Manche Mütter mögen für ihr Kind eine Decke und andere lieben es Schlafsäcke zu nutzen. Doch gerade bei sommerlichen Temperaturen ist es gar nicht so leicht zu entscheiden, wie viel Kleidung und Decke korrekt ist. Mir fiel es ein wenig schwer das Richtige zu finden. Die Decke hat sich mein kleiner Sohn immer wieder weg gestrampelt und lag am Ende doch ohne etwas Wärmendes im Bett. Sollte es nun also doch ein Schlafsack werden. Da war klar: Den nähe ich mir selbst!

Bevor du mit dem Zuschneiden und Nähen beginnst, nimm dir die Zeit und lies dir einmal komplett die gesamte Nähanleitung durch. Es sind viele Bilder, da ich jeden noch so kleinen Schritt für dich mitfotografiert habe. So können sich auch Nähbeginner an dieses Projekt wagen.

Als Basis für dieses Tutorial benötigst du das Ebook Tulip Rockers aus unserem Shop:

Ebook Latzkleid Tulip Rockers von Mamahoch2

Kaufe dir den Schnitt, drucke ihn aus und klebe die A4 Seiten Kante an Kante zusammen.

Material und Größe

Die Größe, die du benötigst, hängt ganz davon ab, welches Material du benutzt. Ist es ein dünner Stoff oder wird es ein einlagiger Schlafsack, dann reicht es, wenn du eine Größe größer wählst. Mein Baby trägt im Augenblick die 56 und ich habe die 62 aus dem Papierschnitt ausgeschnitten. Mein Schlafsack ist für den Sommer und aus Sommersweat und nur mit Beleg genäht. Da passt er super auch mit Schlafanzug rein. Wäre es ein Winterschlafsack aus dickem Wellnessfleece oder doppelt genäht aus Sweat, dann hätte ich eine 68 genäht. Im Schlaf sollte es nicht zu eng für die Zwerge sein. Nochmal zusammengefasst:

  • Sommerschlafsack, einlagig genäht und dünner Stoff – eine Größe größer zuschneiden
  • Winterschlafsack, zweilagig und sehr dicker Stoff – zwei Größen größer zuschneiden

Wie ich nun schon gesagt habe, brauchst du tollen dehnbaren Stoff. Ich habe es nicht mit Baumwolle ausgetestet. Jedoch war auch mein Gedanke, dass Baumwolle keinen wirklichen Wärmeeffekt hat. So suche dir schönen Sommersweat, festeren Jersey, Wellnessfleece oder Wintersweat aus deinem Stoffschrank aus. Alle weiteren Materialien, die du für dein neues Lieblingsprojekt benötigst, habe ich dir auf dem Bild verlinkt. Folge den Links* auf dem Bild und gelange so zu den Produkten*.

Nähanleitung Latzkleid Tulip Rockers

Zum Artikel

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Wie aus dem Latzkleid ein Schlafsack wird

Du benötigst zusätzlich noch A4 Seiten, um das Latzkleid zu verlängern. Ich habe direkt die Tunikalänge als Basis genommen und daran an die Seite ein Blatt geklebt und an die Unterseite 2 Blätter.

Jetzt nimmst du dein Kind und misst es von der Achsel bis zur Fußspitze aus. Zu dieser Länge gibst du noch 10 cm extra dazu und markierst dieses Maß von der Achsel an auf dem Papierschnitt bzw an den extra angeklebten Blättern.

Bei meinem Kind habe ich 43 cm gemessen und ich habe somit meine Markierung bei 53 cm gesetzt.

Diese Länge nimmst du jetzt als Anhaltspunkt, um das Unterteil vorzuzeichnen. Wie du siehst, habe ich auch ein wenig herumprobiert, bis ich die richtige Form gefunden habe. Ich habe den Tulip Rockers ab der Achsel auch ein wenig verbreitert, damit auch mit dem Reißverschluss auf der Vorderseite alles noch gut passt. Die unteren Kanten links und rechts habe ich rund gezeichnet.

