Jesper Juul sagt ,dass man seinem Kind sagen soll, was man will. Die Supernanny sagt, dass man das Kind ab in die stille Ecke schicken darf. Dr. Herbert Renz-Polster sagt, dass man sein Kind nicht verändern oder erziehen soll, sondern begleiten. Ich sage: Alle haben Recht und doch hat keiner den „Allesschließer für das Geheimnis der Erziehung“. Ich kann euch auch sagen warum ich das denke. Dafür muss ich kein Experte sein, sondern eine Mutter: Kinder sind verschieden und wir Eltern sind verschieden. Was bei dem einen zündet, kann beim nächsten Kind schon wieder ein Schuss in den Ofen sein, ja es kann sogar bei meinem Kind ein Schuss in den Ofen sein…

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Heute möchte ich euch sagen, warum ich überhaupt darüber schreibe, und ich möchte eine Erkenntnis weitergeben. Ich möchte aber da anfangen, wo es wirklich anfing 😉

Seit Beginn des Jahres stellten wir fest, dass sich der Große veränderte. Er wurde lebhafter (das muss nichts schlechtes sein), er fragte mehr und er wollte auch mehr entscheiden. Zudem stellten wir fest, dass er sensibler wurde. Kritik oder Konsequenz fand er nicht so gut und drückte dies lautstark aus, teilweise mit Drehung und anschließendem kunstvollen Aufprall auf dem Boden. Freude drückte er ebenso deutlicher aus springen, jubel, klatschen. Mit seinen 4,5 Jahren wusste er (zumindest aus seiner Sicht) ganz genau, was er wollte und nicht wollte. Tablet schauen wollte er am liebsten täglich mehrere Stunden (gäbe es da Mama und Papa nicht, die den TV aus dem Fenster geschmissen haben und das Tablet nur für festgelegte Zeit rausrücken), ins Bett gehen (natürlich in das elterliche Bett und nicht in sein eigenes) wollte er so spät wie möglich, gesundes Essen fand er hingegen total öde und genügend trinken ebenso blöd. Sitzenbleiben am Tisch? No Way! Aufräumen mit Mama? Was für Babys. Den Kindergarten wollte er am liebsten gar nicht besuchen, lieber zu Hause bleiben. Wenn man ihn dann aber nachmittags abholte, war man auf jeden Fall zu zeitig da und es gab Geschrei…manchmal fragten wir uns wirklich, ob wir es mit einem kleinen pubertären Vorboten zutun hatten. Laut einschlägiger Literatur sollte die „Trotzkopfphase“ ja hinter uns sein. Als eines Tages dann auch der Kindergarten vermeldete, dass P. wohl „wild“ wäre und an manchen Tagen ultra mies drauf, läuteten bei mir die Alarmglocken.

Was tut eine Mutter in dieser Situation?

Genau! Sie analysiert und denkt sich: „Machen wir nur etwas falsch? Stimmt mit dem Kind was nicht? Bekommen wir es in den Griff? Und was ist, wenn nicht? Wird er dann eine Diagnose bekommen und den Stempel „schwer erziehbar“? Nachdem diese Fragen ins Leere gestellt wurden, geht man zu Schritt 2 über: Belesen und erkundigen.

Man versucht möglichst viele „Kontaktpersonen“ zum Kind über das Verhalten des Kindes auszufragen. Benimmt er sich dort auch so? Schreit er da auch bei Konsequenz? Sitzt er da ruhig am Tisch? Man beobachtet andere Eltern und denkt sich: „Klappt das bei denen einfach so oder können sie „erziehen“?. Dann fängt man an zu lesen. Man informiert sich über Erziehungstipps und spätestens an diesem Punkt ist die Verwirrung und Ratlosigkeit auf dem Höhepunkt. Zeitgleich reagiert man sensibler auf sein Kind – dank der Analyse.

