Wir stellen uns so langsam auf den Spätsommer ein und was darf da nicht fehlen? Genau! Der Stufenrock in Maxilänge. Ich zeige dir hier, wie einfach du dir die Zuschnitte selbst berechnen kannst, denn für den Stufenrock brauchst du kein Schnittmuster.

Meinen Stufenrock hier auf dem Bild habe ich aus einem Baumwollstoff in Regenbogenfarben genäht. Das ist seit Wochen mein Lieblingsbegleiter durch den irgendwie doch etwas tristen Sommer dieses Jahr.

Mein Tipp: Nutze deine Lieblingsfarben, kombiniere nach Lust und Laune und tobe dich bei deiner Stoffwahl richtig aus.

Welcher Stoff passt besonders gut?

Wie ich schon erwähnt habe, ist mein Beispielrock aus dünner Baumwolle. Dies ging super zu nähen und ist luftig und leicht zu tragen. Beachte, dass du ca. 2 Meter Stoff vernähst. So viel Stoff hat auch ein gewisses Gewicht. Je schwerer der Stoff ist, desto schwerer wird auch der fertige Rock. Meine Anleitung bezieht sich auf nicht dehnbaren Stoff. Du könntest den Stufenrock auch aus dehnbaren Stoffen, z.B. Jersey nähen. Viskose wäre zum Beispiel auch eine gute Wahl. Verlasse dich da einfach auf deine Vorlieben.

Dieses Material benötigst du für deinen Stufenrock

Für einen guten Überblick über deine benötigten Nähutensilien bekommst du hier eine kleine Liste:

Bevor du dich an den Nähtisch setzt, nimm dir die Zeit und lies dir die gesamte Nähanleitung einmal komplett durch. Im Laufe der Anleitung bekommst du immer wieder Tipps, damit der Stufenrock ein voller Erfolg wird. Sollte ich trotz der detaillierten Beschreibung etwas vergessen haben, schreibe uns gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag. Oder nimm dir die Zeit und schaue dir das dazu gehörige Video an. Dort findest du alle Handgriffe noch mal genau erklärt.
Bei sehr dringenden Fragen lege ich dir auch unsere tolle kreative Mamahoch2 Facebook Nähgruppe ans Herz. Dort bekommst du auch schnell und unkompliziert Hilfe.

Gerne sehen wir deine Werke, die du nach unseren Schnitten genäht hast. Damit wir sie auch sehen, verlinke uns auf Instagram mit @mamahoch2_blog und bei Facebook mit @mamahoch2 und wir sehen deine gezauberten Sachen. Zusätzlich kannst du uns speziell den Stufenrock mit dem #Stufenrockmamahoch2 zeigen, indem du den Hashtag nutzt.

Was musst du zuschneiden?

Der Maxirock kommt ohne Schnittmuster aus, denn im Prinzip schneidest du nur Rechtecke zu und nähst diese aneinander. Natürlich sind zwischen dem Zuschneiden und dem Zusammen nähen noch ein paar Handgriffe zu tun, doch du wirst sehen, der Stufenrock ist ein tolles Anfängerprojekt. Du musst beim Zuschneiden wissen, wie breit und hoch die jeweiligen Rechtecke sein müssen. Das bekommst du ganz einfach durch messen und rechnen heraus. Ich zeige dir jetzt die einzelnen Schritte:

Miss dich aus

Nimm dein Maßband und miss einmal den Umfang an der Stelle, wo der Stufenrock später sitzen soll. Bei mir sitzt der Maxirock zum Beispiel zwischen Bauchnabel und Hüfte (grüne Linie). Dann bauchst du die Länge, die dein Rock am Ende haben soll. Diesen misst du von der eben gemessenen Linie bis zu deiner Wunschlänge (bei mir bis zum Köchel) aus (rote Linie).

Unsere druckbare Vorlage zum Ausdrucken

Damit du dir deine gemessenen Angaben an der Silhouette anzeichnen kannst, lade dir kostenlos unser Vorlage runter. Klicke dich in den Shop, logge dich mit deinem Konto ein und hole dir die Silhouette zum Ausdrucken auf deinen Computer:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.einzigartig.shop zu laden.