Das Ganze sieht dann ausgeschnitten so aus:

Schneide dir deine Teile zu

Beim Zuschneiden hältst du dich an die Vorgaben vom Latzkleid. Halte dich an den Kennzeichnungen, welche Kante du im Stoffbruch zuschneiden musst.

Der Beleg

Beim Ebook Tulip Rockers hast du extra den Beleg zum Ausschneiden. Da du den Grundschnitt sicher auch ein wenig verbreitert hast, wie ich es getan habe, ist es einfacher, dich nicht an den vorgegebenen Belegen zu orientieren. Das Einfachste ist es jetzt, du nimmst das Vorderteil und das Rückenteil und faltest es ca. 15 – 20 cm unterhalb der Achsel ein. Danach schneidest du deinen Beleg auf den Stoff im Bruch zu.

So hast du einen genau passenden Zuschnitt. Möchtest du einen Schlafsack komplett aus zwei Lagen Stoff nähen, dann schneidest du das Vorderteil und das Rückenteil einfach doppelt zu.

Kinnschutz

Da ich dir heute einen Schlafsack zeige, der mit einem Reißverschluss zu Öffnen und Schließen ist, rate ich dir auch zu einem Kinnschutz. Dafür schneidest du einfach zweimal ca 10 cm lange langegezogene Halbkreise zu. Bei der Breite kannst du dich an der breitesten Stelle bei ca 5 cm orientieren.

Am Ende hast du zwei Außenteile zugeschnitten, zwei Belege und zwei Teile für den Kinnschutz.


Die Vorderseite und den vorderen Beleg schneidest du mittig gerade runter auseinander.

Der Reißverschluss

Habe keine Angst vor dem Einnähen des Reißverschlusses. Du kannst keinen Fehler machen.

Bei der Länge des Reißverschlusses bietet es sich natürlich am besten ein Reißverschluss an, der genau bis zu Ende des Vorderteils passt. Doch gerade bei dem Schlafsack ist das gar kein Muss. Denn du könntest deinen Reißverschluss auch verlängern. Schneide dir dafür aus deinem Stoff zwei Streifen zu, die doppelt so lang sind, wie der Zwischenraum vom Reißverschlussende bis zum Vorderteilabschluss. Falte den Streifen in der Länge und nutze diesen doppelten Streifen vorne und hinten vom Reißverschluss als Verlängerung.

Lege die Vorderteile mit der schönen Seite zu dir zeigend vor dich hin.

Beginne an einer Seite und lege den Reißverschluss parallel auf den Stoff, dass der Zipper ZUM Stoff zeigt. Du siehst die Unterseite vom Reißverschluss.

Darauf legst du den Beleg mit der rechten Stoffseite nach unten.

Stecke die drei Teile mit Stecknadeln oder Stoffklemmen ohne den Stoff zu dehnen zusammen.

Es gibt für jede Nähmaschine einen Reißverschlussfuß. Damit lässt sich präziser arbeiten und die Naht wird schön gerade, weil die Chance sehr gering ist, dass dein Nähfüßchen auf die „Zähne“ kommt. Nähe also damit den Reißverschluss zwischen das Vorderteil und den Beleg.

Wenn du die Stoffteile jetzt zusammenklappst, siehst du schon, dass die Naht innen ist. Um die zweite Seite anzunähen, lässt du den bereits genähten Teil so direkt liegen.

Die andere Seite nähst du genauso

Lege den zweiten Teil der Vorderseite mit der rechten Stoffseite vor dich hin.

Lege jetzt den Reißverschluss mit dem bereits angenähten Teil wieder so parallel auf die Stoffkante vom Reißverschluss, dass der Schieber nach unten zeigt.

Darauf kommt dann wieder der Beleg. An sich sieht man den Beleg später nicht, da er sich IM Schlafsack befindet. Doch ist es immer schön, wenn alles ordentlich und parallel ist.
(Wundere dich nicht! Ich habe bei diesem Bild den Reißverschluss schon mal geöffnet. Denn, um den Kinnschutz einzunähen, musst du die Vorderseite öffnen)

Der Kinnschutz

Als erstes nähst du die zwei Teile rechts auf rechts an der Rundung mit einem geraden Stich an deiner Nähmaschine zusammen.