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Kleidung gestellt von Maxomorra

Heute so, gestern so, morgen so oder eben anders

Ich habe mich in letzter Zeit wirklich viel informiert und meine Erkenntnis war hinterher erst einmal diese, dass jeder eine andere Meinung hat, jedoch keiner das „Richtig“ oder „Falsch“ sagen kann. Jeder erzieht anders und auch jeder Erziehungsexperte rät etwas anderes. Vom „Gleichdenken“ her bin ich wohl am meisten bei Jesper Juul, doch weiß ich, dass auch er nicht den heiligen Erziehungscode in der Hand hält.  Man liest inzwischen in Sachen Erziehung so viel unterschiedliches, ja sogar Gegensätzliches, dass man gar nicht weiß, was nun richtig oder falsch ist, weil es einfach kein Richtig und Falsch mehr gibt. Man weiß auch nicht, was funktioniert und nicht funktioniert und ganz ehrlich: für uns war es nicht die Lösung sich einen Ratgeber nach dem anderen zu nehmen und dann mal zu versuchen. Die armen Kinder denken sich dann wahrscheinlich, dass wir Schauspieler sind und sie die Versuchskaninchen. Ich wusste vor ein paar Wochen nur noch eines: es muss sich etwas ändern, denn ich hörte mich wie P.s Tonbandansage an und war am Boden zerstört, dass ich nicht mehr Herr der Lage war. P. war wiederum wegen irgendetwas aufgebracht und äußerte dies in seinem Verhalten…

Meine wirkliche Erkenntnis der Erziehung….

Wenn mir eines bewusst wurde, dann wohl mal wieder die Tatsache, dass man Erziehungsratgeber zwar zum Inspirieren lesen kann, aber diese sich nicht auf das Kind münzen lassen. Viel wichtiger ist es, dass wir anfangen die Sprache unserer Kinder zu sprechen. Mir ist bei einer realistischen Selbstbetrachtung aufgefallen, wie oft ich den Kindern eigentlich gar nicht richtig zuhöre oder nur mit halben Ohr. Mir ist auch aufgefallen, dass ich gar nichts hinterfrage. Wir sagen, dass P. und T. am Tisch still zu sitzen haben, aber wir fragen gar nicht, wieso sie überhaupt aufstehen wollen. Genauso wenig sagen wir, warum uns das wichtig ist. Diese ganze Fehlkommunikation hat dazu geführt, dass wir zwei verschiedene Sprachen gesprochen haben. P. verstand nicht, warum ich gerade jetzt will, dass er sitzen bleibt und ich verstand nicht, warum er gerade jetzt wichtigerweise aufstehen möchte und mit 4,5 Jahren kann man schon eine Menge „wichtiger Gründe haben“.

Genau das Gleiche war es mit dem Schlafen in unserem Bett. Ihr erinnert euch bestimmt an meinen Beitrag? Ich habe damals geschrieben, warum es mir egal ist, wenn er noch mit 14 bei uns schläft. Nachdem wir ihm unsere Sichtweise erklärt haben und auch die Vorzüge erläutert haben, die ein eigenes Bett hat, schläft er nur noch an manchen Tagen bei uns. Allein die Tatsache, dass er bei sich im Bett Gutenachtgeschichten hören kann, macht das eigene Bett für ihn ganz ohne unser Zutun reizvoll. Kurzum: Nicht unsere Kinder sind das „Problem“, sondern wir, weil wir sie zu dem machen, was sie sind!

