnähen
Deine Suse

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  1. Julia 16. September 2019 at 21:47

    So hatte ich das auch woanders gelesen, hat bei meiner Brother aber überhaupt nicht funktioniert. Ich brauchte einen speziellen Raffuß dafür.

    antworten
    1. Suse 17. September 2019 at 12:10

      Ach schau, das habe ich gar nicht gewusst. Aber wenn man mit einem elastischen Nähgarn näht und dann zusätzlich auch noch rafft, wird das dann nicht zu fest?

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