Wenn ich durch die Drogeriemärkte streife, bin ich oft etwas erschrocken ( aber auch amüsiert ) wie unfassbar viele Produkte es gibt, um den Körper in Schuss zu halten oder vermeintliche Macken wieder auszubügeln. Wenn man sich dann aber ein wenig mit Nachhaltigkeit bei der Körperpflege beschäftigt, wird einem plötzlich bewusst, dass man mit ganz wenigen Mitteln viele Chemiebomben ersetzen könnte. Sicher gibt es nicht den Jungbrunnen in der Flasche, aber den möchte ich persönlich auch gar nicht. Ich bin ein Mensch, der sehr wenige Kosmetikprodukte nutzt. Weder Makeup noch getönte Cremes finden sich in meinem Badezimmerschrank. Ich mag es natürlich und genau für mich passen damit auch ganz natürliche Produkte bei der Körperpflege. Festes Shampoo und Duschbad beziehe ich schon beim Händler des Vertrauens und bin damit unglaublich zufrieden. Aber dennoch reizt es mich auch weitere natürliche Pflegemittel zu testen.

Wenn du auch so gerne Neues probierst, dann stelle doch heute mit mir gemeinsam 5 verschiedene Pflegeprodukte für Haar, Gesicht und Körper her.

Haarspülung

Vor einiger Zeit haben wir hier zu Hause im Badezimmer schon so einiges umgestellt. Vorher hatte jeder sein eigenes Duschbad, es gab 3 verschiedene Shampoos, eine Haarspülung und ein Rasiergel. Nun finden sich hier kaum noch Plastikbehälter. Sie sind seit vielen Monaten einem festen Shampoo, einer Duschseife und einer Rasierseife gewichen. Haarspülung findet man nun hier im Badezimmer gar nicht mehr und dennoch möchte ich auf natürlichem Weg meinem Haar hin und wieder etwas Gutes tun und stelle mir deshalb mein Pflegeprodukt selbst her.

Für die Spülung brauchst du:

  • 1 Liter Wasser
  • 2 Esslöffel Apfelessig

Die Herstellung ist denkbar einfach was, die Anwendung im Alltag unwahrscheinlich vereinfacht. Gib die beiden Löffel Essig in das Wasser und spüle damit nach dem normalen Waschgang dein Haar nach. Du brauchst die Haare nicht nochmal auswaschen. Der etwas unangenehme Geruch von Apfelessig verfliegt so schnell, dass man beim trockenen Haar nichts mehr davon riecht. Diese Spülung bringt Glanz in dein Haar und lässt sie sehr gut durchkämmen. Meine Mama hat diese Spülung in meiner Kindheit schon oft bei sich angewendet, doch erst heute verstehe ich selber die Wirkung hinter solchen Hausmitteln. Auch bei schuppigem Haar soll sie Wunder wirken, was ich allerdings nicht wirklich bestätigen kann, da ich mit Schuppen keine Probleme habe.

Haarkur

Auch Haarkuren sind früher oft im Einkaufswagen gelandet. Schön anzusehen, portioniert und jede einzeln in Plastik verpackt. Auch auf diese gekaufte Körperpflege verzichte ich heute gänzlich und greife lieber zu selbst hergestellten Produkten, deren Inhalt sich bei uns in der Küche wieder findet.

Für die Haarkur brauchst du:

  • 1 Esslöffel Kokosöl
  • 2 Esslöffel Olivenöl

Das Kokosöl lässt sich super mit einem Löffel auskratzen, wenn du, wie ich, das Öl im Kühlschrank lagerst. Diese Menge habe ich in der Mikrowelle bei niedriger Leistung behutsam geschmolzen. Alternativ funktioniert natürlich auch ein Wasserbad. Das Olivenöl gibst du anschließend einfach hinzu und vermengst beide Komponenten miteinander.

Diese Mischung verteilst du nun in deinem Haar und lässt es etwa eine halbe Stunde, abgedeckt mit einem Handtuch, einwirken. Anschließend wäschst du dir ganz normal die Haare mit Shampoo. Mit dieser Kur tust du deinem Haar und deiner Kopfhaut etwas Gutes und schenkst beidem eine extra Portion Feuchtigkeit.