Ein ganz einschneidendes Erlebnis hatten wir, als wir ihn von der Kita abholen wollten. Wir (Eltern) standen mit T. in der Hand an der Tür: „P., komm jetzt, wir wollen nach Hause!“. P. läuft weg. Früher wäre ich spätestens jetzt sauer gewesen und verzweifelt. Andere Eltern hätten vielleicht ihr Kind geschnappt. Ganz früher hätte man sein Kind bestraft für das Fehlverhalten. Eine Möglichkeit wäre es auch gewesen ihn einzufangen, nur ist das nicht meine Art. Ich hatte nun mehrere Möglichkeiten: stehen bleiben und Tonbandansagen abspulen (nicht P.s „Sprache“), Kind anschreien (nicht P.s „Sprache“) oder die Situation lösen und anschließend klären. Ich entschied mich für 3. drehte auf dem Absatz um, gab meinem Mann ein Zeichen und ging aus dem Raum nach unten. Es dauerte keine Minute und P. stürmte heulend hinterher. Er war wütend. Ich suchte den Blickkontakt und kniete mich nieder und hielt ihn fest uns sagte dann: „P., wenn wir dich holen, will ich, dass du mit nach Hause gehst. Ich werde keine Stunde auf dich warten.“. Er weinte noch mehr und sagte: „Aber, ich wollte doch nur Maximilian (Name geändert) etwas sagen und ihr hattet keine Zeit das abzuwarten.“. Auch hier habe ich erkannt, dass wir oft aneinander vorbei sprechen. Für ihn war es wichtig dem Jungen noch etwas zu sagen, für mich war es wichtig, dass er sofort (wie es sich für ein Kind gehört *pfeifffffffff*) Folge zu leisten. Ich habe meine Ansprüche über seine gestellt. Nun möchte ich die Geschichte aber nicht so stehen lassen, denn schließlich braucht man ja die Moral der Geschicht. Wir haben uns mit ihm darauf verständigt, dass er ab sofort direkt zu uns kommt und uns sagt, wenn er noch etwas „zu erledigen“ hat. Sollte dem so sein, räumen wir ihn dafür ein paar Minütchen noch ein und schon wird ein großer Ärger vermieden. Es tut uns nicht weh einen Schritt auf ihn zu zugehen und ihm auch nicht sich etwas nach unseren Bedürfnissen zu richten…

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Kleidung gestellt von Maxomorra

SO kann Erziehung funktionieren

Genau diese Erkenntnis hat einige „Probleme“ hier beseitigt. Wir hören uns zu, wir lassen uns aussprechen, wir hinterfragen ab sofort, warum jemand anders reagiert, als man es selbst gerne hätte und wir sind bereit Kompromisse zu finden. Ich selbst habe aufgehört meinem Kind zu drohen, ich halte auch nichts von bestrafen und ich überlege mir bei jeder Konsequenz, ob ich diese auch meinem Partner oder mir selbst aussprechen würde. Wir als Eltern achten darauf, dass wir genau sagen, was wir wollen und warum wir etwas wollen (an dieser Stelle danke ich dann doch mal den Herrn Juul für den Anstoß) und unsere aller wichtigste Erkenntnis: Wir fangen an die Sprache unserer Kinder zu sprechen und hören verdammt noch mal auf, uns auf das Niveau eines Kleinkindes zu stellen und dann zu erwarten, dass unser 4,5 Jähriger bitte vernünftig(er) reagiert.

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Kleidung gestellt von Maxomorra

Wir haben den Schlüssel in der Hand

Und um es abschließend nochmal zu verdeutlichen: Wir müssen damit aufhören uns selbst wie Kinder zu benehmen und dann von unseren eigenen Kindern zu erwarten, dass sie „erwachsen“ handeln – das kann nicht funktionieren! Ich sehe es immer wieder bei anderen Kindern oder Menschen in meinem Alter, die früher geschlagen wurden. Die Eltern wundern sich dann oft, warum die Kinder selbst hauen. Die Antwort ist so einfach, wie logisch: Was ich nicht will, was man mir tut, das füg ich keinem anderen zu. Dieser Satz sollte ebenso für Eltern gelten! Schlage ich mein Kind, wie kann ich dann die realistische Erwartung haben, dass es selbst nicht schlagen soll? Das ist der größte Käse der Welt!

