*Dieser Beitrag enthält Werbung für meine Heimat <3 *

Auf diesen Beitrag habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. Es bedeutet mir so viel, dir heute ein wenig von der Gegend erzählen und auch zeigen zu können, aus der ich stamme. Man könnte meinen, dass das Vogtland einen Dornröschenschlaf gehalten hat, aus dem es nun aufgewacht ist. Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn man durch Straßen und Orte läuft, die man aus den Kindheitstagen gut kennt. Du weißt, wo Tante Erna gewohnt hat. Du kennst das Haus, der Familie, die vor ein paar Jahren weggezogen ist. Du weißt, wo die schönsten Schattenplätze sind, kennst Badeseen in der Gegend und du weißt auch noch mit absoluter Sicherheit, wo der beste Apfel- und Kirschbaum steht. Genau so geht es mir, wenn ich im Vogtland unterwegs bin. Ich kenne mich aus, schließlich stammen schon meine Großeltern aus dem thüringischen und sächsischen Teil des Vogtlands, und doch hat sich zu meiner Freude inzwischen einiges getan.

Ich lade dich hiermit auf einen kleinen, emotionalen Ausflug quer durch das wunderschöne Vogtland ein und möchte dir zeigen, wie toll man hier seinen Familienurlaub oder auch einen Nachmittag verbringen kann. Am Ende hast du auf jeden Fall einen Koffer voller Ideen und ganz sicher genügend Orte, die auf deiner „Muss ich gesehen haben Liste“ landen.

Das Vogtland ist erwacht und will gesehen werden.

Früher, als ich weggezogen bin, habe ich mir oft gedacht, wie es wohl in 20 Jahren um „mein“ Vogtland stehen wird. Viele sind – wie ich – ebenfalls weggezogen und haben der Heimat den Rücken gekehrt. Damals war die Gegend in einer schlechten konjunkturellen Lage. Große, namenhafte Unternehmen, Industrie oder große Unis suchte man hier vergeblich. Uns jungen Menschen fehlte es schlicht an Perspektiven und vielleicht auch an Mut, Geld und Ideen. Wir kehrten unserer Heimat schweren Herzens den Rücken und das, obwohl die Natur hier so einmalig ist: Wälder, Felder, Wanderwege, Bäche, Stauseen und viele niedliche, landwirtschaftlich geprägte Orte. Glücklicherweise gingen nicht alle fort und es kamen Menschen mit Ideen hinzu. Die Zeit war reif und das Vogtland, welches sich übrigens aus dem Grenzgebiet der drei Bundesländer Thüringen, Sachsen und Bayern zusammenschließt, erwachte aus seinem Dornröschenschlaf.

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Hättest du gewusst, wie schön das Vogtland für Familien ist?

Gerade für Familien hat das Vogtland meiner Meinung nach so viel zu bieten, dass jeder auf seine Kosten kommt. Durch die idyllische Gegend der Mittelgebirgslandschaft, ist sogar Wintersport garantiert. Im Sommer warten dafür die Erholungsgebiete um die Talsperren Pöhl, Pirk und Weidatalsperre auf einen Besuch. Da alles recht dicht beinander liegt, könnte man theoretisch jeden Tag eine andere Talsperre erkunden und das Schöne ist: In den Meisten ist Baden absolut erlaubt. Durch natürliche Quellen haben sich zudem einige Städte zu Kurorten entwickelt und bieten mit ihren Thermen ebenfalls Ausflugsziele. Allumfassend könnte man also sagen: Hier ist immer etwas los für jedermann. Ich möchte dir ein paar meiner Lieblingsorte da lassen.

Unser letzter Trip ging über ein Wochenende und wir waren rund um die Gegend in Zeulenroda unterwegs. Zeulenroda hat für einen Familienurlaub eine sehr schöne Ausgangslage, da es recht zentral liegt. Übernachtet haben wir im Bio Seehotel, welches Familienzimmer bereit hält und allein durch das Panoramarestaurant mit Blick über das Zeulenrodaer Meer gigantisch ist.