Inhalt laden

Jetzt wird gerechnet

Entscheide dich nun, aus wie vielen Teilen du den Stufenrock nähen möchtest. Mein Maxirock besteht aus jeweils 5 Zuschnitten bzw Stoffetagen, deswegen zeichne ich mir 5 Rechtecke auf. Das obere Rechteck ist das Schmalste und nach unten gehend werden die Rechtecke immer breiter. So bekommst du jetzt schon einen Eindruck von den späteren Zuschnitten.

Jetzt rechne ich die jeweilige Länge aus, die meine späteren Zuschnitten haben werden.

Bei mir beträgt die gemessene spätere Rocklänge 90 cm. Deswegen rechne ich die 90 cm : 5 (das sind die einzelnen Teile) und erhalte eine 18. Diese 18 cm ist die jeweilige Grundhöhe der einzelnen Stoffbahnen. Diese schreibe ich mir als Gedankenstütze an die Höhe der aufgezeichneten Stoffbahnen. (roter Kreis)

Wenn du deinen Stufenrock aus z.B. vier Teilen nähen möchtest, rechnest du deine Länge durch 4. Nähst du drei Teile, dann rechnest du durch 3 und wenn du 6 Rechtecke zuschneiden möchtest, dann rechnest du die Gesamtlänge eben durch 6.

Die einzelnen Zuschnitte werden später aneinander genäht und brauchen deswegen eine Nahtzugabe von 1 cm (blauer Kreis). Die 1  schreibe ich mir als Gedankenstütze über und unter die 18.

Die Kante ganz oben (für den späteren Tunnelzug) und die unterste Kante (für den späteren Saum) lasse ich vorerst ohne Nahzugabe.

An der unteren Kante (dem Saum) gebe ich einfach 3 cm Saumzugabe hinzu und schreibe diese unter die letzte 18 als Hilfestellung, damit gleich alles zusammen gerechnet werden kann. (hellblauer Saum)

An die obere Kante schreibe ich 5 cm Zugabe. Warum?

Ich habe mein Gummiband in der Höhe ausgemessen, denn dafür nähst du einen Tunnel. Dieses Maß (2 cm) multipliziere ich mit 2 und gebe 1 cm Zugabe dazu. Denn der Bauchsaum wird zweimal um das Gummiband umgeschlagen und mit jeweils einen halben cm zu einem Tunnel vernäht.

Wie breit sollen die Stoffbahnen sein?

Hier geht es wieder ein wenig um die Vorlieben. Wenn du stärkere Raffungen an den einzelnen Stoffbahnen möchtest, benötigst du auch mehr Stoff.

Ich habe mich mit dem Thema „Stufenrock“ intensiv auseinander gesetzt. Immer wieder habe ich gelesen, dass man es auch mit einer Faustformel berechnen kann (z.B x 1,5 oder Ähnlichem). Nachdem ich viele Varianten probiert habe und rumrechnete, kamen teilweise riesige Stoffbahnen heraus. Das wollte ich irgendwie vermeiden, deswegen war eine Zugabe mit immer der gleichen Zentimeterangabe für mich die perfekte Lösung. Sind wir doch mal ehrlich: Stoffe sind teuer. Auch wenn wir uns für dieses tolle Hobby entschieden haben, sind wir doch immer wieder froh, wenn wir auf Anleitungen stoßen, die auch ein wenig daran denken, wie man Stoff einsparen und trotzdem tolle Ergebnisse erziehlen kann. Also habe ich z.B. pro Stoffbahn immer 22 cm Raffzugabe hinzu gerechnet. Mein Baumwollstoff lag 1,60cm breit, das hat super gepasst, so dass ich auch bei der unteren und breitesten Bahn keine drei Stoffbahnen zuschneiden musste.

Du brauchst pro Stoffrechteck für den Stufenrock jeweils eine Vorder- und eine Rückseite, die du zuschneiden musst. Und gerade bei dem unteren Rechteck, kann es schon sein, dass deine Stoffbreite nicht ausreicht. Aber auch das ist gar kein Problem, denn du könntest die einzelnen Stoffstreifen statt in zwei gleich langen Streifen dann in drei Stoffbahnen zuschneiden. Der Rock ist sowieso eine Patchworkarbeit, da würde z.B. eine extra Naht auf der Rückseite vom Maxirock nicht groß auffallen.