Genauso muss es ein Ende haben, dass wir auf Nachbarstisch blicken und uns dort Werte übernehmen. Ich habe beispielsweise damit aufgehört meine Kinder zum Sitzenbleiben zu zwingen, nur weil es die Gesellschaft von uns erwarten würde. Sie sollen essen, bis sie satt sind und dürfen dann aufstehen. Im gleichen Atemzug wissen sie aber, dass mit dem Aufstehen für sie das Essen beendet ist (Nachschlag ist dann auch ausgeschlossen) und damit fahren wir gut. Mir ist es egal, ob dann einen Tisch weiter die Nase hochgezogen wird und der Kopf geschüttelt!

Wir haben aufgehört darauf zu pochen, dass sie genau das essen, worauf wir Lust haben – wenn sie es nicht wollen, können sie Alternativen wählen, müssen aber beim Kochen mit anpacken bzw. das Brot sich dann selbst schmieren (hier gilt es natürlich das Alter des Kindes zu beachten). Wir haben damit aufgehört uns mit dem morgendlichen Anziehen herumzuschlagen. Er kann mit 4,5 Jahren selbst dafür Verantwortung tragen. Braucht er Hilfe, dann bekommt er diese – er muss es nur sagen. Bummelt er, geht Spielzeit verloren oder er muss dementsprechend eher aufstehen, die Konsequenz sprechen wir nicht aus – sie folgt von selbst. Wir haben aufgehört die Kinder die ganze Zeit zu bespaßen – Sie können gut selbst entscheiden, wann sie spielen wollen und JEDER braucht auch mal seine Zeit für sich. Möchten sie zusammen spielen, werden sie uns das sagen. Wir haben aufgehört den kompletten Haushalt zu übernehmen. Die Kinder lernen schnell, dass durch freiwilliges Helfen mehr Zeit für „schöne, gemeinsame Momente“ übrig bleibt.

 

Für all die Sachen braucht es keine Strafe oder Verbote, denn die Konsequenz erkennen sie von ganz alleine und diese ergibt sich ohne Ankündigung automatisch. Trinkt das Kind zu wenig Wasser, bekommt es den Kakao eben erst, nachdem es ein halbes Glas Wasser getrunken hat. Bedingung ist auch hier wieder, dass wir Eltern es vorleben. Bei allen Punkten haben wir Eltern den individuellen Erziehungscode selbst in der Hand für unsere Kinder – wir wissen es nur nicht, wir müssen es erst begreifen und manchmal uns auch selbst ein wenig aus dem „Dreck ziehen“ und verändern. Wichtig ist immer, dass wir reden und uns auf die Ebene des Kindes stellen und erklären: „Weißt du, lass uns doch schnell zusammen den Trockner einräumen, dann schaffen wir sicher noch deine gewünschte Runde Karten.“ Lehnt das Kind dies ab, so ist es eben dessen Entscheidung. „Auch, wenn du noch nicht müde bist, will ich dass du jetzt in dein Bett gehst. Es ist jetzt Elternzeit und genauso wie wir heute Zeit mit dir verbracht haben, wollen wir jetzt alleine unsere Zeit verbringen.“.

 

Achso und wer sich jetzt denkt: Und was macht sie, wenn ihr P. jetzt anderer Meinung ist und bockt und schreit? Auch das kann ich euch sagen. Natürlich gibt es nach wie vor Punkte, die zu Traurigkeit oder Wut führen, wie zum Beispiel, dass es nicht die ganze Zeit Kakao und Saft gibt oder nur 30 min Tablet, dass Schlafenszeit ist oder Zähneputzen Pflicht ist. Dann ist es so, dass der P. bockt. In dem Fall frage ich ihn, warum er jetzt so wütend ist. In der Regel kommt: „weil ich nicht mehr gucken darf.“, „Weil ich keine Zähne putzen will.“ usw… Dann sage ich nochmal deutlich: „Du hast xy Folgen geschaut und so war es vereinbart. Du kannst nun wütend sein, aber das Tablet nehme ich trotzdem an mich.“ Damit lasse ich ihn im Raum und atme durch. Es hilft mir aus der Situation zu gehen und es hilft ihm seiner Wut freien Lauf zu lassen. In der Regel ist er 2 min später bei mir und meint, dass er sich jetzt beruhigt hat und ich nehme ihn dann in den Arm und sage, dass ich das schön finde.