Bei Instagram hatte ich ein wenig begleitet und mich daraufhin riesig gefreut, als die Ersten mir schrieben, dass sie direkt gebucht haben. Das Hotel liegt auch einfach günstig. Es ist etwas abgeschieden, mitten im Grünen, direkt neben der Zeulenrodaer Talsperre und dem 3km langen Panoramaweg (barrierefrei). Zu Fuß haben wir uns auf dem Weg zum Tiergehege gemacht und die schönste Herbstnatur überhaupt genossen.

Das Highlight des Tages war eine wunderschöne Kutschfahrt durch die Gegend, bei der wir uns im gemütlichen Tempo angeschaut haben, was in den letzten Jahren hier so passiert ist. Die Kinder waren ebenso begeistert, denn sie durften selbst einmal kutschen 😉 Bei der Gelegenheit erfuhren wir auch, dass das Tiergehege Zeulenroda ein Projekt ist, dass zu großen Teilen ehrenamtlich seit mehr als 50 Jahren auf die Beine gestellt wurde und keinen Eintritt seit eh und je verlangt. Futterspenden und Geldspenden werden natürlich gerne angenommen – ohne sie wäre ein Fortbestehen auch gar nicht möglich. Zudem kann man mit Voranmeldung auch Pony oder Esel reiten und – so wie wir – Kutsche fahren. Ich habe mir sagen lassen, dass oben am Tiergehege im Winter eine super Rodelbahn für Schlitten sein soll 😉

Wie oft kommt man schon dazu einmal ein Rehkitz zu streicheln?

Unsere beiden persönlichen „Tourguides“ erzählten uns allerhand Wissenswertes über die Gegend. Uns fiel auf, dass uns das Tiergehege als Kinder trotz nur 15 Fahrminuten Entfernung gar nicht geläufig war. Wahrscheinlich lag es schlicht daran, dass die Talsperre Zeulenroda bis Anfang der 2000er Jahre nicht zum Baden freigegeben war und die Gegend deshalb für uns weniger im Fokus stand. Wir redeten aber auch über viel ernstere Themen, wie zum Beispiel Umweltschutz, Artenerhalt, die Gefahr von Monokulturen und das Bienensterben. Die Pfleger des Tiergeheges legen Wert darauf, dass die Tiere wesentlich größere Gehege haben, als die Vorschrift besagt und beteiligen sich an verschiedensten Projekten zum Erhalt der Landschaft. Zudem sehen sie es als wichtig an Kinder schon frühzeitig in Kontakt mit heimischen Tieren zu bringen, nur so wächst das Gefühl dafür diese Tiere schützen zu wollen. Zwischen den Wäldern, auf freistehenden Wiesen haben sie zudem im letzten Jahr eine Streuobstwiese angelegt, wovon wiederum die Tiere und Insekten profitieren werden. Die Rundfahrt beendeten wir mit einer einheitlichen Meinung: Einer alleine kann nicht die Probleme alleine lösen. Es braucht uns alle dafür und jeder trägt seinen Anteil dazu bei. Unser Aufenthalt fing also nicht nur mit Eindrücken für das Auge, sondern vor allem auch für den Kopf an und wirkte nach. Diese Kutschfahrt, mit für uns fremden Menschen, endete mit tiefgründigen, freundlichen und herzlichen Gesprächen.