So berechnest du die Breite von deinen einzelnen Stoffbahnen

Als erstes berechnest du die Breite von dem oberen und schmalsten Zuschnitt. Auf diesem Maß bauen sich alle weiteren Zuschnitte auf.

Mein gemessener Umfang beträgt 104 cm (nein, keine 90 – 60 -90 Figur) und diesen Wert halbiere ich. Denn ich berechne das Vorderteil für sich und das Rückteil für sich.

104 cm : 2 sind 52cm.

Diese 52 cm sind die Grundlage, zu der ich erst einmal 2 cm Nahtzugabe hinzurechne – jeweils einen Zentimeter links und einen Zentimeter rechts. Bei der ersten oberen Stoffbahn wären 22 cm Raff-Zugabe zu viel. Eine komplette Zugabe zwischen 10 bis 15 cm sind hier optimal. Gehe ein bisschen nach deinem Körperbau aus: Wenn das, was unter dem Rockbund sitzt, etwas breiter ist, dann nimm 15 cm und wenn du eher schmal gebaut bist, reichen auch 10 oder 12 cm. Mein Hintern und meine Hüfte sind breiter als die Taille, deswegen habe ich mich für eine Zugabe von 14 cm entschieden (Kann man auch super durch 2 rechnen). Diese 14 cm teile ich durch zwei, denn ich schneide jede Stoffbahn zweimal zu). Also rechne ich:

den halben Umfang + zweimal Nahtzugabe + die halbe Zugabe
52 cm + 2 cm + 7 cm = 61 cm

Ich schneide also einen Streifen mit einer Höhe von 24 cm (18 cm + 1 cm + 5 cm) und einer Länge von 61 cm zu.

Wie ich oben schon erwähnt habe, beträgt meine Zugabe in der Breite pro Stoffbahn 22 cm. Damit hat man am Ende eine komplette Zugabe von 44 cm und eine sichtbare Raffung und der Rock wird am Ende nicht zu ausladend. Aber du kannst natürlich genauso 23 – 24 oder 25 cm hinzu geben. Diese Angaben habe ich dir interessenhalber mal im Video berechnet (nur falls du neugierig bist).

Die restlichen Stoffbahnen berechne ich ähnlich. Ich nehme immer den ausgerechneten Wert von der Stoffbahn darüber und rechne 2 cm Nahtzugabe hinzu + meine Zugabe, um die Naht zu raffen.

Bei dem zweiten Zuschnitte rechne ich also:

vorhergehend ausgerechneten Wert + zweimal Nahtzugabe + Raffzugabe
61 cm + 2 cm + 22 cm = 85 cm

Ich schneide also den zweiten Stoffstreifen mir einer Höhe von 20 cm (18 cm + 2 cm)  und eine Länge von 85 cm zu.

Auf diese Art und Weise rechnest du dir alle Stoffbahnen aus. Denk bei dem unteren Stoffzuschnitt an die Saumzugabe in der Höhe.

EXTRA TIPP: Sollte deine Stoffbreite nicht ausreichen, um das längste Rechteck in zwei Zuschnitten zuzuschneiden, schneidest du einfach drei zu. Dafür rechnest du dein unteres Rechteck wie gerade beschrieben aus. Bei mir kam 155 cm raus. Dieses Ergebnis nimmst du mal zwei, für den kompletten Umfang und nimmst das Ergebnis dann wieder durch drei. Dann hast du die Länge, die du benötigst. Für das Beispiel an meinen Zahlen – du nimmst natürlich immer deine gemessenen Zahlen:

155 cm x 2 = 310 cm       310 cm : 3 = 103,3333 cm 
Die 3 Zuschnitte wären dann jeweils 22 cm hoch (18 cm + 1 cm + 3 cm)  und 105 cm lang (103 cm + 2 cm)

Nun geht es an die Raffungen

Nimm dir die beiden oberen Stoffzuschnitte und lege dir einen davon mit der schönen Stoffseite zu dir zeigend auf den Tisch.