 

<3 Sabrina

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  1. Pingback: 9 Tipps für ein bisschen Montessori im Kinderzimmer ⋆ Mamahoch2

  2. Nicolina 27. Januar 2018 at 9:27

    Hallo liebe Sabrina,

    vielen Dank für deinen Beitrag und das du dir die Zeit genommen hast, deine Gedanken mit uns zu teilen.

    Ich selbst bin immer hin und hergerissen- bei mir toben die Kleinen und 3 Minuten später in der Kita sind sie tiefenentspannt. Wann sollte man sie zu Hause lassen? Wann muss man „hart“ sein und einfach den Plan durchziehen und sie schreiend in der Kita abgeben. Und genau diese Unentschlossenheit scheinen die Kleinen zu spüren und sie gar zu verunsichern. In der Kita läuft alles nach sachlichen Regeln ab- jeden Tag das gleiche, Regeln die für jedes Kind gleich gelten…es gibt kein Nachtisch wenn nicht gut zu Mittag gegessen wurde. Zu Hause gibt es zur Regel noch 30ig Sonderregeln…das bringt die Kleinen durcheinander. Zu Hause gibt es ehrlich gesagt oft die Regeln nach unserer Laune- sind wir entspannt, lachen wir und laufen abends geduldig 10x ins Kinderzimmer wenn die Mäuse rufen….am nächten Tag, ich gereizt und müde, flippe dann total aus, wenn die Kleinen 2x rufen…woher sollten sie wissen, wann es okay ist und wann nicht? Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Thema Kommunikation. Ich habe völlig unterschätzt, wie wenig unsere Kleinen tatsächlich unserer wirren Kommunikation folgen können, da wir oftmals sehr ungenau kommunizieren. Meine Kleine hat mich mit 2.5Jahre gefragt, was heißt heute Morgen? Eigentlich ist morgen der nächste Tag. Was bedeutet dann heute Morgen? Oder ich sage ihr, dass ist Müll, den kannst du wegwerfen. Natürlich schmiss sie es umgehend vor sich auf den Fußboden…ich kurz verwirrt, aber ja, ich habe gesagt wegwerfen! und nicht: schmeiß das bitte in den Mülleimer. Auch diese ganzen langen Sätze unserer Erklärungen und Zusammenhänge verstehen sie wirklich nicht…“wenn du das jetzt nicht anziehst, dann wirst du frieren, wenn wir rausgehen!“ Hä? Das Kind lebt im hier und jetzt und jetzt zu Hause ist es warm- zu warm um noch eine Jacke zusätzlich anzuziehen.
    Und noch etwas- wenn ich mich ärgere weil wir einen Anziehkampf haben, reagiert meine Kleine irgendwann nicht mehr auf das Anziehen oder Zähneputzen an sich genervt, sondern auf meine Reaktion und Gereiztheit. Denn wenn ich einen Spaß aus dem Anziehen mache, dann klappt es mit dem Anziehen. Bin ich aber genervt weil wir nicht vorwärts kommen und ich dann tausend „Drohungen“ ausspreche, ja dann wird es bestimmt nicht harmonisch klappen.
    Dann habe ich mich beobachtet- am Morgen bin ich 30min in der Wohnung hin und hergelaufen um beide Kinder anzuziehen, alles für die Kiga fertig zu machen. Eine halbe Stunde habe ich gebetsmühlenartig wiederholt: wir müssen JETZT los. Ganz klar, dass die Kinder irgendwann mit dem Wort „jetzt“ nichts mehr anzufangen wissen. Mit dem Wort jetzt verbinden sie…Mama springt noch ganz lange hin und her…wir haben noch zeit zum Spielen und Selbstbeschäftigen… eigentlich gibt es für mich nur eine Erklärung, warum Kinder so sind wie sie sind: weil WIR es ihnen so vorleben! Kinder lernen am meisten durch das Vorleben ihrer Mitmenschen. Also, wenn wir ungeduldig und gereizt sind, zeigt sich das bald an unseren Kindern. Wenn wir uns nicht mehr entspannen und gemütlich hinsetzen können um etwas in Ruhe zu erledigen, dann brauche ich mich nicht wundern, wenn meine Kinder wie angestochen durch die Wohnung flitzen….bevor ich also verlange, dass sich meine Kinder beruhigen, spüre ich oft in mich und stelle fest, dass ich mich erst einmal beruhigen muss….das klappt aber leider nicht immer…von außen betrachtet sieht es meistens gar nicht so schlimm aus, wir erleben es nur als schlimm….Oma lacht manchmal über manche Sachen, wobei ich innerlich am Ausflippen bin… Wir alle sind Menschen und sind nicht perfekt. Jeder hat mal schlechte Tage und mal gute, das geht wohl jedem Elternteil und jedem Kind so, und das ist in Ordnung.