wunderschöne Ausblicke offenbarten sich bei der Kutschfahrt

Das Wetter hatten wir zugegebenermaßen ab dem 2. Tag auf unserer Seite. Es erwartete uns strahlend blauer Himmel bei angenehmen, milden Temperaturen. So machten wir uns auf, um den Pöllwitzer Wald zu erkunden und machten zuvor noch einen Abstecher zur Drachenhöhle Syrau. Hier kann ich nur empfehlen unbedingt die Führung zu buchen. Diese war für Kinder wirklich toll gemacht und man bekommt einen Eindruck davon, welch Wunder unter unserer Erde eigentlich vor sich gehen und wie schützenswert, aber auch verletzlich diese Erde ist. Ich glaube kaum ein anderer Ort schafft es Kinder und Erwachsene gleichermaßen für Gesteine zu begeistern. Die Höhle wurde früher nur durch Zufall gefunden und ist nun ein kleine Schatzkammer des Vogtlands. Besonderes Highlight, dass ich selbst auch noch nicht kannte, ist heute die Lasershow, die die Sage um den Drachen von Syrau erzählt und die Höhle in magisches Licht hüllt.

Lasershow in der Drachenhöhle Syrau
besonders schön anzusehen, wie es glitzert

Den Pöllwitzer Wald mit dem Moorerlebnispfad kannte ich selbst nicht und war umso beeindruckter, als wir nach rund 2,5 km Wanderweg plötzlich vor einem Holzbohlenpfad standen, inmitten eines Marienkäferschwarms. Die Sonne schien so stark und es war so schön warm, dass ich durch die Vegetation hin und wieder an die Heide denken musste. Der Pöllwitzer Wald mit dem Moorerlebnispfad, dem Aussichtssturm und den Spielen für Kinder ist für mich wirklich einer der echten Geheimtipps unseres Ausflugs. Hier lohnt es sich übrigens auch Räder auszuleihen und eine Radtour zu machen. Es ist herrlich ruhig und wir haben so viele verschiedene Tiere entdeckt. Unter anderem 2 Kreuzottern. Nie zuvor habe ich eine freilebende Kreuzotter aus nächster Nähe betrachten können (Achtung: giftig).

Aussichtsturm Moorerlebnispfad

Mein Tipp: Unbedingt Picknick einpacken und hier schön picknicken. Bänke und Rastmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden.

Moorerlebnispfad Pöllwitzer Wald

Am Sonntag machten wir uns auf zum Aussichtsturm Kreuztanne in Langenwetzendorf. Vom 12,5 m hohen Turm konnten wir einen Blick über die anliegenden Dörfer erhaschen und noch einmal die vielen, vielen Wälder auf uns wirken lassen. Ein klein bisschen Wehmut macht sich dann schon in einem breit und die Frage klopft leise, warum man eigentlich aus dieser einmaligen Natur weggezogen ist.

Auf der Heimfahrt konnten wir Rast auf dem Kulturhof Zickra machen. Dort war am Wochenende traditioneller Handwerkermarkt und als kleine Selbermacherin liebe ich solche Märkte und schlendere tierisch gerne an den verschiedenen Ständen vorbei. Es war irre viel los, aber es gab auch wirklich schöne Sachen. Ich bin auf jeden Fall mit vollem Bauch und vielen Inspirationen und auch Adressen wieder nach Hause gefahren.

Der Kulturhof hat nicht nur zum Handwerkermarkt geöffnet. Man kann dort ganzjährig im Hofcafe des traditionell Fachwerkhauses etwas Heimat genießen und findet einen Treffpunkt für alte Handwerke und Künstler. Alle Kuchen und Torten werden übrigens selbst zubereitet und der Kaffee wird ebenfalls ganz in der Nähe geröstet. Kinder sind herzlich willkommen.

Und wenn man einmal in Zickra ist, dann lohnt sich auch ein Besuch in Weida mit der schönen, alten Osterburg. Besonders in den warmen Monaten kann man hier den Schlossgarten bewundern und sich das Museum anschauen. Zudem lohnt es sich immer einmal wieder einen Blick in den Veranstaltungskalender der Osterburg zu werfen. Im Auto waren wir von den Eindrücken erst einmal geplättet, aber auch irgendwie gerührt, weil man merkt, dass es in der Heimat des Herzens vorwärts geht.