Schneide die Rundung bis zu der Naht ein.

Wende deinen Kinnschutz und steppe die genähte Kante knappkantig ab.

Setze den Kinnschutz ein

VOR dem Nähen setzt du den Kinnschutz um die Oberkante von deinem Reißverschluss. Wenn du möchtest, kannst du deinen Reißverschluss kürzen, dass dieser ca einen halben Zentimeter unter der oben Halsausschnittkante endet.

Klappe nun deine Reißverschlusskante an die zu nähende Kante um (von den Zähnen weg). Das Verhindert, dass später der Schieber nach oben rausspringen kann.

Darauf steckst du deinen Kinnschutz. Du legst diesen um die obere Kante von deinem Reißverschluss. Die Rundung ist auf der gleichen Seite, wie die Zähne. Er ragt so weit über, dass auch das schon eingenähte Reißverschlussende mit schützt.

Jetzt klappst du den Beleg darüber und fixierst alles gut aneinander.

Jetzt nähst du die komplette Seite zusammen. Ich habe auf der Höhe von dem Kinnschutz die Naht doppelt genäht (also vor und zurück genäht).

Nach dem Nähen sieht es dann „außen“ so aus:

Widme dich noch mal der bereits genähten Seite

Als ich mir die eingeklappte Kante angeschaut habe, dachte ich mir, das wäre wohl auch auf der anderen Seite eine gute Idee. Also habe ich mir den Nahtauftrenner geschnappt und habe an der oberen Naht ca 5 cm noch mal aufgetrennt.

Da habe ich die Reißverschlusskante auch eingeschlagen, damit das Ende auf der gleichen Höhe ist, wie bei der Seite mit dem Kinnschutz. Um die richtige Höhe zu bekommen, habe ich einfach den Reißverschluss geschlossen und das Ende markiert.
Ich habe auch überlegt, ob man den Schritt nicht schon vor dem Nähen der Reißverschlussseite ohne den Kinnschutz machen kann. Die gleiche Höhe und den Kinnschutz anzunähen ist sicher etwas schwieriger. DOCH beim zweiten Schlafsack habe ich ERST den Kinnschutz genäht und dann die andere Seite. Das umgeht das Auftrennen.

Stecke das umgeklappte Ende fest, kürze den Rest ein wenig ein und lege den Beleg wieder drüber.

Dann nähst du die Naht wieder zu.

Wenn du den Reißverschluss bis oben schließt und die linken Stoffseiten aufeinanderlegst, sieht es schon richtig gut aus.

Die zwei Teile werden zusammen genäht

Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte und der Schlafsack ist fertig.

Das Vorderteil

Öffne den Reißverschluss wieder und nähe die Belege an die jeweiligen Seiten fest. Du kannst diese Naht ruhigen Gewissens mit deiner Nähmaschine und einem geraden Stich zusammen nähen. Die vielen Ecken, Kanten und Rundungen lassen sich mit der Overlock nicht so gut nähen. Zudem sieht man die Nähte am Ende nicht mehr.

Schneide alle Rundungen bis zur Naht ein.

Wenn du dann die Vorderseite „richtig rum“ wendest, hast du einen schönen Halsausschnitt an der Vorderseite.

Die Rückseite

Lege den Beleg so auf das Rückenteil, dass sie sich die schönen Stoffseiten anschauen.

Fixiere die obere Naht von Achsel zu Achsel.

Diesen Bereich nähst du wieder mit der Nähmaschine zusammen …

und schneidest die Rundungen bis zur Naht ein.

Gewendet sieht das Rückteil dann so aus:

Jetzt verbindest du die beiden Teile

Dafür klappst du die Belege von den Hauptteilen weg.

Lege nun das Vorderteil auf das Rückenteil. Beleg auf Belegt und Unterteil auf Unterteil. Achte darauf, dass sie die Achselnähte treffen und genau übereinander liegen.