    antworten
    1. Sabrina 27. Januar 2018 at 11:12

      Danke für deine Zeilen <3

  3. Manni 8. November 2016 at 2:25

    Liebe Sabrina, danke das du dir die Zeit genommen hast um sagen wir mal Dinge zu erklären, die jeder eh weiß und Beispiele zu liefern wie man es besser Nicht machen sollte. Warum räumst du die Waschmaschine nicht Abends ein und spielst dafür mehr am Tag mit deinem Kind? Dann ist es vielleicht auch müder Abends… Zitat: „unverantwortliche, selbstherrliche Erwachsene “ ja genau das bist DU. Aber danke, dass du Eltern sagst, sie sollten sich verändern, aber andererseits ist es dir egal..oder doch nicht… Du weißt es selbst nicht. Wie bitte? Dein 14jähriger Sohn schläft bei euch im Bett und du ließt ihm noch was vor? Also obwohl du ihn ach so toll in die Hausarbeit integrierst (was irgendwie normal ist, aber du tust so als hättest du es erfunden) benimmt er sich wie ein Kleinkind!? Ist dir das gar nicht peinlich dann noch Tipps zu geben? Ja jetzt kommen sicher Kommentare: ach lass sie doch. Sie backt so toll. Die Sabrina ist ne ganz liebe. Du bist so gemein… 🙂 Machts gut

    antworten
    1. Sabrina 8. November 2016 at 10:05

      Ironie? Sarkasmus? Text nicht verstanden? DANKE

  4. Fanny Becker 30. März 2016 at 9:57

    Einfach nur DANKE für diesen wertvollen Beitrag!
    Ich bin Stiefmama von einem 7jährigen Bonussohn und Mama einer 11 Monate alten Tochter. Ich kann das alles unterschreiben, und ich kann mir noch einiges als Inspiration mitnehmen! Bin berührt von dieser liebevollen achtsamen Einstellung deiner Kinder gegenüber! Alles Liebe, Fanny