Gesichtswasser

Wie ich oben erwähnt habe, benutze ich keinerlei Makeup. Daher brauche ich auch kein säuberndes Gesichtswasser, möchte lediglich meiner Haut etwas Gutes tun und sie erfrischen.

Für das Gesichtswasser brauchst du:

  • 3 Beutel Grüntee (oder eine entsprechende Menge losen Tee)
  • eine Salatgurke
  • 1-2 Tassen Wasser (je nach Tassengröße)
  • eine Schüssel und ein Mulltuch (oder anderes Baumwolltuch)
  • Flasche zum Abfüllen

Übergieße die 3 Teebeutel mit heißem (nicht kochendem) Wasser und lass sie etwa 1,5 – 2 h ziehen. Schäle unterdessen eine Gurke und rasple diese so fein wie möglich mit einer Küchenreibe. Anschließend legst du dein Mulltuch über die Schüssel und schüttest deine geraspelte Gurke dort hinein.

Nun presst du so viel Flüssigkeit wie möglich aus deinem Gurkenbeutel und gibst anschließend den Grüntee zu diesem Gurkenwasser.

Dieses Wasser gebe ich morgens, nachdem ich mein Gesicht gewaschen habe, auf ein Pad und reibe mir damit die Haut sanft ab. Es erfrischt ungemein und fühlt sich einfach gut an. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich danach strahle und 10 Jahre jünger aussehen würde. Aber ich weiß, dass ich ohne Chemie meiner Haut etwas Gutes getan habe. Zusätzlich soll diese Mischung entzündungshemmend wirken. Ein rundum Wohlfühlmittel also. Du solltest diese Flüssigkeit im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Wochen verbrauchen.

Lippenbalsam

Schon in der Schule haben wir damals Lippenbalsam selbst hergestellt. Doch leider habe ich als Kind noch nicht verstanden, wie viel besser dieser im Gegensatz zum gekauften Lippenpflegestift ist. Heute weiß ich es besser und freue mich besonders für die kommenden kalten Tage meinen eigenen Lippenbalsam aus natürlichen Inhaltsstoffen zu haben.

Du brauchst für den Lippenbalsam:

  • 1 Esslöffel Bienenwachs
  • 2 Esslöffel Kokosöl

Beim Imker auf unserem Wochenmarkt hatte ich mir schon für die Bienenwachstücher ein großes Stück reines Bienenwachs gekauft. Schon alleine dieses duftet unheimlich toll, gesund und natürlich. In Verbindung mit Kokosöl ist dieses Mittel durch seinen Duft mein Liebling. Ich habe mir ein wenig Wachs mit der Küchenraspel gehobelt und diesen zusammen mit 2 Löffel Kokosöl sachte in der Mikrowelle schmelzen lassen. Auch hier kannst du natürlich zum Wasserbad greifen. die geschmolzene Masse habe ich in ein Gläschen gefüllt, welches von einer Marmeladenprobe stammt.

Diesen Lippenbalsam bewahre ich im Kühlschrank auf. Ich nehme nicht oft etwas auf die Lippen, doch gerade bei kälteren Temperaturen nutze ich ihn immer bevor ich das Haus verlasse. Auch wenn sich eine Erkältung ankündigt, spüre ich das oft zuerst an trockenen Lippen. Auch hier wirkt dieser Balsam Wunder.

Deo für den Deoroller

Das Deo hat mich tatsächlich sehr erstaunt. Ich wollte anfangs nicht so recht glauben, dass diese einfachen Mittel ein herkömmliches Deospray ersetzen können. Aber ich wurde eines Besseren belehrt.

Für das Deo brauchst du:

  • 50ml Wasser
  • 1 Teelöffel Natron
  • 1 Teelöffel Stärke
  • eine leere Hülle eines Deorollers

Auch hierbei ist die Herstellung wieder unfassbar einfach, da lediglich alle 3 Inhaltsstoffe vermengt werden. Oft habe ich gelesen man soll nur abgekochtes Wasser nutzen. Ich weiß nicht, ob ich zu naiv bin, aber unser Leitungswasser ist qualitativ hochwertiger als sogar Wasser, welches wir uns in der Flasche kaufen. Also bin ich mutig und nutze es einfach wie es aus der Leitung kommt. Solltest du allerdings empfindliche Haut haben, oder gar zu Allergien neigen, dann gehe besser den sicheren Weg und koche das Wasser vor der Nutzung ab.

