Nähanleitung: überschnittene Ärmel

Heute haben wir eine passende Nähanleitung für alle Faulis unter euch oder auch Anfänger, die sich mit den Ärmeln nicht rumärgern möchten. Die Basis dafür bildet ein nicht zu enges Oberteilschnittmuster – wie in meinem Fall unser Comfort Rockers. Durch ein paar einfache Abänderungen am Schnittmuster werden überschnittene Ärmel gebildet, die wiederum dann zu einem tollen Oberteil vernäht werden.

überschnittene Ärmel Nähtutorial

überschnittene Ärmel

ärmel für faule nähen (2)

 

Das benötigt ihr zum Nachmachen:

ärmel für faule nähen (7)

und so gehts

1. Schneidet eure Schnittmusterteile wie angegeben zu.

2. Nun wird der Ärmel an die „Ausbuchtung“ oder „Kurve“ für den Achselbereich so gelegt, dass diese mit der Mitte des Ärmels abschließt (siehe Foto). Die vordere Ärmelkante liegt dann natürlich auf dem Vorderteil.

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3. Trennt euer Ärmelschnittmuster bei etwas mehr als der Hälfte (von unten an gesehen). Ich habe in meinem Fall die 2. Klebelinie direkt als Teilung genutzt.

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4. Nun wird der obere Ärmelteil, welcher am Vorderteil anliegt, nochmals zerschnitten – nämlich der Länge nach, sodass die vordere und hintere Ämelnaht voneinander getrennt wird. Die Klebekante zeigt euch beim Comfort Rockers wieder sehr gut, wo die Trennlinie ist. Bei anderen Schnittmustern könnt ihr einfach den Ärmel einmal in der Mitte falten und erhaltet so eine Schnittlinie zur Orientierung.

Wie ihr jetzt gut erkennen könnt, schließt das Vorderteil mit dem halben Ärmel nun bündig an der Schulter ab.

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5. Klebt den Ärmel direkt am Vorderteil fest. Wiederholt dies mit der anderen Ärmelhälfte beim Rückteil. Wie ihr am Bild erkennen könnt, musste ich dafür das Ärmelschnittmuster auf links drehen.

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6. Werft den übrigen „Abschnitt“ der Ärmel nicht weg, diesen benötigen wir noch.

7. Das Schnittmuster kann nun auf den Stoff losgelassen werden. Schneidet zunächst einmal euer Vorderteil zu und euer Rückteil inkl. der gerade befestigten, halben Ärmel.

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8. Den Armabschnitt, der übrig ist, dient euch ebenfalls als Schnittmuster. Schneidet mit diesem 2. Ärmelteile zu in Form eines Rechtecks.

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Nun habt ihr eure Grundlage für das Oberteil und es kann vernäht werden.

Zusammennähen

Legt das Vorderteil bündig auf das Rückteil und schließt zunächst oben die Ärmel und Schulterbereich. Der Halsausschnitt bleibt natürlich offen, damit später der Kopf durch passt. Wunder euch bitte nicht, warum bei mir die 2 Teile nicht gleich lang sind, ich habe das Hinterteil bewusst länger gewählt.

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Schließt nun die untere Ärmelkante und die die jeweilige Seite des Shirts in einem Rutsch. Zur besseren Vorstellung habe ich das 2. Ärmelteil schon einmal im Bild angelegt.

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Die Ärmel werden schlussendlich ähnlich wie Bündchen angenäht. Legt das Rechteck rechts auf rechts, sodass die schöne Seite innen liegt und schließt die lange offene Kante.

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Nehmt nun euer Oberteil zur Hand und wendet es auf rechts. Das Ärmelteil bleibt so liegen, wie ihr es genäht habt – sprich: es wird nicht gewendet.

Stülpt nun das Ärmelteil über den Armabschluss eures Oberteils. Da der Ärmel recht lang ist, sieht das ein wenig verwurstelt aus, ist aber vollkommen okay. Schaut, dass die Nahtkante des Ärmels auf die untere Nahtkante eures Oberteils trifft.

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Wichtig ist, dass am Ende die Kanten aufeinander treffen, sodass sich die schönen Seiten anschauen. Genau dort vernäht ihr jetzt Ärmel und Oberteil und zwar so, dass ihr dort anfangt, wo sich mein Daumen befindet und eine Runde herum näht, bis ihr wieder auf diese Stelle trefft.

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Angenäht sieht das Ganze dann so aus:

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Wiederholt diesen Schritt und wendet dann euer Oberteil.

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Wenn euch der Ärmel noch  zu sehr „absteht“, könnt ihr mit einer Ziehtnaht nochmals darüber steppen. Empfehlenswert ist auch der Geradstich.

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Euer Oberteil ist grundlegend nun in der Rohversion fertig. Jetzt muss nur noch gesäumt werden und der Halsbereich eventuell mit Bündchen eingefasst. Diese Schritte habe ich nicht noch einmal mit fotografiert, aber ihr könnt diese jederzeit in der Grundanleitung nachlesen.

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Es grüßt euch Häuptlingsfrau Sabrina <3

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Author: Sabrina

Quirlige Dreifachmama mit Hang zum kreativen Chaos, Kaffeeduftliebhaberin, pastellliebend, fantasievoll und chronisch unentschlossen, aber dafür immer wieder auf der Suche nach neuen kreativen Herausforderungen.

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3 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,

    danke für die tolle Anleitung! Muss der Ärmel zwangsläufig halbiert werden oder kann man den auch im einem Stück ausschneiden?

    Liebe Grüße

    Alex

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    • wir finden es halbiert schöner und praktischer, wegen der Armbeuge 😉

  2. Wow, der Stoff ist schonmal der Hammer, und Danke für die Tips, ich glaub ich probiere das mal aus!

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