    antworten
  5. sandra 15. März 2016 at 16:05

    ein wunderschöner artikel! danke dafür

    antworten
  6. Biene 11. März 2016 at 12:24

    Kompliment, schöner Artikel.
    Man hört hier wenigstens immer raus, dass man mit Problemen nicht alleine da steht.
    Meine Maus ist grade auch in dem Alter (fast 3), wo sie mir versucht Anweisungen zu geben und ihren Willen durchzusetzen.
    Ich habe, so denke ich, bisher auch einen ganz guten Mittelweg gefunden. Wenn sie in die Kita oder zum Schlafengehen ihre Hose gerne verkehrt herum anziehen will – soll sie halt, sie muss damit klar kommen. Passt es farblich nicht, oder sieht es vielleicht etwas ulkig aus – soll sie halt, wenn sie es schön findet. Ich denke da gibt es schlimmeres.
    Ich habe einen klugen Spruch bei einer anderen Bloggerseite gelesen (weiß nicht, ob ich die nennen sollte). Jedenfalls meinte die Mutti dort in etwa: Wenn etwas nicht lebensbedrohlich oder schädlich für das Kind ist, sollte man überlegen, ob es überhaupt notwendig ist deswegen zu brüllen und seine Kraft daran zu verschwenden.
    An diesen Spruch muss ich nun manchmal denken, wenn wieder eine doofe Situation ist und ich eigentlich nicht möchte, dass sie jetzt dieses oder jenes macht, dann versuche ich ruhig zu bleiben und sie eben ihre eigenen eventuellen Fehler machen zu lassen. Um mich manchmal belehren zu lassen oder zumindest meine Ruhe zu haben, auch wenn es länger dauert.
    Das geht nciht immer, das weiß ich. Aber wenn man die Zeit hat, sollte man sich eben überlegen, ob man Kraft aufwendet oder eben lässt. Und wenn es mal ganz schlimm ist und sie keine Einsicht hat oder sich eben ins Gebrüll verliert, mache ich es auch hin und wieder so, dass ich sie alleine lasse, um dann immer mal wieder nach ihr zu gucken, ob wieder alles gut ist. Hilft komischerweise.

    Jedoch finde ich es auch wichtig, viel mit dem Kind zu reden, ihr Regeln zu erklären oder warum dieses oder jenes so gemacht/gewünscht ist und auch mal Komprisse einzugehen.

    antworten
  7. Frollein M 9. März 2016 at 11:22

    Ein schöner Artikel! „Redet miteinander“ passt eigentlich auf alle Beziehungen.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ausgerechnet in der Familie die Kommunikation leidet, man kennt den anderen ja und weiß wie er tickt, man macht sich nicht mehr die Mühe, genau hinzuhören. Aber gerade Kinder verändern sich doch laufend, manchmal gefühlt von einem Tag auf den anderen. So wie unsere Kinder sich entwickeln, entwickeln wir uns als Eltern schließlich mit.
    Auch ich ertappe mich dabei, wie ich beim Umgang mit meiner Tochter manchmal Schema F und die „Tonbandansage“ walten lasse. Erst kürzlich hatte ich ebenfalls mal wieder die Erkenntnis „so geht es nicht (mehr)“, und nun grübeln wir ein wenig. Danke für den Denkanstoß.

    antworten
  8. Marie 7. März 2016 at 15:45

    Wie schön, dass es noch mehr Eltern gibt, die anfangen „umzudenken“. ?
    Unser kleiner Wirbelwind ist nun 17 Monate und wollte letztens ihre Gießkanne mit ins Bett nehmen. Erst denkt man – Nein, auf keinen Fall! Und dann habe ich überlegt, ob sie überhaupt einen Unterschied zwischen Kuscheltier und Gießkanne sieht. Für sie ist doch alles Spielzeug. Also hab ich es ihr erlaubt und sie ist wie immer glücklich in ihr Bett gegangen. Auch da schütteln viele den Kopf, aber für uns funktioniert es. ?

    Liebe Grüße und macht weiter so

    Marie

    antworten
    1. Sabrina 7. März 2016 at 15:47

      ein tolles Beispiel – was wissen wir Erwachsenen auch schon von der kindlichen Sichtweise. Die haben wir abgelegt, als man uns selbst nicht mehr Kind sein lies…

    2. Jessi 7. März 2016 at 21:26

      😀 das Beispiel finde ich super…genau so ist es doch auch…super!!!

  9. Nicole 7. März 2016 at 15:12

    Das hast du toll geschrieben und spricht mir aus der Seele. Mein Sohn ist fast 8 Jahre alt. Und das letzte Jahr hat er mich ganz schön auf die Probe gestellt. Meine Nerven sind momentan nur hauchdünn. Das Motto: gegen Mama… !