Das Schwierigste bei dieser Herstellung war wohl das Auseinanderbauen vom leeren Deo des Mannes. Nach dem Säubern und Einfüllen der Mischung steht das Deo bereit. Vor jeder Benutzung schüttel ich den Behälter ordentlich, da sich Stärke und Natron doch mit der Zeit absetzen.

Ich habe lange beim Deo zum Spray aus der Drogerie gegriffen. Ich weiß nicht ob es an den Hormonen durch die Schwangerschaft lag, aber gerade in den letzten Monaten hatte ich das Gefühl, dass ich eher unangenehm gerochen habe, wenn ich das Deo benutzt habe. Lies ich es weg, hatte ich plötzlich dieses Problem nicht mehr. Dennoch neige ich, seit ich Kinder bekommen habe, eher zu stärkerem Schwitzen und suchte daher nach einer Alternative. Ein Duft muss dabei gar nicht sein. Nur trocken halten sollte es und das schafft dieses selbst hergestellte Deo tatsächlich. Ich habe den Test aus Neugier gestartet und es nur auf eine Achsel aufgetragen und das Ergebnis hat mich überzeugt.

kleines Endfazit

Wie du siehst, braucht es nicht immer die teuren Zusatzstoffe aus der Apotheke, um sich das ein oder andere Mittel selbst herzustellen. Das gilt für die Körperpflege ebenso wie für Reinigungsmittel. Dennoch finde ich es nicht verwerflich, wenn man ein Produkt aus der Drogerie gerne mag und es weiterhin kauft und nutzt. Jeder kennt seine Haut und deren Anspruch selbst am besten und sollte sich das, was ihm gut tut, gönnen. Sieh diese Anleitungen also vielleicht einfach als Anreiz, etwas neues zu probieren oder nur ein oder 2 Produkte aus dem Bad zu ersetzen.

Wenn du mit der Produktion eigener Körperpflege noch etwas warten möchtest, dann merk dir diesen Beitrag dennoch gern auf Pinterest.

Verschenke doch einer lieben Freundin einen Präsentkorb mit selbst gemachten Pflegeprodukten. Dazu passend könntest du Abschminkpads selbst machen oder ihr noch tolle Badebomben herstellen.

Ich freue mich über dein Feedback, wenn du vielleicht eines der Mittel zur Körperpflege nachmachst und austestest.

Welches Hausmittel benutzt du schon lange und kannst dieses als Tipp für die Leser empfehlen? Schreib es gern in die Kommentare.

Bis dahin grüßt dich lieb

Sandra

4 Kommentare

  1. Anonymous 28. Oktober 2019 at 19:41

    Ich habe auch schon das ein oder andere probiert. Aber ich bin ehrlich, mir fehlt es an Standhaftigkeit das dauerhaft durchzuziehen. Mittlerweile bin ich aber bis festem Shampoo gelandet, beim Händler meines Vertrauens vor Ort. Und im Internet bin ich durch Zufall auf eine Seite gestoßen, bei denen beziehe ich mein Deo. Für mich nicht ausschlaggebend, aber trotzdem vegan. Ohne Aluminium und was für mich wichtig war, das ich nicht mehr so immens schwitze. Es riecht nicht mehr und die Achseln sind nicht mehr feucht/nass.

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  2. Anonymous 28. Oktober 2019 at 15:26

    Danke für die Tipps!
    Ich ergänze um:

    Ein tolles Handpeeling, gerade im Winter: Kaffeesatz mit Olivenöl gemischt. Funktioniert auch zum Duschen, ist mir aber zuviel Kaffeegeruch und zu glitschig.

    Und: den Lippenbalsam strecke ich mit etwas Sheabutter und habe tolle weiche Füße von der Fußmaske daraus.

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    1. Sandra 3. November 2019 at 14:36

      Vielen Dank für deine Tipps! Ganz liebe Grüße Sandra

  3. Nicole 23. Oktober 2019 at 15:23

    Hallo,
    ich mache schon seit Jahren mein Peeling selbst. Einfach etwas Olivenöl und Salz miteinander verrühren, fertig.
    Achtung, die Dusche könnte dadurch etwas rutschig werden.
    Wer kein Salz mag, kann alternativ Kaffesatz nehmen. Das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert (Hilft angeblich auch gegen Orangenhaut :-))
    LG

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