Um eine Raffung zu bekommen, nähst du bei dem nächstgrößeren Zuschnitt an der Oberkante von deinem Rechteck eine gerade Naht an deiner Nähmaschine. Setze die Naht ca einen halben Zentimeter unterhalb der Schnittkante. Damit der Stich nicht zu eng wird, wähle eine große Stichlänge. Ich habe meine Nähmaschine auf 4,5 m eingestellt. Achte darauf, dass du weder den Nahtanfang noch das Nahtende verriegelst.

Nimm jetzt die Naht und ziehe vorsichtig an dem Oberfaden. Dadurch rafft sich der Stoff zusammen. Ziehe dir so Raffungen an beiden Stoffenden.

Stecke nun die geraffte Seite rechts auf rechts an die untere Kante von dem schmaleren Stoffzuschnitt. Beginne mit dem Anstecken an den beiden Außenkanten und arbeite dich nach und nach in die Mitte. Versuche die Raffungen relativ gleichmäßig zu verteilen. Die kürzere Stoffkante sollte nach dem zusammen stecken glatt liegen und ohne Schlaufen sein.

Auf diese Art und Weise raffst du jetzt immer die obere Schnittkante von dem nächstgrößeren Zuschnitt und steckst diesen dann rechts auf rechts an die freie ungeraffte Kante, vom vorhergehenden Stoff. Das erledigst du einmal für die Vorderseite vom Stufenrock und anschließend auch für die Rückseite vom Maxirock

Ab an die Nähmaschine

Nachdem du alle Stoffzuschnitte aneinander gesteckt hast, nähst du sie zusammen. Entweder machst du das mit einem Zickzackstich an der Nähmaschine oder direkt an der Overlock. Schließt du die Nähte mit der Nähmaschine und benutzt du einen Baumwollstoff, musst du die einzelnen Teile erst mit einem Zickzack Stich zusammen nähen und anschließend direkt daneben einen geraden Stich setzen. Der Zickzack Stich ist dafür da, dass sich der Stoff nicht ausfranst und den geraden Stich brauchst du, dass die Naht fest genug ist.

Wenn du das Vorderteil und das Rückteil vom Stufenrock genäht hast, legst du diese beiden Teile rechts auf rechts aufeinander. Achte darauf, dass die Quernähte parallel aufeinander liegen. Schließe dann die beiden Seitennähte.

Schlage den Saum zweimal um jeweils 1,5 cm ein, fixiere den Umschlag und nähe diesen anschließend mit einem geraden Stich fest.

Um den Tunnel für das Gummiband zu nähen, schlägst du den Bauchbund um einen halben Zentimeter ein und anschließend um die Gummihöhe + 0,5 cm. Das heißt bei mir: 2,5 cm. Nähe dann den Tunnel mit einer geraden Naht knapp an der innenliegend Umschlagkante.

Lasse in der Tunnelnaht unbedingt eine „Wendeöffnung“. Die du natürlich nicht zum Wenden brauchst, sondern um dein Gummiband hinein zu ziehen.

Um das Gummiband besser durch ziehen zu können, stich eine Sicherheitsnadel an den Anfang von deinem Gummi und schließe die Sicherheitsnadel. Sie dient dir als Führung durch den Tunnel. Nach dem durchziehen vom Gummiband schließt du es zu einem Ring. Zum Schluss schließt du die „Wendeöffnung“ und fertig ist dein Stufenrock.

Das passende Video gibt es auch

Verraten habe ich es schon zu Beginn: Diese Nähanleitung gibt es auch nochmal als Video. Dort kannst du dir vom Ausrechnen bis zum Nähen alle Schritte noch mal anschauen:

https://youtu.be/dRcUo9Hz0go

Wie findest du den Stufenrock? Ist er nicht großartig geworden? Wie ich zu Beginn schon geschrieben habe, ist er ein absoluter Sommerbegleiter. Lass uns doch eine Nachricht da, auf was du im Sommer nicht verzichten kannst.

Wie wäre es, wenn du noch einen Ballonrock für deine Tochter aus dem gleichen Stoff nähst: https://www.mamahoch2.de/2014/02/videonaehanleitung-fuer-einen-ballonrock.html
Oder du nimmst die Maße von deinem Kind und nähst genau den gleichen Rock nur in klein?

Viel Spaß beim Nachnähen
deine Suse

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.