Durch den Reißverschluss in der Mitte von deinem Vorderteil, ist das zusammen stecken eine knittrige Angelegenheit, wenn man so sagen mag. Denn du musst dich an den Nahtkanten entlang arbeiten. Am besten nutzt du für das Fixieren Stecknadeln, damit am Ende nix verrutscht. Im roten Kreis siehst du die beiden Belege aufeinander. Also lass dich beim Zusammenstecken nicht irritieren, wenn es bei dir auch nach einem Durcheinander aussieht. Das ist alles richtig. Beginne einfach an den Achselpunkten und es kann nix schiefgehen.

Am Reißverschluss steckst du einfach das Ende mit an den Rückenteil.

Nähe nun mit deiner Overlock oder deiner Nähmaschine von einem Beleg über das Schlafsackunterteil zum anderen Beleg in einem Zug.

Lasse dabei am Anfang und Ende ein Stück Faden übrig, den kannst du anschließend mit einer Nadel vernähen und in die Naht ziehen.

Kleine Feinheiten zum Schluss

Damit der Beleg schön dort bleibt, wo er hingehört, habe ich diesen mit der Nähmaschine an die Innennaht genäht. Fixiere die beiden Näht übereinander.

Und nähe eins – zweimal hin und her.

Wenn du möchtest und es auch schöner findest, dann steppe den kompletten Rand an deiner Nähmaschine noch einmal ab. Ich persönlich mag das immer sehr gerne. Es sieht einfach schöner aus. Vor dem Absteppen mache ich mir auch die Arbeit, glätte die Nähte und fixiere alles rundherum mit Stoffklemmen. Da geht das Nähen wirklich einfacher.

Meine Naht geht vom Nackenbreich über die Träge, neben dem Reißverschluss entlang und auf der anderen Seite wieder hoch bis zum Nackenbereich, wo ich begonnen habe.

So eine abgesteppte Naht macht doch echt was her, oder?

Am Ende bleiben nur noch die Knöpfe

Um die Träger schließen zu können, bringst du noch Knöpfe an. Ich habe mich für Jerseydruckknöpfe entschieden. Seit ich Babysachen nähe verwende ich sie für fast alles. Ich mag sie sehr gerne. Das Anbringen ist Kinderleicht und sie halten super. Du könntest auch Kam Snaps oder richtige Knöpfe mit Knopflöchern verwenden, wenn du magst.

Ich habe zu Beginn auf jeder Seite jeweils einen Knopf zum Zusammenstecken gewählt. In der Praxis hat es sich dann gezeigt, dass wir zum Schlafen die Träger etwas enger brauchten und so habe ich noch jeweils einen zweiten Knopf angebracht. Pssst: So haben wir auch länger was von dem Schlafsack. Da wächst er ein wenig mit. Fertig ist dein Prachtstück:


Da du sicher auch nicht nur einen Schlafsack benötigst, pinne dir die Anleitung jetzt auf Pinterest und greife immer wieder auf diesen Beitrag zurück.

Solltest du dich auch für einen Schlupfsack interessieren, dann kann ich die auch den Beitrag dazu empfehlen: https://www.mamahoch2.de/2013/03/naehwochenende-teil-2-die-aufloesung.html

Viel Spaß beim Nachnähen wünscht
deine Suse

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  1. Aiedal 3. September 2018 at 10:56

    Liebe Suse,

    ich würde mich gerne an den Schlafsack wagen. Ich bin mir aber bezüglich der Wärme etwas unsicher und hatte überlegt für mein Winterkind eine Füllung mit einzuarbeiten. Hast du da einen guten Tipp für mich, ich weiß nicht mal, wie man so was nennt. Ich hatte an eine Art Watte gedacht. Bin aber auch unsicher, ob das Baby dann nicht zu sehr schwitzt, welches Material hälst du für geeignet? Nur ein dickerer Jersey kommt mir doch etwas zu dünn vor.

    Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
    Aiedal

    antworten
    1. Sabrina 5. September 2018 at 12:16

      Hey Aiedal, Volumenvlies sollte das sein, was du suchst, jedoch müsstest du dann den Schlafsack doppelagig nähen, damit es innen verblendet ist.

    2. Aiedal 9. September 2018 at 16:37

      Vielen lieben Dank, dann kann ich mich jetzt mal umsehen 😉

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