Auf einen Blick – empfehlenswerte Vogtländer Ausflugsziele im Freien

 

 

Schlechtwetterausflüge im Vogtland:

Familienfreundliche Unterkünfte:

 

Zum Abschluss meines Beitrags möchte ich noch auf die Leserfragen eingehen, die mir im Vorfeld gestellt wurden. Sollte deine Frage nicht beantwortet werden, hinterlasse gerne einen Kommentar oder wirf einen Blick auf: https://www.vogtland-tourismus.de/

Wie ist das mit Hunden im Vogtland?

Ich habe von meinen Lesern eine Frage bemerkenswert häufig erhalten und das ist die, ob Hunde hier willkommen sind. Ich habe deshalb besonders darauf geachtet und musste feststellen, dass es nur ein Ausflugsziel gab, auf das ich mit Hunden aus Rücksicht zum Tier verzichten würde und das ist die Drachenhöhle Syrau. Dort ist es ungefähr 10 Grad, ziemlich dunkel und nass und ich glaube, dass es Hunden nur wenig Spaß bereiten dürfte Treppenstufen rauf und wieder runter zu hüpfen. Ansonsten kann man den Hund auf jeden Fall mit ins Vogtland nehmen. Durch die vielen Wanderwege ist es geradezu ideal. Die meisten Unterkünfte bieten deshalb auch spezielle Zimmer für Familien mit Vierbeinern an.

Die beste Reisezeit – Wann lohnt es sich am meisten Urlaub im Vogtland zu machen?

Hier geben sich Wintersportgebiete und Badestrände die Hand. Deshalb lautet die Frage wohl mehr: Welcher Urlaubertyp bist du und was magst du am meisten? Für den Badeurlaub würde ich auf jeden Fall den Sommer wählen, genauso für den Radurlaub. Wandern ist im Herbst hier unglaublich schön und Rodeln oder Langlaufski sind im Winter ideal. Im Winter würde ich mich eher für das südliche Vogtland entscheiden, während ich im Sommer und Frühjahr eher zum nördlicheren Vogtland tendieren würde. Das Gute daran ist aber: Eigentlich muss man sich nicht entscheiden, weil viele Ziele mit einem Tagestrip erreicht werden können.

Was muss man gegessen haben?

Wenn man hier ist, sollte man auf jeden Fall einheimische Speisen kosten:

  • Thüringer Klöße oder grüne Klöße
  • Schwammspalken (Pilzeintopf)
  • Bambes (selbstgemachte Kartoffelpuffer)
  • Sauerbraten (sooooooooooo lecker und eines meiner Lieblingsgerichte, wenn ich daheim bin)
  • einen guten Gänsebraten
  • Thüringer Bratwurst
  • Hausfrauenkuchen

Wenn du ein passendes Restaurant suchst, dann schau gerne einmal hier.

Vogtland in 3 Worten:

Wenn ich das Vogtland in 3 Worten beschreiben müsste, dann wäre das wohl: freundlich, Natur, Geheimtipp. Ein Geheimtipp ist es für mich wirklich, weil die Gegend attraktiv aber eben nicht touristisch vollkommen überrannt ist.

Ich hoffe, dass du mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick über „mein Vogtland“ gewinnen konntest und würde mich umso mehr freuen, wenn du die Gegend einmal besuchst.

Es grüßt dich lieb!

Sabrina

2 Kommentare

  1. Nadine 14. November 2019 at 23:04

    Hallo.
    Vielen Dank für deinen Bericht. Mein Mann und ich kommen selbst aus dem Vogtland. Zum studieren haben wir damals der Heimat den Rücken gekehrt und sind nicht zurück gekommen. Nach deinem Beitrag packt einen etwas das Heimweh. So ganz lässt uns der Gedanke zurück zu gehen,seit Jahren nicht los. Aber mit job und Kindern wird das auch nicht einfacher.

    Danke für deine Worte. Ich hätte es nicht besser formulieren können.
    Viele Grüße.

    antworten
    1. Sabrina 15. November 2019 at 11:54

      geht mir genauso <3

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