    Es wird langsam besser… Aber Dein Artikel hat mich an vieles erinnern lassen… Durchatmen… Das wird schon!

    Vielen Dank!

    antworten
  10. Sabine 7. März 2016 at 13:06

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich habe mich in vielen Sätzen wiedererkannt. Möchte noch hinzufügen, dass es schöner Vergleich ein Spiegel ist. Bin ich freundlich und bereit zu Zugeständnissen, ist es mein gegenüber auch eher als wenn ich was zu erzwingen versuche. Und das gilt nicht nur für den Umgang mit Kindern. ..
    Es erfordert allerdings einiges an Taktgefühl in manch brenzliger Situation den richtigen Ton zu treffen. Und natürlich ist Voraussetzung dass man schon weiß wie das kind „spricht“.
    Aber wir Eltern sind ja auch nur Menschen und wir haben ja noch ein paar Jahre zum üben
    ; – )

    antworten
    1. Sabrina 7. März 2016 at 15:43

      ja es ist eine kleine „Lebensaufgabe“ und perfekt wird man es nie machen, aber man kann die Zeit sich entweder schwer und anstrengend gestalten oder ausgeglichen und kompromissbereit…

  11. Steffi 7. März 2016 at 13:06

    Danke für diesen schönen Text!
    Nach 6 1/2 Jahren Erziehungserfahrung ist meine wertvollste Erkenntnis, dass man sich das Leben wesentlich leichter macht, wenn man all die Erziehungsratgeber, Elternzeitschriften und gut gemeinten klugen Ratschläge einfach weg packt und sich auf das eigene Gefühl verlässt, was der richtige Weg ist. Selbstverständlich „funktioniert“ das auch nicht immer und selbstverständlich gibt es trotzdem gelegentlich laute Worte, Tränen und Türenknallen, aber wenn man dem Ganze mit etwas mehr Geduld und weniger selbst auferlegtem (Leistungs-)druck begegnet, dann sind alle Beteiligten deutlich entspannter.
    In diesem Sinne, eine entspannte Woche Euch!

    antworten
  12. Jessi 7. März 2016 at 12:01

    Vielen Dank Sabrina für diesen super Artikel. In genau der selben Phase (Sohnemann ist aber erst 2,5 Jahre-also super Trotzphase) sind wir auch gerade. Ich war es leid nur zu schimpfen, maßregeln, Konsequenzen auszusprechen, usw. Es kam der Punkt, an dem ich und mein Mann sagten, so kann es nicht weitergehen. Und wir machen es wir Ihr, ZUHÖREN!!! Warum, wieso, weshalb fragen und schon sind viele Situationen entschärft, bevor sie explodieren. Ich lasse zu viel durchgehen…das war der letzte Spruch, den ich so gehört hab. Finde ich nicht, ich höre meinem Kind einfach zu und gehe auf seine Bedürfnisse ein, so wie ich es auch von Ihm möchte. Ich bin echt froh, dass man immer mehr hört, dass viele Eltern diese Schiene einschlagen. Es klappt super so, Druck raus, Ohren ein!!!

    Vielen Dank und liebe Grüße Jessi

    antworten
    1. Sabrina 7. März 2016 at 15:46

      Ja Jessi, das Problem ist, dass man sofort in die Ecke „antiautoritär“ und damit dann im weiteren Schritt „denen ist alles egal“ gedrückt wird. Das mag nach außen hin so aussehen in machen Situationen, aber es ist immer noch ein Geben und Nehmen im Rahmen der gesetzten Säulen. Und wenn sich jemand daran anstößt, nur weil für mich etwas okay ist und für den Nächsten nicht.. tja life goes on. Mein Leben muss ja nur ich führen, nicht die anderen und ich bin gespannt auf den „Zahltag“, ob dann meine Kinder unverantwortliche, selbstherrliche Erwachsene werden oder vlt. doch ausgeglichene Menschen, die gelernt haben Kompromisse einzugehen.

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